Tipps zur Bekämpfung von Spinnmilben
Inhalt10 Abschnitte
- Was Spinnmilben sind
- Das Schadbild: So erkennen Sie einen Befall
- Welche Pflanzen besonders betroffen sind
- Sofortmaßnahmen bei Zimmer- und Kübelpflanzen
- Raubmilben und andere Nützlinge
- Spinnmilben im Garten bekämpfen
- Wann ein Pflanzenschutzmittel sinnvoll ist
- Verwechslungen mit anderen Milben
- Vorbeugen: der Winter entscheidet
- Häufige Fragen
Spinnmilben werden Sie am zuverlässigsten los, wenn Sie ihnen das nehmen, was sie lieben: trockene, warme Luft. Abduschen, eine höhere Luftfeuchtigkeit und im Wintergarten oder Gewächshaus der Einsatz von Raubmilben bringen einen Befall meist unter Kontrolle. Reicht das nicht, helfen zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife, Rapsöl oder Paraffinöl – allerdings nur, wenn Sie mehrmals im Abstand von einigen Tagen behandeln.

Was Spinnmilben sind
Spinnmilben sind keine Insekten, sondern mit den Spinnen verwandte Spinnentiere. Die erwachsenen Tiere sind nur etwa 0,5 mm groß und mit bloßem Auge kaum als einzelne Punkte zu erkennen. Die häufigste Art ist die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae), die Hunderte von Pflanzenarten befällt, drinnen wie draußen. Daneben gibt es spezialisierte Arten:
- die Obstbaumspinnmilbe („Rote Spinne“) an Apfel, Pflaume und anderen Obstgehölzen,
- die Nadelholzspinnmilbe an Fichten, besonders an Zuckerhutfichten, deren Nadeln sich graugelb verfärben,
- die Buchsbaum-Spinnmilbe, die feine helle Sprenkel auf Buchsblättern hinterlässt.
Die Tiere stechen einzelne Pflanzenzellen an und saugen sie aus. Unter warmen Bedingungen dauert eine Generation vom Ei bis zum erwachsenen Tier nur rund zwei Wochen oder weniger, weshalb ein Befall innerhalb kurzer Zeit explodieren kann.
Das Schadbild: So erkennen Sie einen Befall
- Feine, helle Sprenkel auf der Blattoberseite. Jeder Punkt ist eine ausgesaugte Zelle.
- Später wirken die Blätter fahl, silbrig oder gelblich und fallen ab.
- Feine Gespinste an Blattachseln, Triebspitzen und zwischen Blättern, besonders bei der Gemeinen Spinnmilbe. Nicht alle Arten spinnen gleich stark.
- Auf der Blattunterseite sieht man mit der Lupe winzige gelbliche, grünliche oder rötliche Tiere und ihre Eier.
Ein einfacher Test: Halten Sie ein weißes Blatt Papier unter einen Trieb und klopfen Sie darauf. Kleine, sich bewegende Pünktchen auf dem Papier bestätigen den Verdacht. Wer Gespinste an Zimmerpflanzen findet, sollte die Nachbarpflanzen gleich mit kontrollieren.
Welche Pflanzen besonders betroffen sind
Im Haus trifft es vor allem Pflanzen in warmer, trockener Heizungsluft: Palmen, Efeu, Zyperngras, Hibiskus, Schönmalve, Birkenfeige, Drachenbaum und viele Kübelpflanzen im Winterquartier. Im Garten sind Rosen, Bohnen, Gurken, Erdbeeren, Himbeeren, Obstgehölze und Nadelgehölze in heißen, trockenen Sommern gefährdet. Im Gewächshaus sind Gurken, Auberginen und Paprika klassische Opfer.
Rhododendren können ebenfalls befallen werden, besonders an sonnigen, trockenen Standorten. Bei Rhododendren sollten Sie aber auch an die Rhododendronzikade und die Rhododendron-Netzwanze denken, die ähnliche helle Sprenkel verursachen; bei der Netzwanze finden sich auf der Blattunterseite dunkle Kotflecken.
Sofortmaßnahmen bei Zimmer- und Kübelpflanzen
- Isolieren. Stellen Sie die befallene Pflanze getrennt von anderen auf.
- Abduschen. Topf und Erde in eine Plastiktüte stecken und oben am Stamm zubinden, dann die Pflanze gründlich lauwarm abbrausen, besonders die Blattunterseiten.
- Luftfeuchte erhöhen. Stülpen Sie nach dem Duschen für zwei bis drei Tage eine durchsichtige Folientüte über die noch feuchte Pflanze. Die hohe Luftfeuchtigkeit setzt den Milben zu. Nicht in die pralle Sonne stellen und die Tüte spätestens nach vier bis fünf Tagen abnehmen, sonst drohen Schimmel und Fäulnis.
- Wiederholen. Da Eier die Behandlung oft überleben, wiederholen Sie das Abduschen nach einer Woche.
- Stark befallene Teile entfernen. Dicht eingesponnene Triebe schneiden Sie heraus und entsorgen sie im Restmüll.
Blätter von robusten, großblättrigen Pflanzen lassen sich zusätzlich mit einem feuchten Tuch abwischen. Zarte oder behaarte Blätter verzeihen das nicht.
Raubmilben und andere Nützlinge
Die eleganteste Lösung sind Raubmilben, die gezielt Spinnmilben fressen. Sie werden im Fachhandel für Nützlinge verschickt und auf die befallenen Pflanzen ausgebracht.
- Phytoseiulus persimilis frisst große Mengen und eignet sich für starken Befall, braucht aber Temperaturen über etwa 20 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit – ideal für Gewächshaus und Wintergarten.
- Neoseiulus californicus kommt mit trockenerer Luft und schwankenden Temperaturen besser zurecht und hält sich länger, auch wenn gerade wenig Beute da ist.
Im Garten übernehmen Florfliegenlarven, räuberische Wanzen, kleine Marienkäferarten und frei lebende Raubmilben diese Aufgabe. Sie tauchen allerdings nur auf, wenn keine Breitband-Insektizide gespritzt werden. Wie Sie das Klima unter Glas im Griff behalten, lesen Sie unter Krankheiten im Gewächshaus vermeiden und Im Wintergarten für das richtige Klima sorgen.
Spinnmilben im Garten bekämpfen
Draußen treten Spinnmilben vor allem in heißen, trockenen Sommerwochen auf, oft an geschützten Standorten vor Hauswänden. Hilfreich sind:
- Regelmäßiges Abspritzen mit Wasser, besonders der Blattunterseiten. Am besten morgens, damit die Blätter bis zum Abend abtrocknen.
- Ausreichend gießen. Pflanzen unter Trockenstress werden stärker befallen.
- Mulchen hält den Boden feucht und das Kleinklima ausgeglichener.
- Befallene Triebe entfernen, bevor sich die Milben weiter ausbreiten.
- Bei Obstgehölzen die Wintereier im Blick behalten: Die Obstbaumspinnmilbe überwintert als rotes Ei an der Rinde. Ein zugelassenes Austriebsspritzmittel auf Ölbasis kurz vor dem Knospenaufbruch kann den Befall senken.
Wann ein Pflanzenschutzmittel sinnvoll ist
Bei hartnäckigem Befall helfen zugelassene Mittel für den Haus- und Kleingarten auf Basis von Kaliseife, Rapsöl oder Paraffinöl. Sie wirken durch Kontakt und verkleben die Atemöffnungen der Milben; entscheidend ist, dass Sie die Blattunterseiten vollständig benetzen. Weil die Eier meist überleben, sind mehrere Anwendungen im Abstand von einigen Tagen nötig. Halten Sie sich an die Angaben in der Gebrauchsanweisung und testen Sie empfindliche Pflanzen vorher an einem Blatt.
Spinnmilben entwickeln gegen chemische Wirkstoffe schnell Resistenzen. Wer ein spezielles Akarizid einsetzen möchte, sollte sich im Fachhandel beraten lassen und nicht immer denselben Wirkstoff verwenden. Hausrezepte mit Spülmittel, Knoblauch- oder Zwiebelsud werden oft empfohlen, sind aber weder geprüft noch verlässlich und können zarte Blätter schädigen. Mehr zu Knoblauch als Hausmittel lesen Sie unter Mit Knoblauch gegen Blattläuse vorgehen.
Verwechslungen mit anderen Milben
Nicht jede Milbe ist eine Spinnmilbe. Gallmilben verursachen Pocken, Filz oder Verformungen an Blättern und Knospen, etwa an Birnen, Walnüssen oder Johannisbeeren; Gespinste fehlen. Wie Sie hier vorgehen, erklärt der Beitrag Gallmilben erfolgreich bekämpfen. Weichhautmilben lassen junge Blätter an Zimmerpflanzen verkrüppeln und verhärten, ebenfalls ohne Gespinst. An Nadelgehölzen gibt es weitere Schädlinge mit ähnlichen Verfärbungen; einen Überblick gibt Thuja: Schädlinge und Krankheiten.
Vorbeugen: der Winter entscheidet
Die meisten Spinnmilbenprobleme bei Zimmer- und Kübelpflanzen entstehen im Winter. Stellen Sie empfindliche Pflanzen nicht direkt über die Heizung, lüften Sie regelmäßig, ohne die Pflanzen auszukühlen, und stellen Sie Schalen mit Wasser oder Luftbefeuchter in die Nähe. Kübelpflanzen überwintern am besten hell und kühl, weil die Milben sich bei niedrigen Temperaturen langsamer vermehren. Kontrollieren Sie die Blattunterseiten während des Winters alle zwei Wochen. Wie Sie Kübelpflanzen allgemein gesund durch das Jahr bringen, steht unter Kübelpflanzen pflegen.
Häufige Fragen
Was tötet Spinnmilben sofort?
Sofort wirken nur Kontaktmittel auf Basis von Kaliseife, Rapsöl oder Paraffinöl, und auch sie erreichen nicht alle Eier. Deshalb müssen Sie mehrmals behandeln. Abduschen entfernt viele Tiere ebenfalls schnell.
Wie werde ich Spinnmilben dauerhaft los?
Durch eine höhere Luftfeuchtigkeit, regelmäßige Kontrolle und bei Zimmer- und Gewächshauspflanzen durch Raubmilben. Solange die Luft trocken und warm bleibt, kommen Spinnmilben immer wieder.
Sind Spinnmilben für Menschen gefährlich?
Nein. Spinnmilben saugen ausschließlich an Pflanzen und beißen oder stechen keine Menschen oder Haustiere.
Können Spinnmilben auf andere Pflanzen überspringen?
Ja. Sie wandern über sich berührende Blätter, werden mit Kleidung oder Luftzug verteilt. Befallene Pflanzen sollten deshalb getrennt stehen, bis der Befall vorbei ist.



