Pflanzen-Porträt: Das Blaukissen
Inhalt11 Abschnitte
- Steckbrief: Blaukissen
- Herkunft und Aussehen
- Der richtige Standort
- Blaukissen pflanzen
- Pflege: wenig Dünger, kräftiger Schnitt
- Vermehren: Stecklinge, Teilung, Aussaat
- Schnecken am Blaukissen: was hilft
- Krankheiten und typische Probleme
- Gute Nachbarn im Steingarten und an der Mauer
- Blaukissen im Kübel und Balkonkasten
- Häufige Fragen
Das Blaukissen (Aubrieta) ist eine niedrige, immergrüne Polsterstaude, die im April und Mai so dicht blüht, dass vom Laub kaum etwas zu sehen ist. Es braucht Sonne, einen durchlässigen, eher kalkhaltigen Boden und nach der Blüte einen kräftigen Rückschnitt – dann bleibt es über viele Jahre dicht und blühfreudig. Schnecken sind vor allem für frisch gesetzte Jungpflanzen ein Problem, eingewachsene Polster lassen sie meist in Ruhe.

Steckbrief: Blaukissen
| Botanischer Name | Aubrieta, im Garten meist Aubrieta-Hybriden (Garten-Blaukissen) |
| Familie | Kreuzblütler (Brassicaceae) |
| Herkunft | Gebirge Südosteuropas und Vorderasiens |
| Wuchshöhe | 5–10 cm, Breite 30–50 cm |
| Blütezeit | April–Mai, in milden Lagen ab Ende März |
| Blütenfarben | Blau, Violett, Purpur, Rosa, Rot, Weiß |
| Standort | sonnig, verträgt leichten Halbschatten |
| Boden | durchlässig, mäßig nährstoffreich, gern kalkhaltig, keine Staunässe |
| Winterhärte | gut winterhart, wintergrün |
| Giftigkeit | nicht als giftig bekannt |
Herkunft und Aussehen
Die Gattung Aubrieta umfasst gut ein Dutzend Wildarten, die in den Gebirgen des östlichen Mittelmeerraums und Vorderasiens an Felsen, in Geröll und auf Mauern wachsen. Benannt ist sie nach dem französischen Pflanzenmaler Claude Aubriet, daher auch der Name Aubrietie. Im Garten stehen fast ausschließlich Kreuzungen, die als Garten-Blaukissen gehandelt werden.
Die Pflanze bildet flache, dichte Polster aus kleinen, graugrünen, leicht behaarten Blättern, die auch im Winter grün bleiben. Im Frühjahr erscheinen darauf unzählige vierzählige Blüten, typisch für die Kreuzblütler. Die Sorten unterscheiden sich vor allem in der Farbe, von Hellblau über kräftiges Violett und Purpur bis zu Rosa, Karminrot und Weiß, und in einfach oder halbgefüllt blühenden Formen. Blaukissen sind früh im Jahr eine wertvolle Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.
Der richtige Standort
Blaukissen sind Sonnenkinder. Je mehr Sonne, desto reicher die Blüte. Im lichten Halbschatten wachsen sie zwar auch, bilden aber lockerere Polster und weniger Blüten. Ideal sind Plätze, an denen sich die Wurzeln unter Steine schieben können, wo sie kühl und trocken bleiben: Mauerkronen und Fugen von Trockenmauern, Steingärten, Beetkanten und Böschungen.
Beim Boden kommt es vor allem auf die Durchlässigkeit an. Staunässe, besonders im Winter, ist die häufigste Ursache dafür, dass Blaukissen eingehen. Schwere, lehmige Erde verbessern Sie vor dem Pflanzen mit Splitt oder grobem Sand, unter dem Pflanzloch kann eine Drainageschicht aus Kies helfen. Ein leicht kalkhaltiger Boden ist günstig; auf sehr sauren Böden gedeiht die Pflanze schlechter.
Besonders schön wirkt das Blaukissen, wenn es über Kanten hängt, etwa an Mauern oder Hochbeeten. Wie man Mauern gezielt begrünt, zeigt der Beitrag Mauern im Garten bepflanzen, Grundlagen zum Steingarten stehen im Beitrag Einen Steingarten anlegen.
Blaukissen pflanzen
Gepflanzt wird im Frühjahr oder im Spätsommer bis Frühherbst, also etwa von Ende August bis Mitte September. Die Herbstpflanzung hat den Vorteil, dass die Polster bis zum Winter einwurzeln und im nächsten Frühjahr schon kräftig blühen.
- Boden vorbereiten. Unkraut gründlich entfernen, schwere Böden mit Splitt oder Sand lockern.
- Abstand wählen. Rechnen Sie mit etwa 25–30 cm zwischen den Pflanzen, das sind rund 9–12 Stück je Quadratmeter für eine geschlossene Fläche.
- Einsetzen. Den Ballen vorher gut wässern, so tief pflanzen wie im Topf, Erde andrücken.
- Angießen. In den ersten Wochen bei Trockenheit regelmäßig gießen, danach nur noch in längeren Dürreperioden.
- Mauerfugen bepflanzen. Kleine Jungpflanzen oder Teilstücke mit etwas Erde in die Fuge drücken und mit einem Stein fixieren.
Pflege: wenig Dünger, kräftiger Schnitt
Blaukissen sind genügsam. Viel Dünger schadet eher, weil die Polster dann weich werden, auseinanderfallen und schlechter überwintern. Im Frühjahr genügt eine dünne Schicht reifer Kompost zwischen den Pflanzen. In Kübeln und Balkonkästen, wo die Erde schneller auslaugt, kann ein schwach dosierter Flüssigdünger während der Wachstumszeit sinnvoll sein.
Wichtigste Pflegemaßnahme ist der Rückschnitt direkt nach der Blüte. Schneiden Sie die Polster mit einer Schere oder einer kleinen Heckenschere um etwa die Hälfte zurück. Das verhindert, dass sie von innen verkahlen und nach einigen Jahren nur noch einen braunen Kranz mit grünen Rändern bilden. Oft treibt die Pflanze danach frisch durch und zeigt im Spätsommer vereinzelt eine Nachblüte. Gegossen wird nur bei anhaltender Trockenheit, am besten morgens und direkt an den Boden.
Vermehren: Stecklinge, Teilung, Aussaat
- Stecklinge: Nach dem Rückschnitt im Frühsommer oder im Spätsommer schneiden Sie 5 cm lange, nicht blühende Triebspitzen und stecken sie in ein Sand-Erde-Gemisch. Bei gleichmäßiger Feuchte bewurzeln sie sich in einigen Wochen.
- Teilung: Ältere Polster lassen sich im Frühherbst teilen. Das ist die schnellste Methode, funktioniert aber nicht bei jeder Pflanze gleich gut, weil Blaukissen oft aus einem Hauptwurzelstock wachsen.
- Aussaat: Samen gibt es im Handel, die Aussaat erfolgt im Frühjahr in Schalen. Die Sämlinge werden später vereinzelt. Aus selbst geernteten Samen von Sorten wachsen oft Pflanzen mit abweichender Farbe.
Schnecken am Blaukissen: was hilft
Dass Schnecken Blaukissen fressen, fällt vor allem im ersten Jahr auf. Frisch gesetzte, weiche Jungpflanzen in feuchten Beeten werden gern angefressen, im schlimmsten Fall bleiben nur Stiele. Ausgewachsene Polster an trockenen, sonnigen Standorten werden dagegen meist verschmäht, weil Schnecken diese Plätze selbst meiden.
Was hilft:
- Den Standort trocken halten. Morgens gießen statt abends, keinen Mulch aus Rinde oder Grasschnitt direkt an die Polster legen. Splitt oder Kies ist für Schnecken unattraktiv und passt ohnehin zum Blaukissen.
- Jungpflanzen schützen. In den ersten Wochen abends und frühmorgens kontrollieren und Schnecken absammeln. Ein Schneckenkragen um einzelne Pflanzen hilft zusätzlich.
- Im Herbst pflanzen. Dann sind die Pflanzen im Frühjahr schon kräftig, bevor die Schneckensaison richtig beginnt.
- Beete abgrenzen. Bei starkem Druck bewährt sich ein Schneckenzaun, wie im Beitrag Einen Schneckenzaun errichten beschrieben. Schneckenkorn ist nur als letzte Maßnahme sinnvoll, Hinweise dazu stehen im Beitrag Schneckenkorn richtig einsetzen.
Krankheiten und typische Probleme
Ansonsten ist das Blaukissen robust. Die häufigsten Probleme hängen mit dem Standort zusammen:
- Braune, verkahlte Polstermitte: Rückschnitt nach der Blüte versäumt oder Pflanze überaltert. Kräftig zurückschneiden oder durch Stecklinge verjüngen.
- Faulende Triebe im Winter: Staunässe. Boden durchlässiger machen, notfalls umpflanzen.
- Weißer Belag: Echter oder Falscher Mehltau, vor allem bei feuchter, stehender Luft. Befallene Triebe abschneiden, für Luft sorgen.
- Wenig Blüten: zu schattig oder zu stark gedüngt.
Gute Nachbarn im Steingarten und an der Mauer
Klassische Partner sind andere Frühjahrsblüher mit ähnlichem Anspruch: das gelbe Steinkraut (Aurinia saxatilis), die weiße Schleifenblume (Iberis sempervirens), Gänsekresse (Arabis) und Teppich-Phlox. Zusammen ergeben sie ein Frühjahrsbild in Blau, Gelb, Weiß und Rosa. Für die Zeit nach der Blüte sorgen Polster-Glockenblumen, Thymian, Nelken und Hauswurz für Abwechslung. Eine Übersicht über die ganze Gruppe gibt der Beitrag Polsterstauden, Ideen für geneigte Flächen zeigt Blütenpracht für Hanggärten und Böschungen.
Blaukissen im Kübel und Balkonkasten
Auch in Schalen, Trögen und Balkonkästen macht das Blaukissen eine gute Figur, besonders als Frühjahrsbepflanzung über den Rand hängend. Wichtig sind ein Abzugsloch und eine Mischung aus Kübelpflanzenerde und Splitt. Im Winter sollte das Gefäß vor Dauerregen geschützt stehen, denn nasse Erde ist im Topf noch gefährlicher als im Beet. In kleinen Gefäßen kann der Wurzelballen durchfrieren; ein Platz an der Hauswand hilft.
Häufige Fragen
Fressen Schnecken Blaukissen?
Ja, aber vor allem junge, frisch gepflanzte Exemplare in feuchten Beeten. Eingewachsene Polster an sonnigen, trockenen Plätzen bleiben meist verschont.
Wann schneidet man Blaukissen zurück?
Direkt nach der Blüte, meist Ende Mai oder im Juni, um etwa die Hälfte. So bleibt das Polster dicht und verkahlt nicht von innen.
Ist Blaukissen winterhart?
Ja, Blaukissen ist gut winterhart und bleibt über Winter grün. Gefährlich ist nicht die Kälte, sondern Nässe: Staunässe im Winter führt häufig zu Fäulnis.
Wie schnell breitet sich Blaukissen aus?
Eine Pflanze erreicht nach zwei bis drei Jahren etwa 30–50 cm Breite. Es wächst dicht, aber nicht wuchernd und verdrängt keine Nachbarn.



