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Garten-Ratgeber

Im September ist Zwetschgenzeit

Obstvon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Zwetschge oder Pflaume – was ist der Unterschied?
  2. Welche Zwetschge wann reif ist
  3. Woran Sie reife Zwetschgen erkennen
  4. Zwetschgen verwerten und lagern
  5. Einen Zwetschgenbaum pflanzen
  6. Pflege: Düngen, Gießen, Schneiden
  7. Krankheiten und Schädlinge
  8. Was im September sonst ansteht
  9. Häufige Fragen

Zwetschgenzeit ist von Ende Juli bis in den Oktober, die Hauptsaison liegt im August und September. Frühe Sorten wie Katinka sind je nach Lage schon Ende Juli reif, die klassische Hauszwetschge erst Mitte September bis Anfang Oktober. Wer mehrere Sorten pflanzt, kann so gut zwei Monate lang ernten.

Reife blaue Zwetschgen am Baum
Reife blaue Zwetschgen am Baum

Zwetschge oder Pflaume – was ist der Unterschied?

Botanisch gehören beide zur Art Prunus domestica, zu der auch Mirabellen und Renekloden zählen. Im Alltag werden die Begriffe oft vermischt, es gibt aber deutliche Unterschiede:

MerkmalZwetschgePflaume
Formlänglich-oval, zu den Enden spitzrundlich, oft größer
Bauchnahtschwach ausgeprägtdeutlich sichtbar
Fruchtfleischfester, weniger saftigweich, sehr saftig
Steinflach, löst sich meist guthaftet oft am Fruchtfleisch
VerwendungKuchen, Mus, DörrobstFrischverzehr, Kompott

Gerade weil Zwetschgen weniger Saft haben, sind sie beim Backen so beliebt: Der Kuchenboden weicht nicht durch, und die Früchte behalten ihre Form. Die Übergänge sind allerdings fließend, und manche moderne Sorte vereint Merkmale beider Gruppen.

Welche Zwetschge wann reif ist

Die Reifezeit hängt von Sorte, Region und Witterung ab. Als grobe Orientierung:

  • Ende Juli bis Anfang August: frühe Sorten wie Katinka.
  • August: zum Beispiel Cacaks Schöne und Hanita.
  • Ende August bis September: Sorten wie Jojo.
  • Mitte September bis Oktober: Hauszwetschge und späte Sorten wie Presenta.

In warmen Weinbaulagen reifen alle Sorten ein bis zwei Wochen früher als in rauen Höhenlagen. Frühe Sorten haben meist ein etwas weniger ausgeprägtes Aroma und lösen sich schlechter vom Stein; die späten Sorten gelten als die besten Backzwetschgen.

Woran Sie reife Zwetschgen erkennen

Die Farbe allein täuscht: Zwetschgen sind oft schon Tage vor der Reife dunkelblau. Reif sind sie, wenn das Fruchtfleisch auf leichten Druck nachgibt, sich die Frucht mühelos vom Stiel löst und die Haut am Stielansatz leicht zu schrumpeln beginnt. Dann schmecken sie süß und würzig statt säuerlich.

Lassen Sie die Früchte am Baum vollständig ausreifen, denn nach dem Pflücken reifen Zwetschgen kaum nach. Ernten Sie in mehreren Durchgängen, weil nicht alle Früchte gleichzeitig reif werden. Der weißliche Belag auf der Schale ist übrigens kein Schmutz und kein Spritzmittel, sondern eine natürliche Wachsschicht, der sogenannte Duftfilm. Er schützt vor dem Austrocknen und wird erst kurz vor dem Essen abgewaschen.

Zwetschgen verwerten und lagern

Frische Zwetschgen halten sich im Kühlschrank etwa eine Woche. Für den Vorrat gibt es mehrere Wege: entsteint einfrieren, zu Mus oder Latwerge einkochen, als Kompott einwecken oder dörren. Für das Einfrieren halbieren Sie die Früchte, entfernen den Stein und frieren sie einzeln auf einem Blech vor, dann kleben sie später nicht zusammen. So lassen sie sich im Winter direkt auf den Kuchen legen.

Einen Zwetschgenbaum pflanzen

Zwetschgen sind vergleichsweise anspruchslos. Sie brauchen einen sonnigen bis leicht halbschattigen Platz und einen nährstoffreichen, gleichmäßig feuchten, aber durchlässigen Boden. Staunässe vertragen sie nicht, Trockenheit während der Fruchtentwicklung führt zu kleinen Früchten und Fruchtfall.

Wie groß der Baum wird, hängt von der Unterlage ab. Im Hausgarten sind meist Bäume auf mittelstark wachsenden Unterlagen üblich, die als Busch oder Halbstamm etwa vier bis sechs Meter hoch werden. Planen Sie rundherum etwa vier bis fünf Meter Platz ein. Gepflanzt wird im Herbst oder zeitigen Frühjahr.

Viele Zwetschgensorten sind selbstfruchtbar, tragen also auch allein. Ein zweiter Baum einer anderen Sorte in der Nähe erhöht aber oft den Ertrag. Wer nur wenig Platz hat, findet Anregungen im Beitrag Kleine Bäume für den Vorgarten.

Pflege: Düngen, Gießen, Schneiden

Im zeitigen Frühjahr, etwa im März, erhält der Baum eine Gabe organischen Dünger: einige Liter reifen Kompost und eine Handvoll Hornspäne, flach in die Baumscheibe eingearbeitet. Zu viel Stickstoff macht die Bäume anfällig und die Früchte weich. In trockenen Sommern wässern Sie von Juni bis zur Ernte durchdringend, lieber seltener und reichlich als oft und wenig.

Geschnitten wird Steinobst am besten im Sommer nach der Ernte oder im zeitigen Frühjahr kurz vor dem Austrieb. Ziel ist eine lichte Krone mit einem Mitteltrieb und drei bis vier Leitästen. Steile Konkurrenztriebe, nach innen wachsende und tote Äste werden entfernt. Zwetschgen tragen an zwei- bis dreijährigem Holz; wer zu kräftig schneidet, provoziert viele steile Wasserschosse. Details zum Vorgehen finden Sie im Beitrag Obstbaumschnitt.

Trägt der Baum sehr reichlich, lohnt es sich, im Juni einen Teil der jungen Früchte auszudünnen. Die verbleibenden werden größer und süßer, und die Äste brechen nicht unter der Last.

Krankheiten und Schädlinge

Der wichtigste Schädling ist der Pflaumenwickler. Seine Raupen fressen sich ins Fruchtfleisch, befallene Früchte färben sich vorzeitig und fallen ab. Sammeln Sie Fallobst regelmäßig auf; Pheromonfallen zeigen den Flug an und können bei kleinen Bäumen den Befall senken. Bei der Narren- oder Taschenkrankheit entwickeln sich die jungen Früchte zu länglichen, hohlen, steinlosen Gebilden. Befallene Früchte früh entfernen.

Die gefürchtetste Krankheit ist die Scharkakrankheit, eine Viruserkrankung mit pockenartigen Flecken auf Blättern und eingesunkenen Stellen an den Früchten. Sie ist nicht heilbar. Beim Neukauf sollten Sie deshalb auf scharkatolerante oder -resistente Sorten wie Jojo, Hanita oder Katinka achten; die alte Hauszwetschge ist dagegen anfällig. Faulende Früchte am Baum gehen oft auf Monilia zurück, siehe Monilia-Spitzendürre und Fruchtfäule.

Was im September sonst ansteht

Der September ist nicht nur Zwetschgenmonat. Im Obstgarten beginnt die Ernte der Herbstäpfel und Birnen, und im Gemüsegarten ist Zeit für die letzten Aussaaten. Was jetzt noch gesät werden kann, steht im Gartenkalender für die Aussaat im September. Weitere Obstthemen finden Sie in der Rubrik Obst, etwa zur Wahl geeigneter Apfelsorten.

Häufige Fragen

Wann ist Zwetschgenzeit?

Von Ende Juli bis Oktober, je nach Sorte und Region. Die Hauptsaison liegt im August und September, die Hauszwetschge reift meist Mitte September bis Anfang Oktober.

Reifen Zwetschgen nach?

Kaum. Sie werden nach dem Pflücken etwas weicher, aber nicht süßer. Lassen Sie die Früchte deshalb am Baum ausreifen.

Wie erkennt man, ob Zwetschgen reif sind?

Das Fruchtfleisch gibt auf leichten Druck nach, die Frucht löst sich leicht vom Stiel, und die Haut am Stielansatz schrumpelt leicht. Die dunkelblaue Farbe allein ist kein sicheres Zeichen.

Was ist der weiße Belag auf Zwetschgen?

Eine natürliche Wachsschicht, die die Frucht vor dem Austrocknen schützt. Waschen Sie sie erst kurz vor dem Verzehr ab.

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