Praktische Gartenhelfer - die Motorsense
Inhalt10 Abschnitte
- Motorsense, Freischneider, Rasentrimmer – was ist was?
- Wofür sich eine Motorsense im Garten lohnt
- Akku, Kabel oder Benzin: der Antrieb im Vergleich
- Faden, Kunststoffmesser oder Metall: das richtige Schneidwerkzeug
- Beim Kauf auf diese Punkte achten
- Sicher arbeiten mit der Motorsense
- Richtig mähen: Technik für Kante, Wiese und Hang
- Lärmschutz: Wann die Motorsense ruhen muss
- Pflege, Wartung und Winterlager
- Häufige Fragen
Eine Motorsense mäht dort, wo der Rasenmäher aufgibt: an Kanten, unter Sträuchern, an Böschungen und auf hoher Wiese. Für einen normalen Hausgarten mit Rasenkanten und ein paar verwilderten Ecken genügt ein Akkugerät mit Fadenkopf; ein Benzin-Freischneider mit Metallmesser lohnt sich erst bei großen Flächen, Gestrüpp und Hanglagen ohne Strom. Wer das Gerät nach seinen tatsächlichen Arbeiten auswählt und ein paar Sicherheitsregeln einhält, hat einen sehr vielseitigen Helfer.

Motorsense, Freischneider, Rasentrimmer – was ist was?
Die Begriffe werden im Handel munter vermischt. Als Rasentrimmer oder Graskantenschneider bezeichnet man meist leichte Geräte mit einem einfachen Bügelgriff, die ausschließlich mit Faden arbeiten. Sie sind für Rasenkanten und kleine Restflächen gedacht und werden mit einer Hand geführt, die andere stützt am Zusatzgriff.
Eine Motorsense ist kräftiger gebaut. Sie hat einen längeren Schaft, einen Zweihandgriff – oft in Form eines Fahrradlenkers – und wird mit einem Schultergurt getragen. Neben dem Fadenkopf lassen sich meist auch Kunststoff- oder Metallmesser montieren. Freischneider nennt man die stärksten Geräte dieser Familie, die mit Dickichtmessern oder sogar Kreissägeblättern Gestrüpp und junge Gehölze bis etwa Daumen- bis Handgelenkstärke schaffen. Die Grenze zwischen Motorsense und Freischneider ist fließend; entscheidend ist, was der Hersteller für das jeweilige Gerät als Schneidwerkzeug freigibt.
Wofür sich eine Motorsense im Garten lohnt
Der klassische Einsatz ist die Rasenkante. Wo der Mäher nicht bis an Mauer, Beet oder Zaun herankommt, bleibt ein Streifen stehen, den man sonst mit der Handschere auf Knien nacharbeiten müsste. Die Motorsense erledigt das im Stehen und schont damit Rücken und Knie – ein Punkt, der auch im Beitrag Gartenarbeit rückenschonend erledigen eine Rolle spielt.
Weitere typische Aufgaben:
- Wiesen und Blühflächen, die nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden und für den Rasenmäher zu hoch stehen.
- Böschungen und Hänge, auf denen ein Mäher kippt oder rutscht. Mehr zur Bewirtschaftung schräger Flächen lesen Sie unter Tipps für den Garten am Hang.
- Bereiche um Bäume, Pfosten, Findlinge und Gartenmöbel, in die man mit dem Mäher nicht hineinkommt.
- Brombeer- und Brennnesselbestände oder Gestrüpp am Grundstücksrand, das mit Messer zurückgedrängt wird.
Für die eigentliche Rasenfläche ist die Motorsense dagegen kein Ersatz für den Mäher: Das Schnittbild wird unregelmäßiger, und das Schnittgut bleibt liegen. Welcher Mäher für welche Fläche passt, erklärt der Beitrag Rasenmäher-Kauf: Darauf sollte man achten.
Akku, Kabel oder Benzin: der Antrieb im Vergleich
Der Antrieb entscheidet über Gewicht, Lärm, Ausdauer und Wartungsaufwand. Für die meisten Hausgärten hat sich der Akku durchgesetzt, weil er ohne Kabel und ohne Benzingeruch auskommt.
| Antrieb | Stärken | Schwächen | Passt für |
| Akku | kabellos, leise, kaum Wartung, sofort startbereit | begrenzte Laufzeit, Akkus teuer, bei dichtem Gestrüpp oft zu schwach | Kanten, kleine bis mittlere Gärten, gelegentliche Wiese |
| Elektro mit Kabel | günstig, leicht, unbegrenzte Laufzeit | Kabel stört und kann angeschnitten werden, Steckdose nötig | kleine Gärten in Hausnähe |
| Benzin | hohe Leistung, lange Laufzeit, auch Metallmesser und Sägeblatt | laut, schwer, Abgase, Wartung, Kraftstoff lagern | große Flächen, Hang, Gestrüpp, Grundstücke ohne Strom |
Bei Akkugeräten lohnt ein Blick auf das Akkusystem: Wer schon Heckenschere oder Rasenmäher desselben Systems besitzt, kann die Akkus weiterverwenden und spart deutlich. Für Arbeiten mit Messern sollten es kräftige Geräte mit höherer Spannung sein; kleine Trimmer der unteren Leistungsklasse sind für Faden gebaut.
Benzin-Motorsensen arbeiten meist mit Zweitaktmotoren, die ein Gemisch aus Benzin und Öl im vom Hersteller angegebenen Verhältnis brauchen. Fertig gemischter Sonderkraftstoff für Gartengeräte ist teurer, enthält aber weniger schädliche Stoffe, verharzt nicht so schnell und ist für Geräte, die nur gelegentlich laufen, die bequemere Wahl. Kabelgebundene Geräte sind die günstigste Lösung, verlieren aber an Beliebtheit, weil das Kabel bei jeder Drehung im Weg liegt.
Faden, Kunststoffmesser oder Metall: das richtige Schneidwerkzeug
Der Fadenkopf ist das Standardwerkzeug. Der rotierende Nylonfaden schlägt die Halme ab und übersteht Kontakt mit Steinen, Mauern oder Kantensteinen meist ohne Schaden – er nutzt sich dabei nur schneller ab. Nachgeführt wird der Faden je nach Kopf durch leichtes Aufstoßen auf den Boden oder automatisch. Die Fadenstärke richtet sich nach dem Gerät; dickere und kantige Fäden schneiden kräftiger, belasten aber den Motor stärker. Nehmen Sie den Durchmesser, den der Hersteller angibt, nicht einfach den dicksten.
Kunststoffmesser sind ein Mittelweg: Sie schneiden sauberer und kräftiger als Faden, zerspringen aber nicht so gefährlich wie Metall, wenn sie auf ein Hindernis treffen. Metall-Grasschneideblätter mit drei oder vier Zähnen sind für hohes, zähes Gras und Brennnesseln gedacht, Dickichtmesser und Kreissägeblätter für verholzten Aufwuchs. Metallwerkzeuge dürfen nur an Geräten verwendet werden, die dafür freigegeben sind, und nur mit dem passenden Schutz.
Beim Kauf auf diese Punkte achten
- Gewicht und Balance. Ein Gerät, das nach zehn Minuten die Schultern zieht, bleibt im Schuppen. Probieren Sie es nach Möglichkeit mit angelegtem Gurt aus.
- Griffform. Der Zweihandgriff ist für großflächiges Mähen angenehmer, der Bügelgriff für Kanten und enge Stellen wendiger.
- Tragegurt. Ab einem gewissen Gewicht ist ein gepolsterter Doppelschultergurt kein Luxus, sondern Voraussetzung für längeres Arbeiten.
- Teilbarer Schaft. Erleichtert Transport und Lagerung, ohne dass Stabilität verloren gehen sollte.
- Vibrationsdämpfung und Lautstärke. Beides steht in den technischen Daten und macht auf Dauer einen spürbaren Unterschied.
- Ersatzteile. Fadenspulen, Messer und Schutzhauben sollten auch in ein paar Jahren noch erhältlich sein.
Als grobe Orientierung: Einfache Rasentrimmer gibt es für wenige Dutzend Euro, solide Akku-Motorsensen mit Akku und Ladegerät bewegen sich meist im Bereich von einigen Hundert Euro, kräftige Benzin-Freischneider ebenso, bei Profigeräten auch deutlich darüber.
Sicher arbeiten mit der Motorsense
Eine Motorsense schleudert Steine, Holzstückchen und Schneckenhäuser mit hoher Geschwindigkeit davon. Schutzbrille oder Gesichtsschutz, Gehörschutz, feste geschlossene Schuhe, lange Hose und Handschuhe gehören deshalb zur Grundausstattung – auch bei einem kurzen Einsatz an der Rasenkante. Halten Sie andere Personen und Haustiere auf deutlichem Abstand; viele Hersteller nennen 15 Meter.
Suchen Sie die Fläche vorher ab. Steine, Draht und Äste werden zu Geschossen, und in hohem Gras oder unter Hecken verstecken sich Igel, Kröten, Blindschleichen und Jungvögel. Mähen Sie nicht in der Dämmerung und nicht nachts, weil Igel dann unterwegs sind und sich bei Gefahr einrollen statt zu fliehen. Hohes Gras nehmen Sie am besten in zwei Durchgängen: erst oben kürzen, dann auf die gewünschte Höhe gehen – dann sehen Sie, was darunter sitzt.
Bei Metallmessern kommt die Gefahr des Rückschlags hinzu: Trifft das Messer mit dem falschen Bereich auf einen Stamm oder Stein, schlägt das Gerät ruckartig zur Seite. Arbeiten Sie deshalb nur mit dem vom Hersteller angegebenen Bereich des Messers, mit sicherem Stand und immer mit Gurt.
Richtig mähen: Technik für Kante, Wiese und Hang
Mit dem Fadenkopf arbeiten Sie mit der Spitze des Fadens, nicht mit dem ganzen Kopf. Führen Sie das Gerät knapp über dem Boden in gleichmäßigen Bögen und lassen Sie die Drehzahl die Arbeit machen, statt den Kopf ins Gras zu drücken. An Kanten neigen Sie den Kopf leicht, sodass der Faden senkrecht an der Kante entlangläuft.
Auf Wiesen mähen Sie in sensenartigen Schwüngen. Bei den meisten Geräten schneidet der Schwenk von rechts nach links, das Schnittgut fällt dann auf die bereits gemähte Seite. Am Hang stehen Sie quer zum Gefälle und arbeiten sich von unten nach oben. Vorsicht an jungen Bäumen: Der Faden verletzt die Rinde schnell, und ein rundum angeschlagener Stamm kann absterben. Eine Baumscheibe oder eine einfache Stammmanschette schützt zuverlässig.
Lärmschutz: Wann die Motorsense ruhen muss
Freischneider, Grastrimmer und Graskantenschneider gehören zu den Geräten, für die die Geräte- und Maschinenlärmschutzverordnung besonders strenge Zeiten vorsieht. In Wohngebieten ist ihr Betrieb an Sonn- und Feiertagen ganztags und werktags zwischen 20 und 7 Uhr untersagt, zusätzlich werktags von 7 bis 9, von 13 bis 15 und von 17 bis 20 Uhr – es sei denn, das Gerät trägt das EU-Umweltzeichen. Viele Gemeinden haben darüber hinaus eigene Ruhezeiten. Im Zweifel gibt das Ordnungsamt Auskunft. Leise Akkugeräte fallen trotzdem unter die Regeln, wenn sie als Freischneider oder Trimmer gelten.
Pflege, Wartung und Winterlager
Nach jedem Einsatz Grasreste vom Schutz und vom Schneidkopf entfernen, solange sie noch feucht sind. Metallmesser werden regelmäßig nachgeschärft und bei Rissen oder Verformungen sofort ausgetauscht. Bei Benzingeräten gehören Luftfilterreinigung, Zündkerzenkontrolle und das Fetten des Winkelgetriebes zur jährlichen Pflege, meist im Frühjahr vor der ersten Saison.
Vor der Winterpause leeren Sie bei Benzinern den Tank oder fahren ihn leer, sofern kein lagerfähiger Sonderkraftstoff drin ist. Akkus lagern Sie frostfrei und halb geladen, nicht vollständig leer. Welche weiteren Geräte zu einer sinnvollen Grundausstattung gehören, lesen Sie unter Welche Gartengeräte gehören zur Grundausstattung.
Häufige Fragen
Motorsense oder Rasentrimmer – was brauche ich?
Für Rasenkanten und kleine Restflächen genügt ein Rasentrimmer. Sobald Wiesen, Hänge, Brennnesseln oder Gestrüpp dazukommen, ist eine Motorsense mit Zweihandgriff, Gurt und der Möglichkeit, Messer zu montieren, die bessere Wahl.
Welcher Faden ist der richtige?
Der Durchmesser, den der Hersteller für Ihr Gerät angibt. Dickerer Faden hält länger und schneidet kräftiger, überlastet aber schwächere Motoren. Runde Fäden sind robust, kantige schneiden sauberer.
Wie bekomme ich eine saubere Rasenkante hin?
Den Kopf leicht kippen, sodass der Faden senkrecht an der Kante entlangläuft, und langsam gehen. Dauerhaft weniger Arbeit macht eine befahrbare Mähkante – Ideen dazu finden Sie unter Tipps für eine schöne und pflegeleichte Rasenkante.
Darf ich sonntags mit der Motorsense mähen?
In Wohngebieten nein. Freischneider und Trimmer dürfen an Sonn- und Feiertagen nicht betrieben werden, auch werktags gelten eingeschränkte Zeiten. Örtliche Satzungen können noch strenger sein.



