Niwaki – Gehölzschnitt im japanischen Stil

Niwaki ist ein japanischer Ausdruck und bedeutet einfach „Gartenbaum“. Doch damit ist nicht nur ein einfacher Baum gemeint, sondern einer, den Menschen in eine bestimmte Form gebracht haben. Der japanische Formschnitt erfreut sich auch bei uns immer größerer Beliebtheit.

Der typisch japanische Wolkenschnitt

Der Niwaki ist eng mit dem Buddhismus verbunden und kann bis ins 6. Jahrhundert zurück verfolgt werden. Damals holte man aus den japanischen Gebirgen Bäume und verpasste diesen einen besonderen Schnitt.

Der Wolkenschnitt ist am weitesten verbreitet

Das geschnittene Laubwerk hatte die Form von Wolken, weshalb auch der Begriff „Wolkenschnitt“ entstanden ist. Besonders gut gelingt dieser Schnitt bei der Kiefer, allerdings eignen sich dafür nur Sorten mit kürzeren Nadeln, nur dann entsteht ein exakter Gehölzschnitt.

Bei den langsamer wachsenden Arten muss man nicht so häufig nachschneiden, dafür dauert es bei ihnen länger, bis sie für einen Schnitt die richtige Größe erreicht haben.

Doch nicht nur die Kiefer bietet sich für den Niwaki an, sondern auch Pfitzers Wacholder oder die Japanische Stechpalme, und sogar der Hainbuche kann man einen Wolkenschnitt verpassen. In Asien bringt man sogar Azaleen in verschiedene Formen.

Anleitung für einen Wolkenschnitt

Der Wolkenschnitt benötigt eine frühzeitige Erziehung der Pflanze und einen regelmäßigen Schnitt, vorhandene Strukturen sollten betont werden. Sekundäre Triebe entfernt man fast komplett, die Hauptzweige sollten kahl sein und nur an den Enden grüne Büschel haben.

Hier nun eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Formieren einer Krummholzkiefer:

  • Zuerst muss das Gehölz ganz genau betrachtet werden, dann schneidet man die überflüssigen Äste ab, so dass die verbleibenden Äste einen möglichst gleichmäßigen Abstand haben.
  • Dann werden die einzelnen Zweige nach unten gebogen und der Mitteltrieb der Pflanze entfernt. Dadurch kann die Kiefer mehr in die Breite wachsen.
  • Jetzt werden die nach unten gebogenen Zweige etagenweise zusammengebunden, am besten befestigt man sie an Bambusstäben.
  • Unter der Kiefer steckt man Holzstäbe in den Boden, daran werden die untersten Zweige festgebunden.
  • Nun ist das „Korsett“ für die Kiefer fertig, man kann bereits die zukünftige Form gut erkennen.
  • Während die Kiefer wächst, werden die so genannten Triebkerzen immer wieder um zwei Drittel zurückgeschnitten.
Der Karikomi-Schnitt ist eine weitere Variante

Eine weitere Variante des Niwaki ist der so genannte Karikomi-Schnitt, für den sich immergrüne Gehölze aller Art anbieten. Dieser Schnitt erinnert irgendwie an eine halbierte Kartoffel, ursprünglich sollten die so geschnittenen Gehölze an Steinformationen erinnern.

Damals waren in Japan Steine für den Garten sehr teuer, doch sie galten als Statussymbol. Wenn man es sich nicht leisten konnte, hat man einfach die Büsche in eine entsprechende Form gebracht, das ist der Hintergrund des japanischen Karikomi-Stils.

Foto: © Véviga – Fotolia.com

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