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Garten-Ratgeber

Kübel für den Garten oder die Terrasse richtig bepflanzen

Terrasse & Balkonvon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die richtige Form: warum Zylinder besser sind als Bäuche
  2. Welches Material für welchen Zweck
  3. Die passende Größe
  4. Die richtige Erde: keine Gartenerde
  5. Einen Kübel bepflanzen: Schritt für Schritt
  6. Staunässe vermeiden
  7. Kübel attraktiv kombinieren
  8. Wann umgetopft werden muss
  9. Häufige Fragen

Einen Kübel bepflanzen Sie richtig, wenn das Gefäß ein Abzugsloch hat, am Boden eine Drainageschicht liegt, eine strukturstabile Kübelpflanzenerde verwendet wird und der Wurzelballen vor dem Pflanzen gut durchfeuchtet ist. Der neue Kübel sollte rundum einige Zentimeter größer sein als der alte Ballen, aber nicht riesig. Die beste Zeit zum Pflanzen und Umtopfen ist das Frühjahr, bevor die Pflanzen kräftig austreiben.

Junge Tomatenpflanze wird in einen Kübel mit frischer Erde gesetzt
Junge Tomatenpflanze wird in einen Kübel mit frischer Erde gesetzt

Die richtige Form: warum Zylinder besser sind als Bäuche

Am praktischsten sind Kübel in Zylinder- oder leichter Konusform, die oben mindestens so weit sind wie unten. Aus ihnen lässt sich der Wurzelballen beim nächsten Umtopfen herausziehen, ohne dass Sie den Topf zerschlagen oder die Wurzeln abreißen müssen. Bauchige Gefäße mit engem Hals sind hübsch, aber für mehrjährige Pflanzen eine Falle, denn der Ballen wächst in den Bauch hinein und kommt nicht mehr heraus.

Für große, hohe Pflanzen wie Oleander, Olive oder Säulenobst ist Standsicherheit wichtig. Ein breiter Boden und ausreichendes Eigengewicht verhindern, dass der Kübel beim ersten Sommergewitter umkippt. Flachwurzler wie viele Gräser, Sukkulenten oder Sommerblumen kommen dagegen mit breiten, flachen Schalen gut zurecht.

Welches Material für welchen Zweck

MaterialVorteileNachteile
Terrakottaatmungsaktiv, kühle Wurzeln, natürliche Optikschwer, verdunstet Wasser, nicht immer frostfest
Glasierte Keramik, Steinzeuglanglebig, geringer Wasserverlustschwer, bei Frost nur in frostfester Qualität
Kunststoff, Fiberglasleicht, günstig, hält Feuchtigkeitdunkle Töpfe heizen sich auf, geringe Isolierung
Holzgute Isolierung, natürliche Wirkungverwittert, braucht Innenauskleidung
Metall, Zinkmodern, robustheizt sich stark auf, Abzugsloch oft nachzurüsten
Beton, Natursteinsehr stabil, frostfestextrem schwer, kaum zu versetzen

Mehr zu den Materialien finden Sie im Beitrag Pflanzkübel im Außenbereich: welches Material ist ideal?. Bei Zinkwannen, alten Trögen und Dekogefäßen fehlt oft das Abzugsloch. Bohren Sie eines hinein, sonst ertrinken die Wurzeln beim ersten Dauerregen.

Die passende Größe

Ein zu kleiner Kübel trocknet schnell aus und bremst das Wachstum. Ein viel zu großer ist aber ebenfalls ungünstig: Die Wurzeln durchdringen die Erde nicht, der ungenutzte Teil bleibt lange nass und neigt zu Fäulnis. Als Richtwert gilt beim Umtopfen: der neue Kübel etwa 3–5 cm größer im Durchmesser pro Seite als der alte Ballen, bei schnellwachsenden Arten auch etwas mehr. Jungpflanzen setzen Sie lieber über die Jahre schrittweise in größere Gefäße um, statt sie gleich in den Endkübel zu stellen.

Die richtige Erde: keine Gartenerde

Normale Gartenerde gehört nicht in den Kübel. Ihr Lehm- und Tonanteil schlämmt beim Gießen nach unten, verdichtet und verstopft die Abzugslöcher. Die Wurzeln bekommen dann weder Luft noch Wasser in der richtigen Menge.

Verwenden Sie eine hochwertige Kübelpflanzenerde. Sie ist strukturstabil, sackt über Jahre kaum zusammen und enthält oft mineralische Bestandteile wie Ton, Lava oder Bims. Eine gute Erde erkennen Sie daran, dass sie locker, aber nicht staubig ist und grobe Anteile enthält. Billige Blumenerde zerfällt im Kübel nach einer Saison zu einer schlammigen Masse. Sie können handelsübliche Erde verbessern, indem Sie etwa 10–20 Prozent Blähton, Lavagranulat oder Bims untermischen; für mediterrane Pflanzen und Sukkulenten darf der mineralische Anteil noch höher sein. Für Moorbeetpflanzen wie Heidelbeeren und Rhododendren nehmen Sie spezielle saure Erde.

Einen Kübel bepflanzen: Schritt für Schritt

  1. Wurzelballen wässern. Stellen Sie die Pflanze im alten Topf in einen Eimer Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Ein trockener Ballen nimmt später kaum noch Wasser auf.
  2. Abzugsloch abdecken. Legen Sie eine Tonscherbe mit der Wölbung nach oben oder ein Stück Gitter auf das Loch, damit es nicht verstopft.
  3. Drainageschicht einfüllen. Eine 3–5 cm hohe Schicht aus Blähton, Kies oder Tonscherben sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser abfließt.
  4. Vlies auflegen. Ein wasserdurchlässiges Vlies trennt Drainage und Erde, damit die Erde nicht in die Drainage rieselt.
  5. Erde einfüllen, so hoch, dass die Oberkante des Ballens später etwa 2–3 cm unter dem Kübelrand liegt. Dieser Gießrand verhindert, dass Wasser überläuft.
  6. Pflanze einsetzen. Lockern Sie verfilzte Wurzeln am Ballenrand vorsichtig auf. Setzen Sie die Pflanze nicht tiefer als vorher.
  7. Auffüllen und andrücken. Füllen Sie die Seiten mit Erde auf und drücken Sie sie leicht an, damit keine Hohlräume bleiben.
  8. Kräftig angießen, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft. Sackt die Erde nach, füllen Sie nach.

Staunässe vermeiden

Die meisten Kübelpflanzen sterben nicht an Trockenheit, sondern an nassen Füßen. Stellen Sie Kübel auf Topffüße, Leisten oder Rollbretter, damit das Abzugsloch frei bleibt und Luft unter den Boden kommt. Untersetzer sind im Sommer praktisch, sollten aber eine halbe Stunde nach dem Gießen geleert werden. Im Winter und bei Dauerregen gehören sie weg.

Kübel attraktiv kombinieren

Ein einzelner großer Kübel mit einer markanten Pflanze wirkt oft stärker als viele kleine Töpfe. Hochstämmchen lassen sich mit flach wachsenden Sommerblumen oder Kräutern unterpflanzen; wählen Sie dafür Partner mit ähnlichem Wasserbedarf und nicht zu starkem Wurzelwerk. In Gemeinschaftskübeln mit mehreren Arten gilt: eine aufrechte Pflanze in der Mitte, halbhohe drumherum, überhängende am Rand. Achten Sie darauf, dass alle Pflanzen dieselben Ansprüche an Licht, Wasser und Erde haben. Eine Auswahl ungewöhnlicher Arten finden Sie im Beitrag Vorschläge: besondere Kübelpflanzen.

Wann umgetopft werden muss

Die meisten Kübelpflanzen brauchen alle zwei bis drei Jahre einen größeren Topf oder zumindest frische Erde. Zeichen dafür sind Wurzeln, die aus dem Abzugsloch wachsen, Wasser, das beim Gießen sofort durchläuft, und nachlassendes Wachstum trotz Düngung. Sehr große, alte Pflanzen, die sich nicht mehr umtopfen lassen, bekommen jedes Frühjahr einen Wechsel der obersten Erdschicht von einigen Zentimetern. Wie es danach mit Gießen, Düngen und Überwintern weitergeht, steht unter Kübelpflanzen pflegen, wie Sie Blühpflanzen nachdüngen, unter Balkonblumen richtig düngen.

Häufige Fragen

Welche Erde für Kübelpflanzen?

Eine strukturstabile Kübelpflanzenerde mit mineralischen Anteilen. Gartenerde verdichtet im Kübel und verstopft das Abzugsloch.

Muss eine Drainage in den Kübel?

Ja, bei allen Pflanzen, die keine Staunässe vertragen – und das sind fast alle. Eine Schicht Blähton oder Kies mit Vlies darüber reicht.

Wie groß muss der neue Kübel sein?

Beim Umtopfen rundum etwa 3–5 cm größer als der alte Wurzelballen. Zu große Kübel bleiben unten lange nass.

Wann ist die beste Zeit zum Umtopfen?

Im Frühjahr, kurz vor oder zu Beginn des Austriebs. Dann wurzeln die Pflanzen schnell in die frische Erde ein.

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