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Garten-Ratgeber

Die Poinsettie - der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)

Zimmerpflanzenvon Kathrin Schendel7 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Steckbrief
  2. Blüten, die keine sind
  3. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  4. Der richtige Platz in der Wohnung
  5. Gießen: der häufigste Fehler
  6. Warum der Weihnachtsstern Blätter verliert
  7. Den Weihnachtsstern über den Sommer bringen
  8. Die Verdunkelung: so färbt er sich wieder
  9. Vermehrung über Stecklinge
  10. Ist der Weihnachtsstern giftig?
  11. Häufige Fragen

Der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima), auch Poinsettie genannt, ist ein Strauch aus Mexiko und Mittelamerika und keineswegs eine Wegwerfpflanze. Er braucht einen hellen, zugfreien Platz bei 18–22 °C und sparsames Gießen ohne Staunässe – die meisten Exemplare gehen an Kälte beim Transport oder an zu viel Wasser ein. Wer ihn über den Sommer bringt und im Herbst gezielt verdunkelt, sieht die roten Hochblätter auch im nächsten Advent wieder.

Weihnachtssterne (Euphorbia pulcherrima) mit leuchtend roten Hochblättern
Weihnachtssterne (Euphorbia pulcherrima) mit leuchtend roten Hochblättern

Steckbrief

Botanischer NameEuphorbia pulcherrima, Familie Wolfsmilchgewächse
Weitere NamenPoinsettie, Adventsstern, Christstern
HerkunftMexiko und angrenzendes Mittelamerika
Wuchshöheim Topf meist 20–60 cm, in der Heimat ein Strauch von mehreren Metern
FärbungHochblätter in Rot, Weiß, Creme, Rosa, Lachs, auch marmoriert
Standorthell ohne pralle Mittagssonne, 18–22 °C, keine Zugluft
Wassermäßig, Erde zwischendurch leicht antrocknen lassen
Winterhärtenicht winterhart, schon unter etwa 10 °C gefährdet
GiftigkeitMilchsaft reizt Haut und Schleimhäute; für Katzen und Kleintiere bedenklich

Blüten, die keine sind

Was am Weihnachtsstern leuchtet, sind keine Blütenblätter, sondern Hochblätter, botanisch Brakteen. Die eigentlichen Blüten sitzen in der Mitte: kleine, gelbgrüne Gebilde, sogenannte Cyathien, typisch für die Wolfsmilchgewächse. Solange sie noch geschlossen oder frisch sind, hält die Färbung lange. Sind die Cyathien bereits vertrocknet oder abgefallen, ist die Pflanze schon länger in Blüte und wird die Hochblätter früher verlieren.

Den Namen Poinsettie trägt die Pflanze nach Joel Roberts Poinsett, einem US-Diplomaten, der sie im 19. Jahrhundert aus Mexiko mitbrachte. In ihrer Heimat wächst sie als lockerer Strauch, der mehrere Meter hoch werden kann. Die kompakten Topfpflanzen im Handel sind Züchtungen, die zusätzlich in der Gärtnerei in Form gebracht werden.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Viele Weihnachtssterne sind schon krank, bevor sie im Wohnzimmer ankommen. Der Grund ist fast immer Kälte: Pflanzen, die im Freien vor dem Laden oder in zugigen Eingangsbereichen stehen, nehmen bereits nach kurzer Zeit Schaden, der sich erst Tage später zeigt.

  • Nur Pflanzen kaufen, die drinnen und warm stehen. Meiden Sie Angebote vor der Tür oder am Eingang.
  • Auf die Mitte achten. Frische, geschlossene Cyathien sind ein Zeichen für eine junge Blüte.
  • Blätter prüfen. Die grünen Blätter sollten bis unten dicht und straff sein, nicht welk oder gelb.
  • Gut verpacken. Lassen Sie die Pflanze in Papier oder eine Tüte einschlagen, auch für den kurzen Weg zum Auto. Bei Minusgraden genügen wenige Minuten für einen Kälteschock.

Der richtige Platz in der Wohnung

Der Weihnachtsstern mag es hell, etwa an einem Ost- oder Westfenster oder mit etwas Abstand zu einem Südfenster. Wichtiger als die Himmelsrichtung ist die Temperatur: 18–22 °C ohne Zugluft. Ein Platz direkt über der Heizung trocknet den Ballen aus, ein Fensterbrett, an dem beim Lüften kalte Luft einströmt, lässt die Blätter fallen. Auch ein Ortswechsel an sich stresst ihn. Suchen Sie also gleich einen dauerhaften Platz aus.

Kühler als etwa 15 °C sollte es nicht werden, Temperaturen um 10 °C oder darunter schaden dauerhaft. Wer den Weihnachtsstern in Küche oder Bad stellen möchte, findet im Beitrag Pflanzen für Küche und Bad Hinweise, welche Pflanzen mit schwankender Luftfeuchtigkeit besser zurechtkommen.

Gießen: der häufigste Fehler

Der Weihnachtsstern verträgt keine nassen Füße. Staunässe führt zu Wurzelfäule, und das zeigt sich paradoxerweise an welken, hängenden Blättern – worauf viele noch mehr gießen. Besser ist dieses Vorgehen:

  1. Erde prüfen. Gießen Sie erst, wenn sich die oberste Erdschicht trocken anfühlt und der Topf spürbar leichter ist.
  2. Zimmerwarmes Wasser verwenden. Kaltes Leitungswasser direkt aus dem Hahn ist für diese kälteempfindliche Pflanze ungünstig.
  3. Tauchen statt gießen. Stellen Sie den Topf etwa zehn Minuten in einen Eimer mit Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, und lassen Sie ihn dann gut abtropfen.
  4. Übertopf kontrollieren. Dekofolie und Übertöpfe sammeln Wasser. Gießen Sie es nach einer Viertelstunde ab.

Besprühen ist nicht nötig. Wenn die Heizungsluft sehr trocken ist, hilft eine Schale mit Wasser in der Nähe mehr als nasse Blätter.

Warum der Weihnachtsstern Blätter verliert

Fallen grüne Blätter kurz nach dem Kauf ab, war fast immer Kälte beim Transport oder beim Lüften im Spiel. Gelbe Blätter, die von unten her abfallen, deuten auf zu viel Wasser hin. Fallen die farbigen Hochblätter im Februar oder März, ist das dagegen normal: Die Blühphase ist vorbei. Auch Lichtmangel in dunklen Ecken und Zugluft durch häufig geöffnete Türen lassen den Weihnachtsstern kahl werden.

Unter den Schädlingen spielt vor allem die Weiße Fliege eine Rolle, im Winter in warmer Heizungsluft auch Spinnmilben und Wollläuse. Gelbtafeln fangen die kleinen weißen Fliegen ab, klebrigen Honigtau auf den Blättern wischen Sie mit einem feuchten Tuch ab. Bei starkem Befall greifen Sie zu einem zugelassenen Mittel aus dem Fachhandel.

Den Weihnachtsstern über den Sommer bringen

Nach der Blüte, meist im März, gönnen Sie der Pflanze eine kurze Ruhe mit weniger Wasser. Im April schneiden Sie die Triebe auf etwa 10–15 cm zurück, sodass an jedem Trieb zwei bis drei Knospen stehen bleiben. Tragen Sie dabei Handschuhe, denn es tritt weißer Milchsaft aus. Anschließend topfen Sie in frische, durchlässige Blumenerde um; Hinweise zur Mischung gibt der Beitrag Welche Erde für welche Pflanzen.

Ab Ende Mai, wenn die Nächte nicht mehr unter etwa 12–15 °C fallen, darf der Weihnachtsstern auf Balkon oder Terrasse, an einen hellen, vor Mittagssonne und Regen geschützten Platz. Von Mai bis September düngen Sie etwa alle zwei Wochen mit einem Blühpflanzendünger. Während die Hochblätter im Winter gefärbt sind, ist Dünger dagegen kaum nötig. Spätestens im September, bevor die Nächte kühl werden, kommt er zurück ins Haus.

Die Verdunkelung: so färbt er sich wieder

Der Weihnachtsstern ist eine Kurztagspflanze. Er bildet Blüten und färbt seine Hochblätter nur, wenn die Nächte über mehrere Wochen länger als etwa zwölf Stunden sind. In der Natur passiert das im Herbst von selbst. In der Wohnung verhindern Lampenlicht und Fernseher diesen Reiz, weshalb ein Weihnachtsstern im Wohnzimmer oft grün bleibt.

Die Lösung: Stellen Sie die Pflanze ab Ende September oder Anfang Oktober etwa acht Wochen lang jeden Abend für 12–14 Stunden in völlige Dunkelheit. Das kann ein ungenutzter Raum ohne Lampe sein, ein Schrank oder ein großer Karton, der über die Pflanze gestülpt wird. Schon kurzes Licht in der Nacht unterbricht den Vorgang. Tagsüber steht sie weiter hell. Mit Geduld zeigen sich zum Advent wieder farbige Hochblätter, auch wenn die Pflanze meist nicht mehr so kompakt ist wie aus der Gärtnerei.

Vermehrung über Stecklinge

Aus den Trieben des Frühjahrsschnitts oder aus jungen Sommertrieben lassen sich Stecklinge ziehen. Schneiden Sie etwa 8–10 cm lange Kopfstecklinge, tauchen Sie die Schnittstelle kurz in lauwarmes Wasser, damit der Milchsaft nicht mehr fließt, und stecken Sie sie in Anzuchterde. Bei 20–25 °C, hoher Luftfeuchtigkeit unter einer Haube und hellem Stand ohne direkte Sonne bewurzeln sie in einigen Wochen. Das gelingt nicht immer auf Anhieb, ist aber einen Versuch wert.

Ist der Weihnachtsstern giftig?

Der Weihnachtsstern ist weniger gefährlich als sein Ruf, aber nicht harmlos. Der weiße Milchsaft reizt Haut, Augen und Schleimhäute. Für Katzen, Hunde und Kleintiere wie Kaninchen gilt er als giftig, das Anknabbern kann Erbrechen, Durchfall und Speichelfluss auslösen. Bei Kindern sind schwere Vergiftungen nach heutigem Kenntnisstand selten, trotzdem gehört die Pflanze außer Reichweite. Menschen mit Latexallergie können auf den Milchsaft reagieren. Eine Übersicht über weitere problematische Arten gibt der Beitrag Vorsicht: giftige Zierpflanzen. Eine weitere Winterblüherin für die Fensterbank ist der Ritterstern, weitere Ideen finden Sie unter Zimmerpflanzen.

Häufige Fragen

Wie oft muss man einen Weihnachtsstern gießen?

Nicht nach Kalender, sondern nach Gefühl: erst, wenn die oberste Erdschicht trocken ist. In warmer Heizungsluft ist das oft alle fünf bis sieben Tage der Fall, an kühleren Plätzen seltener.

Warum wird mein Weihnachtsstern nicht mehr rot?

Er bekommt nachts zu viel Licht. Ohne mehrere Wochen mit langen, völlig dunklen Nächten bildet er keine farbigen Hochblätter.

Darf der Weihnachtsstern im Sommer nach draußen?

Ja, ab Ende Mai an einen hellen, geschützten Platz ohne pralle Mittagssonne. Im September kommt er zurück ins Haus.

Wann schneidet man den Weihnachtsstern zurück?

Im Frühjahr, meist im April, auf etwa 10–15 cm. Tragen Sie dabei Handschuhe wegen des Milchsafts.

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