Beliebte Balkonpflanzen: Die Geranien
Inhalt11 Abschnitte
- Geranie oder Pelargonie: ein alter Namensirrtum
- Die wichtigsten Gruppen im Überblick
- Der richtige Standort
- Pflanzen: Erde, Abstand, Kasten
- Gießen: weniger als gedacht, aber regelmäßig
- Balkonpflanzen düngen: wie oft und womit
- Ausputzen und Kombinieren
- Krankheiten und Schädlinge
- Überwintern und Stecklinge
- Duftgeranien in der Küche
- Häufige Fragen
Geranien – botanisch korrekt Pelargonien – sind die klassische Balkonpflanze für sonnige Plätze. Sie blühen von Mai bis zum ersten Frost, vertragen Hitze und kurze Trockenphasen und lassen sich im Haus überwintern. Für eine üppige Blüte brauchen sie drei Dinge: volle Sonne, regelmäßig Dünger und das Ausputzen verwelkter Blüten.

Geranie oder Pelargonie: ein alter Namensirrtum
Was im Balkonkasten als Geranie verkauft wird, gehört zur Gattung Pelargonium aus der Familie der Storchschnabelgewächse. Die meisten Wildarten stammen aus dem südlichen Afrika, was ihre Liebe zu Sonne und ihre Toleranz gegenüber Trockenheit erklärt. Die echten Geranien (Geranium), auf Deutsch Storchschnabel, sind dagegen winterharte Gartenstauden. Beide wurden früher derselben Gattung zugerechnet, daher die Verwechslung, die sich im Sprachgebrauch bis heute hält.
Für den Alltag bedeutet das: Pelargonien sind nicht winterhart und kommen erst nach den letzten Frösten ins Freie. Die Storchschnabel-Stauden im Beet dagegen bleiben das ganze Jahr draußen.
Die wichtigsten Gruppen im Überblick
Das Sortiment ist riesig, lässt sich aber in wenige Gruppen gliedern, die sich im Wuchs und in den Ansprüchen unterscheiden:
| Gruppe | Wuchs | Besonderheit |
| Stehende Geranien (Zonal-Pelargonien) | aufrecht, buschig | größte Sortenvielfalt, oft mit dunkler Zone auf dem Blatt |
| Hänge-Geranien (Efeu-Pelargonien) | überhängend, bis etwa 1 m lange Triebe | glänzende, efeuähnliche Blätter, ideal für Kästen und Ampeln |
| Interspezifische Kreuzungen | halbhängend bis aufrecht | sehr wetterfest, blühen auch bei Regen zuverlässig |
| Edel-Pelargonien | aufrecht | große, gezeichnete Blüten, empfindlich gegen Regen |
| Duftgeranien | aufrecht bis buschig | aromatische Blätter, kleine Blüten |
| Blattschmuck-Geranien | aufrecht | panaschierte oder farbige Blätter |
Gefüllte Sorten sind besonders prächtig, ihre Blütenbälle saugen sich bei Dauerregen aber voll, knicken ab und faulen leichter. Für Wetterseiten sind einfach blühende Sorten und interspezifische Kreuzungen die robustere Wahl. Geranien als Hochstamm sind eine besondere Form: Sie werden über Jahre gezogen und brauchen einen Stab und ein Winterquartier.
Der richtige Standort
Pelargonien wollen so viel Sonne wie möglich, mindestens sechs Stunden am Tag. Ein Süd- oder Westbalkon ist ideal. Im Halbschatten wachsen sie ebenfalls, blühen aber deutlich weniger. Edel-Pelargonien und gefüllte Sorten stellen Sie am besten unter einen Dachüberstand, damit die Blüten nicht im Regen stehen.
Ins Freie dürfen die Pflanzen, wenn keine Nachtfröste mehr drohen, in den meisten Regionen nach den Eisheiligen Mitte Mai. Wer früher pflanzt, holt die Kästen in kalten Nächten herein oder deckt sie mit Vlies ab.
Pflanzen: Erde, Abstand, Kasten
Verwenden Sie eine hochwertige, strukturstabile Balkonpflanzenerde. Spezielle Geranienerde ist nicht zwingend nötig, sie ist meist nur etwas stärker vorgedüngt. Der Kasten braucht Abzugslöcher, denn stehendes Wasser führt schnell zu Wurzelfäule. Als Abstand rechnen Sie mit etwa 20–25 cm, in einem üblichen Kasten von 80 cm Länge also mit drei bis vier Pflanzen. Zu dicht gesetzte Geranien konkurrieren um Wasser und Nährstoffe und trocknen schlecht ab.
Setzen Sie die Pflanzen so tief, wie sie im Topf standen, drücken Sie die Erde an und gießen Sie gründlich. Weitere Grundlagen zum Bepflanzen stehen im Beitrag Kübel richtig bepflanzen.
Gießen: weniger als gedacht, aber regelmäßig
Pelargonien speichern Wasser in Stängeln und Blättern und vertragen kurze Trockenphasen besser als Petunien oder Fuchsien. Trotzdem müssen sie im Sommer regelmäßig gegossen werden, bei Hitze in Kästen oft täglich, am besten morgens. Gießen Sie auf die Erde und nicht über Blüten und Blätter; das beugt Pilzkrankheiten vor. Dauernasse Erde schadet mehr als ein kurz angetrockneter Ballen.
Balkonpflanzen düngen: wie oft und womit
Geranien sind Starkzehrer. Die Vorratsdüngung der Erde reicht etwa vier bis sechs Wochen. Danach düngen Sie bis Ende August wöchentlich mit einem Flüssigdünger für Balkonpflanzen in der auf der Packung angegebenen Menge, und zwar immer auf feuchte Erde, nie auf einen ausgetrockneten Ballen. Alternativ mischen Sie beim Pflanzen einen Langzeitdünger unter die Erde, der je nach Produkt einige Monate lang Nährstoffe abgibt; im Hochsommer kann dann eine zusätzliche Flüssiggabe nötig sein.
Blühpflanzen brauchen einen Dünger mit betontem Phosphor- und Kaliumanteil; zu viel Stickstoff fördert Blattmasse auf Kosten der Blüten. Hellgrüne oder gelbliche Blätter trotz Düngung deuten oft auf zu kalkhaltiges Gießwasser oder Staunässe hin. Ausführlich behandelt das Thema der Beitrag Balkonblumen richtig düngen.
Ausputzen und Kombinieren
Bei stehenden Geranien knipsen Sie verwelkte Blütenstände mitsamt dem Stiel an der Ansatzstelle heraus. Das hält die Pflanze sauber und regt die Bildung neuer Knospen an. Viele Hänge- und interspezifische Sorten werfen ihre alten Blüten von selbst ab.
Kombinieren Sie Geranien nur mit Pflanzen, die ebenfalls Sonne und eher mäßige Feuchte mögen: Lavendel, Salbei, Rosmarin, Männertreu, Verbenen oder Gräser. Im mediterranen Terrakotta-Topf passen rote und rosa Geranien gut zu graulaubigem Salbei, im modernen, schlichten Gefäß zu filigranen Gräsern. Schattenpflanzen wie Fuchsien haben andere Ansprüche und gehören nicht in denselben Kasten. Mehr zum Duftpartner lesen Sie in Lavendel beruhigt die Seele.
Krankheiten und Schädlinge
Am häufigsten ist der Geranienrost: gelbliche Flecken auf der Blattoberseite und braune Sporenpusteln, oft in Ringen, auf der Unterseite. Entfernen Sie befallene Blätter sofort über den Restmüll, gießen Sie nicht über das Laub und stellen Sie die Pflanzen luftiger. Bei feuchtem Wetter tritt außerdem Grauschimmel an Blüten und Stängeln auf, siehe Der Kampf gegen den Grauschimmel. Weiße Fliegen und Blattläuse kommen gelegentlich vor. Eine gefürchtete Krankheit ist die Bakterienwelke, bei der Pflanzen trotz feuchter Erde welken und Stängel schwarz werden; befallene Pflanzen müssen vollständig entsorgt werden.
Pelargonien gelten für Menschen als nur gering giftig, für Katzen und Hunde werden beim Fressen größerer Mengen Erbrechen und Hautreizungen beschrieben.
Überwintern und Stecklinge
Holen Sie die Pflanzen vor dem ersten Frost herein. Am einfachsten überwintern sie hell bei etwa 5–10 °C, zum Beispiel in einem hellen, kühlen Treppenhaus. Kürzen Sie die Triebe um etwa ein Drittel bis die Hälfte, entfernen Sie Blüten und kranke Blätter und gießen Sie nur so viel, dass die Triebe nicht schrumpeln. Ist nur ein dunkler, kühler Raum vorhanden, schneiden Sie stärker zurück und halten die Pflanzen fast trocken. Im Februar oder März werden sie heller und wärmer gestellt, umgetopft und langsam wieder gegossen.
Stecklinge schneiden Sie im August oder September: etwa 8–10 cm lange, nicht blühende Triebspitzen, untere Blätter entfernen, kurz antrocknen lassen und in Anzuchterde stecken. Sie bewurzeln bei mäßiger Feuchte in wenigen Wochen, eine Plastikhaube ist bei Pelargonien nicht nötig und fördert eher Fäulnis. Die Jungpflanzen überwintern platzsparend auf der Fensterbank.
Duftgeranien in der Küche
Die Blätter mancher Duftgeranien riechen nach Rose, Zitrone, Minze oder Apfel. Einige Arten, etwa die Rosengeranie, werden traditionell zum Aromatisieren von Gebäck, Gelee oder Getränken verwendet. Nehmen Sie dafür nur Pflanzen, die Sie selbst ohne Pflanzenschutzmittel gezogen haben, und verwenden Sie die Blätter sparsam. Wer mehr über Balkongärtnerei wissen möchte, findet Anregungen im Beitrag Auf Balkon oder Terrasse einen Topfgarten anlegen.
Häufige Fragen
Wie oft muss man Geranien düngen?
Etwa vier bis sechs Wochen nach dem Pflanzen beginnen und dann bis Ende August wöchentlich mit Flüssigdünger für Balkonpflanzen düngen. Mit Langzeitdünger genügt eine Gabe beim Pflanzen, im Hochsommer eventuell ergänzt.
Warum blühen meine Geranien nicht?
Meist fehlt Sonne oder Dünger, oder die Pflanzen bekommen zu viel Stickstoff und bilden nur Blätter. Auch nicht ausgeputzte, verwelkte Blütenstände bremsen die Neubildung.
Wann dürfen Geranien nach draußen?
Nach den letzten Nachtfrösten, meist nach den Eisheiligen Mitte Mai. Frost vertragen Pelargonien nicht.
Kann man Geranien dunkel überwintern?
Ja, wenn sie stark zurückgeschnitten, kühl bei etwa 5 °C und fast trocken gehalten werden. Hell bei 5–10 °C überwintern sie aber zuverlässiger und treiben im Frühjahr kräftiger aus.



