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Garten-Ratgeber

Tipps für die Gestaltung eines Blumenbeetes

Gartengestaltungvon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Standort und Boden: die Dinge, die Sie nicht ändern
  2. Leitpflanzen, Begleitpflanzen, Füllpflanzen
  3. Den Pflanzplan zeichnen
  4. Höhen staffeln – aber nicht zu streng
  5. Farben kombinieren, ohne dass es unruhig wird
  6. Blühfolge: vom Frühjahr bis in den Herbst
  7. Formen und Strukturen mischen
  8. Pflanzen, Pflegen und pflegeleicht halten
  9. Häufige Fragen

Ein Blumenbeet gelingt, wenn Sie in dieser Reihenfolge vorgehen: Standort und Boden klären, dann wenige große Leitpflanzen setzen, Begleitpflanzen dazwischen gruppieren und die Lücken mit Bodendeckern schließen. Blütezeiten, die sich über das Jahr ablösen, und eine überschaubare Farbpalette machen den Rest. Geschmack ist dabei frei – ob einfarbig oder bunt, beides kann großartig aussehen, solange die Pflanzen zum Standort passen.

Staudenbeet mit gelb blühendem Brandkraut (Phlomis russeliana) vor einer Ziegelmauer
Staudenbeet mit gelb blühendem Brandkraut (Phlomis russeliana) vor einer Ziegelmauer

Standort und Boden: die Dinge, die Sie nicht ändern

Vor jeder Pflanzenliste steht die Frage nach dem Licht. Vollsonnig heißt mindestens sechs Stunden direkte Sonne am Tag, halbschattig etwa drei bis sechs Stunden oder lichter Schatten unter Bäumen, schattig weniger. Beobachten Sie die Fläche einen Tag lang zu verschiedenen Zeiten; das Ergebnis überrascht oft.

Ebenso wichtig ist der Boden. Ist er sandig und trocken, lehmig und frisch oder schwer und nass? Diese Bedingungen lassen sich verbessern, aber nicht umkehren. Ein Beet mit Präriestauden auf nassem Ton wird ebenso wenig glücklich wie ein Schattenbeet mit Funkien in der Mittagssonne. Wie Sie Ihren Boden bestimmen und aufbessern, erklärt der Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern. Pflanzen mit gleichen Ansprüchen an Licht, Boden und Wasser gehören zusammen – dann ist auch der Pflegeaufwand einheitlich.

Leitpflanzen, Begleitpflanzen, Füllpflanzen

Bewährt hat sich eine Einteilung in drei Rollen:

  • Leitpflanzen sind die Hingucker: hohe, auffällige Stauden wie Rittersporn, Pfingstrose, Phlox oder hohe Gräser, bei größeren Beeten auch ein Kleingehölz. Sie geben dem Beet Struktur und stehen einzeln oder zu zweit bis dritt.
  • Begleitpflanzen umspielen die Leitpflanzen in Gruppen, etwa Storchschnabel, Salbei, Frauenmantel oder Katzenminze. Sie tragen die Farbe des Beetes.
  • Füllpflanzen und Bodendecker schließen Lücken und bedecken den Boden, zum Beispiel Elfenblume, Golderdbeere, Polsterphlox oder Blumenzwiebeln, die im Frühjahr zwischen den noch kleinen Stauden blühen.

Als grobe Orientierung für die Pflanzdichte gelten bei Stauden etwa 1–3 Leitpflanzen, 3–5 Begleitpflanzen und 5–10 Füllpflanzen je Quadratmeter, jeweils abhängig von der Endgröße der Art. Die Angabe auf dem Etikett ist verlässlicher als jede Faustregel. Anregungen für den Unterwuchs finden Sie unter Auswahl der besten Bodendecker und Polsterstauden.

Den Pflanzplan zeichnen

Zeichnen Sie das Beet im Maßstab 1:20 oder 1:50 auf kariertes Papier. Setzen Sie zuerst die Leitpflanzen, und zwar nicht in einer Reihe, sondern leicht versetzt, damit ein Rhythmus entsteht. Dann folgen die Begleitpflanzen in Gruppen von drei, fünf oder sieben Stück; ungerade Zahlen wirken natürlicher. Zum Schluss füllen Sie den Rest mit Bodendeckern.

Eine Wiederholung ist das stärkste Gestaltungsmittel: Taucht dieselbe Pflanze an zwei, drei Stellen im Beet auf, wirkt es geschlossen statt zusammengewürfelt. Wer Tiefe möchte, sollte ein Beet nicht schmaler als etwa 1–1,5 m anlegen, denn erst dann lassen sich Höhenstufen staffeln. Bei breiteren Beeten brauchen Sie Trittsteine oder einen schmalen Pfad, um zum Jäten hineinzukommen.

Höhen staffeln – aber nicht zu streng

Früher wurde ein Beet wie eine Tribüne aufgebaut: hinten hoch, vorne niedrig. Das ist übersichtlich, wirkt aber schnell steif. Heute mischt man freier und lässt einzelne hohe, luftige Pflanzen wie Verbene (Verbena bonariensis), Gräser oder Zierlauch auch weiter vorn stehen. Durch sie hindurch sieht man ins Beet hinein, das gibt Tiefe.

Die Grundregel bleibt trotzdem: Niedrige Polster gehören an den Rand, sonst verschwinden sie. Und bei Beeten, die von allen Seiten zu sehen sind, stehen die höchsten Pflanzen in der Mitte.

Farben kombinieren, ohne dass es unruhig wird

Für Einsteiger ist ein Beet in einer Farbfamilie am einfachsten: Blau und Violett, Gelb und Orange oder Rosa und Purpur. Innerhalb der Familie variieren Sie Hell und Dunkel, das wirkt harmonisch. Spannender, aber schwieriger sind Kontraste, etwa Blau und Gelb oder Violett und Orange, die sich gegenseitig zum Leuchten bringen. Weiß passt zu jeder Farbe und beruhigt bunte Beete; gleichzeitig leuchtet es in der Dämmerung, wenn Sie abends auf der Terrasse sitzen.

Tückisch ist Rosa: Zwischen kühlem Pink mit Blaustich und warmem Lachsrosa liegen Welten, und beide nebeneinander beißen sich oft. Nehmen Sie im Zweifel eine Blüte mit zum Einkauf. Laub zählt übrigens auch als Farbe – silbrige, dunkelrote oder gelbgrüne Blätter bringen Abwechslung, wenn gerade wenig blüht.

Blühfolge: vom Frühjahr bis in den Herbst

Ein Beet, das nur im Juni blüht, ist den Rest des Jahres grün. Planen Sie deshalb für jede Jahreszeit einige Arten:

ZeitraumBeispiele
März–AprilKrokusse, Narzissen, Tulpen, Lungenkraut, Kaukasus-Vergissmeinnicht
Mai–JuniPfingstrosen, Zierlauch, Iris, Akelei, Storchschnabel
Juli–AugustPhlox, Sonnenhut, Taglilien, Schafgarbe, Lavendel
September–OktoberHerbstastern, Fetthenne, Herbst-Anemonen, Gräser
Winterstehen gelassene Samenstände, Gräser, Christrosen

Besonders wertvoll sind Dauerblüher. Storchschnabel, Katzenminze, Mädchenauge und manche Glockenblumen blühen über Wochen; viele von ihnen treiben nach einem kräftigen Rückschnitt nach der ersten Blüte erneut aus und blühen ein zweites Mal. Eine ausführliche Planung über das ganze Jahr finden Sie im Beitrag Staudenbeet für drei Jahreszeiten.

Formen und Strukturen mischen

Nicht nur Farben, auch Formen machen ein Beet interessant. Kombinieren Sie aufrechte Blütenkerzen (Rittersporn, Ehrenpreis) mit flachen Tellern (Schafgarbe, Fetthenne), Kugeln (Zierlauch) und lockeren Wolken (Schleierkraut). Große Blätter wie bei Funkien oder Bergenien beruhigen neben feinem Laub.

Sträucher mit mehreren Schauseiten tragen ein Beet durch das Jahr. Die Felsenbirne blüht im April weiß, trägt im Sommer essbare Beeren und färbt sich im Herbst leuchtend rot. Wildrosen und robuste Strauchrosen blühen im Frühsommer und schmücken im Herbst mit Hagebutten. Die Korkenzieherhasel zeigt im Winter ihre gedrehten Zweige.

Pflanzen, Pflegen und pflegeleicht halten

Stauden pflanzen Sie am besten im Frühjahr ab April oder im Herbst von September bis Oktober, solange der Boden noch warm ist. Wässern Sie die Töpfe vor dem Setzen gründlich, pflanzen Sie so tief, wie die Pflanze im Topf stand, und gießen Sie gut an. Hinweise zum Zeitpunkt gibt der Beitrag Im April ist Pflanzzeit für Stauden.

Pflegeleicht wird ein Beet durch langlebige Arten wie Pfingstrosen, Funkien, Taglilien oder Storchschnabel, die jahrelang am selben Platz bleiben, und durch eine geschlossene Pflanzendecke. Bis die Stauden zusammengewachsen sind, hält eine dünne Mulchschicht den Boden feucht und unterdrückt Unkraut. Zurückgeschnitten wird entweder im Herbst oder – freundlicher für Insekten und Vögel – erst im zeitigen Frühjahr; mehr dazu unter Im Oktober Stauden zurückschneiden.

Häufige Fragen

Wie viele Pflanzen braucht man pro Quadratmeter Blumenbeet?

Grob 1–3 Leitstauden, 3–5 Begleitstauden und 5–10 Füllpflanzen, je nach Endgröße. Die Angaben auf dem Etikett sind verlässlicher als jede Faustregel.

Welche Farben passen im Blumenbeet zusammen?

Farben einer Familie wirken harmonisch, Gegenfarben wie Blau und Gelb spannend. Weiß passt zu allem und beruhigt bunte Kombinationen.

Wie bekomme ich ein Beet, das lange blüht?

Mit Arten für jede Jahreszeit – Zwiebelblumen im Frühjahr, Stauden im Sommer, Astern und Fetthenne im Herbst – und mit Dauerblühern, die nach einem Rückschnitt erneut blühen.

Wann pflanzt man ein neues Staudenbeet?

Im Frühjahr ab April oder im Herbst von September bis Oktober. Im Herbst gepflanzte Stauden wurzeln bei noch warmem Boden gut ein und starten im Frühjahr kräftig.

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