Hasenstall selbst bauen: So wird das Gehege artgerecht
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Einen Stall für Kaninchen – umgangssprachlich oft Hasenstall genannt – können Sie mit etwas handwerklichem Geschick gut selbst bauen, und meist wird er dabei besser als ein Fertigkäfig. Entscheidend sind drei Dinge: genug Fläche, denn Kaninchen brauchen Platz zum Hoppeln, ein trockenes, zugfreies Schutzhaus und ein Gitter, das Marder und Füchse wirklich abhält. Planen Sie deshalb nicht nur einen Kasten, sondern ein Gehege mit Stall.

Hase oder Kaninchen?
Als Haustiere werden fast ausschließlich Kaninchen gehalten. Echte Hasen sind Wildtiere, die sich nicht zur Haltung eignen. Für die Planung spielt das eine Rolle, denn die Bedürfnisse von Kaninchen sind gut bekannt: Sie sind gesellige Tiere, die mindestens zu zweit gehalten werden sollten, sie graben gern, springen, schlagen Haken und nagen an allem, was sie erreichen.
Wie groß muss ein Kaninchenstall sein?
Die klassischen kleinen Holzställe mit einem Quadratmeter oder weniger gelten heute als nicht artgerecht. Tierschutzorganisationen wie die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) empfehlen für zwei Kaninchen eine ständig zugängliche Fläche von mindestens etwa 6 m², für große Rassen und jedes weitere Tier entsprechend mehr. Die Höhe sollte so bemessen sein, dass die Tiere aufrecht sitzen („Männchen machen“) können.
Das lässt sich gut aufteilen: ein geschlossener Stall als Rückzugs- und Schlafbereich plus ein fest verbundener Auslauf. Beide Teile zusammen bilden das Gehege. Ein zeitweiliger Freilauf auf dem Rasen ist schön, ersetzt diese Grundfläche aber nicht.
Innen, außen oder beides?
Klären Sie vor dem Bau, wo die Tiere leben sollen:
- Innengehege: Einfacher zu bauen, weil es weder wetterfest noch raubtiersicher sein muss. Wichtig sind eine wasserfeste Bodenwanne und genug Fläche.
- Außengehege: Aufwendiger, aber für Kaninchen oft angenehmer, wenn es gut gebaut ist. Es muss regendicht, zugfrei, im Winter trocken und rundum gegen Beutegreifer gesichert sein.
- Wechselhaltung: Tiere, die an draußen gewöhnt sind, bleiben dauerhaft draußen. Ein ständiger Wechsel zwischen warmer Wohnung und kaltem Garten, besonders im Winter, belastet die Tiere. Umgestellt wird am besten im Frühjahr, damit sie ein Winterfell bilden können.
Als Ausweichquartier bei Reinigung oder Krankheit ist ein kleiner Transportkäfig oder ein Innengehege praktisch.
Material: Holz, Gitter, Boden
| Rahmen | Kanthölzer, für ein Außengehege mindestens etwa 4 × 6 cm, bei großen Konstruktionen stärker |
| Wände und Dach des Stalls | Massivholzplatten oder Profilholz, innen unbehandelt; außen mit tierverträglichem Anstrich |
| Stallboden | Platte ab etwa 2 cm Stärke, mit wasserfester Auflage oder Bodenwanne |
| Gitter | verzinkter, verschweißter Volierendraht, Maschenweite höchstens etwa 2 cm; kein dünnes Sechseckgeflecht |
| Dach | Bitumenschindeln, Wellplatten oder Dachpappe, für die Tiere unerreichbar |
| Verbindungen | verzinkte Schrauben statt Nägel, Winkel an den Ecken |
Das früher übliche dünne Kaninchendraht-Geflecht (Sechseckgeflecht) hält Marder und Füchse nicht auf; ein Fuchs reißt es auf, ein Marder zwängt sich durch zu große Maschen. Nehmen Sie stattdessen punktgeschweißtes Volierengitter mit ausreichender Drahtstärke und befestigen Sie es mit Schrauben und Leisten, nicht nur mit Tackerklammern.
Innen muss das Holz unbehandelt bleiben, denn Kaninchen nagen daran. Holzschutzmittel, Lacke und Lasuren gehören nur auf Außenflächen, die die Tiere nicht erreichen, und auch dort nur Produkte, die ausdrücklich als unbedenklich für Tierställe gekennzeichnet sind. Hinweise zum Holzschutz im Freien finden Sie unter Holz im Außenbereich richtig imprägnieren.
Ein früher oft empfohlener Stallboden aus PVC-Resten ist problematisch, weil Kaninchen die Kanten annagen und Kunststoff verschlucken können. Besser ist eine eingelegte, glatte Bodenwanne, deren Ränder außer Reichweite liegen, oder ein Stallboden, der mit Einstreu dick abgedeckt wird.
Den Außenstall Schritt für Schritt bauen
- Standort wählen. Halbschattig, windgeschützt, nicht in der prallen Mittagssonne. Kaninchen vertragen Kälte deutlich besser als Hitze; ab etwa 25 °C wird es für sie kritisch.
- Untergrabschutz anlegen. Kaninchen graben sich hinaus, Füchse graben sich hinein. Legen Sie unter den Auslauf ein Gitter, das Sie mit Erde oder Rasen abdecken, oder lassen Sie das Gitter an den Seiten mindestens 40–50 cm tief in den Boden reichen.
- Rahmen bauen. Den Auslauf aus Kanthölzern als stabilen Kasten mit Dach bauen, auch oben mit Gitter oder einem festen Dach. Ein offener Auslauf ist von oben für Greifvögel, Katzen und Marder zugänglich.
- Schutzhaus errichten. Den geschlossenen Stall auf Füße oder Steine stellen, damit er mindestens 15–20 cm über dem Boden steht; so bleibt er trocken, und Bodenfeuchtigkeit zieht nicht ein. Wände doppelwandig oder gedämmt bauen, wenn die Tiere im Winter draußen leben.
- Dach regendicht machen. Leichtes Gefälle, Überstand an allen Seiten, Dachpappe oder Schindeln sauber überlappend.
- Zugang und Türen. Ein Durchschlupf zwischen Stall und Auslauf, dazu große Türen für Sie, damit Sie zum Reinigen überall hinkommen. Riegel verwenden, die ein Waschbär oder Marder nicht öffnen kann.
- Einrichten. Mehrere Ebenen, ein Schlafhäuschen, Heuraufe, Wasser, Buddelkiste und Unterschlupfmöglichkeiten im Auslauf.
Für das Zuschneiden und Verschrauben genügen Säge, Akkuschrauber, Winkel, Zollstock und Seitenschneider für das Gitter. Tragen Sie beim Gitterzuschnitt Handschuhe, die Drahtenden sind scharf.
Einrichtung und Reinigung
Als Einstreu eignen sich Stroh, staubarme Holzspäne oder Hanfeinstreu, im Schlafbereich eine dicke Schicht Stroh. Die Toilettenecke reinigen Sie alle ein bis zwei Tage, den ganzen Stall je nach Größe ein- bis zweimal pro Woche. Wasser muss immer frisch sein; im Winter frieren Nippeltränken schnell ein, eine schwere Schale, die häufiger getauscht wird, ist dann zuverlässiger.
Im Auslauf darf nichts wachsen, was giftig ist. Viele Garten- und Zierpflanzen, etwa Eibe, Thuja, Goldregen, Tulpen und Maiglöckchen, sind für Kaninchen gefährlich. Einen Überblick gibt der Beitrag Vorsicht, giftige Zierpflanzen im Garten.
Typische Fehler beim Selbstbau
- Zu klein gebaut. Ein Stall, der gerade so auf die Terrasse passt, ist für zwei Tiere fast immer zu klein.
- Zu schwaches Gitter. Der häufigste Grund, warum Kaninchen im Außengehege verloren gehen.
- Kein Untergrabschutz. Kaninchen sind geschickte Buddler.
- Stall direkt auf dem Boden. Kälte und Feuchtigkeit ziehen von unten ein.
- Volle Sonne. Ohne Schatten droht im Sommer ein Hitzschlag.
- Behandeltes Holz innen. Was angenagt werden kann, muss ungiftig sein.
Weitere Tierhaltung im Garten
Wer Kaninchen im Garten hält, hat ähnliche Überlegungen wie bei Hühnern oder Schildkröten: sicheres Gehege, Schutz vor Witterung und Beutegreifern. Lesen Sie dazu Hühnerhaltung im Garten und Schildkrötenhaltung im Frühbeet. Grundsätzliches zum Bauen mit Holz im Garten steht unter Ein Gartenhaus selber bauen.
Häufige Fragen
Wie groß sollte ein Kaninchengehege für zwei Tiere sein?
Tierschutzorganisationen empfehlen mindestens etwa 6 m² dauerhaft zugängliche Fläche für zwei Kaninchen, bei großen Rassen mehr. Stall und fest angeschlossener Auslauf zählen zusammen.
Welches Gitter hält Marder und Füchse ab?
Stabiles, verschweißtes und verzinktes Volierengitter mit kleiner Maschenweite. Dünnes Sechseckgeflecht, der klassische Kaninchendraht, reicht nicht aus.
Können Kaninchen im Winter draußen bleiben?
Ja, wenn sie an draußen gewöhnt sind, zu mehreren leben und einen trockenen, zugfreien, gedämmten Schlafbereich mit viel Stroh haben. Tiere aus der Wohnung sollten nicht im Winter nach draußen umziehen.
Welches Holz eignet sich für einen Kaninchenstall?
Unbehandeltes Massivholz wie Fichte, Kiefer oder Lärche. Behandelt werden dürfen nur Außenflächen, die die Tiere nicht erreichen.



