Das richtige Filtersystem für den Gartenteich
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Ob ein Gartenteich einen Filter braucht, hängt vor allem von den Fischen ab. Ein reiner Pflanzen- oder Naturteich mit ausreichend Wasserpflanzen kommt meist ohne Technik aus. Sobald Fische darin leben und gefüttert werden, ist ein Filter nötig – und zwar einer, der für das Teichvolumen mit Fischbesatz ausgelegt ist und die ganze Saison durchläuft. Beim Koiteich gehört eine leistungsstarke, mehrstufige Filteranlage zur Grundausstattung.

Was im Teichwasser passiert
Jeder Teich hat einen natürlichen Stoffkreislauf. Fischkot, Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile, Laub und Pollen werden von Bakterien zersetzt. Dabei entsteht zunächst Ammonium, das bei höherem pH-Wert in giftiges Ammoniak übergeht. Nitrifizierende Bakterien wandeln es in Nitrit um, das für Fische ebenfalls giftig ist, und dieses weiter in Nitrat, das Wasserpflanzen und Algen als Dünger aufnehmen. Phosphat aus Futter und Laub fördert zusätzlich das Algenwachstum.
In einem ausgewogenen Teich mit vielen Pflanzen und wenigen Fischen funktioniert dieser Kreislauf von allein. Werden aber viele Fische gefüttert, fällt mehr Abfall an, als Pflanzen und Bakterien im Wasser bewältigen können. Das Wasser wird trüb, grün, sauerstoffarm, und im schlimmsten Fall sterben Fische. Genau hier setzt der Filter an.
Wie ein Teichfilter arbeitet
Eine Pumpe fördert das Teichwasser durch den Filter und zurück in den Teich. Der Filter arbeitet in zwei Stufen:
- Mechanische Filterung: Schwämme, Bürsten, Siebe oder Vliese halten Schmutzpartikel, Algenfäden und Schwebstoffe zurück.
- Biologische Filterung: Auf Filtermaterialien mit großer Oberfläche siedeln sich Bakterien an, die Ammonium und Nitrit zu Nitrat abbauen. Diese Bakterienkultur braucht nach dem Start einige Wochen, bis sie voll arbeitet.
Viele Anlagen haben zusätzlich einen UVC-Klärer. Das Wasser fließt an einer UV-Lampe vorbei, die Schwebealgen schädigt, sodass sie verklumpen und im Filter hängen bleiben. Gegen grünes Wasser hilft das sehr wirksam, gegen Fadenalgen nicht. Die Lampe verliert mit der Zeit an Leistung und wird meist nach einer Saison getauscht.
Die Filterarten im Vergleich
| Filterart | Eigenschaften | Geeignet für |
| Unterwasserfilter | Pumpe und Filter in einem Gerät im Teich, kompakt und unsichtbar | kleine Teiche mit wenigen Fischen |
| Durchlauf- oder Kammerfilter | steht außerhalb, Wasser fließt drucklos durch mehrere Kammern zurück in den Teich; muss höher als der Wasserspiegel stehen | mittlere und große Fischteiche |
| Druckfilter | geschlossener Behälter, kann eingegraben werden und das Wasser weiter nach oben fördern | kleine bis mittlere Teiche, Teiche mit Bachlauf |
| Trommel- oder Vliesfilter | automatische mechanische Vorfilterung mit Selbstreinigung, vor einem Biofilter | Koiteiche und stark besetzte Fischteiche |
| Pflanzenfilter | separater, dicht bepflanzter Flachwasserbereich, durch den das Wasser geleitet wird | Naturteiche, Schwimmteiche, als Ergänzung |
Ein Druckfilter hat den Vorteil, dass er das Wasser nach der Filterung noch einige Höhenmeter nach oben drücken kann. Damit lässt sich ein Bachlauf oder Wasserfall betreiben, ohne dass der Filter oben am Bachlauf stehen muss. Wie Sie beides kombinieren, zeigt der Beitrag Einen Bachlauf am Gartenteich anlegen.
Die richtige Filtergröße
Hersteller geben für ihre Filter ein maximales Teichvolumen an, meist getrennt für Teiche ohne Fische, mit normalem Fischbesatz und für Koi. Die Werte für Fischbesatz und Koi liegen deutlich unter dem Maximalwert. Wählen Sie den Filter nach dem Wert, der zu Ihrem tatsächlichen Besatz passt, und rechnen Sie lieber großzügig: In voller Sonne, bei vielen oder großen Fischen und bei reichlicher Fütterung sollte der Filter eine Nummer größer sein.
Das Teichvolumen schätzen Sie grob aus Länge mal Breite mal mittlerer Tiefe; bei einem naturnah geformten Teich mit flachen Zonen liegt der tatsächliche Wert meist deutlich unter dem Ergebnis für einen Quader. Die Pumpe muss zum Filter passen. Als Faustregel sollte das gesamte Teichvolumen in einem Fischteich etwa alle zwei bis drei Stunden einmal durch den Filter laufen, im Koiteich deutlich häufiger. Genaue Angaben stehen beim jeweiligen Filter.
Filter im Koiteich
Koi werden groß, fressen viel und produzieren entsprechend viel Abfall. Ein Koiteich braucht ausreichend Tiefe, eine großzügige Filteranlage und in der Regel einen Bodenablauf, über den Schmutz vom tiefsten Punkt direkt zum Filter läuft. Bewährt haben sich mehrstufige Anlagen: Ein Trommel- oder Vliesfilter holt den Grobschmutz automatisch heraus, dahinter arbeitet ein großer biologischer Filter, oft mit bewegtem Filtermaterial. Dazu kommen UVC-Klärer und eine Belüftung. Eine solche Anlage wird am besten schon beim Bau des Teichs eingeplant, denn ein Bodenablauf lässt sich später kaum nachrüsten.
Laufzeit, Stromverbrauch und Reinigung
Ein biologischer Filter muss während der Saison rund um die Uhr laufen. Die Bakterien brauchen ständig sauerstoffreiches Wasser; wird der Filter nur stundenweise eingeschaltet, stirbt ein Teil der Kultur ab, und der Filter gibt beim Wiedereinschalten Schadstoffe ab. Achten Sie deshalb schon beim Kauf auf eine sparsame Pumpe, denn sie läuft viele tausend Stunden im Jahr.
Reinigen Sie die Filtermaterialien nur, wenn der Durchfluss merklich nachlässt, und nie alle auf einmal. Spülen Sie Schwämme in einem Eimer mit Teichwasser aus, nicht unter dem Wasserhahn, denn das Chlor im Leitungswasser und der Temperaturunterschied schädigen die Bakterien. Grobfilter und Vorfilter können öfter gereinigt werden als das biologische Material.
Filter im Winter
Unter etwa 8–10 °C Wassertemperatur arbeiten die Bakterien kaum noch, und Fische fressen wenig oder gar nicht mehr. In vielen Fischteichen wird der Filter deshalb im Spätherbst abgeschaltet, gereinigt und frostfrei gelagert, der UVC-Klärer ebenso. Läuft eine Pumpe im Winter weiter, sollte sie höher gesetzt werden, damit sie das wärmere Tiefenwasser nicht mit kaltem Oberflächenwasser vermischt; die Fische überwintern in der Tiefe. Außerhalb des Teichs stehende Druck- und Durchlauffilter müssen frostfrei entleert werden. Im Frühjahr wird die Anlage wieder in Betrieb genommen, sobald das Wasser wärmer wird. Was sonst nach dem Winter zu tun ist, beschreibt der Beitrag Gartenteich nach dem Winter pflegen.
Teichreinigung: Schlamm absaugen
Auch der beste Filter holt nicht alles heraus. Am Grund sammelt sich mit den Jahren eine Schlammschicht aus Laub, abgestorbenen Pflanzenteilen und Kot, die Sauerstoff zehrt und Nährstoffe für Algen nachliefert. Ein Teichschlammsauger saugt den Schlamm ab, ohne dass der Teich geleert werden muss. Ein Vorabscheider oder Auffangsack hält Laub und Steine zurück und schützt Tiere, die mit eingesaugt werden. Für festsitzende Beläge an Folie und Stufen gibt es Aufsätze mit Bürsten.

Saugen Sie nie den gesamten Schlamm ab. Eine dünne Schicht gehört zum Lebensraum, und in ihr leben Kleintiere und Larven. Ein guter Zeitpunkt ist der frühe Herbst, bevor Frösche und Molche sich zur Winterruhe in den Schlamm zurückziehen. Im Frühjahr sollten Sie nur schonend und vor der Laichzeit reinigen. Fischen Sie im Herbst außerdem regelmäßig Laub ab oder spannen Sie ein Laubschutznetz über den Teich, dann fällt weniger Schlamm an. Der abgesaugte Schlamm ist nährstoffreich und eignet sich, gut abgetropft oder kompostiert, als Dünger für Beete. Riecht er stark faulig, lassen Sie ihn vor der Verwendung erst an der Luft abtrocknen.
Pflanzen als natürlicher Filter
Wasserpflanzen sind die Nährstoffkonkurrenz der Algen. Unterwasserpflanzen wie Hornkraut, Tausendblatt oder Wasserfeder nehmen Nährstoffe direkt aus dem Wasser auf und liefern Sauerstoff. Seerosen und Schwimmblattpflanzen beschatten die Wasseroberfläche. Sumpf- und Uferpflanzen in der Flachwasserzone binden Nährstoffe über die Wurzeln. Ein gut bepflanzter Teich braucht einen kleineren Filter und bleibt stabiler. Welche Pflanzen in welche Zone gehören, lesen Sie in den Beiträgen Teichpflanzen und Stauden am Gartenteich. Wer einen neuen Teich plant, findet die Grundlagen unter Einen Gartenteich anlegen.
Häufige Fragen
Braucht jeder Gartenteich einen Filter?
Nein. Ein Naturteich ohne oder mit sehr wenigen Fischen und mit vielen Wasserpflanzen kommt meist ohne Filter aus. Werden Fische gefüttert, ist ein Filter nötig.
Darf man den Teichfilter nachts ausschalten?
Besser nicht. Die Bakterien im biologischen Filter brauchen ständig Wasser mit Sauerstoff. Während der Saison sollte der Filter durchgehend laufen.
Wie groß muss der Teichfilter sein?
Maßgeblich ist die Herstellerangabe für Teiche mit Fischbesatz beziehungsweise für Koi, nicht das Maximalvolumen ohne Fische. Bei sonniger Lage und vielen Fischen eine Nummer größer wählen.
Welche Pflanzen helfen gegen Algen im Teich?
Unterwasserpflanzen wie Hornkraut und Tausendblatt, dazu Seerosen als Schattenspender und eine dicht bepflanzte Flachwasserzone. Sie entziehen den Algen die Nährstoffe.



