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Garten-Ratgeber

Kräuter aus dem eigenen Garten

Kräutervon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Die drei Gruppen: welches Kraut was braucht
  2. Kräuterbeet, Spirale oder Hochbeet
  3. Kräuter-Etagere: Kräuter stufenweise in Töpfen
  4. Die Kräuterpyramide aus Tontöpfen
  5. Die richtige Auswahl
  6. Vorsicht beim Bärlauch
  7. Pflanzen, Säen und Pflegen
  8. Ernten und haltbar machen
  9. Häufige Fragen

Einen Kräutergarten können Sie auf jeder Fläche anlegen – im Beet, in einer Kräuterspirale, auf einer Etagere oder in Töpfen auf dem Balkon. Entscheidend ist, Kräuter nach ihren Ansprüchen zu gruppieren: Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano wollen Sonne und mageren Boden, Petersilie, Schnittlauch und Basilikum nährstoffreiche, frische Erde, Bärlauch und Minze vertragen Halbschatten. Wer das beachtet, hat mit Kräutern kaum Arbeit.

Schnittlauch, Petersilie und Rosmarin in Töpfen
Schnittlauch, Petersilie und Rosmarin in Töpfen

Die drei Gruppen: welches Kraut was braucht

Kräuter stammen aus sehr unterschiedlichen Lebensräumen. Gliedern Sie Ihren Kräutergarten danach, dann gedeihen alle.

GruppeBeispieleStandortBoden und Wasser
Mediterrane KräuterRosmarin, Thymian, Salbei, Oregano, Lavendel, Bohnenkrautvollsonnig, warmdurchlässig, mager, eher trocken
Küchenkräuter mit AppetitPetersilie, Schnittlauch, Basilikum, Dill, Kerbel, Liebstöckelsonnig bis halbschattighumos, nährstoffreich, gleichmäßig feucht
Kräuter für HalbschattenBärlauch, Minze, Waldmeister, Sauerampferhalbschattig bis schattighumos, frisch bis feucht

Die mediterrane Gruppe wird am häufigsten falsch behandelt: Sie bekommt zu viel Wasser und zu viel Dünger. Rosmarin und Thymian entwickeln ihr volles Aroma gerade auf kargem Boden. Mischen Sie schwere Gartenerde für sie mit Sand oder feinem Splitt.

Kräuterbeet, Spirale oder Hochbeet

Das einfachste ist ein Kräuterbeet nahe der Küche, damit der Weg zum Ernten kurz bleibt. Ein Meter mal zwei reicht für eine gute Grundausstattung. Teilen Sie das Beet in eine sonnig-trockene und eine humos-frische Hälfte.

Die Kräuterspirale vereint unterschiedliche Standorte auf kleiner Fläche: oben trocken und warm für Mittelmeerkräuter, unten feuchter und nährstoffreicher, am Fuß manchmal ein kleines Wasserbecken. Wie Sie eine bauen, zeigt der Beitrag Eine Kräuterspirale anlegen. Im Hochbeet wachsen Kräuter rückenschonend und schneckensicherer; für mediterrane Arten die obere Schicht mit Sand abmagern.

Kräuter-Etagere: Kräuter stufenweise in Töpfen

Eine Kräuter-Etagere ist ein Stufenregal oder Ständer mit mehreren Ebenen, auf dem Kräuter in einzelnen Töpfen stehen. Sie braucht wenig Grundfläche und eignet sich für Terrasse, Balkon und kleine Gärten. Der große Vorteil: Jedes Kraut bekommt seine eigene Erde und seine eigene Gießmenge.

So stellen Sie eine Etagere sinnvoll zusammen:

  • Oben die Sonnenkinder. Rosmarin, Thymian und Salbei auf die oberste, sonnigste Stufe; hier trocknet es schneller, was ihnen gefällt.
  • Unten die Durstigen. Petersilie, Schnittlauch und Minze auf die unteren Stufen, wo es schattiger und feuchter ist und Gießwasser von oben mitunter noch etwas abbekommt.
  • Töpfe mit Abzugsloch. Staunässe ist bei Topfkräutern der häufigste Grund für Ausfälle. Eine Drainageschicht aus Blähton oder Tonscherben unten im Topf hilft.
  • Terrakotta oder Kunststoff? Tontöpfe sehen gut aus, sind atmungsaktiv und passen zu mediterranen Kräutern, trocknen aber im Sommer schnell aus. Glasierte Töpfe oder Kunststoff halten Feuchtigkeit länger – günstig für Petersilie und Basilikum.
  • Stabilität prüfen. Eine Etagere mit vollen Töpfen ist schwer. Sie sollte sicher stehen und bei Wind nicht kippen.

Im Winter sollten Tontöpfe nicht ungeschützt draußen stehen, weil sie bei Frost platzen können und die Wurzeln im Topf schneller durchfrieren als im Beet.

Die Kräuterpyramide aus Tontöpfen

Eine hübsche Variante der Etagere ist die Kräuterpyramide aus gestapelten Tontöpfen. Sie brauchen drei bis vier Töpfe unterschiedlicher Größe, zum Beispiel mit 40, 30, 20 und 15 cm Durchmesser.

  1. Größten Topf füllen. Drainageschicht einfüllen, dann Kräutererde bis knapp unter den Rand.
  2. Nächsten Topf hineinsetzen. Setzen Sie ihn leicht versetzt oder mittig auf die Erde und füllen Sie ihn ebenfalls.
  3. Weiter stapeln. So entstehen ringförmige Pflanzstreifen auf jeder Ebene.
  4. Bepflanzen. Oben die sonnenliebenden, trockenheitsverträglichen Kräuter, in den unteren Ringen solche, die mehr Wasser mögen.

Auf ähnliche Weise lassen sich Pflanzringe aus Beton oder Holzbottiche unterschiedlicher Größe übereinanderstellen. Mehr zum Gärtnern in Gefäßen lesen Sie unter Auf Balkon oder Terrasse einen Topfgarten anlegen.

Die richtige Auswahl

Pflanzen Sie vor allem, was Sie tatsächlich verwenden. Eine solide Grundausstattung besteht aus Petersilie, Schnittlauch, Thymian, Oregano, Rosmarin und Salbei, im Sommer ergänzt durch Basilikum und Dill.

Einige Hinweise zu den Klassikern:

  • Basilikum ist nicht winterhart und kommt erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie. Es gibt zahlreiche Sorten mit Zitronen-, Zimt- oder Anisaroma; einen Überblick gibt der Beitrag zu Basilikum-Sorten.
  • Petersilie ist zweijährig und mit sich selbst unverträglich: Säen Sie sie nicht jedes Jahr an dieselbe Stelle.
  • Schnittlauch wächst nach jedem Schnitt nach. Schneiden Sie ihn einige Zentimeter über dem Boden.
  • Minze wuchert über Ausläufer. Setzen Sie sie in einen Topf oder mit Wurzelsperre ins Beet. Sorten stellt der Beitrag Minze-Sorten für Garten oder Kübel vor.
  • Rosmarin ist nur bedingt winterhart. In rauen Lagen und im Topf überwintert er besser hell und kühl.
  • Dill mag es nicht zu heiß und trocken; bei großer Hitze schießt er schnell in Blüte.

Wer Neues probieren möchte, findet Anregungen unter Exotische Gewürzkräuter aus dem Garten.

Vorsicht beim Bärlauch

Bärlauch wächst gern im Halbschatten unter Laubgehölzen und breitet sich dort aus, wenn es ihm gefällt. Seine Blätter lassen sich leicht verwechseln – mit Maiglöckchen, Herbstzeitlose und Aronstab, die alle giftig sind und teils am selben Standort wachsen. Sicheres Erkennungszeichen ist der deutliche Knoblauchgeruch beim Zerreiben eines Blattes; dabei aber aufpassen, dass der Geruch nicht noch von einem vorherigen Blatt an den Fingern haftet. Wer unsicher ist, kauft Pflanzen aus der Gärtnerei statt wild zu sammeln.

Pflanzen, Säen und Pflegen

Die bequemste Methode sind vorgezogene Pflanzen aus der Gärtnerei. Supermarkt-Töpfe sind oft sehr dicht gesät und für einen schnellen Verbrauch gezogen. Wer sie auspflanzen möchte, teilt den Ballen in drei bis vier Portionen und setzt diese einzeln. Einjährige Kräuter wie Dill, Kerbel und Petersilie lassen sich gut direkt säen; Saatbänder erleichtern das Einhalten der Abstände.

Gedüngt wird sparsam: Mediterrane Kräuter brauchen im Beet meist gar nichts, Küchenkräuter wie Petersilie und Schnittlauch freuen sich im Frühjahr über etwas reifen Kompost. Gießen Sie morgens und direkt an den Wurzeln, nicht über die Blätter.

Ernten und haltbar machen

Das stärkste Aroma haben die meisten Kräuter vor der Blüte, am späten Vormittag an einem trockenen Tag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Schneiden Sie immer ganze Triebspitzen, nicht einzelne Blätter; so verzweigen sich Basilikum, Salbei und Oregano und werden buschiger. Bei Rosmarin und Thymian nicht ins alte Holz schneiden.

Kräuter aus dem eigenen, ungespritzten Garten müssen Sie meist nicht waschen; ein kurzes Ausschütteln genügt, dann bleibt das Aroma besser erhalten. Zum Haltbarmachen eignen sich:

  • Trocknen: Rosmarin, Thymian, Oregano, Salbei und Bohnenkraut in kleinen Sträußen luftig und schattig aufhängen.
  • Einfrieren: Petersilie, Schnittlauch, Dill und Basilikum gehackt in Eiswürfelformen mit etwas Wasser oder Öl.
  • In Öl oder Essig: Hinweise zur sicheren Herstellung stehen im Beitrag Kräuter- und Gewürzöle selber machen.

Häufige Fragen

Welche Kräuter passen auf eine Kräuter-Etagere?

Fast alle Küchenkräuter. Oben Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano, weiter unten Petersilie, Schnittlauch, Basilikum und Minze. Jedes Kraut bekommt einen eigenen Topf mit Abzugsloch.

Welche Kräuter kann man zusammen pflanzen?

Kräuter mit ähnlichen Ansprüchen: die mediterranen Arten miteinander, die nährstoffhungrigen Küchenkräuter miteinander. Minze pflanzen Sie besser allein, weil sie Nachbarn überwuchert.

Welche Kräuter sind winterhart?

Schnittlauch, Thymian, Salbei, Oregano, Minze, Liebstöckel und Bärlauch überstehen den Winter im Beet. Rosmarin ist nur bedingt winterhart, Basilikum gar nicht. Im Topf sind alle Kräuter frostempfindlicher.

Wann ist die beste Zeit, einen Kräutergarten anzulegen?

Winterharte Kräuter können Sie von April bis in den Frühherbst pflanzen. Frostempfindliche Arten wie Basilikum kommen erst nach Mitte Mai ins Freie.

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