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Garten-Ratgeber

Blattläuse an Rosen bekämpfen

Schädlinge & Krankheitenvon Kathrin Schendel7 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Blattläuse an Rosen sitzen
  2. Das Schadbild: So erkennen Sie den Befall
  3. Sofortmaßnahmen, die fast immer ausreichen
  4. Nützlinge: die wirksamste Dauerlösung
  5. Wann ein Pflanzenschutzmittel sinnvoll ist
  6. Warum manche Rosen immer wieder befallen werden
  7. Vorbeugung über das ganze Jahr
  8. Verwechslungen: Was sonst an Rosen saugt und frisst
  9. Häufige Fragen

Blattläuse an Rosen werden Sie in den meisten Fällen ohne Chemie los: abstreifen oder mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen, Nützlinge arbeiten lassen und die Rose nicht mit Stickstoff überfüttern. Erst wenn eine Kolonie trotzdem wächst und Knospen verkrüppeln, lohnt ein zugelassenes Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl. Hauptsaison ist das späte Frühjahr, von Ende April bis in den Juni hinein – danach regeln Marienkäfer und Co. das Problem oft von selbst.

Grüne Blattläuse an einer roten Rosenknospe
Grüne Blattläuse an einer roten Rosenknospe

Welche Blattläuse an Rosen sitzen

Die häufigste Art ist die Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae). Sie wird etwa 3 mm lang, ist grün oder rötlich-braun gefärbt und trägt am Hinterleib zwei lange, dunkle Röhrchen. Daneben kommen kleinere grüne Arten vor, etwa die Kleine Rosenblattlaus. Für die Bekämpfung spielt die genaue Art keine Rolle – alle saugen Pflanzensaft und vermehren sich im Frühjahr explosionsartig.

Der Grund für dieses Tempo liegt im Lebenszyklus: Aus den überwinterten Eiern schlüpfen im Frühjahr ausschließlich Weibchen, die sich ohne Befruchtung vermehren und lebende Junge zur Welt bringen. Diese sind nach rund einer Woche selbst fortpflanzungsfähig. Aus wenigen Läusen im April werden so innerhalb von drei, vier Wochen dichte Kolonien. Wird es eng, entstehen geflügelte Tiere, die auf die nächste Rose oder auf Sommerwirte umziehen. Im Herbst legen die Läuse Eier an die Triebe, die dort den Winter überdauern.

Das Schadbild: So erkennen Sie den Befall

Die Läuse sitzen bevorzugt dort, wo das Gewebe weich und saftreich ist: an Triebspitzen, Knospen, Blütenstielen und jungen Blattunterseiten. Schon mit bloßem Auge sieht man die dichten Kolonien, dazwischen oft helle Häutungsreste, die an Schuppen erinnern.

Typische Folgen des Befalls:

  • Gekräuselte, eingerollte oder verkrüppelte Blätter, weil die Läuse beim Saugen Speichel ins Gewebe abgeben.
  • Knospen, die sich nicht richtig öffnen oder verformte Blüten tragen.
  • Klebriger Belag auf Blättern und darunter liegenden Flächen. Das ist der Honigtau, ein zuckerhaltiger Ausscheidungssaft.
  • Schwarzer, abwischbarer Belag auf dem Honigtau – der Rußtaupilz. Er schadet der Rose nicht direkt, beschattet aber die Blätter.
  • Ameisen, die auf den Trieben auf- und ablaufen. Sie „melken“ die Läuse wegen des Honigtaus und verteidigen sie gegen Fressfeinde.

Eine gesunde, gut eingewachsene Rose übersteht einen mittleren Befall ohne bleibende Schäden. Problematisch wird es bei jungen Pflanzen, Rosen im Kübel und wenn die Blütenknospen massiv besetzt sind.

Sofortmaßnahmen, die fast immer ausreichen

  1. Früh kontrollieren. Sehen Sie sich ab Mitte April einmal pro Woche die Triebspitzen an. Einzelne Läuse sind kein Grund zum Handeln, eine wachsende Kolonie schon.
  2. Abstreifen. Mit Handschuhen lassen sich die Läuse von Knospen und Trieben einfach abstreifen. Das klingt altmodisch, ist bei wenigen Rosen aber die schnellste Methode.
  3. Abspritzen. Ein kräftiger, aber nicht harter Wasserstrahl spült die Läuse ab; viele schaffen den Weg zurück nicht. Spritzen Sie morgens, damit die Blätter bis zum Abend trocken sind – nasse Rosenblätter über Nacht fördern Sternrußtau und Mehltau.
  4. Stark befallene Spitzen abschneiden. Einzelne Triebspitzen, die dicht besetzt und schon verkrüppelt sind, schneiden Sie heraus und entsorgen sie im Restmüll.
  5. Ameisen stören. Ein Leimring am Stamm von Rosenstämmchen hält Ameisen vom Aufstieg ab, damit Nützlinge wieder freie Bahn haben.

Wiederholen Sie das Abspritzen alle paar Tage, bis die Kolonien schrumpfen. Meist sind nach zwei bis drei Wochen die ersten Nützlinge da und übernehmen den Rest.

Nützlinge: die wirksamste Dauerlösung

Blattläuse haben viele Fressfeinde. Marienkäfer und ihre Larven, Florfliegenlarven, Schwebfliegenlarven, Schlupfwespen, Ohrwürmer und Vögel wie Meisen und Spatzen fressen große Mengen. Die Nützlinge kommen allerdings erst, wenn es genug Beute gibt – deshalb hinken sie dem ersten Befall immer etwas hinterher. Wer in dieser Phase sofort spritzt, vertreibt oder tötet genau die Helfer, die das Problem dauerhaft lösen würden.

So holen Sie Nützlinge in den Garten:

  • Blühpflanzen neben die Rosen setzen, etwa Lavendel, Katzenminze, Schafgarbe, Fenchel oder Dill. Schwebfliegen und Schlupfwespen brauchen Nektar und Pollen.
  • Unterschlupf bieten: ein Insektenhotel, ein Laubhaufen in einer ruhigen Ecke, mit Holzwolle gefüllte umgedrehte Tontöpfe für Ohrwürmer.
  • Auf Breitband-Insektizide verzichten. Sie treffen Nützlinge meist härter als die schnell nachwachsenden Läuse.

Florfliegen- und Marienkäferlarven können Sie auch im Fachhandel für Nützlinge bestellen. Das lohnt sich vor allem in geschützten Lagen und bei Rosen im Wintergarten; im offenen Garten wandern ausgesetzte Tiere teilweise ab. Tipps für Nisthilfen finden Sie im Beitrag über das Insektenhotel im Garten.

Wann ein Pflanzenschutzmittel sinnvoll ist

Hilft das alles nicht und sind die Knospen dicht besetzt, kommen zugelassene Mittel für den Haus- und Kleingarten in Frage. Für Rosen gibt es Präparate auf Basis von Kaliseife (Fettsäuren) oder Rapsöl, die die Läuse bei direktem Kontakt abtöten, sowie Mittel mit dem Wirkstoff Azadirachtin aus dem Neembaum. Diese Wirkstoffe gelten als vergleichsweise schonend, sie wirken aber nur dort, wo sie die Läuse tatsächlich treffen. Sprühen Sie deshalb gründlich, auch auf die Blattunterseiten, und nur bei bedecktem Himmel oder abends, wenn keine Bienen fliegen.

Halten Sie sich an Dosierung und Zahl der Anwendungen, die auf der Packung stehen. Selbst angesetzte Seifenlaugen und Spritzbrühen sind zwar ein verbreiteter Tipp, rechtlich aber heikel, weil sie nicht als Pflanzenschutzmittel geprüft sind – und bei falscher Konzentration verbrennen sie zarte Rosenblätter. Wer pflanzliche Auszüge ausprobieren möchte, findet im Beitrag Mit Knoblauch gegen Blattläuse vorgehen eine ehrliche Einordnung.

Warum manche Rosen immer wieder befallen werden

Blattläuse bevorzugen weiches, schnell gewachsenes Gewebe. Die häufigste hausgemachte Ursache ist deshalb zu viel Stickstoff: Wer im Frühjahr kräftig mit Blaukorn oder frischem Mist düngt, erntet dicke, saftige Triebe – und Läuse. Organischer Rosendünger in maßvoller Menge, einmal zum Austrieb und einmal nach der ersten Blüte, reicht in den meisten Gärten. Ab Juli sollten Sie gar nicht mehr stickstoffbetont düngen, damit die Triebe bis zum Winter ausreifen.

Weitere Faktoren sind ein zu enger, windstiller Standort, Trockenstress im Kübel und Pflanzen, die ohnehin geschwächt sind. Eine Rose an einem luftigen, sonnigen Platz mit tiefgründigem Boden ist deutlich weniger anfällig. Wie Sie Rosen passend platzieren, lesen Sie im Beitrag Einen Rosengarten anlegen; für Topfrosen gelten die Hinweise unter Rosen im Kübel.

Vorbeugung über das ganze Jahr

  • Frühjahrsschnitt: Beim Rückschnitt im März oder April entfernen Sie mit den Triebspitzen auch viele überwinterte Eier. Wie Sie dabei vorgehen, steht unter Rosen im Frühjahr schneiden.
  • Gießen statt Durststrecken: Gestresste Rosen werden eher befallen. Gießen Sie durchdringend und selten, direkt auf den Boden.
  • Mischpflanzung: Rosen in Gesellschaft von Stauden und Kräutern locken mehr Nützlinge an als eine reine Rosenrabatte. Dass Lavendel Läuse „vertreibt“, ist allerdings nicht belegt – er lockt vor allem die Fressfeinde an.
  • Kontrolle im Frühsommer: Einmal pro Woche einen Blick auf die Triebspitzen werfen genügt.

Verwechslungen: Was sonst an Rosen saugt und frisst

Nicht jeder Schaden an Rosenknospen stammt von Läusen. Rosenzikaden sind hellgrün, springen bei Berührung weg und hinterlassen eine feine, weiße Sprenkelung auf den Blättern. Spinnmilben erkennen Sie an winzigen hellen Punkten und feinen Gespinsten bei trockener Hitze. Zerfressene, zusammengesponnene Blätter und Knospen gehen dagegen auf das Konto von Raupen, etwa des Rosenwicklers – mehr dazu im Beitrag Der Rosenwickler. Einen Überblick über weitere Schädlinge gibt Schädlingsbekämpfung im Garten.

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen Blattläuse an Rosen?

Am schnellsten wirken Abstreifen und ein kräftiger Wasserstrahl am Morgen. Bei starkem Befall helfen zugelassene Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl, die die Läuse bei direktem Kontakt abtöten.

Kann ich Rosen mit Blattläusen einfach sich selbst überlassen?

Bei gesunden, eingewachsenen Rosen oft ja: Sobald Marienkäfer, Schwebfliegen und Florfliegen auftauchen, bricht die Population meist innerhalb weniger Wochen zusammen. Bei jungen Pflanzen und Kübelrosen sollten Sie eingreifen.

Woher kommen die Blattläuse jedes Jahr?

Die Eier überwintern an den Trieben der Rose, außerdem fliegen im Frühjahr geflügelte Läuse aus der Umgebung zu. Ganz verhindern lässt sich das nicht – nur klein halten.

Hilft Knoblauch gegen Blattläuse an Rosen?

Knoblauch zwischen den Rosen hat allenfalls eine geringe Wirkung. Ob ein Knoblauchsud die Läuse vertreibt, ist nicht verlässlich belegt; Abspritzen und Nützlinge sind zuverlässiger.

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