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Garten-Ratgeber

Hochdruckreiniger im Garten richtig einsetzen

Gartenpflegevon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. So funktioniert ein Hochdruckreiniger
  2. Welcher Druck und welche Leistung nötig sind
  3. Düsen und Zubehör
  4. Pflaster, Platten und Terrasse reinigen
  5. Holzterrasse, Holzzaun und Holzmöbel
  6. Gartenmöbel aus Kunststoff und Polyrattan
  7. Gewächshaus reinigen
  8. Auto und Fahrzeuge
  9. Sicherheit, Umwelt und Lärm
  10. Häufige Fragen

Ein Hochdruckreiniger löst Schmutz, Algen und Moos auf Pflaster, Beton und Steinplatten in einem Bruchteil der Zeit, die Schrubber und Bürste brauchen. Auf weichen oder empfindlichen Oberflächen richtet er dagegen leicht mehr Schaden an, als er nützt – auf Holz, Polyrattan, Fugen, weichem Sandstein oder Gewächshausplatten. Die Faustregel: so wenig Druck und so viel Abstand wie möglich, Flachstrahl statt Dreckfräse, und immer erst an einer unauffälligen Stelle ausprobieren.

Elektrischer Hochdruckreiniger mit Strahlrohr auf nassen Bodenplatten
Elektrischer Hochdruckreiniger mit Strahlrohr auf nassen Bodenplatten | Foto: FBenjr123 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

So funktioniert ein Hochdruckreiniger

Ein Hochdruckreiniger saugt Wasser meist über den Gartenschlauch an, verdichtet es mit einer Pumpe und presst es durch eine enge Düse. Der Wasserstrahl trifft mit hohem Druck auf die Oberfläche und sprengt Schmutz ab. Dabei verbraucht das Gerät weniger Wasser als ein offener Gartenschlauch, weil die Reinigungswirkung aus dem Druck und nicht aus der Menge kommt.

Für den Haus- und Gartengebrauch sind Kaltwassergeräte üblich. Sie werden über den Gartenschlauch versorgt, viele Modelle können auch Wasser aus einer Regentonne ansaugen, wenn sie dafür ausgelegt sind und einen Filter haben. Heißwassergeräte heizen das Wasser selbst auf, reinigen fettige und ölige Verschmutzungen besser, sind aber groß, teuer und vor allem für Werkstatt, Landwirtschaft und Gewerbe gedacht.

Welcher Druck und welche Leistung nötig sind

Kleine Geräte für Gartenmöbel, Fahrräder und gelegentliches Reinigen arbeiten mit einem Druck von etwa 100–120 bar. Für Terrassen, Einfahrten und größere Pflasterflächen sind Geräte mit etwa 130–150 bar und einer höheren Fördermenge angenehmer, weil sie schneller vorankommen. Mehr Druck bedeutet aber nicht automatisch ein besseres Ergebnis: Für die meisten Aufgaben im Garten ist nicht der Höchstdruck entscheidend, sondern die Wassermenge, die Düse und der richtige Abstand.

Achten Sie beim Kauf auf einen Schlauch in ausreichender Länge, einen Anschluss für Flächenreiniger, stabile Räder und eine Möglichkeit, den Druck zu regeln, entweder am Gerät oder über eine verstellbare Lanze.

Düsen und Zubehör

  • Flachstrahldüse. Der fächerförmige Strahl ist die Standarddüse für fast alle Arbeiten. Je nach Abstand arbeitet er sanft oder kräftig.
  • Rotordüse, oft Dreckfräse genannt. Ein punktförmiger Strahl rotiert schnell im Kreis. Er löst hartnäckigsten Schmutz auf Beton und hartem Stein, ist aber für Holz, Fugen, Lack und alle weichen Materialien zu aggressiv.
  • Flächenreiniger. Eine runde Haube mit rotierenden Düsen, die über den Boden geführt wird. Sie spritzt kaum, reinigt Pflaster und Platten gleichmäßig ohne Streifen und schont die Fugen besser als der freie Strahl.
  • Waschbürste. Für Gartenmöbel, Fenster oder das Gewächshaus die schonendere Variante mit weichen Borsten und wenig Druck.

Pflaster, Platten und Terrasse reinigen

Auf Betonpflaster, Betonplatten und harten Natursteinen wie Granit ist der Hochdruckreiniger in seinem Element. Kehren Sie die Fläche zuerst gründlich, arbeiten Sie dann mit Flächenreiniger oder Flachstrahldüse in einem flachen Winkel von oben nach unten und Bahn für Bahn. Halten Sie den Strahl nicht direkt in die Fugen; er spült den Sand aus, lockert die Steine und schafft Platz für neues Unkraut. Kehren Sie nach der Reinigung frischen Fugensand ein.

Vorsicht bei weichen Natursteinen wie Sandstein, Kalkstein oder bei Betonsteinen mit einer Farbschicht: Der Strahl raut die Oberfläche auf, danach setzt sich Schmutz schneller fest als vorher. Hier genügen ein großer Abstand und der Flächenreiniger oder Sie greifen gleich zur Bürste. Ausführliche Hinweise gibt der Beitrag Terrasse richtig reinigen.

Chemische Mittel gegen Moos oder Algen sind auf Wegen, Einfahrten und Terrassen verboten, weil sie dort über den Gully in Gewässer gelangen; das gilt auch für Essig und Salz. Der Hochdruckreiniger ist hier also eine erlaubte, mechanische Alternative. Mehr dazu lesen Sie unter Die Entfernung von Moos im Garten.

Holzterrasse, Holzzaun und Holzmöbel

Holz ist das Material, an dem die meisten Schäden passieren. Der harte Strahl reißt die weichen Holzfasern zwischen den Jahresringen heraus; die Oberfläche wird rau, splittrig und nimmt danach mehr Wasser und Schmutz auf. Wenn Sie Holz überhaupt mit dem Hochdruckreiniger behandeln, dann mit reduziertem Druck, Flachstrahl, großem Abstand und immer in Faserrichtung. Besser geeignet ist eine Waschbürste oder ein Schrubber mit Wasser und etwas Schmierseife. Für stark vergraute Holzterrassen gibt es spezielle Entgrauer. Wie Sie einen Holzzaun schonend reinigen und schützen, erklärt der Beitrag Holzzäune im Garten richtig pflegen.

Gartenmöbel aus Kunststoff und Polyrattan

Kunststoffstühle und -tische vertragen den Hochdruckreiniger mit Flachstrahl und etwas Abstand, oft reicht aber eine Bürste mit warmem Wasser und etwas Spülmittel. Bei Polyrattan ist Vorsicht geboten: Das Geflecht sitzt auf einem Rahmen, und ein zu starker Strahl kann Fäden lösen oder Wasser in hohle Rahmenteile drücken. Reinigen Sie Polyrattan besser mit einer weichen Bürste, lauwarmem Wasser und mildem Reiniger und spülen Sie mit dem Gartenschlauch nach. Einzelheiten stehen im Beitrag Gartenmöbel aus Polyrattan reinigen und pflegen. Polster, Auflagen und Sonnenschirmbezüge gehören nicht unter den Hochdruckstrahl.

Gewächshaus reinigen

Glas und Stegplatten aus Polycarbonat oder Acrylglas sollten im Herbst oder zeitigen Frühjahr gereinigt werden, damit genug Licht an die Pflanzen kommt. Mit der Waschbürste und geringem Druck geht das gut. Den harten Strahl sollten Sie nicht direkt auf Kunststoffplatten, Dichtungen und die Zwischenräume von Stegplatten richten; er kann die Oberfläche beschädigen und Wasser mit Schmutz in die Kammern drücken, wo sich Algen bilden. Eine ausführliche Anleitung finden Sie unter Das Gewächshaus innen und außen reinigen.

Auto und Fahrzeuge

Beim Auto sind Abstand und Düse entscheidend. Halten Sie mit dem Flachstrahl mindestens etwa 30 cm Abstand, richten Sie den Strahl nicht direkt auf Reifen, Dichtungen, Aufkleber oder Steinschläge im Lack und verwenden Sie niemals die Dreckfräse. Beachten Sie außerdem, dass die Autowäsche auf dem eigenen Grundstück in vielen Gemeinden verboten oder nur eingeschränkt erlaubt ist, weil Öl- und Reinigerreste ins Grundwasser oder in den Kanal gelangen. Fragen Sie im Zweifel bei der Gemeinde nach.

Sicherheit, Umwelt und Lärm

Richten Sie den Strahl nie auf Menschen, Tiere, Steckdosen oder elektrische Geräte. Tragen Sie festes Schuhwerk und bei Arbeiten mit der Dreckfräse eine Schutzbrille, denn abgesprengte Steinchen fliegen weit. Verwenden Sie Reinigungsmittel nur, wenn sie für das Gerät geeignet sind, und lassen Sie Schmutzwasser nicht in Beete oder Gewässer laufen.

Hochdruckreiniger sind laut. In Wohngebieten gelten Ruhezeiten, die sich aus der Lärmschutzverordnung und örtlichen Satzungen ergeben; in der Regel sind Sonn- und Feiertage sowie Abende und Nachtstunden tabu. Im Winter gehört das Gerät frostfrei ins Haus oder in die Garage, denn Restwasser in der Pumpe kann beim Gefrieren Schäden verursachen.

Häufige Fragen

Kann man Polyrattan mit dem Hochdruckreiniger reinigen?

Besser nicht. Der Strahl kann das Geflecht lösen und Wasser in den Rahmen drücken. Eine weiche Bürste, lauwarmes Wasser und ein milder Reiniger sind schonender und genügen fast immer.

Wie viel Bar braucht man für die Terrasse?

Für Pflaster und Platten reichen Geräte mit etwa 130–150 bar gut aus. Wichtiger als der Höchstdruck sind ein Flächenreiniger und ein flacher Arbeitswinkel, damit Fugen und Oberflächen geschont werden.

Darf man das Gewächshaus mit dem Hochdruckreiniger säubern?

Mit Waschbürste und wenig Druck ja. Den harten Strahl sollten Sie nicht direkt auf Stegplatten und Dichtungen richten, da er sie beschädigen und Wasser in die Kammern drücken kann.

Wie reinige ich einen Kiesweg?

Kies lässt sich nicht sinnvoll mit dem Hochdruckreiniger säubern, der Strahl wirbelt die Steine nur auf. Laub und Unkraut entfernen Sie mit Rechen und Hand, verschmutzten Kies kann man in einem Sieb durchspülen. Mehr dazu unter Kiesflächen im Garten sauber halten.

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