Zum Inhalt springen
Garten-Ratgeber

Pflanzen für Küche und Bad

Zimmerpflanzenvon Kathrin Schendel7 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was Küche und Bad von anderen Räumen unterscheidet
  2. Der richtige Platz in der Küche
  3. Geeignete Pflanzen für die Küche
  4. Geeignete Pflanzen für das Bad
  5. Übersicht: Welche Pflanze für welchen Platz
  6. Giftige Zimmerpflanzen: worauf Sie mit Kindern und Tieren achten
  7. Pflege im feuchten Raumklima
  8. Wenn das Bad kein Fenster hat
  9. Häufige Fragen

Für die Küche eignen sich vor allem Pflanzen, die Wärme, schwankende Luftfeuchte und etwas Dunst vertragen: Grünlilie, Efeutute, Zwergpfeffer, Bromelien und natürlich Küchenkräuter auf der hellen Fensterbank. Im Bad fühlen sich Farne, Orchideen, Tillandsien und andere Arten aus feuchten Tropenwäldern am wohlsten. Entscheidend ist in beiden Räumen weniger die Feuchtigkeit als das Licht – ohne Fenster wächst auch die robusteste Pflanze nur mit einer Pflanzenlampe.

Badezimmer mit zahlreichen Grünpflanzen rund um die Badewanne
Badezimmer mit zahlreichen Grünpflanzen rund um die Badewanne

Was Küche und Bad von anderen Räumen unterscheidet

Wohn- und Schlafzimmer haben ein gleichmäßiges, im Winter oft sehr trockenes Klima. Küche und Bad dagegen schwanken: Beim Kochen und Duschen steigt die Luftfeuchte kurzzeitig stark an, danach wird gelüftet, und die Luft ist wieder trocken und manchmal kühl. Pflanzen, die hier auf Dauer gut aussehen sollen, müssen diese Wechsel vertragen.

Pflanzen aus tropischen Regenwäldern kommen mit feuchter Luft bestens zurecht, viele von ihnen wachsen in der Natur im Unterholz und brauchen deshalb kein pralles Sonnenlicht. Genau diese Gruppe liefert die meisten Kandidaten für Küche und Bad. Kakteen und andere Sukkulenten sind dagegen auf trockene Luft eingestellt; im Bad schadet ihnen die Feuchte selten, sie profitieren aber auch nicht davon.

Zwei Dinge sollten Sie vor dem Kauf prüfen: Wie hell ist der Platz wirklich? Ein kleines, mattiertes Badfenster nach Norden bringt nur einen Bruchteil des Lichts einer Südfensterbank. Und: Wie kalt wird es beim Lüften? Ein weit geöffnetes Fenster im Januar setzt tropische Pflanzen auf der Fensterbank einem Kälteschock aus, der sich Tage später in gelben Blättern zeigt.

Der richtige Platz in der Küche

Die Fensterbank ist in der Küche fast immer der beste Standort, weil dort das meiste Licht ankommt. Direkt neben den Herd gehören Pflanzen dagegen nicht: Fettdunst setzt sich auf den Blättern ab, verstopft die Spaltöffnungen und lässt sich nur mühsam abwischen. Auch der Platz über dem Wasserkocher oder neben dem Backofen ist wegen der Hitzestöße ungeeignet.

Eine Besonderheit der Küche ist das Obst. Reifende Äpfel, Bananen und Tomaten geben das Gas Ethylen ab, das als Reifehormon wirkt. Blühende Pflanzen in der Nähe einer Obstschale werfen ihre Blüten deutlich früher ab, Schnittblumen welken schneller. Stellen Sie die Obstschale und blühende Topfpflanzen deshalb nicht direkt nebeneinander.

Geeignete Pflanzen für die Küche

Die meistgesuchte Antwort sind Kräuter, und das zu Recht: Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Thymian und Minze sehen gut aus und landen im Kochtopf. Sie brauchen allerdings viel Licht, am besten ein Süd- oder Westfenster. Im Winter bleiben die meisten auf der Fensterbank klein und blass, Basilikum aus dem Supermarkttopf ist ohnehin auf schnellen Verbrauch gezüchtet und steht viel zu dicht. Teilen Sie solche Töpfe in drei oder vier Portionen auf, dann halten sie deutlich länger. Mehr zur Auswahl lesen Sie in Basilikum-Sorten und im Beitrag Kräuter aus dem eigenen Garten.

Neben Kräutern bewähren sich in der Küche folgende Zimmerpflanzen:

  • Grünlilie (Chlorophytum comosum): anspruchslos, verträgt auch mal einen trockenen Ballen, bildet hängende Kindel und eignet sich gut für eine Ampel oder ein Regal.
  • Efeutute (Epipremnum aureum): wächst auch bei mittlerem Licht, rankt oder hängt, verzeiht Gießfehler.
  • Zwergpfeffer (Peperomia): kompakt, mit fleischigen Blättern, passt auf schmale Fensterbänke.
  • Bromelien wie die Lanzenrosette: dekorativ, gießen Sie etwas Wasser in den Blatttrichter und halten Sie die Erde nur leicht feucht.
  • Zyperngras (Cyperus): steht gern mit den Füßen im Wasser und eignet sich deshalb für Menschen, die gern zu viel gießen.
  • Bubikopf (Soleirolia soleirolii): ein kleines, dichtes Polster für kühle bis mäßig warme, helle Plätze, ausführlich beschrieben im Beitrag Der Bubikopf.

Keimlinge und Sprossen gedeihen in der Küche ebenfalls gut. Anzuchtschalen für Tomaten, Paprika oder Chili passen im Frühjahr auf die Fensterbank, bis die Jungpflanzen nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie dürfen.

Geeignete Pflanzen für das Bad

Das Badezimmer ist feuchter als die Küche, aber meist dunkler. Hier sind Pflanzen im Vorteil, die in der Natur im Schatten größerer Bäume wachsen:

  • Farne wie Schwertfarn (Nephrolepis), Frauenhaarfarn oder Nestfarn lieben hohe Luftfeuchte und vertragen wenig Sonne. Eine Übersicht bietet der Beitrag Zimmerfarne für jeden Geschmack.
  • Orchideen, vor allem die Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis), profitieren von der Feuchte, brauchen aber einen hellen Platz ohne pralle Mittagssonne.
  • Tillandsien kommen ohne Erde aus und nehmen Wasser über die Blätter auf – im Bad müssen sie seltener besprüht werden.
  • Einblatt (Spathiphyllum) blüht auch bei mäßigem Licht und zeigt Durst deutlich durch hängende Blätter an.
  • Korbmarante (Calathea) mit gemusterten Blättern braucht gleichmäßige Feuchte und Wärme und ist im Wohnzimmer oft schwierig, im hellen Bad dagegen dankbar.
  • Glücksfeder (Zamioculcas) und Bogenhanf (Sansevieria) kommen mit wenig Licht zurecht, brauchen aber nur sehr wenig Wasser. Die Feuchte im Bad schadet ihnen nicht, zu viel Gießwasser dagegen schon.

Wer im Bad gern Duft hätte, greift zum Arabischen Jasmin (Jasminum sambac), der Wärme und Feuchte mag und einen hellen Platz braucht. Kamelien werden dafür oft empfohlen, sind aber eine schlechte Wahl: Sie brauchen im Winter kühle 5–15 °C und werfen in einem warmen Bad gern ihre Knospen ab.

Übersicht: Welche Pflanze für welchen Platz

PflanzeLichtRaumFür Katzen und Hunde
Grünliliehell bis halbschattigKüche und Badgilt als ungiftig
Efeututehell bis halbschattigKüche und Badgiftig
Zwergpfefferhell, ohne MittagssonneKüchegilt als ungiftig
SchwertfarnhalbschattigBadgilt als ungiftig
Schmetterlingsorchideehell, ohne MittagssonneBadgilt als ungiftig
EinblatthalbschattigBadgiftig
Flamingoblumehell, ohne MittagssonneBadgiftig
KüchenkräutersonnigKücheje nach Art

Giftige Zimmerpflanzen: worauf Sie mit Kindern und Tieren achten

Gerade in der Küche stehen Pflanzen oft in Griffhöhe. Mehrere beliebte Arten aus der Familie der Aronstabgewächse enthalten Calciumoxalat-Kristalle, die beim Zerkauen Mund und Rachen reizen: Efeutute, Einblatt, Flamingoblume (Anthurium), Dieffenbachie und in geringerem Maß die Glücksfeder. Für Katzen, die gern an Blättern knabbern, sind sie ungeeignet. Die Grünlilie gilt dagegen als ungiftig und wird von Katzen erfahrungsgemäß gern angenagt. Weitere Arten und Symptome beschreibt der Beitrag Vorsicht, giftige Zierpflanzen im Garten.

Ein Missverständnis sollten Sie in diesem Zusammenhang kennen: Die oft zitierte Luftreinigung durch Zimmerpflanzen stammt aus Versuchen in kleinen, geschlossenen Kammern. In einer normalen Wohnung mit Lüftung ist der Effekt gering. Pflanzen verbessern das Raumgefühl, eine Dunstabzugshaube oder ein geöffnetes Fenster ersetzen sie nicht.

Pflege im feuchten Raumklima

Hohe Luftfeuchte heißt nicht, dass Sie weniger gießen müssen – die Wurzeln sitzen trotzdem in einem Topf, der austrocknet. Prüfen Sie vor jedem Gießen mit dem Finger, ob die oberen zwei Zentimeter der Erde trocken sind. Staunässe ist in Küche und Bad der häufigste Grund, warum Pflanzen eingehen, weil die Erde bei kühler, feuchter Luft langsamer abtrocknet. Ein Übertopf, in dem nach dem Gießen Wasser steht, sollte nach einer Viertelstunde ausgeleert werden.

Staub und Fettfilm wischen Sie alle paar Wochen mit einem feuchten Tuch ab oder brausen die Pflanze lauwarm ab. Dünger brauchen die meisten Arten nur von März bis September, etwa alle zwei bis vier Wochen in der auf der Packung angegebenen Menge. Wer wenig Zeit hat, ist mit Hydrokultur gut bedient, denn dort zeigt ein Wasserstandsanzeiger, wann nachgefüllt werden muss.

Wenn das Bad kein Fenster hat

Ohne Tageslicht betreiben Pflanzen keine Fotosynthese, auch Schattenpflanzen nicht. Eine gewöhnliche Deckenleuchte, die nur beim Zähneputzen brennt, reicht nicht. Wer ein fensterloses Bad begrünen möchte, braucht eine Pflanzenlampe mit Zeitschaltuhr, die täglich etwa zehn bis zwölf Stunden leuchtet. Alternativ tauschen Sie zwei Pflanzen im Wechsel alle zwei bis drei Wochen gegen Exemplare von einer hellen Fensterbank aus. Konservierte Moose brauchen gar kein Licht, sind aber keine lebenden Pflanzen mehr.

Häufige Fragen

Welche Pflanzen eignen sich für die Küche?

Auf der hellen Fensterbank vor allem Küchenkräuter wie Basilikum, Petersilie und Schnittlauch. An weniger sonnigen Plätzen Grünlilie, Efeutute, Zwergpfeffer und Bromelien. Stellen Sie keine Pflanzen direkt neben den Herd und blühende Pflanzen nicht neben die Obstschale.

Welche Pflanzen vertragen ein dunkles Bad?

Mit wenig Licht kommen Glücksfeder, Bogenhanf, Efeutute und viele Farne zurecht. Ganz ohne Fenster wächst keine Pflanze dauerhaft; dann hilft nur eine Pflanzenlampe.

Welche Küchenpflanzen sind für Katzen ungiftig?

Grünlilie, Zwergpfeffer, Schwertfarn und die Schmetterlingsorchidee gelten als ungiftig. Efeutute, Einblatt, Flamingoblume und Dieffenbachie sind für Katzen ungeeignet.

Brauchen Pflanzen im Bad weniger Wasser?

Etwas weniger, weil die Erde bei hoher Luftfeuchte langsamer austrocknet. Gießen Sie erst, wenn die oberste Erdschicht trocken ist, und lassen Sie kein Wasser im Übertopf stehen.

Das könnte Sie auch interessieren