Besondere Kübelpflanzen - Ein paar Vorschläge
Inhalt10 Abschnitte
- Warum Exoten seltener auf Terrassen stehen
- Acerola-Kirsche: Früchte vom Balkon
- Blauflügelchen: Schmetterlinge aus Blüten
- Schönmalve: Dauerblüher mit Glocken
- Kängurupfötchen: die Pfote aus Australien
- Grevilleen und Banksien: Spezialisten aus Australien
- Weitere Kandidaten
- Überwintern im Überblick
- Kübelpflanzen unterpflanzen
- Häufige Fragen
Wer auf der Terrasse etwas anderes möchte als Oleander, Zitrone und Geranie, findet unter den exotischen Kübelpflanzen viele lohnende Alternativen: Blauflügelchen, Schönmalve, Kängurupfötchen, Grevilleen oder die Acerola-Kirsche. Die meisten sind nicht schwieriger als die Klassiker, sie brauchen nur ein passendes Winterquartier und etwas Wissen um ihre Eigenheiten. Die wichtigste Regel: Vor dem Kauf klären, wie warm und wie hell die Pflanze überwintern muss.

Warum Exoten seltener auf Terrassen stehen
Exotische Kübelpflanzen sind nicht zwangsläufig aufwendiger. Gießen, Düngen, Schneiden und Überwintern gehören bei jeder Kübelpflanze dazu. Dass man sie seltener sieht, hat oft einen banalen Grund: Viele blühen erst im Hochsommer. Wenn im März und April die Gartencenter voll sind, stehen sie grün und unscheinbar zwischen blühenden Klassikern und werden übersehen.
Einige Arten sind tatsächlich anspruchsvoller: Sie brauchen besonderes Substrat, kalkfreies Wasser oder ein warmes Winterquartier. Die folgenden Vorschläge sind so gewählt, dass sie mit normalem Aufwand gelingen, wenn man ihre Bedürfnisse kennt. Grundlagen zur Pflege aller Kübelpflanzen fasst der Beitrag Kübelpflanzen richtig pflegen zusammen.
Acerola-Kirsche: Früchte vom Balkon
Die Acerola-Kirsche (Malpighia emarginata) stammt aus Mittel- und Südamerika und bildet einen kleinen, dicht verzweigten Strauch mit glänzenden Blättern. Sie blüht rosa und trägt kirschgroße, rote Früchte, die für ihren außergewöhnlich hohen Vitamin-C-Gehalt bekannt sind. Säuerlich-frisch schmecken sie roh oder verarbeitet.
Im Sommer steht die Acerola sonnig und warm, gern an einer geschützten Hauswand. Sie verträgt keine Kälte und wird schon bei den ersten kühlen Herbstnächten hereingeholt. Den Winter verbringt sie hell und zimmerwarm, etwa im Wintergarten oder an einem hellen Fenster. Das Substrat soll durchlässig und leicht sauer sein, Staunässe ist zu vermeiden. Früchte setzt sie vor allem an älteren Pflanzen und bei viel Licht an.
Blauflügelchen: Schmetterlinge aus Blüten
Das Blauflügelchen (Rotheca myricoides ‘Ugandense’, früher Clerodendrum ugandense) trägt von Frühsommer bis Herbst zweifarbig blaue Blüten, die mit ihren langen Staubfäden wie kleine Schmetterlinge aussehen. Es braucht einen sonnigen bis halbschattigen Platz, im Sommer reichlich Wasser und wöchentlich Dünger. Wer die Triebspitzen regelmäßig einkürzt, hält die Pflanze kompakt; die Blüten erscheinen an den neuen Trieben. Überwintert wird hell bei etwa 10–15 °C. Im Frühjahr verträgt es einen kräftigen Rückschnitt.
Schönmalve: Dauerblüher mit Glocken
Schönmalven (Abutilon) blühen bei guter Pflege von Mai bis zum Frost mit hängenden Glocken in Gelb, Orange, Rot, Rosa oder Weiß, manche Sorten haben gelb gefleckte Blätter. Sie mögen es hell, aber nicht glühend heiß, brauchen viel Wasser und regelmäßig Dünger. Im Winter stehen sie hell bei 10–15 °C und werden im Frühjahr zurückgeschnitten. Die Pflanze wächst schnell und lässt sich auch als Hochstämmchen ziehen.
Kängurupfötchen: die Pfote aus Australien
Das Kängurupfötchen (Anigozanthos) verdankt seinen Namen den pelzigen, gebogenen Blüten, die tatsächlich an eine Tierpfote erinnern. Es blüht im Sommer in Rot, Gelb, Orange oder Grün und braucht volle Sonne, durchlässiges, eher saures und nährstoffarmes Substrat und kalkarmes Gießwasser. Zu viel Dünger und Nässe schaden mehr als Trockenheit. Verblühte Stängel werden bodennah abgeschnitten. Überwintert wird hell und kühl bei etwa 5–10 °C.
Grevilleen und Banksien: Spezialisten aus Australien
Grevilleen und Banksien gehören zu den Silberbaumgewächsen (Proteaceae). Diese Familie hat eine Besonderheit: Sie verträgt kaum Phosphat. Normaler Blühpflanzendünger kann die Pflanzen schädigen. Verwenden Sie deshalb einen phosphatarmen Dünger und nur wenig davon, dazu kalkarmes, durchlässiges Substrat und Regenwasser.
Die bekannteste Art, die Australische Silbereiche (Grevillea robusta), wird im Kübel vor allem wegen ihres farnartigen, silbrig schimmernden Laubs gezogen; blühen sieht man sie bei uns selten. Mit roten oder rosafarbenen, spinnenartigen Blüten erfreuen dagegen kleinere Arten wie Grevillea rosmarinifolia und verschiedene Gartenhybriden, teils über viele Monate. Banksien tragen große, zapfenartige Blütenstände. Beide Gattungen stehen im Sommer sonnig und überwintern hell bei etwa 5–10 °C. Sie gelten als etwas anspruchsvoller – aber wer die Phosphatregel beachtet, hat schon viel gewonnen.
Weitere Kandidaten
Für den Kübel lohnen sich auch die Kreuzbeere (Grewia occidentalis) aus dem südlichen Afrika mit sternförmigen, rosa-lila Blüten, der Blaue Kartoffelstrauch, die Schmucklilie (Agapanthus) als robuster Dauerbrenner, die duftende Frangipani für warme Winterquartiere, die Engelstrompete (giftig) und die Kaffeepflanze, die im Sommer ebenfalls nach draußen darf.
Überwintern im Überblick
| Pflanze | Sommer | Winterquartier | Besonderheit |
| Acerola | sonnig, warm | hell, zimmerwarm | kälteempfindlich |
| Blauflügelchen | Sonne bis Halbschatten | hell, 10–15 °C | Triebspitzen kürzen |
| Schönmalve | hell, nicht glühend heiß | hell, 10–15 °C | viel Wasser |
| Kängurupfötchen | vollsonnig | hell, 5–10 °C | mager, kalkarm |
| Grevillea, Banksia | sonnig | hell, 5–10 °C | phosphatarm düngen |
Allgemein gilt: je wärmer das Quartier, desto heller muss es sein. Gegossen wird im Winter nur so viel, dass der Ballen nicht austrocknet, gedüngt gar nicht. Kontrollieren Sie die Pflanzen alle zwei Wochen auf Schädlinge wie Spinnmilben und Schildläuse.
Kübelpflanzen unterpflanzen
Ein großer Kübel mit einem Stämmchen oder Strauch wirkt voller, wenn die Erdoberfläche bepflanzt ist. Die Unterpflanzung beschattet zudem den Boden und hält ihn feuchter. Geeignet sind flach wurzelnde, schwachwüchsige Pflanzen, die dem Hauptdarsteller keine Konkurrenz machen: Männertreu, Elfenspiegel, Zauberschnee, Kapuzinerkresse (hängend), Thymian oder niedrige Gräser. Für Exoten, die im Winter ins Haus kommen, nimmt man einjährige Sommerblumen, die im Herbst einfach entfernt werden. Wichtig: Unterpflanzung braucht zusätzliches Wasser und Dünger, und Arten mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen – etwa ein Kängurupfötchen, das es mager und trocken mag – vertragen keine durstige Begleitung. Ideen liefern die Beiträge Hochstämmchen unterpflanzen und Kübel richtig bepflanzen.
Häufige Fragen
Welche exotischen Kübelpflanzen sind pflegeleicht?
Schönmalve, Blauflügelchen, Schmucklilie und Kartoffelstrauch gelten als unkompliziert. Sie brauchen im Sommer viel Wasser und Dünger und überwintern hell bei 10–15 °C.
Was pflanzt man unter Kübelpflanzen?
Flach wurzelnde, schwachwüchsige Arten wie Männertreu, Elfenspiegel, Zauberschnee oder niedrige Gräser. Bei Exoten, die ins Haus kommen, eignen sich einjährige Sommerblumen.
Warum darf man Grevilleen nicht normal düngen?
Silberbaumgewächse wie Grevillea und Banksia reagieren empfindlich auf Phosphat. Normaler Blühpflanzendünger kann ihre Wurzeln schädigen, deshalb nur phosphatarmen Dünger sparsam verwenden.
Kann die Acerola-Kirsche draußen überwintern?
Nein. Sie ist nicht frosthart und verträgt schon anhaltende Kühle schlecht. Sie gehört im Winter an einen hellen, warmen Platz im Haus.



