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Garten-Ratgeber

Eine Auswahl der besten Bodendecker

Gartengestaltungvon Kathrin Schendel6 Min. · 8 Abschnitte
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was einen guten Bodendecker ausmacht
  2. Die besten Bodendecker für Schatten und Halbschatten
  3. Die besten Bodendecker für sonnige Flächen
  4. Gehölze und Rosen als Bodendecker
  5. Vorsicht vor Wucherern
  6. Stauden und Gehölze kombinieren
  7. Pflanzen und Pflegen
  8. Häufige Fragen

Gute Bodendecker schließen eine Fläche in zwei bis drei Jahren zu einem dichten, pflegeleichten Teppich, unterdrücken Unkraut und schützen den Boden vor Austrocknung. Für Schatten unter Gehölzen sind Kleines Immergrün, Elfenblume, Waldsteinie und Balkan-Storchschnabel bewährt, für sonnige Flächen Teppich-Phlox, Thymian, Fetthenne und Bodendeckerrosen. Entscheidend für den Erfolg sind der richtige Standort, die passende Stückzahl pro Quadratmeter und ein unkrautfreier Start.

Polster-Phlox (Phlox subulata) in voller Blüte als dichter Bodendecker
Polster-Phlox (Phlox subulata) in voller Blüte als dichter Bodendecker

Was einen guten Bodendecker ausmacht

Bodendecker sind keine botanische Gruppe, sondern eine Aufgabe. Stauden, Zwerggehölze, Rosen und sogar Gräser können sie übernehmen, solange sie niedrig bleiben, sich seitlich ausbreiten und über Jahre dicht bleiben. In der Natur wachsen viele dieser Pflanzen in Wäldern, an Waldrändern oder auf mageren, steinigen Flächen, wo sie mit Ausläufern, kriechenden Trieben oder Polstern Platz erobern.

Im Garten erwartet man von ihnen vor allem drei Dinge: dass sie Unkraut keinen Raum lassen, dass sie wenig Pflege brauchen und dass sie dabei ansehnlich aussehen. Genau darin liegt die Kunst der Auswahl: Ein Bodendecker soll sich gegen Unkraut durchsetzen, aber nicht gegen den Rest des Gartens. Manche Arten tun des Guten zu viel und wandern in Rasen, Beete und Nachbars Garten.

Die besten Bodendecker für Schatten und Halbschatten

Unter Bäumen und Sträuchern, an der Nordseite des Hauses oder im Schatten einer Mauer tut sich Rasen schwer. Hier spielen Bodendecker ihre Stärken aus.

  • Kleines Immergrün (Vinca minor): immergrün, 10–20 cm hoch, blaue Blüten von April bis Mai, oft mit Nachblüte. Sehr robust, verträgt auch Wurzeldruck. 8–12 Pflanzen/m². Giftig.
  • Elfenblume (Epimedium): 20–30 cm, zierliche Blüten im April und Mai, bei vielen Sorten wintergrünes Laub mit schöner Färbung. Hervorragend im trockenen Schatten unter Gehölzen. 8–10 Pflanzen/m².
  • Dreiblättrige Waldsteinie (Waldsteinia ternata): 10–15 cm, gelbe Blüten im April und Mai, wintergrün. 8–12 Pflanzen/m².
  • Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum): 25–35 cm, rosa oder weiße Blüten von Mai bis Juli, aromatisch duftendes Laub. Einer der zuverlässigsten Bodendecker überhaupt, auch im trockenen Halbschatten. 6–8 Pflanzen/m².
  • Frühlings-Gedenkemein (Omphalodes verna): 10–20 cm, himmelblaue Blüten mit weißem Auge im März bis Mai. Bevorzugt humosen, frischen Boden im Halbschatten. 8–10 Pflanzen/m².
  • Ysander (Pachysandra terminalis): 20–30 cm, immergrün, für tiefen Schatten auf nicht zu kalkhaltigem Boden. 10–12 Pflanzen/m². Giftig.
  • Kanadischer Hartriegel (Cornus canadensis): 10–20 cm, weiße Hochblätter im Mai und Juni, rote Beeren. Braucht sauren, humosen, feuchten Boden – für Rhododendron-Beete ideal, anderswo oft schwierig.

Die besten Bodendecker für sonnige Flächen

Sonnige Böschungen, Beetränder und Flächen zwischen Trittplatten verlangen Pflanzen, die Hitze und Trockenheit vertragen.

  • Teppich-Phlox (Phlox subulata): 10–15 cm, bildet im April und Mai einen dichten Blütenteppich in Rosa, Weiß, Blau oder Violett. Liebt durchlässigen Boden. 9–12 Pflanzen/m².
  • Sand-Thymian und Kriech-Thymian (Thymus serpyllum und verwandte Arten): 5–10 cm, duftend, Blüte im Juni und Juli, bei Bienen sehr beliebt. Für magere, trockene Böden. 10–16 Pflanzen/m².
  • Fetthenne und Mauerpfeffer (Sedum): 5–15 cm, sukkulent, extrem trockenheitsverträglich. 12–16 Pflanzen/m².
  • Filziges Hornkraut (Cerastium tomentosum): 15–20 cm, silbergraues Laub, weiße Blüten im Mai und Juni. Wuchert auf leichtem Boden kräftig. 6–9 Pflanzen/m².
  • Baldriangesicht (Phuopsis stylosa): 20–30 cm, rosa Blütenköpfchen von Juni bis August. Für sonnige bis leicht halbschattige Plätze. 6–9 Pflanzen/m².
  • Rote Nelkenwurz (Geum coccineum): 20–30 cm, orangerote Blüten von Mai bis Juli, für frischen Boden in Sonne bis Halbschatten. 7–9 Pflanzen/m².

Viele dieser Arten sind zugleich Polsterstauden. Mehr Auswahl finden Sie unter Polsterstauden für wahre Blütenpracht.

Gehölze und Rosen als Bodendecker

Für größere Flächen und Böschungen eignen sich niedrige Gehölze, die mit wenigen Pflanzen viel Fläche schließen.

  • Kriechspindel (Euonymus fortunei), etwa die weiß-grün panaschierte Sorte ‘Emerald Gaiety’: immergrün, 30–60 cm, für Sonne bis Schatten. Die Blüten sind unscheinbar, der Wert liegt im Laub. 4–6 Pflanzen/m². Giftig.
  • Kriech-Wacholder (Juniperus horizontalis und ähnliche): sehr flach, für sonnige, trockene Hänge. 1–3 Pflanzen/m². Giftig.
  • Bodendeckerrosen, etwa die Sorte ‘The Fairy’: 60–80 cm, rosa Blüten von Juni bis in den Herbst. Für sonnige Flächen, 3–5 Pflanzen/m² je nach Sorte.
  • Efeu (Hedera helix): unverwüstlich im Schatten, klettert aber an allem hoch, was er erreicht. Giftig.

Für Hänge und Böschungen lesen Sie auch den Beitrag Blütenpracht für Hanggärten und Böschungen.

Vorsicht vor Wucherern

Einige beliebte Bodendecker breiten sich stärker aus, als es vielen lieb ist. Dazu gehören die Chamäleonpflanze (Houttuynia cordata), die mit unterirdischen Ausläufern in angrenzende Beete wandert, das Filzige Hornkraut, der Gold-Felberich und die Gefleckte Taubnessel in ihren kräftigen Formen. Sie sind nicht grundsätzlich schlecht, gehören aber an Stellen, die durch Mauern, Wege oder Rasenkanten begrenzt sind. Auch Efeu und Immergrün sollten Sie in kleinen Gärten im Auge behalten.

Umgekehrt setzen sich Bodendecker nicht gegen alles durch. Giersch, Quecke oder Ackerwinde wachsen durch jede Pflanzdecke hindurch. Diese Wurzelunkräuter müssen vor der Pflanzung vollständig entfernt sein, sonst haben Sie nach zwei Jahren einen Giersch-Teppich mit ein paar Immergrün-Einsprengseln. Wie das gelingt, erklärt der Beitrag Giersch bekämpfen.

Stauden und Gehölze kombinieren

Stauden und Gehölze lassen sich gut kombinieren, wenn man ihre Konkurrenz bedenkt. Unter großen Bäumen setzen sich nur Bodendecker durch, die Wurzeldruck und Trockenheit vertragen – Balkan-Storchschnabel, Elfenblume, Immergrün. Mischt man wüchsige Kriechgehölze mit zarten Stauden, überwachsen die Gehölze die Stauden mit der Zeit. Sicherer ist es, auf einer Fläche nur eine oder zwei Arten flächig zu setzen und Kontraste über Laubfarben zu schaffen. Unter einzelnen Hochstämmchen sind Bodendecker übrigens eine hübsche Lösung, mehr dazu unter Hochstämmchen unterpflanzen.

Pflanzen und Pflegen

Pflanzzeit für Bodendecker ist das Frühjahr ab April oder der frühe Herbst von Ende August bis Oktober, solange der Boden noch warm ist. Im Herbst wurzeln die Pflanzen vor dem Winter ein und starten im Frühjahr gleich durch.

  1. Boden vorbereiten. Wurzelunkräuter restlos entfernen, verdichteten Boden lockern und reifen Kompost einarbeiten. Auf sehr armen Flächen ist eine vorherige Gründüngung sinnvoll.
  2. Richtige Stückzahl setzen. Die Angaben pro Quadratmeter oben sind Richtwerte. Wer weniger setzt, spart Geld, wartet aber länger und jätet mehr.
  3. Versetzt pflanzen. Im Dreiecksverband statt in Reihen, dann schließen sich die Lücken gleichmäßiger.
  4. Mulchen. Eine dünne Schicht Rindenhumus oder Laubkompost hält bis zum Lückenschluss Unkraut zurück und den Boden feucht. Mehr dazu unter Rindenmulch im Garten richtig verwenden.
  5. Im ersten Jahr gießen und jäten. Bis die Fläche dicht ist, brauchen die Pflanzen Wasser bei Trockenheit und regelmäßiges Jäten. Danach sinkt der Aufwand deutlich.

Bis sich eine Fläche vollständig schließt, vergehen je nach Art zwei bis drei Jahre. Vorkultivierte Pflanzenmatten, die wie Rollrasen ausgelegt werden, verkürzen die Wartezeit, sind aber teurer.

Häufige Fragen

Welcher Bodendecker verdrängt Unkraut am besten?

Dichte, wintergrüne Arten wie Kleines Immergrün, Balkan-Storchschnabel und Elfenblume. Keiner verdrängt aber Wurzelunkräuter wie Giersch – die müssen vor der Pflanzung raus.

Welche Bodendecker sind für Hunde und Kinder giftig?

Kleines Immergrün, Ysander, Efeu, Kriechspindel und Wacholder enthalten giftige Stoffe. Auf Flächen, wo Kleinkinder spielen oder Hunde gern knabbern, sind Storchschnabel, Elfenblume, Thymian oder Waldsteinie die bessere Wahl.

Kann man auf Bodendeckern laufen?

Nur auf wenigen. Sand- und Kriech-Thymian, Sternmoos und manche Sedum-Arten vertragen gelegentliches Betreten, etwa zwischen Trittplatten. Als Rasenersatz für eine Spielwiese taugt kein Bodendecker.

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