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Garten-Ratgeber

Der Zitronenbaum (Citrus limon)

Zimmerpflanzenvon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Steckbrief Zitronenbaum
  2. Herkunft und Wuchs
  3. Der richtige Standort im Sommer
  4. Gießen und Düngen
  5. Überwintern: hell und kühl oder hell und warm
  6. Umtopfen und Schnitt
  7. Sorten und Vermehrung
  8. Schädlinge und Blattprobleme
  9. Häufige Fragen

Der Zitronenbaum (Citrus limon) ist eine Kübelpflanze für Sommer im Freien und Winter im hellen, kühlen Quartier. Er ist nicht winterhart: Sobald Nachtfröste drohen, spätestens bei Temperaturen um 0 °C, muss er hinein. Wer ihn sonnig stellt, gleichmäßig gießt, regelmäßig düngt und hell bei etwa 5–12 °C überwintert, erntet schon an jungen Pflanzen Früchte – oft blühen und fruchten Zitronenbäumchen sogar gleichzeitig.

Reife Zitronen und Blüten an einem Zweig des Zitronenbaums (Citrus limon)
Reife Zitronen und Blüten an einem Zweig des Zitronenbaums (Citrus limon)

Steckbrief Zitronenbaum

Botanischer NameCitrus limon, Familie Rautengewächse (Rutaceae)
HerkunftSüdostasien; vermutlich eine alte Kreuzung aus Bitterorange und Zitronatzitrone
Wuchshöhe im Kübelmeist 1–2 m, je nach Topf und Schnitt
BlütezeitHauptblüte im Frühjahr, oft mehrmals im Jahr
Standortim Sommer vollsonnig und geschützt im Freien
Substratdurchlässige Kübel- oder Zitruserde, leicht sauer bis neutral
Winterhärtenicht winterhart, hell bei 5–12 °C überwintern
GiftigkeitFrüchte essbar; ätherische Öle in Schale und Blättern können Katzen und Hunden Beschwerden machen

Herkunft und Wuchs

Die Zitrone gehört zur Familie der Rautengewächse und stammt aus Südostasien, vermutlich aus dem Grenzgebiet zwischen Nordostindien, Myanmar und China. Genetisch ist sie eine Kreuzung aus Bitterorange und Zitronatzitrone. Über Persien und den Mittelmeerraum kam sie nach Europa, wo sie seit Jahrhunderten in Orangerien gezogen wird.

Der Baum hat ledrige, länglich-ovale Blätter und je nach Sorte mehr oder weniger dornige Triebe. Die weißen, oft rosa überhauchten Blüten duften stark. Aus ihnen entwickeln sich Früchte, die zunächst grün sind und bis zur Reife viele Monate brauchen; deshalb hängen an einem Baum häufig Blüten, grüne und gelbe Früchte zugleich.

Der richtige Standort im Sommer

Draußen wächst der Zitronenbaum deutlich besser als im Zimmer. Stellen Sie ihn ins Freie, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, in vielen Regionen also ab Mitte bis Ende April, in rauen Lagen nach den Eisheiligen Mitte Mai. Gewöhnen Sie ihn in den ersten ein bis zwei Wochen an die Sonne: Ein halbschattiger Platz, dann erst die volle Sonne, verhindert Sonnenbrand auf den Blättern, die im Winterquartier weich geworden sind. Der Beitrag Sonnenbrand bei Pflanzen verhindern erklärt die Gewöhnung ausführlicher.

Ideal ist ein sonniger, windgeschützter Platz vor einer Hauswand oder auf der Terrasse. Halbschatten wird vertragen, kostet aber Blüten und Früchte. Im Herbst holen Sie den Baum herein, bevor die Nächte dauerhaft unter etwa 5 °C fallen; ein paar kühle Nächte schaden nicht, sie bereiten ihn sogar auf die Winterruhe vor. „Zitronenbaum im Garten“ bedeutet in Mitteleuropa deshalb immer: im Kübel, der im Winter umzieht. Auspflanzen ist nur in sehr milden Weinbaulagen mit aufwendigem Winterschutz ein Versuch wert.

Gießen und Düngen

Zitrusbäume mögen es gleichmäßig. Gießen Sie im Sommer durchdringend, sobald die oberste Erdschicht angetrocknet ist, an heißen Tagen kann das täglich sein. Staunässe verträgt der Baum nicht, ein Abzugsloch und eine Drainageschicht im Kübel sind Pflicht, Wasser im Untersetzer wird ausgekippt. Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser sind geeignet; sehr kalkhaltiges Wasser führt auf Dauer zu gelben Blättern mit grünen Adern.

Zitronen sind hungrig. Düngen Sie von März bis September regelmäßig mit einem Zitrus- oder Kübelpflanzendünger, je nach Produkt wöchentlich bis alle zwei Wochen in der auf der Packung angegebenen Menge. Ein Mangel zeigt sich meist zuerst an hellen, vergilbenden älteren Blättern. Im Winterquartier wird bei kühler Überwinterung nicht gedüngt, bei warmem Stand sparsam.

Überwintern: hell und kühl oder hell und warm

Der häufigste Grund für kahle Zitronenbäume im Frühjahr ist ein Missverhältnis zwischen Licht und Wärme. Bei Wärme arbeiten die Blätter weiter und brauchen viel Licht, das ein Wohnzimmer im Winter nicht bietet. Der Baum wirft dann Blätter ab. Die beste Lösung ist ein heller, kühler Raum mit 5–12 °C: ein unbeheizter Wintergarten, ein helles Treppenhaus oder ein frostfreies Gewächshaus. Dort wird wenig gegossen, gerade so viel, dass der Ballen nicht austrocknet.

Muss der Baum warm stehen, dann an das hellste Fenster, möglichst mit Pflanzenlampe, und mit höherer Luftfeuchte. Achten Sie außerdem auf warme Füße: Ein Kübel auf kaltem Steinboden bei warmer Raumluft führt ebenfalls zu Blattfall, weil die Wurzeln kein Wasser nachliefern. Eine Styroporplatte oder ein Holzbrett unter dem Topf hilft. Tipps zum Klima unter Glas finden Sie im Beitrag Im Wintergarten für das richtige Klima sorgen.

Umtopfen und Schnitt

Junge Bäume topfen Sie im Frühjahr alle zwei bis drei Jahre in einen etwas größeren Kübel um, ältere Exemplare nur noch alle vier bis fünf Jahre; dazwischen genügt es, die oberste Erdschicht zu erneuern. Ein jährliches Umtopfen, wie es oft empfohlen wird, ist unnötig und stört die Blüte. Verwenden Sie eine durchlässige, strukturstabile Erde, gern mit etwas Blähton oder Lava.

Geschnitten wird am besten im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb. Entfernen Sie nach innen wachsende, sich kreuzende und dürre Triebe und kürzen Sie zu lange Triebe, um die Krone kompakt zu halten. Triebe, die unterhalb der Veredlungsstelle aus der Unterlage wachsen, schneiden Sie ganz heraus.

Sorten und Vermehrung

Im Handel werden überwiegend veredelte Pflanzen angeboten. Verbreitet sind Sorten wie ‚Eureka‘, ‚Lisbon‘ und ‚Villa Franca‘, die im Kübel zuverlässig fruchten. ‚Ponderosa‘ bildet auffallend große, dickschalige Früchte, ist aber eine Kreuzung mit der Zitronatzitrone. Die ‚Meyer-Zitrone‘ (Citrus × meyeri) ist ebenfalls eine Kreuzung, trägt mildere, saftige Früchte und gilt als etwas kältetoleranter.

Aus Kernen lassen sich Zitronenbäume leicht ziehen, diese Sämlinge brauchen aber oft viele Jahre bis zur ersten Blüte, und die Früchte entsprechen nicht zwingend der Muttersorte. Stecklinge aus halbverholzten Triebspitzen bewurzeln im Sommer bei Bodenwärme und hoher Luftfeuchte unter einer Haube, allerdings nicht immer zuverlässig. Wer rasch Früchte möchte, kauft eine veredelte Pflanze. Wie Veredeln funktioniert, beschreibt der Beitrag Pflanzen veredeln.

Schädlinge und Blattprobleme

Im Winterquartier treten vor allem Schildläuse, Woll- und Schmierläuse sowie Spinnmilben auf. Kontrollieren Sie Blattunterseiten und Triebe regelmäßig: klebrige Blätter deuten auf Schild- oder Wollläuse, feine Gespinste und gesprenkelte Blätter auf Spinnmilben. Einzelne Läuse lassen sich abstreifen, bei stärkerem Befall helfen zugelassene Mittel auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife aus dem Fachhandel. Gegen Spinnmilben wirkt höhere Luftfeuchte vorbeugend, mehr dazu in Tipps zur Bekämpfung von Spinnmilben.

Gelbe Blätter haben meist eine dieser Ursachen: Nährstoffmangel (vor allem Stickstoff oder Eisen), zu viel Kalk, Staunässe oder zu wenig Licht im Winter. Beim frisch gekauften Baum können die ersten Früchte mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sein, die nicht für Nahrungsmittel gedacht waren. Wer sichergehen will, verwendet erst die Früchte, die bei Ihnen neu angesetzt haben. Allgemeine Hinweise für Pflanzen im Topf gibt der Beitrag Kübelpflanzen richtig pflegen.

Häufige Fragen

Ist der Zitronenbaum winterhart?

Nein. Er verträgt kühle Nächte, aber keinen Frost. Holen Sie ihn spätestens bei Temperaturen um 0 °C ins Haus, besser schon, wenn die Nächte dauerhaft unter 5 °C sinken.

Warum wirft mein Zitronenbäumchen Blätter ab?

Meist steht es im Winter zu warm und zu dunkel, oder die Wurzeln sind kalt, während die Blätter in warmer Luft stehen. Auch Staunässe und plötzliche Standortwechsel lösen Blattfall aus.

Kann ich einen Zitronenbaum im Garten auspflanzen?

In Deutschland in aller Regel nicht. Er gehört in einen Kübel, der im Sommer im Garten steht und im Winter in ein helles, frostfreies Quartier umzieht.

Wie oft muss man einen Zitronenbaum gießen?

Im Sommer, sobald die oberste Erdschicht angetrocknet ist, bei Hitze oft täglich. Im kühlen Winterquartier nur so viel, dass der Ballen nicht völlig austrocknet.

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