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Garten-Ratgeber

Tipps für einen Garten am Hang

Gartengestaltungvon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Erst messen, dann planen
  2. Terrassen oder Böschung: die Grundsatzentscheidung
  3. Stützmauern, Gabionen und Pflanzringe
  4. Treppen und Wege
  5. Böschungen bepflanzen und gegen Erosion sichern
  6. Pflanzen für den Hanggarten
  7. Gartenstile am Hang
  8. Die Ebenen sinnvoll aufteilen
  9. Wasser am Hang nutzen
  10. Häufige Fragen

Ein Garten am Hang wird am besten in mehrere Ebenen gegliedert: Stützmauern, Gabionen oder Pflanzringe schaffen ebene Flächen für Terrasse, Beete und Rasen, dazwischen halten bepflanzte Böschungen und Treppen die Ebenen zusammen. Leichte Hänge lassen sich in Eigenregie gestalten, bei starkem Gefälle und hohen Mauern gehören Planung und Erdarbeiten in die Hand von Fachleuten. Belohnt wird der Aufwand mit Aussicht, Abwechslung und Platz für Wasserläufe, die auf flachem Land nur mühsam gelingen.

Terrassierter Garten mit Natursteinmauern, Treppen und Rasenflächen
Terrassierter Garten mit Natursteinmauern, Treppen und Rasenflächen | Foto: Jeff Buck / Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

Erst messen, dann planen

Am Hang lässt sich weniger improvisieren als im flachen Garten, denn jede Ebene hängt von der darüber und darunter ab. Ermitteln Sie zuerst das Gefälle: Mit einer Wasserwaage, einer geraden Latte und einem Zollstock messen Sie, wie viele Zentimeter der Boden je Meter abfällt. Zeichnen Sie dann einen Plan, auf dem Haus, Terrasse, Wege, Ebenen und die Wege für Schubkarre und Rasenmäher eingetragen sind. Denken Sie früh daran, wie Sie Erde, Steine und Pflanzen später nach oben und unten bekommen – ein Weg ohne Stufen für die Schubkarre ist Gold wert.

Wichtig ist auch das Wasser. Bei Starkregen fließt es den Hang hinab und nimmt offenen Boden mit. Planen Sie Rinnen, Sickerflächen oder eine Drainage hinter Mauern ein, und achten Sie darauf, dass Sie das Wasser nicht auf das Nachbargrundstück leiten.

Terrassen oder Böschung: die Grundsatzentscheidung

Es gibt zwei Wege, einen Hang nutzbar zu machen:

  • Terrassierung: Stützmauern teilen den Hang in ebene Stufen. Das schafft viel nutzbare Fläche, ist aber aufwendig und bei großen Höhen teuer. Bei leichtem Gefälle reichen oft zwei Ebenen.
  • Modellierte Böschung: Der Hang bleibt geneigt und wird mit Bodendeckern, Stauden und Sträuchern bepflanzt. Das ist günstiger und naturnäher, bietet aber weniger ebene Fläche.

In der Praxis kombiniert man beides: Terrasse und Gemüsebeete auf ebenen Stufen, dazwischen bepflanzte Böschungen. Wichtig: Größere Aufschüttungen, Abgrabungen und Stützmauern können genehmigungspflichtig sein, die Grenzen legen die Landesbauordnungen fest. Fragen Sie im Zweifel beim Bauamt nach.

Stützmauern, Gabionen und Pflanzringe

Für die Stufen stehen verschiedene Bauweisen zur Wahl:

BauweiseWirkungHinweise
Trockenmauernatürlich, bepflanzbarbis etwa 1 m in Eigenleistung, Neigung zum Hang hin
Gemörtelte Mauerformal, glattfrostfreies Fundament, Drainage dahinter
Gabionenmodern bis rustikalFundament aus Schotter, durchlässig für Wasser
Pflanzringegrün, preiswertschnell verlegt, werden bepflanzt
Palisaden und Holzschwellenrustikalkürzere Lebensdauer als Stein

Mehrere niedrige Mauern sind stabiler und leichter zu bauen als eine hohe. Hinter jede Stützmauer gehört eine Schicht aus Kies oder Schotter, damit Wasser abläuft und keinen Druck aufbaut. Anleitungen finden Sie in den Beiträgen Mauern als Einfassung für Grundstück und Beete, Hang mit Pflanzringen befestigen und eine Gabionenwand selber bauen. Verwenden Sie für Mauern und Treppen möglichst dieselbe Steinart, das wirkt ruhig und zusammengehörig.

Treppen und Wege

Treppen und Wege verbinden die Ebenen und prägen den Charakter des Gartens. Geschwungene Wege mit einzelnen Stufen wirken natürlich und locker, gerade Treppen formal. Für bequeme Gartentreppen gilt die Schrittmaßregel: zwei Stufenhöhen plus ein Auftritt ergeben etwa 63–65 cm. Im Garten sind flache Stufen mit 12–15 cm Höhe und entsprechend tiefem Auftritt angenehmer als steile. Stufen aus Blockstufen, Natursteinplatten oder Holzschwellen lassen sich auch in eine Böschung einbauen.

Achten Sie auf Rutschfestigkeit, denn nasses Laub und Moos machen Stufen im Herbst gefährlich. Ein Handlauf an längeren Treppen und eine Beleuchtung erhöhen die Sicherheit. Mehr dazu im Beitrag Gartenwege anlegen.

Böschungen bepflanzen und gegen Erosion sichern

Offene Erde am Hang wird vom Regen weggespült. Pflanzen Sie Böschungen deshalb dicht und schnell, und decken Sie die Erde bis zum Zuwachsen ab. Ein Jutenetz hält den Boden in den ersten Jahren fest und verrottet später von allein, Rindenmulch dazwischen schützt vor Austrocknung. Pflanzen Sie in versetzten Reihen und formen Sie unterhalb jeder Pflanze eine kleine Mulde, damit Gießwasser nicht einfach abläuft.

Steile Rasenflächen sind mühsam zu mähen und trocknen schnell aus. Statt Rasen eignen sich dort Bodendecker und Stauden, deren Wurzeln den Boden festhalten. Eine Auswahl finden Sie in den Beiträgen Blütenpracht für Hanggärten und Böschungen und die besten Bodendecker.

Pflanzen für den Hanggarten

Oben am Hang ist es meist trockener und sonniger, unten feuchter und geschützter. Eine bewährte Mischung aus Stauden, Bodendeckern und Sträuchern:

  • Stauden: Frauenmantel (Sonne bis Schatten), Storchschnabel (Sonne bis Halbschatten), Teppich-Spiere und Elfenblume (Halbschatten bis Schatten), an sonnigen Mauern Polster-Phlox und Blaukissen.
  • Bodendecker: Dickmännchen und Kleines Immergrün für Halbschatten und Schatten, Kleinstrauchrosen und Teppich-Johanniskraut für die Sonne, Waldsteinie für fast jeden Standort, Efeu für schattige Böschungen.
  • Sträucher: Ranunkelstrauch, Spierstrauch, Hartriegel, Liguster, Ginster, Haselnuss und Holunder festigen mit ihren Wurzeln den Boden.

An sonnigen Wegen sorgen Lavendel und Rosen für Duft. Beachten Sie, dass Efeu, Ginster und Liguster giftig sind, wenn Kinder im Garten spielen.

Gartenstile am Hang

Der Stil sollte zum Haus passen. Drei Beispiele:

  • Mediterran: Stützmauern aus hellem Kalkstein, ein geschwungener Treppenweg mit Lavendel, Kieswege, Kräuterbeete in der Sonne, Säulenformen als Akzent.
  • Landhaus: eine gerade, klare Gliederung mit Mauern aus Naturstein oder Klinker, üppig bepflanzte Beete mit Blumen, Gemüse und Kräutern, eine berankte Pergola in der Mitte und Rosen am Weg.
  • Naturgarten: möglichst wenig Mauern, dafür sanfte Böschungen mit Wildstauden und Blumenwiese, ein kurviger Pfad mit einzelnen Stufen und ein Bachlauf, der in einen Teich mündet.

Im modernen Stil dominieren dagegen Gabionen, Betonsteine, große Rasenflächen und eine zurückhaltende Bepflanzung.

Die Ebenen sinnvoll aufteilen

Die oberste Ebene nahe am Haus ist der natürliche Platz für Terrasse oder Aussichtspunkt. Gemüse und Kräuter kommen dorthin, wo es sonnig und gut erreichbar ist, oft auf die mittleren Stufen. Die unterste Ebene ist meist die feuchteste und geschützteste – ideal für einen Teich, einen Sitzplatz im Grünen oder einen Pavillon. Mit Kindern lohnt eine ebene Spielfläche, die vom Haus aus einsehbar ist.

Wasser am Hang nutzen

Das Gefälle ist wie gemacht für einen Bachlauf. Er beginnt oben nahe der Terrasse, plätschert über kleine Stufen und mündet unten in einen Teich, aus dem eine Pumpe das Wasser wieder nach oben befördert. Anleitungen finden Sie unter einen Bachlauf mit Gartenteich anlegen. Auch ein Steingarten auf einem steilen, sonnigen Abschnitt passt wunderbar in einen Hang, siehe einen Steingarten anlegen.

Häufige Fragen

Wie gestalte ich einen Hanggarten pflegeleicht?

Mit Terrassen für die intensiv genutzten Flächen, dicht bepflanzten Böschungen aus Bodendeckern statt Rasen und Wegen, die Sie mit Schubkarre und Mäher erreichen.

Brauche ich für Stützmauern eine Genehmigung?

Niedrige Stützmauern sind oft verfahrensfrei, höhere Mauern sowie größere Aufschüttungen und Abgrabungen können genehmigungspflichtig sein. Maßgeblich ist die Landesbauordnung, Auskunft gibt das Bauamt.

Welche Pflanzen halten einen Hang fest?

Bodendecker wie Waldsteinie, Kleines Immergrün, Teppich-Johanniskraut und Kleinstrauchrosen sowie Sträucher wie Spierstrauch, Hartriegel und Liguster bilden ein dichtes Wurzelnetz.

Kann ich einen Hang selbst terrassieren?

Bei leichtem Gefälle und Mauern bis etwa 1 m ja. Bei starkem Gefälle sind Bagger, Statik und Erfahrung nötig, dann ist eine Fachfirma die sichere Wahl.

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