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Garten-Ratgeber

Krokusse - Die ersten Frühlingsboten

Blumen & Staudenvon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Steckbrief Krokus
  2. Wildkrokusse und Gartenkrokusse
  3. Beliebte Sorten
  4. Krokusse richtig pflanzen
  5. Krokusse im Rasen: erst mähen, wenn das Laub welkt
  6. Pflege nach der Blüte
  7. Krokusse im Topf und auf dem Balkon
  8. Safran-Krokus und die Verwechslung mit der Herbstzeitlose
  9. Häufige Fragen

Krokusse gehören zu den ersten Blumen des Jahres: Je nach Art und Witterung öffnen sie ihre Blüten von Februar bis Anfang April. Gepflanzt werden die Knollen im Herbst, von September bis November, etwa 5–8 cm tief. Einmal eingewachsen, kommen sie Jahr für Jahr wieder, und manche Arten breiten sich von selbst zu ganzen Blütenteppichen aus.

Violett blühende Krokusse im Frühlingsrasen
Violett blühende Krokusse im Frühlingsrasen

Steckbrief Krokus

Botanischer NameCrocus, im Garten vor allem C. vernus, C. chrysanthus, C. tommasinianus
FamilieSchwertliliengewächse (Iridaceae)
Wuchshöheetwa 5–15 cm
BlütezeitFrühlingskrokusse Februar–April, Herbstkrokusse September–Oktober
FarbenWeiß, Gelb, Creme, Hell- bis Dunkelviolett, oft gestreift oder zweifarbig
Standortsonnig bis lichter Halbschatten
Bodendurchlässig, im Sommer eher trocken
PflanzzeitFrühlingskrokusse September–November, Herbstkrokusse August
Winterhärtevollständig winterhart
GiftigkeitKnollen gelten als schwach giftig; nicht verwechseln mit der stark giftigen Herbstzeitlose

Wildkrokusse und Gartenkrokusse

Im Handel begegnen Ihnen vor allem zwei Gruppen. Die Wildkrokusse und ihre Sorten sind zierlich, blühen früh und oft schon Ende Februar. Dazu gehört der Elfen-Krokus (Crocus tommasinianus), der sich durch Samen und Brutknollen so willig ausbreitet, dass er in Parks und unter Bäumen große lila Flächen bildet. Auch die Sorten des Kleinen Goldkrokus (Crocus chrysanthus) gehören in diese frühe Gruppe.

Die großblumigen Gartenkrokusse, Sorten des Frühlings-Krokus (Crocus vernus), folgen einige Wochen später. Ihre Blüten sind deutlich größer und fallen schon von Weitem auf. Jede Knolle bringt nicht zehn, sondern meist nur eine bis wenige Blüten hervor; die Wirkung entsteht durch die Menge. Mit den Jahren bilden die Knollen Tochterknollen, sodass die Horste dichter werden.

Allen Krokussen gemeinsam sind die schmalen, grasartigen Blätter mit einem hellen Mittelstreifen. Die Blüten öffnen sich nur bei Sonne und Wärme; nachts und an trüben Tagen bleiben sie geschlossen. So überbrücken Krokusse zuverlässig die Zeit bis zur Blüte von Narzissen und Tulpen.

Beliebte Sorten

Die Auswahl ist groß, einige Sorten sind seit Jahrzehnten bewährt:

  • ‚Pickwick‘ (C. vernus): große, weiße Blüten mit violetten Streifen.
  • ‚Jeanne d’Arc‘ (C. vernus): reinweiß, großblumig.
  • ‚Tricolor‘ (C. sieberi): dreifarbig mit lila Rand, weißem Band und gelbem Schlund.
  • ‚Blue Pearl‘ (C. chrysanthus): zartes Blauviolett mit gelber Mitte, sehr früh.
  • ‚Gipsy Girl‘ (C. chrysanthus): gelb mit braunen Streifen auf den äußeren Blütenblättern.
  • ‚Roseus‘ (C. tommasinianus): rosaviolette Form des Elfen-Krokus.

Für Steingärten und trockene, warme Plätze eignen sich besonders die kleinen Wildarten, die sommerliche Trockenheit gut vertragen. Ideen dazu finden Sie unter Frühling im Steingarten.

Krokusse richtig pflanzen

  1. Zeitpunkt wählen. Frühlingskrokusse kommen von September bis November in die Erde, solange der Boden nicht gefroren ist. Früh gepflanzte Knollen wurzeln besser ein.
  2. Standort prüfen. Sonnig bis lichter Halbschatten, zum Beispiel unter Laubgehölzen, die im Frühjahr noch keine Blätter tragen. Staunässe verträgt keine Knolle.
  3. Tiefe beachten. Etwa 5–8 cm tief, das entspricht rund dem Zwei- bis Dreifachen der Knollenhöhe. Die spitze Seite zeigt nach oben.
  4. In Gruppen setzen. Einzelne Krokusse gehen im Beet unter. Setzen Sie mindestens 10–20 Knollen in lockeren Tuffs, mit etwa 5–8 cm Abstand.
  5. Andrücken und angießen. Die Erde leicht festdrücken und einmal durchdringend wässern, damit die Wurzelbildung einsetzt.

Wühlmäuse und Mäuse fressen Krokusknollen gern. Wo sie vorkommen, hilft ein Pflanzkorb aus engmaschigem Draht. Im Frühjahr zupfen Spatzen und Amseln gelegentlich die gelben Blüten ab – ärgerlich, aber für die Knolle nicht bedrohlich.

Krokusse im Rasen: erst mähen, wenn das Laub welkt

Krokusse eignen sich hervorragend zum Verwildern im Rasen. Mit einem Pflanzstab oder einem Spaten, der ein Rasenstück aufklappt, setzen Sie die Knollen einfach darunter. Besonders der Elfen-Krokus breitet sich auf diese Weise über die Jahre aus.

Dafür gibt es eine Bedingung: Das Laub muss nach der Blüte stehen bleiben, bis es gelb wird, meist fünf bis sechs Wochen. In dieser Zeit lagert die Knolle Nährstoffe für das nächste Jahr ein. Der erste Rasenschnitt verschiebt sich auf Krokusflächen deshalb oft auf Ende April oder Anfang Mai. Wer nicht so lange warten möchte, pflanzt die Krokusse nur in eine Ecke des Rasens und mäht den Rest wie gewohnt. Wann der erste Schnitt sonst fällig ist, lesen Sie unter Zeit für den ersten Rasenschnitt.

Pflege nach der Blüte

Krokusse sind ausgesprochen pflegeleicht. Im Frühjahr brauchen sie ausreichend Feuchtigkeit, die der Boden nach dem Winter meist ohnehin hat. Im Sommer ruhen die Knollen und mögen es eher trocken. Eine Düngung ist in normalem Gartenboden nicht nötig; auf mageren Flächen kann im zeitigen Frühjahr etwas Kompost gegeben werden.

Verblühte Blüten müssen Sie nicht entfernen. Gerade beim Elfen-Krokus sorgen die Samen für neue Pflanzen. Werden die Horste nach einigen Jahren zu dicht und blühen schwächer, graben Sie sie nach dem Einziehen des Laubs aus, teilen sie und setzen die Knollen sofort wieder ein.

Krokusse im Topf und auf dem Balkon

Auch in Töpfen und Balkonkästen machen Krokusse Freude. Gepflanzt wird ebenfalls im Herbst, in durchlässige Erde mit einer Dränageschicht. Die Gefäße bleiben über den Winter draußen, denn die Knollen brauchen die Kälte, um zu blühen. Stellen Sie sie geschützt an eine Hauswand, damit der Ballen nicht dauerhaft durchfriert und nicht vernässt. Im Handel gibt es im Frühjahr auch vorgetriebene Krokusse im Topf; sie lassen sich nach der Blüte samt Ballen in den Garten setzen. Weitere Kombinationen mit anderen Zwiebelblumen finden Sie unter Blumenzwiebeln für einen bunten Garten.

Safran-Krokus und die Verwechslung mit der Herbstzeitlose

Eine Besonderheit ist der Safran-Krokus (Crocus sativus). Er blüht nicht im Frühjahr, sondern im Oktober, und wird deshalb schon im August gepflanzt. Aus seinen drei roten Narbenästen wird Safran gewonnen, das kostbarste Gewürz der Welt. Die Fäden werden am Tag der Blütenöffnung von Hand herausgezupft und getrocknet. Für eine nennenswerte Menge braucht man allerdings sehr viele Blüten.

Wichtig ist die Abgrenzung zur Herbstzeitlose (Colchicum autumnale), die zur selben Zeit ähnlich aussehende, rosaviolette Blüten zeigt. Sie ist stark giftig, schon kleine Mengen können lebensgefährlich sein. Unterscheiden lassen sich beide an den Staubblättern: Krokusse haben drei, die Herbstzeitlose sechs. Außerdem treibt die Herbstzeitlose im Frühjahr große, breite Blätter ohne hellen Mittelstreifen. Mehr dazu im Porträt der Herbstzeitlose.

Häufige Fragen

Wann pflanzt man Krokusse?

Frühlingsblühende Krokusse von September bis November, bevor der Boden gefriert. Herbstblühende Arten wie der Safran-Krokus kommen bereits im August in die Erde.

Wie tief müssen Krokusse gepflanzt werden?

Etwa 5–8 cm tief, also das Zwei- bis Dreifache der Knollenhöhe, mit der Spitze nach oben.

Sind Krokusse giftig?

Frühlingskrokusse gelten als schwach giftig; Knollen sollten Kinder und Haustiere nicht fressen. Stark giftig ist die ähnlich aussehende Herbstzeitlose, die oft mit Herbstkrokussen verwechselt wird.

Wann darf ich den Rasen mit Krokussen mähen?

Erst wenn das Krokuslaub gelb geworden ist, meist fünf bis sechs Wochen nach der Blüte. Früheres Mähen schwächt die Knollen, und die Blüte wird von Jahr zu Jahr spärlicher.

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