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Garten-Ratgeber

Die Fuchsie (Fuchsia)

Zimmerpflanzenvon Kathrin Schendel6 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Steckbrief: Fuchsie
  2. Herkunft und Vielfalt der Fuchsien
  3. Der richtige Standort
  4. Warum die Fuchsie Knospen und Blüten abwirft
  5. Richtig gießen und düngen
  6. Schneiden: im Herbst und im Frühjahr
  7. Umtopfen und Vermehren
  8. Fuchsien überwintern
  9. Winterharte Fuchsien für das Beet
  10. Krankheiten und Schädlinge
  11. Häufige Fragen

Wenn eine Fuchsie Knospen oder Blüten abwirft, steckt fast immer Stress dahinter: Trockenheit, Hitze, ein plötzlicher Standortwechsel, zu wenig Licht oder zu wenig Dünger. Wer diese Punkte abstellt, wird mit einer Blüte belohnt, die von Mai bis zum ersten Frost reichen kann. Fuchsien sind pflegeleicht, aber sie verzeihen Schwankungen schlecht.

Hängende Fuchsie mit violett-weißen Blüten vor einer Backsteinwand
Hängende Fuchsie mit violett-weißen Blüten vor einer Backsteinwand

Steckbrief: Fuchsie

Botanischer NameFuchsia, meist Hybriden (Fuchsia-Hybriden)
FamilieNachtkerzengewächse (Onagraceae)
HerkunftMittel- und Südamerika, einzelne Arten in Neuseeland und auf Tahiti
Wuchsaufrecht oder hängend, als Busch, Ampel oder Hochstämmchen, 30–100 cm
Blütezeitetwa Mai bis Oktober
Standorthell bis halbschattig, keine pralle Mittagssonne, windgeschützt
Erdehumose, durchlässige Kübel- oder Balkonpflanzenerde
Winterhärtedie meisten Sorten nicht winterhart; einige Arten und Sorten mit Winterschutz
Giftigkeitgilt als ungiftig, die Beeren sind essbar

Herkunft und Vielfalt der Fuchsien

Die Gattung Fuchsia umfasst gut 100 Wildarten, die meisten in den Bergwäldern Mittel- und Südamerikas. Dort wachsen sie im kühlen, feuchten Halbschatten unter höheren Bäumen, manche Arten werden zu kleinen Bäumen. Nach Europa kamen Fuchsien Ende des 17. und im 18. Jahrhundert; benannt sind sie nach dem Tübinger Botaniker Leonhart Fuchs.

Im Handel finden Sie fast ausschließlich Hybriden, von denen es viele Tausend Sorten gibt. Grob lassen sie sich einteilen in:

  • aufrecht wachsende Sorten für Töpfe, Beete und als Hochstämmchen,
  • hängende Sorten für Ampeln und Balkonkästen,
  • einfach und gefüllt blühende Sorten, oft zweifarbig mit abstehendem Kelch und glockiger Krone,
  • Triphylla-Hybriden mit langen, röhrenförmigen Blüten in Orange- und Rottönen, die mehr Sonne und Wärme vertragen als die übrigen.

Der richtige Standort

Fuchsien lieben es hell, aber nicht heiß. Ideal sind Ost- oder Westbalkone und Plätze im lichten Schatten eines Baumes. Morgen- und Abendsonne vertragen sie gut, pralle Mittagssonne dagegen führt schnell zu schlaffen Trieben, verbrannten Blättern und abfallenden Knospen. Dunkle Nordseiten sind wiederum zu schattig: Die Pflanze wächst dann lang und dünn und blüht spärlich.

Wind und Starkregen schaden den zarten Blüten. Ein geschützter Platz unter einem Dachüberstand ist deshalb günstig. Fuchsien, die im Zimmer überwintert oder gekauft wurden, kommen nach den Eisheiligen Mitte Mai nach draußen. Gewöhnen Sie sie in den ersten Tagen an einem schattigen Platz an das Freiland, sonst reagieren sie mit Blattverlust.

Warum die Fuchsie Knospen und Blüten abwirft

Das ist die häufigste Frage zu Fuchsien. Die Ursachen lassen sich meist schnell eingrenzen:

  1. Trockenheit. Einmal ausgetrocknete Erde genügt, und die Pflanze wirft Knospen ab, um sich selbst zu retten. Im Sommer kann bei Kübeln tägliches Gießen nötig sein.
  2. Staunässe. Stehendes Wasser im Untersetzer lässt die Wurzeln faulen; die Pflanze reagiert ähnlich wie bei Trockenheit, mit welken Blättern und Knospenfall.
  3. Hitze und pralle Sonne. Über etwa 25–30 °C stellen viele Sorten die Blüte ein. Die Knospen vertrocknen und fallen ab.
  4. Standortwechsel. Wird eine Fuchsie mit Knospen umgestellt oder ständig gedreht, verliert sie oft einen Teil davon. Lassen Sie sie an ihrem Platz stehen.
  5. Zu wenig Licht. Besonders im Zimmer und nach dem Kauf, wenn die Pflanze aus dem hellen Gewächshaus in einen dunkleren Raum kommt.
  6. Zu trockene Luft. In Innenräumen, vor allem neben der Heizung, ist die Luftfeuchtigkeit oft zu niedrig.
  7. Nährstoffmangel. Fuchsien blühen monatelang und verbrauchen dabei viel. Ohne regelmäßigen Dünger wird der Knospenansatz schwächer.
  8. Schädlinge. Weiße Fliege, Blattläuse und Spinnmilben saugen an Trieben und Knospen und schwächen die Pflanze.

Einzelne abfallende Blüten sind dagegen normal: Verblühtes fällt von selbst ab. Wer die Samenstände zusätzlich abzupft, verlängert die Blütezeit, denn die Pflanze steckt ihre Kraft dann in neue Knospen.

Richtig gießen und düngen

Fuchsien haben einen hohen Wasserbedarf. Die Erde sollte gleichmäßig feucht sein, aber nie nass. Gießen Sie im Sommer morgens oder abends, am besten direkt auf die Erde. Wasser im Untersetzer gießen Sie nach etwa einer halben Stunde ab. Kalkarmes Wasser, etwa Regenwasser, wird gut vertragen.

Von April bis August düngen Sie wöchentlich mit einem Flüssigdünger für Blühpflanzen, dem Gießwasser beigemischt. Ab September reduzieren Sie die Gaben und hören schließlich ganz auf, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen. Einzelheiten zum Düngen von Topfpflanzen auf dem Balkon stehen im Beitrag Balkonblumen richtig düngen.

Schneiden: im Herbst und im Frühjahr

Vor dem Einräumen im Herbst kürzen Sie die Triebe um etwa ein Drittel ein. Das spart Platz im Winterquartier und entfernt weiches, schädlingsanfälliges Laub. Der eigentliche Formschnitt folgt im Frühjahr kurz vor dem Neuaustrieb: Schwache, dünne und nach innen wachsende Triebe entfernen, die übrigen auf zwei bis drei Augenpaare zurückschneiden. Fuchsien blühen am neuen Holz, ein kräftiger Frühjahrsschnitt fördert also die Blüte.

Junge Pflanzen werden buschiger, wenn Sie die Triebspitzen mehrmals auskneifen, sobald sich zwei bis drei Blattpaare gebildet haben. Das verzögert die erste Blüte etwas, ergibt aber eine deutlich reichere Pflanze.

Umtopfen und Vermehren

Umgetopft wird im Frühjahr nach dem Rückschnitt in frische, humose Erde. Der neue Topf sollte nur wenig größer sein als der alte; in zu großen Gefäßen bleibt die Erde lange nass. Vermehrt werden Fuchsien am einfachsten über Stecklinge: Im Frühjahr oder Spätsommer 8–10 cm lange, nicht blühende Triebspitzen schneiden, die unteren Blätter entfernen und in feuchte Anzuchterde stecken. Unter einer Haube oder Folie bewurzeln sie sich bei Zimmertemperatur meist in zwei bis drei Wochen.

Fuchsien überwintern

Die meisten Fuchsien sind nicht winterhart und müssen vor dem ersten Frost ins Haus. Zwei Wege haben sich bewährt:

  • Hell und kühl bei etwa 5–10 °C, zum Beispiel in einem ungeheizten, hellen Treppenhaus oder Wintergarten. Die Pflanze behält einen Teil des Laubes. Wenig gießen, nicht düngen.
  • Dunkel und kalt bei 2–5 °C, zum Beispiel in einem kühlen Keller. Die Pflanze wirft ihre Blätter ab. Nur so viel gießen, dass der Wurzelballen nicht ganz austrocknet.

Zu warm und zu dunkel ist die schlechteste Kombination: Dann treibt die Fuchsie lange, bleiche Triebe, die im Frühjahr abgeschnitten werden müssen. Ab Februar oder März stellen Sie die Pflanzen heller und wärmer und beginnen wieder vorsichtig mit Gießen. Allgemeine Hinweise zum Überwintern gibt der Beitrag Kübelpflanzen pflegen.

Winterharte Fuchsien für das Beet

Einige Arten und Sorten, vor allem Abkömmlinge der Scharlach-Fuchsie (Fuchsia magellanica), überstehen in vielen Regionen Deutschlands den Winter im Freien. Sie frieren meist bis zum Boden zurück und treiben im späten Frühjahr aus der Basis neu aus. Pflanzen Sie sie etwas tiefer als im Topf, decken Sie den Wurzelbereich im Herbst mit Laub oder Reisig ab und schneiden Sie erfrorene Triebe erst im Frühjahr zurück. In rauen Lagen bleibt ein Restrisiko.

Krankheiten und Schädlinge

Am häufigsten ist die Weiße Fliege, die im Winterquartier und bei warmem, windstillem Wetter auftritt. Gelbtafeln zeigen den Befall frühzeitig an. Dazu kommen Blattläuse, Spinnmilben bei trockener Luft und in feuchten Wintern Grauschimmel, der sich als grauer Pilzrasen auf Blättern und Trieben zeigt. Befallene Teile entfernen und für bessere Luft sorgen; mehr dazu im Beitrag Der Kampf gegen den Grauschimmel. Rostpilze erkennen Sie an orangefarbenen Pusteln auf der Blattunterseite; befallene Blätter sofort abnehmen. Bei Spinnmilben hilft der Beitrag Tipps zur Bekämpfung von Spinnmilben.

Häufige Fragen

Warum verliert meine Fuchsie Knospen?

Meist wegen Trockenheit, Hitze, eines Standortwechsels oder zu wenig Licht. Prüfen Sie zuerst die Erde, dann den Platz. Nach dem Kauf ist ein gewisser Knospenfall normal, bis sich die Pflanze umgewöhnt hat.

Was tun, wenn die Fuchsie Blüten abwirft?

Verblühte Blüten fallen von selbst ab. Fallen dagegen frische Blüten, stellen Sie die Pflanze an einen helleren, aber nicht heißen Platz, gießen gleichmäßig und düngen wöchentlich.

Sind Fuchsien giftig?

Nein, Fuchsien gelten als ungiftig für Menschen und Haustiere. Die Beeren sind sogar essbar, schmecken bei den meisten Sorten aber eher fade.

Wann darf die Fuchsie nach draußen?

Nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Die ersten Tage an einen schattigen Platz stellen, damit sich das Laub an die Sonne gewöhnt.

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