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Garten-Ratgeber

Der Rosenwickler

Schädlinge & Krankheitenvon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Falter des Rosenwicklers (Archips rosana) auf altem Holz
Falter des Rosenwicklers (Archips rosana) auf altem Holz | Foto: Ben Sale from UK / Wikimedia Commons, CC BY 2.0
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wer der Rosenwickler ist
  2. Woran Sie den Befall erkennen
  3. Der Lebenszyklus im Jahreslauf
  4. Sofort tun: Raupen von Hand entfernen
  5. Nützlinge sind die besten Verbündeten
  6. Biologische Mittel bei starkem Befall
  7. Vorbeugen und kontrollieren
  8. Verwechslung mit anderen Schädlingen
  9. Häufige Fragen

Der Rosenwickler ist ein kleiner brauner Falter, dessen grüne Raupen im Frühjahr Blätter an Rosen und Obstgehölzen zusammenspinnen und von innen Knospen, Blätter und junge Triebe fressen. Das wirksamste Mittel ist die Handarbeit: eingerollte Blätter samt Raupe abzupfen oder zerdrücken, solange der Befall klein ist. Ernsthaft gefährlich wird der Schädling einer gesunden Rose selten, er kostet aber Blüten und sieht unschön aus.

Wer der Rosenwickler ist

Als Rosenwickler oder Heckenwickler wird vor allem Archips rosana bezeichnet, ein Schmetterling aus der Familie der Wickler (Tortricidae). Der Falter ist unscheinbar, mit einer Flügelspannweite von knapp 2 cm, und hat braun bis rostrot gemusterte Vorderflügel. Er fliegt im Sommer, meist in der Dämmerung, und fällt kaum auf.

Wichtig für die Bekämpfung ist: Nicht der Falter frisst, sondern seine Raupe. Und die ist wenig wählerisch. Neben Rosen befällt sie Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume, Johannisbeere, Himbeere, Liguster, Weißdorn und viele andere Laubgehölze. Daher auch der Name Heckenwickler. An Rosen gibt es außerdem einige verwandte Wicklerarten mit ähnlicher Lebensweise; die Maßnahmen sind für alle dieselben.

Woran Sie den Befall erkennen

Das Schadbild ist typisch und leicht zu erkennen:

  • Eingerollte oder zusammengesponnene Blätter an den Triebspitzen, locker mit feinen weißen Fäden verbunden.
  • Angefressene Knospen, oft mit einem Loch an der Seite; die Knospe öffnet sich nicht mehr oder blüht verkrüppelt auf.
  • Fraß an jungen Trieben und Blättern, bei Obst auch an kleinen, gerade angesetzten Früchten, die später vernarbte Stellen zeigen.
  • In den Blattwickeln sitzt eine grüne Raupe mit dunklem Kopf, ausgewachsen etwa 2 cm lang. Berührt man sie, schnellt sie sich rückwärts heraus und lässt sich an einem Faden fallen.

Der Befall zeigt sich meist von April bis Juni, wenn die Rosen austreiben und die ersten Knospen bilden.

Der Lebenszyklus im Jahreslauf

Wer den Kalender des Rosenwicklers kennt, weiß, wann welche Maßnahme wirkt:

  1. Winter: Der Wickler überwintert als Ei. Die Weibchen legen ihre Eier im Sommer in flachen, schuppenartigen Gelegen an Zweigen und Rinde ab, gut getarnt und kaum zu finden.
  2. Frühjahr (April/Mai): Mit dem Austrieb schlüpfen die Räupchen und bohren sich in Knospen oder spinnen junge Blätter zusammen.
  3. Mai/Juni: Die Raupen fressen etwa vier bis sechs Wochen und verpuppen sich dann im Blattwickel.
  4. Juni/Juli: Die Falter schlüpfen, paaren sich und legen neue Eier ab. Pro Jahr gibt es eine Generation.

Der Schaden entsteht also in einem überschaubaren Zeitfenster im späten Frühjahr. Danach ist die Rose wieder sicher.

Sofort tun: Raupen von Hand entfernen

An wenigen Rosen ist die mechanische Bekämpfung schnell erledigt und am wirksamsten. Gehen Sie ab dem Austrieb alle paar Tage die Pflanzen durch und

  • zupfen Sie zusammengesponnene Blätter ab oder zerdrücken Sie sie zwischen den Fingern samt Raupe,
  • schneiden Sie stark befallene Triebspitzen ein Stück zurück, bis ins gesunde Blatt,
  • entsorgen Sie das Material im Restmüll, damit sich die Raupen nicht auf dem Kompost verpuppen.

Ein kräftiger Rückschnitt der ganzen Rose ist nicht nötig. Er schadet der Blüte mehr als der Wickler. Rosen treiben nach dem Fraß in der Regel gut nach, und ab Juni bilden sich neue, unbeschädigte Knospen.

Nützlinge sind die besten Verbündeten

Der Rosenwickler hat viele natürliche Gegenspieler. Meisen füttern ihre Jungen im Frühjahr mit großen Mengen Raupen und sind genau zur Wicklerzeit auf Futtersuche. Nistkästen in der Nähe von Rosenbeet und Obstbäumen machen sich daher doppelt bezahlt. Auch Ohrwürmer, räuberische Wanzen, Florfliegenlarven und winzige Schlupfwespen, die ihre Eier in die Raupen legen, halten den Bestand klein.

Ein vielfältiger Garten mit Hecken, Wildblumen und Unterschlupf fördert diese Helfer. Breit wirkende Insektizide treffen sie dagegen genauso wie den Schädling und verschlimmern das Problem auf Dauer. Hintergründe finden Sie im Beitrag Schädlingsbekämpfung im Garten.

Biologische Mittel bei starkem Befall

Bei vielen befallenen Pflanzen, etwa in einer Rosenhecke oder an mehreren Obstbäumen, kann ein zugelassenes biologisches Präparat auf Basis von Bacillus thuringiensis aus dem Fachhandel helfen. Es wirkt gezielt gegen fressende Schmetterlingsraupen und schont die meisten anderen Insekten. Der Haken: Die Raupe muss das behandelte Blatt fressen. Sitzt sie bereits gut verborgen im Blattwickel, erreicht das Mittel sie kaum. Anwenden sollte man es daher früh, direkt beim Schlupf der jungen Räupchen, und genau nach Gebrauchsanweisung.

Im Obstbau werden gegen überwinternde Eigelege auch zugelassene Austriebsspritzungen auf Ölbasis eingesetzt, die kurz vor dem Knospenaufbruch ausgebracht werden. Im Hausgarten lohnt das nur bei wiederholtem, starkem Befall.

Hausmittel wie Wermuttee, Steinmehl oder Algenkalk werden oft genannt. Eine verlässliche Wirkung gegen Wicklerraupen ist nicht belegt; Steinmehl und Algenkalk sind Bodenverbesserer, keine Schädlingsmittel.

Vorbeugen und kontrollieren

Da der Rosenwickler als Ei am Holz überwintert, hilft ein aufmerksamer Blick beim Frühjahrsschnitt: Auffällige, schuppenartige Eigelege an Zweigen können Sie abkratzen oder den Zweig abschneiden. Wie Sie Rosen fachgerecht schneiden, zeigt der Beitrag Rosen im Frühjahr schneiden.

Wichtiger ist die regelmäßige Kontrolle ab dem Austrieb. Wer die ersten Blattwickel früh findet, hat mit einer Handvoll Griffe das Problem gelöst. Kräftige, gut versorgte Rosen an einem sonnigen, luftigen Standort überstehen den Fraß zudem viel besser als geschwächte Pflanzen. Pheromonfallen aus dem Fachhandel eignen sich zur Beobachtung des Falterflugs, nicht zur Bekämpfung.

Verwechslung mit anderen Schädlingen

Nicht jedes angefressene Rosenblatt geht auf den Wickler zurück. Blattwespenlarven sehen raupenähnlich aus, fressen aber offen auf dem Blatt oder rollen Blätter der Länge nach eng ein, ohne Gespinst. Frostspannerraupen bewegen sich mit typischem Katzenbuckel und spinnen weniger. Blattläuse saugen an Triebspitzen und Knospen, verursachen aber keine Fraßlöcher. Mehr dazu lesen Sie unter Blattläuse an Rosen bekämpfen und Raupen im Garten bekämpfen.

Häufige Fragen

Wie sieht die Raupe des Rosenwicklers aus?

Sie ist grün, hat einen dunkelbraunen bis schwarzen Kopf und wird etwa 2 cm lang. Man findet sie in zusammengesponnenen Blättern an den Triebspitzen.

Muss ich die befallene Rose zurückschneiden?

Nein. Es genügt, befallene Blätter und Triebspitzen zu entfernen. Ein starker Rückschnitt kostet die Rose mehr Blüten als der Wickler selbst.

Befällt der Rosenwickler auch Obstbäume?

Ja, er frisst auch an Apfel, Birne, Kirsche, Johannisbeeren und vielen Heckensträuchern. An Obst kann er junge Früchte anfressen, die dann vernarben.

Wann sollte ich auf Rosenwickler kontrollieren?

Ab dem Austrieb im April bis etwa Mitte Juni, am besten alle paar Tage. Danach haben sich die Raupen verpuppt, und der Schaden ist gelaufen.

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