Minze-Sorten für Garten oder Kübel
Inhalt9 Abschnitte
Minze wächst fast überall, wo der Boden frisch und nahrhaft ist, am liebsten im Halbschatten oder in der Sonne mit feuchtem Fuß. Das Problem ist selten das Anwachsen, sondern das Gegenteil: Die meisten Minzen breiten sich über unterirdische Ausläufer aus und erobern ohne Sperre das halbe Beet. Wer die passende Sorte wählt und sie im Kübel oder mit Wurzelsperre pflanzt, hat jahrelang Freude an einem der vielseitigsten Kräuter.

Was Minzen gemeinsam haben
Die Gattung Mentha gehört wie Salbei und Lavendel zu den Lippenblütlern. Typisch sind vierkantige Stängel, gegenständige Blätter und kleine, meist lila, rosa oder weiße Blüten, die im Hochsommer von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen umschwärmt werden. Fast alle Gartenminzen sind mehrjährig und winterhart: Sie ziehen im Herbst ein und treiben im Frühjahr aus den Ausläufern neu aus.
Minzen kreuzen sich untereinander leicht. Deshalb sind viele Namen im Handel eher Aromabezeichnungen als botanisch saubere Sorten, und aus Samen gezogene Pflanzen riechen oft anders als die Mutterpflanze. Sortenecht vermehren Sie Minze nur über Ausläufer, Teilung oder Stecklinge.
Der richtige Standort für Minze
Die meisten Minzen mögen einen halbschattigen bis sonnigen Platz mit frischem, humusreichem Boden, der nie ganz austrocknet. In praller Mittagssonne auf sandigem Boden werden die Blätter klein und hart, im tiefen Schatten wächst die Pflanze lang und dünn und verliert Aroma. Ideal ist ein Platz mit Morgen- oder Abendsonne. Wasserminze verträgt sogar dauerhaft nassen Boden am Teichrand.
Düngen Sie zurückhaltend. Eine Gabe Kompost im Frühjahr reicht meist aus; zu viel Stickstoff lässt die Blätter mastig wachsen und macht sie anfälliger für Pilze.
Minze im Beet bändigen
Wer Minze direkt ins Beet setzt, sollte ihr eine Grenze ziehen. Bewährt hat sich ein großer Eimer oder Kübel ohne Boden, der so eingegraben wird, dass der Rand noch zwei bis drei Zentimeter aus der Erde ragt. So können die Ausläufer weder unter noch über den Rand wandern. Alternativ eignet sich eine Wurzelsperre aus festem Kunststoff, die mindestens 30 cm tief reicht.
Ausläufer, die trotzdem entwischen, stechen Sie im Frühjahr mit dem Spaten ab. Im Kräutergarten gehört Minze eher an den Rand, damit sie zartere Kräuter wie Thymian nicht bedrängt. Mehr zur Planung eines Kräuterbeets lesen Sie unter Kräuter aus dem eigenen Garten.
Minze im Kübel
Im Topf ist Minze am einfachsten zu halten. Wählen Sie ein Gefäß mit mindestens 20–30 cm Durchmesser, Abzugsloch und guter Kräuter- oder Gemüseerde. Minze braucht im Kübel mehr Wasser als im Beet: An heißen Tagen kann tägliches Gießen nötig sein. Nach zwei bis drei Jahren ist der Topf meist so durchwurzelt, dass die Pflanze in der Mitte verkahlt. Dann teilen Sie den Ballen im Frühjahr und setzen ein kräftiges Randstück in frische Erde.
Winterhart sind die meisten Minzen auch im Kübel, wenn der Topf geschützt an der Hauswand steht und nicht dauerhaft nass ist. Empfindlichere Sorten wie Marokkanische Minze oder Bananenminze danken eine Hülle aus Vlies oder einen Platz im kühlen, hellen Treppenhaus.
Bekannte Minze-Sorten im Überblick
| Minze | Botanisch | Höhe | Aroma und Verwendung |
| Pfefferminze | Mentha × piperita | 50–80 cm | kräftig, mentholreich; Tee, Desserts |
| Marokkanische Minze | Mentha spicata Marokko | 40–60 cm | mild-süß, wenig Menthol; Minztee, Salate |
| Apfelminze | Mentha suaveolens | 50–100 cm | fruchtig, weiche filzige Blätter; Süßspeisen |
| Wasserminze | Mentha aquatica | 20–80 cm | herb-würzig; Teichrand, feuchte Stellen |
| Schokominze | Mentha × piperita Chocolate | 30–50 cm | Pfefferminze mit schokoladiger Note; Tee, Desserts |
| Orangenminze | Mentha × piperita var. citrata | 40–80 cm | zitrusartig; Tee, Bowlen |
| Bananenminze | Mentha arvensis Banana | 30–50 cm | deutlich nach Banane; Eis, Obstsalat |
| Korsische Minze | Mentha requienii | 2–5 cm | winziger Bodendecker, intensiv; nur bedingt winterhart |
Die Höhen sind Richtwerte, je nach Standort und Nährstoffen wachsen Minzen deutlich kleiner oder größer.
Welche Minze wofür?
Für klassischen Pfefferminztee führt kein Weg an der Pfefferminze vorbei. Bekannte Auslesen wie die Englische Minze (Mitcham) haben einen besonders hohen Mentholgehalt. Wer den süßen, milden Tee aus Nordafrika mag, greift zur Marokkanischen Minze, einer Form der Grünen Minze (Mentha spicata). Sie ist auch in Cocktails, Taboulé und Joghurtsaucen die bessere Wahl, weil sie nicht so scharf nach Menthol schmeckt.
Apfel- und Ananasminze – die Ananasminze ist eine weißbunte Form der Apfelminze – haben weiche, behaarte Blätter und ein fruchtiges, eher zurückhaltendes Aroma. Sie machen sich gut in Obstsalaten und als essbare Dekoration. Schoko-, Orangen- und Bananenminze sind Aromaminzen, die vor allem in Süßspeisen und im Tee überraschen. Sie wachsen meist etwas schwächer und sind im Kübel gut aufgehoben.
Für feuchte Ecken und den Teichrand ist die Wasserminze die richtige Wahl. Die heimische Rossminze (Mentha longifolia) mit silbrigen Blättern und die Ackerminze (Mentha arvensis) passen in naturnahe Gärten. Eine Minze sollten Sie mit Vorsicht behandeln: Die Poleiminze (Mentha pulegium) enthält Pulegon, das in größeren Mengen die Leber schädigt. Als Zierpflanze ist sie in Ordnung, für Tee ist sie nicht gedacht.
Ernten, trocknen, verwenden
Minze kann von Mai bis in den Herbst laufend geerntet werden. Schneiden Sie ganze Triebspitzen ab statt einzelne Blätter zu zupfen: Die Pflanze verzweigt sich dann und bleibt buschig. Das meiste Aroma haben die Blätter kurz vor der Blüte, also meist im Juni oder Juli. Wenn Sie größere Mengen trocknen möchten, schneiden Sie die Pflanze dann um etwa die Hälfte zurück, binden die Stiele zu kleinen Sträußen und hängen sie luftig und schattig auf. Bis zum Herbst treibt sie ein zweites Mal kräftig durch.
Traditionell wird Pfefferminztee bei Magen-Darm-Beschwerden getrunken. Pfefferminzöl dagegen ist hochkonzentriert und darf bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Gesicht oder in der Nähe von Mund und Nase angewendet werden. Wer Minze als Öl ansetzen möchte, findet Hinweise im Beitrag Kräuter- und Gewürzöle selber machen.
Minzrost und andere Probleme
Die häufigste Krankheit ist der Minzrost (Puccinia menthae). Er zeigt sich zuerst an verdickten, verkrümmten Trieben im Frühjahr, später an orangefarbenen bis braunen Pusteln auf den Blattunterseiten. Befallene Triebe schneiden Sie bodennah ab und entsorgen sie über den Restmüll. Bei starkem Befall hilft nur ein Neustart: gesunde Ausläufer ohne Flecken an einen neuen Platz setzen und die alte Pflanze entfernen. Dass Minze nach einigen Jahren am selben Ort nachlässt, hat meist genau diesen Grund. Ein Standortwechsel alle drei bis vier Jahre beugt vor.
Daneben tritt an sehr trockenen, heißen Standorten Echter Mehltau auf, im Kübel gelegentlich Spinnmilben. Beiden beugen Sie mit gleichmäßiger Feuchtigkeit und einem luftigen Platz vor. Minze lässt sich übrigens gut mit anderen robusten Kräutern kombinieren; weitere Ideen finden Sie bei den exotischen Gewürzkräutern und in der Rubrik Kräuter.
Häufige Fragen
Welcher Standort ist für Minze im Garten ideal?
Halbschatten oder Sonne mit frischem, humusreichem Boden, der nicht austrocknet. Morgen- oder Abendsonne ist ideal, pralle Mittagssonne auf trockenem Boden mag Minze nicht.
Welche Minze-Sorte eignet sich am besten für Tee?
Für kräftigen Tee die Pfefferminze, für süßen nordafrikanischen Minztee die Marokkanische Minze. Aromaminzen wie Orangen- oder Schokominze eignen sich eher zum Mischen.
Ist Minze winterhart?
Die meisten Gartenminzen sind winterhart und treiben jedes Frühjahr neu aus. Korsische Minze, Bananenminze und teils auch Marokkanische Minze brauchen in rauen Lagen Schutz, im Kübel vor allem gegen Dauernässe.
Kann man verschiedene Minzen zusammen pflanzen?
Möglich ist es, aber die stärkste Sorte setzt sich mit der Zeit durch. Pflanzen Sie jede Minze in einen eigenen Topf oder mit eigener Wurzelsperre, dann bleiben die Aromen getrennt.



