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Garten-Ratgeber

Beliebte Kletterpflanzen: Der Efeu

Gehölze & Heckenvon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Steckbrief
  2. Jugendform und Altersform
  3. Sorten für jeden Zweck
  4. Efeu an der Fassade: Chancen und Risiken
  5. Efeu an Zaun, Pergola und als Bodendecker
  6. Pflanzen, Pflege und Schnitt
  7. Giftigkeit: Vorsicht bei Kindern und Haustieren
  8. Efeu als Zimmerpflanze
  9. Häufige Fragen

Efeu (Hedera helix) ist die robusteste immergrüne Kletterpflanze für Schatten und Halbschatten: Er klettert ohne Rankhilfe an Mauern, Zäunen und Bäumen, bedeckt schattige Böden und bietet Vögeln und Insekten Nahrung und Schutz. Die Kehrseiten: Er ist in allen Teilen giftig, seine Haftwurzeln können beschädigten Putz und offene Fugen weiter aufbrechen, und ein alter Efeu lässt sich nur mühsam wieder entfernen. Wer das vorher bedenkt, hat eine Kletterpflanze, die Jahrzehnte hält.

Mit Efeu dicht bewachsene Hauswand, nur die Fenster bleiben frei
Mit Efeu dicht bewachsene Hauswand, nur die Fenster bleiben frei

Steckbrief

Botanischer NameHedera helix (Gewöhnlicher Efeu), außerdem Hedera colchica (Kaukasus-Efeu) und Hedera hibernica (Irischer Efeu)
WuchsSelbstklimmer mit Haftwurzeln, kletternd bis 20 m und mehr, auch kriechend
Blüteerst an der Altersform, September–Oktober, grünlich-gelb
Früchteblauschwarze Beeren, reif im Spätwinter und Frühjahr
StandortHalbschatten bis Schatten, auch Sonne bei ausreichender Feuchte
Bodenanspruchslos, humos und frisch ideal, kalkverträglich
Winterhärteheimische Art vollkommen winterhart, buntlaubige Sorten empfindlicher
Giftigkeitalle Teile giftig für Menschen, Hunde, Katzen, Pferde und Nager

Jugendform und Altersform

Efeu hat zwei Gesichter. In der Jugendform bildet er die bekannten drei- bis fünflappigen Blätter und klettert mit Haftwurzeln. Erreicht er nach vielen Jahren das obere Ende seiner Kletterfläche und bekommt genug Licht, entwickelt er die Altersform: Die Triebe wachsen strauchig ab, bilden keine Haftwurzeln mehr, und die Blätter werden ungelappt, rautenförmig. Erst jetzt blüht er.

Diese späte Blüte im September und Oktober ist eine der letzten reichen Nahrungsquellen des Jahres für Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge. Die Beeren reifen im Spätwinter, wenn für Amseln, Drosseln und Ringeltauben sonst wenig zu finden ist. Aus Stecklingen der Altersform zieht man den Strauchefeu, der nicht mehr klettert, sondern kompakte, halbkugelige Büsche bildet.

Sorten für jeden Zweck

  • ‘Plattensee’: robuste Sorte des Gewöhnlichen Efeus, kleinblättrig, im Winter in der Sonne bronze- bis violett überlaufen.
  • ‘Goldheart’: kleine Blätter mit gelber Mitte, braucht Licht, um die Zeichnung zu behalten.
  • ‘Green Ripple’: tief gelappte, spitze Blätter, für Kübel und Beeteinfassungen.
  • ‘Erecta’: wächst aufrecht und klettert nicht, gut für Kübel und Grabbepflanzung.
  • Kaukasus-Efeu (Hedera colchica): sehr große, ledrige Blätter, klettert weniger hoch; die Sorte ‘Dentata Variegata’ hat cremeweiß gerandete Blätter.
  • Irischer Efeu (Hedera hibernica): wächst stärker und großblättriger als der Gewöhnliche Efeu, ein schneller Bodendecker.
  • Strauchefeu (‘Arborescens’): nicht kletternd, blüht und fruchtet reich, ein immergrüner Kleinstrauch für den Schatten.

Buntlaubige Sorten sind etwas frostempfindlicher und wachsen langsamer als grüne. In rauen Lagen gehören sie an einen geschützten Platz.

Efeu an der Fassade: Chancen und Risiken

Eine efeubewachsene Wand schützt die Fassade vor Schlagregen und starker Sonne, gleicht Temperaturschwankungen aus und bietet Vögeln Nistplätze. Auf intaktem, festem Mauerwerk oder Klinker richtet Efeu in der Regel keinen Schaden an. Seine Haftwurzeln suchen aber dunkle Ritzen und dringen in Risse, offene Fugen und mürben Putz ein. Dort wachsen sie in die Dicke und können Schäden vergrößern.

Ungeeignet sind deshalb Fassaden mit Rissen, bröckelndem Putz, Holzverkleidungen und Wärmedämmverbundsysteme. Halten Sie Efeu außerdem von Dach, Dachrinne, Fenstern, Rollläden und Lüftungsöffnungen fern und schneiden Sie ihn dort regelmäßig zurück. Bedenken Sie auch, dass sich ein alter Efeu kaum spurlos entfernen lässt: Die Haftwurzeln bleiben als Reste an der Wand und müssen mühsam abgebürstet werden. Wo das nicht gewünscht ist, sind Kletterpflanzen an einem Gerüst die bessere Wahl; Möglichkeiten zeigt Rankhilfen für die Begrünung einer Hauswand.

An Bäumen ist Efeu kein Schmarotzer. Er holt sich Wasser und Nährstoffe aus eigenen Wurzeln im Boden. Bei alten, geschwächten Bäumen kann ein dichter Efeumantel jedoch die Windlast erhöhen.

Efeu an Zaun, Pergola und als Bodendecker

An einem Maschendrahtzaun oder Stabgitterzaun wird Efeu nach einigen Jahren zu einer schmalen, immergrünen Wand, die kaum Platz braucht – ideal für kleine Gärten. Weitere Ideen stehen unter Begrünter Sichtschutz im Garten. Auch Lauben und Bögen lassen sich begrünen, wobei Efeu dort viele Jahre braucht, bis er dicht ist.

Als Bodendecker ist Efeu im tiefen Schatten unter Bäumen fast konkurrenzlos. Pflanzen Sie etwa vier bis sechs Pflanzen je Quadratmeter; nach zwei bis drei Jahren schließt sich die Fläche. Eine ähnliche Rolle im Schatten spielen Kletterhortensien, die im Sommer zusätzlich blühen.

Pflanzen, Pflege und Schnitt

Efeu wird im Frühjahr oder Herbst gepflanzt, Containerware auch im Sommer, solange Sie ausreichend gießen. Neu gepflanzter Efeu wächst im ersten Jahr kaum, weil er zunächst Wurzeln bildet; führen Sie die Triebe schräg zur Wand, damit sie Halt finden. Danach wächst er zügig.

Einmal eingewachsen, braucht Efeu nur wenig Pflege. Gießen Sie in trockenen Sommern und im Winter an frostfreien Tagen, wenn der Boden trocken ist, denn immergrüne Pflanzen verdunsten auch im Winter Wasser. Wintersonne auf gefrorenem Boden verursacht sonst braune Blätter. Schneiden können Sie Efeu jederzeit; günstig ist der Spätwinter oder der Spätsommer. Efeu ist eine beliebte Brutstätte für Vögel. Kräftige Rückschnitte gehören deshalb in die Zeit von Oktober bis Februar, und auch bei leichten Schnitten im Sommer prüfen Sie vorher auf Nester. Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe, da der Pflanzensaft die Haut reizen kann.

Giftigkeit: Vorsicht bei Kindern und Haustieren

Efeu enthält in allen Teilen Saponine, besonders in Beeren und Blättern. Beim Menschen können schon wenige Beeren Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen, bei größeren Mengen auch schwerere Vergiftungen. Die bitteren Beeren schrecken meist nach dem ersten Bissen ab, trotzdem sollten kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt an fruchtende Altersformen gelangen. Für Hunde, Katzen, Pferde, Kaninchen und Meerschweinchen ist Efeu ebenfalls giftig. Bei Verdacht auf eine Vergiftung wenden Sie sich an den Giftnotruf oder den Tierarzt. Weitere giftige Gartenpflanzen stellt der Beitrag Vorsicht: giftige Zierpflanzen im Garten vor.

Efeu als Zimmerpflanze

Kleinblättrige Sorten des Gewöhnlichen Efeus zählen seit langem zu den beliebten Zimmerpflanzen, als Ampel, am Moosstab oder in Kombination mit anderen Grünpflanzen. Drinnen mag Efeu einen hellen, aber nicht sonnigen und eher kühlen Platz. In warmer, trockener Heizungsluft bekommt er leicht Spinnmilben; regelmäßiges Besprühen und ein kühler Winterstandort beugen vor, wie im Beitrag Tipps zur Bekämpfung von Spinnmilben beschrieben. Gießen Sie mäßig und lassen Sie die oberste Erdschicht zwischendurch antrocknen. Nicht verwechseln: Die ähnlich klingende Efeutute ist eine ganz andere, tropische Pflanze.

Häufige Fragen

Schadet Efeu der Hauswand?

Auf intaktem Mauerwerk meist nicht. Bei Rissen, offenen Fugen, mürbem Putz, Holz und Wärmedämmfassaden kann er Schäden vergrößern. Vor der Pflanzung sollten Sie die Wand gründlich prüfen.

Ist Efeu giftig?

Ja, alle Teile sind für Menschen und viele Haustiere giftig, besonders die Beeren. Beim Schneiden schützen Handschuhe vor Hautreizungen.

Wann blüht Efeu?

Erst in der Altersform, nach vielen Jahren, im September und Oktober. Die Blüten sind unscheinbar, aber eine wichtige späte Nahrungsquelle für Insekten.

Ist Efeu winterhart?

Der heimische Gewöhnliche Efeu ist vollkommen winterhart. Buntlaubige Sorten und Efeu im Kübel brauchen in rauen Lagen etwas Schutz; braune Blätter im Winter sind meist Folge von Trockenheit bei gefrorenem Boden.

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