Zum Inhalt springen
Garten-Ratgeber

Der Geldbaum (Crassula Ovata)

Zimmerpflanzenvon Kathrin Schendel7 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Steckbrief: Crassula ovata auf einen Blick
  2. Warum der Geldbaum so wenig Wasser braucht
  3. Der richtige Standort
  4. Gießen und Düngen: weniger ist mehr
  5. Erde, Topf und Umtopfen
  6. Schneiden und in Form bringen
  7. Vermehrung über Stecklinge und Blätter
  8. Wann und wie der Geldbaum blüht
  9. Probleme: Blattabwurf, Fäulnis und Schädlinge
  10. Sorten und Verwandte
  11. Häufige Fragen

Der Geldbaum (Crassula ovata) ist eine Sukkulente aus Südafrika und gehört zu den genügsamsten Zimmerpflanzen überhaupt. Er will viel Licht, wenig Wasser und im Winter einen kühlen, trockenen Platz – wer ihn zu gut meint und ständig gießt, schadet ihm mehr als jemand, der ihn gelegentlich vergisst. Mit der richtigen Pflege wird er Jahrzehnte alt, verzweigt sich zu einem kleinen Baum und zeigt im Alter sogar weiße bis zartrosa Sternblüten.

Triebe eines Geldbaums (Crassula ovata) mit dicken, fleischigen Blättern
Triebe eines Geldbaums (Crassula ovata) mit dicken, fleischigen Blättern

Steckbrief: Crassula ovata auf einen Blick

Botanischer NameCrassula ovata, Familie Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Weitere NamenPfennigbaum, Jadebaum, Speckbaum
HerkunftÖstliches Südafrika, trockene, felsige Hänge
Wuchshöheim Topf meist 30–100 cm, alte Exemplare auch höher
BlütezeitSpätherbst bis Frühjahr, nur an älteren Pflanzen
Standortso hell wie möglich, gern mit direkter Sonne
Substratdurchlässige Kakteen- oder Sukkulentenerde
Winterhärtenicht winterhart, im Winter 10–15 °C ideal
Giftigkeitfür Katzen und Hunde schwach giftig, für Menschen kaum bedenklich

Warum der Geldbaum so wenig Wasser braucht

In seiner Heimat wächst der Geldbaum an sonnigen, steinigen Hängen, an denen Regen selten und unregelmäßig fällt. Er hat sich darauf eingestellt, indem er Wasser in seinen fleischigen, glänzenden Blättern und den dicken Trieben speichert. Aus diesen Vorräten kann er wochenlang zehren. Umgekehrt bedeutet das: Dauerfeuchte Erde ist für ihn das eigentliche Risiko. Die Wurzeln faulen, die Triebe werden an der Basis weich, und die Pflanze kippt irgendwann um, obwohl sie oben noch grün aussieht.

Übrigens stammt der Geldbaum nicht aus den Tropen, wie oft zu lesen ist, sondern aus einem subtropischen, sommerwarmen und eher trockenen Klima. Das erklärt seine beiden Vorlieben: viel Sonne in der Wachstumszeit und eine kühle Pause im Winter.

Der richtige Standort

Ein Südfenster ist ideal, ein West- oder Ostfenster geht auch. An einem dunklen Platz im Raum wird der Geldbaum zwar nicht sofort eingehen, aber er bildet lange, dünne, weiche Triebe mit großen Abständen zwischen den Blättern. Diese Triebe tragen das Gewicht der Blätter schlecht und brechen leicht. Kräftige Pflanzen mit kurzen Internodien und rötlich gerandeten Blättern sind ein gutes Zeichen: Sie bekommen genug Licht.

Von Mitte Mai bis September darf der Geldbaum auf Balkon oder Terrasse. Gewöhnen Sie ihn in den ersten ein bis zwei Wochen an die Sonne, indem Sie ihn zunächst halbschattig stellen, sonst bekommen die Blätter helle, trockene Brandflecken. Ein Platz unter einem Dachvorsprung ist günstig, weil Dauerregen den Topf durchnässt. Bevor die Nächte unter etwa 5 °C fallen, holen Sie ihn wieder herein. Frost verträgt er nicht.

Gießen und Düngen: weniger ist mehr

Gießen Sie im Frühjahr und Sommer erst, wenn die Erde fast vollständig abgetrocknet ist – dann aber gründlich, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft. Überschüssiges Wasser im Übertopf gießen Sie nach einer Viertelstunde weg. Je nach Topfgröße und Wärme kommt man so auf einen Rhythmus von etwa ein bis zwei Wochen. Leicht schrumpelige, weiche Blätter zeigen an, dass die Pflanze Durst hat; sie straffen sich nach dem Gießen innerhalb eines Tages wieder.

Im Winter gießen Sie nur noch alle drei bis vier Wochen einen kleinen Schluck, bei kühlem Stand noch seltener. Gedüngt wird nur von April bis August, etwa alle drei bis vier Wochen mit Kakteen- oder Sukkulentendünger in der angegebenen Dosierung. Ein normaler Blühpflanzendünger in halber Konzentration tut es auch. Zu viel Stickstoff macht die Triebe weich.

Erde, Topf und Umtopfen

Der Geldbaum braucht ein durchlässiges, mineralisches Substrat. Kakteen- oder Sukkulentenerde passt gut, alternativ mischen Sie normale Blumenerde etwa zur Hälfte mit Sand, Blähtonbruch oder Bims. Welche Mischung sich für welche Pflanzen eignet, zeigt der Beitrag Welche Erde für welche Pflanzen.

Wählen Sie einen schweren Topf aus Ton oder Keramik. Ältere Geldbäume werden kopflastig, und ein leichter Kunststofftopf kippt dann schnell um. Ton hat zudem den Vorteil, dass Feuchtigkeit über die Wand verdunstet. Umgetopft wird im Frühjahr, bei jungen Pflanzen alle zwei Jahre, bei alten nur, wenn der Topf wirklich durchwurzelt ist. Der neue Topf muss nur wenige Zentimeter größer sein. Gießen Sie nach dem Umtopfen etwa eine Woche nicht, damit verletzte Wurzeln abheilen können.

Auch in Hydrokultur lässt sich der Geldbaum halten, dort aber mit sehr niedrigem Wasserstand.

Schneiden und in Form bringen

Ein Schnitt ist nicht nötig, aber er macht den Geldbaum kompakter und buschiger. Kürzen Sie im Frühjahr zu lange oder dünne Triebe direkt über einem Blattpaar. An der Schnittstelle treiben meist zwei neue Zweige aus. Wer einen kleinen Baum mit Stamm möchte, entfernt nach und nach die unteren Seitentriebe und lässt die Krone oben wachsen. Wegen dieser Formbarkeit wird der Geldbaum auch gern als Bonsai gezogen.

Die Schnittreste müssen Sie nicht wegwerfen: Sie sind das ideale Material für neue Pflanzen.

Vermehrung über Stecklinge und Blätter

Kaum eine Zimmerpflanze lässt sich so leicht vermehren. Sie haben zwei Wege:

  1. Kopfstecklinge schneiden. Trennen Sie im Frühjahr oder Sommer einen 8–10 cm langen Triebabschnitt ab und entfernen Sie die untersten Blätter.
  2. Schnittstelle abtrocknen lassen. Legen Sie Steckling oder einzelne Blätter ein bis zwei Tage an einen schattigen, luftigen Platz, bis sich die Wunde verschlossen hat. Das schützt vor Fäulnis.
  3. In trockenes Substrat stecken. Setzen Sie die Stecklinge in Sukkulentenerde, einzelne Blätter legen Sie flach auf oder stecken sie mit dem Stielende leicht hinein.
  4. Sparsam feucht halten. Gießen Sie erst nach einigen Tagen und dann nur wenig. Nach zwei bis vier Wochen bilden sich Wurzeln, bei Blättern dauert es länger, bis eine neue Rosette erscheint.

Wann und wie der Geldbaum blüht

Viele Geldbäume blühen nie – nicht weil sie krank sind, sondern weil sie das ganze Jahr warm stehen. Die Blüten werden durch kurze Tage und kühle Nächte ausgelöst. Stellen Sie die Pflanze ab Oktober hell und kühl bei etwa 10–15 °C, zum Beispiel in ein ungeheiztes Schlafzimmer oder ein helles Treppenhaus, und gießen Sie in dieser Zeit sehr sparsam. Voraussetzung ist außerdem ein gewisses Alter: Junge Pflanzen blühen selten, ältere, gut verzweigte Exemplare dagegen oft zuverlässig. Die kleinen Sternblüten erscheinen in Dolden an den Triebspitzen, meist zwischen November und März.

Probleme: Blattabwurf, Fäulnis und Schädlinge

Wirft der Geldbaum Blätter ab, liegt es in den meisten Fällen an zu viel Wasser, besonders in Kombination mit Kälte, oder an einem plötzlichen Standortwechsel. Prüfen Sie zuerst die Erde: Ist sie nass und riecht muffig, topfen Sie aus, entfernen weiche, braune Wurzeln und setzen die Pflanze in frisches, trockenes Substrat. Ist der Stamm an der Basis bereits matschig, retten Sie gesunde Triebe als Stecklinge.

Unter den Schädlingen sind Wollläuse die häufigsten Gäste. Sie sitzen als weiße, wattige Knäuel in den Blattachseln. Tupfen Sie sie mit einem Wattestäbchen ab, das Sie in Spiritus getaucht haben, und kontrollieren Sie die Pflanze danach wöchentlich. Bei starkem Befall hilft ein zugelassenes Mittel gegen saugende Insekten aus dem Fachhandel. Blattglanzspray ist für den Geldbaum ungeeignet, es verstopft die Spaltöffnungen der Blätter.

Sorten und Verwandte

Neben der klassischen grünen Form gibt es einige auffällige Sorten. Crassula ovata ‘Gollum’ und ‘Hobbit’ tragen röhrenförmig eingerollte Blätter, panaschierte Formen haben gelb oder cremeweiß gestreifte Blätter und wachsen etwas langsamer. Nah verwandt ist Crassula arborescens mit graublauen, rot gerandeten Blättern. Die Pflege ist bei allen gleich. Weitere genügsame Mitbewohner stellen die Beiträge über Aloe vera und fünf pflegeleichte Zimmerpflanzen vor, mehr finden Sie unter Zimmerpflanzen.

Häufige Fragen

Ist der Geldbaum giftig für Katzen?

Der Geldbaum gilt für Katzen und Hunde als schwach giftig. Das Fressen größerer Mengen kann Erbrechen und Unwohlsein auslösen. Stellen Sie ihn deshalb außer Reichweite, wenn Ihre Tiere gern an Pflanzen knabbern.

Warum bekommt mein Geldbaum weiche, schrumpelige Blätter?

Schrumpelige Blätter bei trockener Erde bedeuten Durst. Weiche, glasige oder gelbe Blätter bei feuchter Erde deuten auf zu viel Wasser und beginnende Wurzelfäule hin.

Wie oft muss man einen Geldbaum gießen?

Im Sommer etwa alle ein bis zwei Wochen, immer erst, wenn die Erde abgetrocknet ist. Im Winter reicht ein kleiner Schluck alle drei bis vier Wochen.

Bringt der Geldbaum wirklich Glück und Geld?

Der Name bezieht sich auf die runden, münzähnlichen Blätter. Dass er Wohlstand bringt, ist ein freundlicher Volksglaube – belegen lässt es sich nicht.

Das könnte Sie auch interessieren