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Garten-Ratgeber

Kompost im Garten umsetzen

Gartenpflegevon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum man Kompost umsetzt
  2. Der beste Zeitpunkt
  3. Vorsicht: Igel und andere Mitbewohner
  4. Werkzeug und Vorbereitung
  5. Schritt für Schritt umsetzen
  6. Woran Sie reifen Kompost erkennen
  7. Wie man das Umsetzen weitgehend vermeidet
  8. Was Sie mit dem fertigen Kompost machen
  9. Häufige Fragen

Kompost wird am besten im Frühjahr umgesetzt, etwa ab Ende März oder im April, wenn der Haufen nicht mehr gefroren ist und der Winterschlaf der Igel vorbei ist. Beim Umsetzen kommt das Äußere nach innen, das Obere nach unten, zu nasses Material wird mit trockenem gemischt – so bekommt die Rotte Luft und neuen Schwung. Nötig ist das nicht immer: Ein gut aufgebauter Haufen verrottet auch ohne Umsetzen, nur langsamer.

Mehrere Komposter aus Holz und Drahtgitter nebeneinander im Garten
Mehrere Komposter aus Holz und Drahtgitter nebeneinander im Garten

Warum man Kompost umsetzt

Im Komposthaufen arbeiten Bakterien, Pilze, Asseln, Springschwänze und Kompostwürmer. Die meisten von ihnen brauchen Sauerstoff. Mit der Zeit sackt der Haufen zusammen, die Hohlräume verschwinden, und im Inneren wird es luftarm. Dann übernehmen Mikroorganismen, die ohne Sauerstoff arbeiten – der Kompost fault, statt zu verrotten, und riecht entsprechend.

Umsetzen bringt wieder Luft in den Haufen und gleicht Unterschiede aus. Am Rand ist der Kompost oft trocken und kaum zersetzt, in der Mitte feucht und weit fortgeschritten. Werden beide Zonen vermischt, verrottet das Material gleichmäßiger und schneller. Außerdem sehen Sie beim Umsetzen, was im Haufen los ist, und können Fremdkörper oder grobe Äste aussortieren.

Der beste Zeitpunkt

Für die meisten Hausgärten gilt: einmal im Jahr umsetzen, im Frühjahr. Dann hat der Haufen über den Winter Material gesammelt, die Temperaturen steigen, und die Bodenlebewesen werden wieder aktiv. Der umgesetzte Kompost kann über den Sommer reifen und steht im Herbst oder im nächsten Frühjahr für die Beete bereit.

Ein zweiter Termin im Spätsommer oder frühen Herbst ist sinnvoll, wenn Sie viel Material haben oder schneller fertigen Kompost möchten. Wer einen Schnellkompost betreibt, setzt ihn schon nach sechs bis acht Wochen das erste Mal um, sobald der Haufen nach der ersten Erhitzung wieder abgekühlt ist.

Unabhängig vom Kalender zeigt der Haufen selbst, wann es Zeit ist:

  • Er riecht faulig oder nach Ammoniak – zu nass und zu wenig Luft.
  • Er ist innen staubtrocken, das Material ist kaum verändert, vielleicht haben sich Ameisen angesiedelt – zu trocken.
  • Er ist stark zusammengesackt und fühlt sich fest und schmierig an.
  • Frisches Material liegt obenauf, während unten längst Erde entstanden ist.

Im Winter lassen Sie den Haufen in Ruhe. Das Umsetzen bei Frost stört die Rotte, und das Material lässt sich schlecht bearbeiten.

Vorsicht: Igel und andere Mitbewohner

Ein Komposthaufen ist ein beliebtes Winterquartier. Igel, Blindschleichen, Erdkröten und viele Insekten verkriechen sich darin. Igel sind besonders geschützt, und eine Grabegabel kann ein schlafendes Tier schwer verletzen. Setzen Sie den Kompost deshalb erst um, wenn die Igel aus dem Winterschlaf erwacht sind, in den meisten Regionen ab April, und arbeiten Sie sich am Rand vorsichtig vor. Stoßen Sie auf ein Nest, lassen Sie diesen Teil des Haufens liegen. Wie Sie Igeln einen besseren Unterschlupf bieten, steht im Beitrag Ein Winterquartier für Igel herrichten.

Werkzeug und Vorbereitung

Viel brauchen Sie nicht: eine Grabegabel oder Mistgabel, eine Schaufel, Arbeitshandschuhe und gegebenenfalls ein Durchwurfsieb für den fertigen Kompost. Eine Gießkanne oder ein Schlauch hilft, zu trockenes Material anzufeuchten.

Beim Umsetzen werden Pilzsporen und Keime aufgewirbelt. Für gesunde Menschen ist das in der Regel unbedenklich. Wer an Asthma, Allergien oder einer geschwächten Immunabwehr leidet, sollte eine gut sitzende Staubschutzmaske tragen und bei trockenem, staubigem Kompost vorher etwas anfeuchten.

Schritt für Schritt umsetzen

  1. Platz schaffen. Am einfachsten setzen Sie den Kompost in einen leeren Nachbarbehälter oder auf eine freie Fläche direkt daneben um.
  2. Obere Schicht abnehmen. Das frische, kaum zersetzte Material von oben kommt beim neuen Haufen nach unten beziehungsweise in die Mitte.
  3. Außen nach innen. Den trockenen Rand legen Sie ins Zentrum des neuen Haufens, wo es wärmer und feuchter ist.
  4. Mischen und lockern. Nasse, verklebte Partien lockern Sie mit der Gabel und mischen sie mit trockenem, grobem Material wie gehäckselten Zweigen, Stroh oder Laub. Zu trockenes Material feuchten Sie an: Der Kompost soll sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm.
  5. Grobes aussortieren. Dicke Äste, Maiskolben oder Avocadokerne, die nach einem Jahr noch fast unverändert sind, kommen noch einmal in den neuen Haufen oder zum Häcksler.
  6. Fertigen Kompost abnehmen. Die dunkle, krümelige Erde ganz unten ist oft schon fertig. Sie können sie absieben und direkt verwenden.
  7. Abdecken. Eine Lage Laub, Stroh oder ein luftdurchlässiges Vlies schützt vor Austrocknung und Auswaschung.

Woran Sie reifen Kompost erkennen

Reifer Kompost ist dunkelbraun bis schwarz, krümelig und riecht angenehm nach Waldboden. Einzelne Bestandteile wie Blätter oder Schalen sind nicht mehr zu erkennen, abgesehen von holzigen Resten. Je nach Material und Pflege dauert das im Hausgarten etwa sechs bis zwölf Monate.

Man unterscheidet grob zwischen Frischkompost, der nach einigen Monaten entsteht und noch etwas grob ist, und Reifekompost. Frischkompost eignet sich als Mulch zwischen Starkzehrern und unter Gehölzen, ist für empfindliche Aussaaten aber zu scharf. Sicherheit gibt der Kressetest: Säen Sie Kresse in ein Schälchen mit Kompost. Keimt sie gleichmäßig und bleibt grün, ist der Kompost reif; bleiben die Keimlinge gelb oder kümmern, braucht er noch Zeit.

Wie man das Umsetzen weitgehend vermeidet

Ganz verzichten können Sie aufs Umsetzen, wenn der Haufen von Anfang an gut gebaut ist. Wichtig sind:

  • Ein Standort auf offenem Boden, nie auf Beton oder Pflaster, damit Wasser abfließen und Bodenlebewesen einwandern können. Halbschatten ist ideal, pralle Sonne trocknet den Haufen aus.
  • Die richtige Mischung. Feuchtes, stickstoffreiches Material wie Küchenabfälle und Rasenschnitt wechselt sich mit trockenem, strukturreichem Material wie Häckselgut, Laub und Stroh ab. Rasenschnitt immer nur in dünnen Lagen oder angetrocknet einbringen.
  • Grobe Zweige als unterste Schicht. Sie sorgen für Belüftung von unten.
  • Mehrere Behälter. Mit zwei oder drei Kammern sammeln Sie in der einen, lassen die zweite reifen und entnehmen aus der dritten.

Einen Überblick über den Aufbau gibt der Beitrag So legst du deinen eigenen Kompost an. Auch gesammeltes Herbstlaub ist eine wertvolle Zutat, wie Sie unter Laub sammeln und im Garten nutzen lesen.

Was Sie mit dem fertigen Kompost machen

Gesiebter Reifekompost wird im Frühjahr dünn auf die Beete gestreut und flach eingeharkt. Für die meisten Beete genügen etwa zwei bis drei Liter je Quadratmeter und Jahr, Starkzehrer bekommen etwas mehr. Er verbessert jeden Boden, wie im Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern beschrieben. Den groben Siebrest geben Sie einfach zurück in den neuen Haufen, wo er als Impfmaterial die Rotte beschleunigt.

Häufige Fragen

Wann sollte man Kompost umsetzen, im Frühjahr oder im Herbst?

Vorzugsweise im Frühjahr, sobald der Haufen aufgetaut ist und die Igel ihren Winterschlaf beendet haben. Ein zusätzlicher Termin im Spätsommer beschleunigt die Rotte, ist aber kein Muss.

Wie oft muss man einen Komposthaufen umschichten?

Im Hausgarten genügt einmal im Jahr. Ein Schnellkompost mit viel frischem Material wird in den ersten Monaten zwei- bis dreimal umgesetzt.

Was tun, wenn der Kompost stinkt?

Er ist zu nass und bekommt zu wenig Luft. Setzen Sie ihn um und mischen Sie reichlich trockenes, grobes Material wie Häckselgut oder Laub unter.

Muss man Kompost überhaupt umsetzen?

Nein. Ein gut gemischter Haufen verrottet auch von allein, er braucht dann nur länger. Umsetzen beschleunigt und verbessert die Rotte.

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