Den Gartenboden mit Kalk verbessern
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Kalk verbessert den Gartenboden nur dann, wenn er zu sauer ist. Messen Sie deshalb immer zuerst den pH-Wert und kalken Sie erst, wenn er unter dem für Ihre Bodenart günstigen Bereich liegt – bei Sandböden etwa unter 5,5, bei Lehmböden unter 6,5. Dann streuen Sie kohlensauren Kalk oder Algenkalk nach Bodenprobe, am besten im Herbst oder zeitigen Frühjahr, und wiederholen die Messung nach zwei bis drei Jahren.

Was Kalk im Boden bewirkt
Gartenkalk besteht im Kern aus Calcium, meist als Calciumcarbonat, bei manchen Sorten ergänzt durch Magnesium. Er erfüllt im Boden mehrere Aufgaben: Er hebt den pH-Wert an, liefert Calcium als Pflanzennährstoff und verbessert auf schweren Böden die Krümelstruktur, weil Calcium feine Tonteilchen zu größeren Krümeln verbindet. In einem zu sauren Boden sind außerdem manche Nährstoffe wie Phosphor und Magnesium schlechter verfügbar, während Aluminium und Mangan in schädlichen Mengen gelöst werden können.
Böden versauern auf natürliche Weise, vor allem durch Regen, der Calcium auswäscht, und durch die Tätigkeit von Wurzeln und Bodenleben. Auf leichten Sandböden in niederschlagsreichen Gegenden geht das schneller als auf kalkhaltigen Lehmböden. Viele Gartenböden sind aber gar nicht zu sauer, sondern durch jahrelange Düngung und Kalkgaben im neutralen oder leicht alkalischen Bereich. Hier bringt Kalk nichts, im Gegenteil.
Den pH-Wert messen, bevor Sie kalken
Den pH-Wert können Sie mit einem einfachen Testset aus dem Gartenfachhandel selbst bestimmen. Nehmen Sie dafür an mehreren Stellen eines Beets Erde aus etwa 0–20 cm Tiefe, mischen Sie sie und verwenden Sie davon eine Probe. Für Rasen genügen 0–10 cm. Genauer ist eine Standard-Bodenanalyse durch ein Bodenlabor; sie kostet nicht viel, nennt neben dem pH-Wert auch Phosphor, Kalium und Magnesium und enthält meist eine konkrete Empfehlung, wie viel Kalk Sie brauchen.
Einen ersten Hinweis geben auch Zeigerpflanzen. Kleiner Sauerampfer, Acker-Spörgel, Acker-Hundskamille, Heidekraut oder Moos in großen Mengen deuten auf saure Böden hin. Verlassen Sie sich aber nicht allein darauf: Moos zum Beispiel wächst ebenso wegen Schatten oder Nährstoffmangel.
Der richtige pH-Wert für jede Bodenart
Welcher pH-Wert günstig ist, hängt von der Bodenart ab. Schwere Böden vertragen und brauchen einen höheren Wert als leichte.
| Bodenart | Günstiger pH-Bereich | Typische Kalkart |
| Sandboden | etwa 5,5–6,0 | kohlensaurer Kalk, Algenkalk |
| Lehmiger Sand, sandiger Lehm | etwa 6,0–6,5 | kohlensaurer Kalk, bei Magnesiummangel Dolomitkalk |
| Lehm und Ton | etwa 6,5–7,0 | kohlensaurer Kalk |
| Rasen | etwa 5,5–6,5 je nach Boden | kohlensaurer Kalk |
Wie Sie Ihre Bodenart bestimmen, erklärt der Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.
Welche Kalkart für den Garten?
Für den Hausgarten ist kohlensaurer Kalk (Calciumcarbonat) die übliche Wahl. Er wirkt langsam und mild, und eine Überdosierung ist kaum möglich. Algenkalk wird aus Ablagerungen von Kalkalgen gewonnen, enthält neben Calcium etwas Magnesium und Spurenelemente und wirkt ähnlich mild. Dolomitkalk (kohlensaurer Magnesiumkalk) eignet sich, wenn die Bodenanalyse zusätzlich einen Magnesiummangel zeigt.
Branntkalk und Löschkalk wirken schnell und stark, sind aber ätzend und können Pflanzen und Bodenleben schaden. Im Hausgarten haben sie nichts verloren; sie sind für landwirtschaftliche und bauliche Zwecke gedacht. Kalkstickstoff wiederum ist vor allem ein Stickstoffdünger mit Nebenwirkungen, kein Mittel zur Bodenverbesserung. Beim Ausbringen von Kalkstaub sind Handschuhe und bei feinem Pulver eine Staubmaske sinnvoll.
Wie viel Kalk der Boden braucht
Die Menge hängt davon ab, wie weit der pH-Wert angehoben werden soll und wie schwer der Boden ist. Eine Laborempfehlung ist hier Gold wert. Als grobe Orientierung für eine Erhaltungskalkung mit kohlensaurem Kalk gelten auf Sandböden etwa 100–150 g je Quadratmeter, auf Lehmböden etwa 200–300 g je Quadratmeter, im Abstand von zwei bis drei Jahren. Halten Sie sich im Zweifel an die Packungsangabe und das Ergebnis Ihrer Bodenprobe.
Ist der Boden stark versauert, heben Sie den pH-Wert besser in Etappen über mehrere Jahre an, statt ihn mit einer großen Gabe zu korrigieren. Ein plötzlicher Sprung stört das Bodenleben und kann Spurenelemente wie Eisen und Mangan festlegen.
Wann und wie Sie Kalk ausbringen
Kohlensaurer Kalk kann grundsätzlich das ganze Jahr ausgebracht werden. Besonders geeignet sind der Herbst und das zeitige Frühjahr, weil der Kalk dann Zeit hat, sich vor der Hauptwachstumszeit im Boden zu verteilen. Streuen Sie ihn gleichmäßig von Hand oder mit einem Streuwagen auf den abgetrockneten Boden und harken Sie ihn flach ein. Auf Rasenflächen streuen Sie ihn am besten nach dem Vertikutieren; der nächste Regen wäscht ihn ein. Wie das beim Rasen genau funktioniert, erklärt der Beitrag Den Rasen im Herbst kalken.
Kalk und Dünger vertragen sich schlecht, wenn sie gleichzeitig ausgebracht werden. Vor allem mit Mist, Gülle oder ammoniumhaltigen Düngern kann Stickstoff als Ammoniak entweichen. Lassen Sie zwischen Kalkung und Düngung einige Wochen Abstand. Kompost und Kalk dagegen sind unproblematisch, zumal reifer Kompost selbst meist leicht basisch ist.
Pflanzen, die keinen Kalk vertragen
Nicht jede Pflanze profitiert von Kalk. Rhododendren, Azaleen, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Heidekraut, Kamelien und viele Farne brauchen einen sauren Boden, meist mit einem pH-Wert zwischen etwa 4 und 5,5. Auch blaue Hortensien bleiben nur auf saurem Boden blau. Kalken Sie in der Nähe dieser Pflanzen nicht; mehr dazu lesen Sie unter Pflanzen für einen sauren Boden.
Kartoffeln bevorzugen einen leicht sauren Boden. Frisch gekalkte Flächen fördern Kartoffelschorf, deshalb sollten Kartoffeln nicht auf Beete kommen, die gerade gekalkt wurden. Kohl, Erbsen, Bohnen, Spinat und Rote Bete schätzen dagegen einen neutralen Boden und reagieren auf eine nötige Kalkgabe dankbar.
Die Folgen von zu viel Kalk
Ein überkalkter Boden ist schwerer zu korrigieren als ein saurer. Liegt der pH-Wert deutlich über 7, werden Eisen, Mangan, Bor und Phosphor schlechter aufgenommen. Typisches Zeichen ist eine Chlorose: Die jungen Blätter werden gelb, während die Blattadern grün bleiben. Um den pH-Wert wieder zu senken, helfen nur Geduld und saure organische Stoffe wie Laubkompost, Nadelstreu oder Rindenhumus; ein schneller Weg zurück existiert nicht. Deshalb der Grundsatz: Kalk ist eine Korrektur nach Messung, keine jährliche Routine. Einen Überblick über die Bodenpflege im Herbst gibt der Beitrag Den Gartenboden im Spätherbst pflegen.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man den Garten kalken?
Nicht nach Kalender, sondern nach Messung. Prüfen Sie den pH-Wert alle zwei bis drei Jahre und kalken Sie nur, wenn er unter den günstigen Bereich Ihrer Bodenart gefallen ist.
Wie verbessert man einen sauren Boden?
Mit kohlensaurem Kalk oder Algenkalk in der Menge, die eine Bodenprobe empfiehlt, am besten in Etappen über mehrere Jahre. Zusätzlich verbessert regelmäßig reifer Kompost die Pufferwirkung des Bodens.
Hilft Kalk bei schwerem Lehmboden?
Ist der Lehmboden zu sauer, verbessert Kalk neben dem pH-Wert auch die Krümelstruktur. Gegen Verdichtung allein hilft er aber nicht; dafür sind grober Sand, Kompost und eine tiefwurzelnde Gründüngung wichtiger. Mehr dazu unter Schweren Gartenboden verbessern.
Kann man Kalk und Dünger zusammen ausbringen?
Besser nicht. Vor allem mit Mist und ammoniumhaltigen Düngern kann Stickstoff verloren gehen. Lassen Sie einige Wochen Abstand zwischen beiden Gaben.



