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Garten-Ratgeber

Das feierliche Abgrillen im Garten

Möbel, Grill & Feuervon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum im Herbst mit Deckel gegrillt wird
  2. Direkt und indirekt grillen
  3. Barbecue und Smoker: langsam garen bei niedriger Temperatur
  4. Herbstliches Grillgut
  5. Wärme und Licht für kühle Abende
  6. Rücksicht auf die Nachbarn
  7. Lagerfeuer und Feuerschale: was erlaubt ist
  8. Sicherheit am Grill
  9. Nach dem Abgrillen: den Grill winterfest machen
  10. Häufige Fragen

Das Abgrillen ist der gesellige Abschluss der Grillsaison, meist an einem Wochenende im September oder Oktober. Damit der Abend auch bei 12 °C gelingt, braucht es drei Dinge: einen Grill mit Deckel für indirektes Garen, eine Wärmequelle für die Gäste und etwas Planung wegen der früh einsetzenden Dunkelheit. Dazu kommen Rücksicht auf die Nachbarn und am Ende ein gründlich gereinigter Grill, der gut durch den Winter kommt.

Bratwürste auf dem Holzkohlegrill im Garten
Bratwürste auf dem Holzkohlegrill im Garten

Warum im Herbst mit Deckel gegrillt wird

Kühle Luft und Wind ziehen einem offenen Grill die Hitze regelrecht ab. Auf einem offenen Rost dauert alles länger, die Temperatur schwankt, und fallendes Laub oder Asche landen auf dem Grillgut. Ein Deckelgrill hält die Wärme dagegen im Garraum. Er funktioniert wie ein Backofen im Freien, und die Außentemperatur spielt nur noch eine kleine Rolle. Kleine Einweggrills sind für den Herbst schlecht geeignet: Sie bekommen bei Wind kaum genug Temperatur, brennen schnell herunter und sind ohnehin eine Menge Abfall für einen Abend.

Direkt und indirekt grillen

Beim direkten Grillen liegt das Grillgut unmittelbar über der Glut. Das eignet sich für alles, was schnell gar ist: Würstchen, dünne Steaks, Gemüsescheiben. Beim indirekten Grillen schieben Sie die Glut auf eine Seite oder verteilen sie auf zwei Seiten und legen das Grillgut in die Mitte oder auf die andere Seite, wo keine Glut darunterliegt. Mit geschlossenem Deckel gart es dann langsam durch die heiße Luft, ohne außen zu verbrennen. So gelingen große Stücke wie Braten, ganze Hähnchen, Schweinenacken oder Kürbis.

Besonders bequem ist das bei Gasgrills mit mehreren Brennern, von denen einer oder zwei ausgeschaltet bleiben. Bei Holzkohle hilft ein Anzündkamin, um schnell gleichmäßige Glut zu bekommen. Welcher Grilltyp zu Ihnen passt, erklärt der Beitrag Welcher Grill ist der richtige?.

Barbecue und Smoker: langsam garen bei niedriger Temperatur

Die Königsdisziplin für einen langen Herbstabend ist das Barbecue im eigentlichen Sinn: Fleisch gart über viele Stunden bei niedriger Temperatur von etwa 110–130 °C im Rauch. Dafür gibt es Smoker, bei denen das Feuer in einer seitlichen Brennkammer brennt und Hitze und Rauch durch die Garkammer ziehen, aber auch mit einem Kugelgrill oder Keramikgrill lässt sich das mit etwas Übung umsetzen. Der Vorteil: Wer die Temperatur mit einem Thermometer überwacht, muss nicht ständig am Grill stehen, sondern nur regelmäßig Kohle oder Holz nachlegen.

Ein klassisches Stück für diese Methode ist Schweineschulter für Pulled Pork, die erst bei einer Kerntemperatur von etwa 90–95 °C zart genug zum Zerzupfen ist – rechnen Sie mit einem halben Tag. Mehr zu Rauch und Räuchern steht unter Räucherofen für den Garten – der Smoker-Grill. Und wichtig: Ein Grill oder Smoker gehört immer ins Freie. Glut erzeugt Kohlenmonoxid, das man weder sieht noch riecht. Einen glühenden Grill in Gartenhaus, Laube, Wintergarten oder Garage zu stellen, auch nur zum Aufwärmen, ist lebensgefährlich. Sie selbst dürfen natürlich drinnen warten, während draußen das Fleisch gart.

Herbstliches Grillgut

Der Herbst hat eigene Zutaten, die auf dem Grill besonders gut schmecken. Hokkaidokürbis in Spalten, mit Öl und Kräutern indirekt gegart, braucht nicht einmal geschält zu werden. Maronen, kreuzweise eingeschnitten, garen in einer gelochten Pfanne. Pilze wie Champignons oder Kräuterseitlinge, Maiskolben, Rote Bete in Folie und Äpfel mit einer Füllung aus Nüssen und Zimt als Nachtisch passen zur Jahreszeit.

Achten Sie bei Geflügel und Hackfleisch darauf, dass es vollständig durchgegart ist; eine Kerntemperatur von mindestens 70 °C für einige Minuten gilt als sicher. Ein einfaches Einstichthermometer nimmt das Rätselraten und ist gerade bei Dämmerung, wenn man die Farbe des Fleisches kaum noch erkennt, eine große Hilfe.

Wärme und Licht für kühle Abende

Sobald die Sonne weg ist, wird es im Herbst schnell frisch. Planen Sie deshalb Wärmequellen ein: Eine Feuerschale oder ein Feuerkorb ist der gesellige Mittelpunkt, um den sich alle versammeln – Hinweise zur Auswahl stehen unter Feuerkörbe und Feuerschalen für den Garten. Ein Heizstrahler unter der Terrassenüberdachung wärmt gezielt, ist aber ein großer Energieverbraucher; mehr dazu im Beitrag Ein Heizpilz für den Garten. Legen Sie Decken und Sitzkissen bereit und bitten Sie Ihre Gäste, eine warme Jacke mitzubringen.

Bei Dunkelheit ab etwa 19 Uhr braucht der Grillplatz Licht. Eine Stirnlampe oder eine Grilllampe am Deckelrand hilft beim Wenden, Lichterketten und Laternen sorgen für Stimmung am Tisch. Wege zur Toilette und zum Parkplatz sollten ebenfalls beleuchtet sein.

Rücksicht auf die Nachbarn

Grillen im eigenen Garten ist grundsätzlich erlaubt. Streit entsteht fast immer über Rauch und Lärm. Ziehen dichte Rauchschwaden über längere Zeit in die Fenster nebenan, kann das eine unzumutbare Belästigung sein; Gerichte haben dazu sehr unterschiedlich entschieden, und in Mehrfamilienhäusern kann die Hausordnung oder der Mietvertrag das Grillen mit Holzkohle einschränken. Gas- und Elektrogrills rauchen deutlich weniger. Stellen Sie den Grill so, dass der Wind den Rauch nicht direkt zum Nachbarn trägt, und kündigen Sie ein größeres Fest vorher an – eine Einladung wirkt noch besser.

Ab 22 Uhr gilt die Nachtruhe; Musik und Gespräche sollten dann so leise sein, dass sie nebenan nicht stören. Die genauen Zeiten legen die Länder und Gemeinden fest.

Lagerfeuer und Feuerschale: was erlaubt ist

Ein offenes Lagerfeuer im Garten ist rechtlich eine andere Sache als der Grill. Ob es erlaubt ist, regeln Landesrecht und kommunale Verordnungen, und die Unterschiede sind erheblich. Eine Feuerschale mit trockenem, unbehandeltem Holz wird vielerorts toleriert, solange niemand durch Rauch belästigt oder gefährdet wird. Gartenabfälle zu verbrennen ist dagegen in vielen Bundesländern grundsätzlich verboten oder nur ausnahmsweise an festgelegten Tagen erlaubt. Halten Sie Abstand zu Hecken, Gebäuden und trockenem Laub und halten Sie Wasser oder Sand zum Löschen bereit. Die Rechtslage im Überblick erklärt Feuer machen im Garten – die rechtliche Lage.

Sicherheit am Grill

Verwenden Sie zum Anzünden nur feste Grillanzünder oder einen Anzündkamin, niemals Spiritus oder Benzin – Stichflammen sind eine häufige Ursache schwerer Verbrennungen. Der Grill steht standsicher auf ebenem Grund, mit Abstand zu Hauswand, Sonnenschirm und Hecke. Kinder und Haustiere halten Abstand. Asche bleibt oft noch einen Tag und länger heiß: Lassen Sie sie im geschlossenen Grill auskühlen und füllen Sie sie in einen Metalleimer, nicht in die Mülltonne.

Nach dem Abgrillen: den Grill winterfest machen

Ist der letzte Abend vorbei, reinigen Sie den Rost gründlich, entfernen Asche und Fettreste und lassen alles vollständig trocknen. Gusseiserne Roste reiben Sie leicht mit Öl ein. Bei Gasgrills schließen Sie die Flasche, trennen den Schlauch und lagern die Flasche nach den geltenden Vorschriften im Freien oder an einem gut belüfteten Ort, keinesfalls im Keller. Eine atmungsaktive Abdeckung schützt vor Nässe. Mehr dazu steht im Beitrag Garten, Grill, Markise und Co. winterfest machen, und wie die neue Saison im Frühjahr startet, erklärt Angrillen im März.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Abgrillen?

Meist im September oder Anfang Oktober, solange es abends noch nicht zu kalt ist. Mit Deckelgrill, Feuerschale und warmer Kleidung gelingt es auch später im Herbst.

Wie grillt man bei Kälte und Wind?

Mit geschlossenem Deckel und indirekter Hitze. Stellen Sie den Grill windgeschützt auf, rechnen Sie mit längeren Garzeiten und nutzen Sie ein Thermometer.

Darf man im Garten ein Lagerfeuer machen?

Das regeln Landesrecht und Gemeinde. Eine Feuerschale mit trockenem Holz wird oft geduldet, das Verbrennen von Gartenabfällen ist vielerorts verboten. Fragen Sie im Zweifel beim Ordnungsamt nach.

Darf man einen Holzkohlegrill im Gartenhaus benutzen?

Nein. Glut erzeugt geruchloses Kohlenmonoxid, das in geschlossenen Räumen schnell lebensgefährlich wird. Grills gehören ausnahmslos ins Freie.

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