Der Bubikopf (Soleirolia Soleirolii)
Inhalt11 Abschnitte
- Steckbrief: Bubikopf auf einen Blick
- Herkunft und Aussehen
- Der richtige Standort in der Wohnung
- Gießen, Düngen, Erde: so bleibt das Polster dicht
- Schneiden und in Form bringen
- Vermehren: Teilen genügt
- Kombinieren: Unterpflanzung für Kübel und Schalen
- Der Bubikopf im Garten: winterhart oder nicht?
- Bubikopf im Rasen bekämpfen
- Typische Pflegefehler und ihre Ursachen
- Häufige Fragen
Der Bubikopf (Soleirolia soleirolii) ist eine winzigblättrige Polsterpflanze, die im Zimmer als pflegeleichter Grünteppich gilt und im Garten mancherorts als hartnäckiger Eroberer. Er braucht vor allem eines: gleichmäßig feuchte Erde, die nie ganz austrocknet, und einen hellen Platz ohne pralle Mittagssonne. Wer ihn dagegen aus dem Rasen haben will, kommt nur mit Ausgraben und einem trockeneren, sonnigeren Standort weiter.

Steckbrief: Bubikopf auf einen Blick
| Botanischer Name | Soleirolia soleirolii, früher Helxine soleirolii |
| Familie | Brennnesselgewächse (Urticaceae) |
| Weitere Namen | Heimglück, Helxine, Ranke-Bubikopf |
| Herkunft | Korsika, Sardinien, Balearen und umliegende Mittelmeerinseln |
| Wuchshöhe | meist 5–10 cm, kriechend, breitet sich flächig aus |
| Blätter | 2–6 mm, rundlich, grün, je nach Sorte auch gelbgrün oder silbrig |
| Blüte | unscheinbar, winzig, ohne Zierwert |
| Standort | hell bis halbschattig, keine pralle Mittagssonne |
| Temperatur | ideal 15–20 °C, im Winter kühler möglich |
| Winterhärte | nur bedingt, verträgt leichten Frost, oberirdische Teile erfrieren |
| Giftigkeit | gilt als ungiftig für Menschen und Haustiere |
Herkunft und Aussehen
Der Bubikopf gehört zu den Brennnesselgewächsen, brennt aber nicht. In seiner Heimat auf den westlichen Mittelmeerinseln wächst er in feuchten, schattigen Felsspalten, an Mauern und Bachufern. Genau diese Bedingungen – etwas Schatten, stetige Feuchtigkeit, wenig Konkurrenz – sollten Sie ihm auch im Topf bieten.
Die Pflanze bildet dünne, fleischige Triebe, die am Boden entlangkriechen und an den Knoten Wurzeln schlagen. Darauf sitzen dicht an dicht die kleinen, rundlichen bis nierenförmigen Blättchen. Auf diese Weise entsteht in kurzer Zeit ein geschlossenes, weiches Polster, das über den Topfrand hinauswächst und eine Kugel oder einen Überhang bildet. Neben der grünen Stammform gibt es Sorten mit goldgelbem und mit silbrig-weißlichem Laub, die im Handel meist nur nach der Farbe benannt sind.
Der richtige Standort in der Wohnung
Im Zimmer ist der Bubikopf erfreulich anpassungsfähig. Ein heller Platz am Ost- oder Westfenster ist ideal, auch ein Nordfenster oder ein Standort etwas abseits des Fensters funktioniert. Direkte Mittagssonne hinter Glas verbrennt dagegen das zarte Laub, die Polster werden dann braun und strohig.
Die Pflanze mag gleichmäßige Temperaturen um 15–20 °C. Heizungsluft ist ihr größtes Problem, denn trockene Luft und eine warme Fensterbank lassen die Erde schnell austrocknen. Bäder und Küchen mit etwas höherer Luftfeuchtigkeit sind deshalb gute Standorte, ebenso Flaschengärten und Terrarien, in denen der Bubikopf als Bodendecker unter höheren Pflanzen wächst. Wer weitere Pflanzen für feuchte Räume sucht, findet Anregungen im Beitrag Pflanzen für Küche und Bad.
Gießen, Düngen, Erde: so bleibt das Polster dicht
Die Erde sollte immer leicht feucht sein, aber nie nass stehen. Einmal völlig ausgetrocknet, fällt das Polster zusammen und wird in Teilen braun; meist erholt es sich zwar, doch es bleiben kahle Stellen. Umgekehrt faulen die Triebe bei stehender Nässe von innen heraus. Bewährt hat sich das Gießen von unten: Stellen Sie den Topf für zehn bis fünfzehn Minuten in einen Untersetzer mit Wasser und gießen Sie überschüssiges Wasser danach ab. So bleibt das Laub trocken, und die Erde saugt sich gleichmäßig voll.
Von Frühjahr bis Spätsommer genügt alle zwei bis drei Wochen ein Flüssigdünger für Grünpflanzen in halber Dosierung. Achten Sie darauf, dass die Düngerlösung nicht auf den Blättern stehen bleibt, sonst können Flecken entstehen; notfalls mit etwas klarem Wasser nachspülen. Im Winter düngen Sie nur alle sechs bis acht Wochen oder gar nicht, vor allem wenn die Pflanze kühler steht.
Als Substrat reicht normale Zimmerpflanzenerde, gern mit etwas Sand oder Perlite aufgelockert. Da die Wurzeln flach bleiben, eignen sich breite, flache Schalen und Ampeln besser als tiefe Töpfe. Ein Abzugsloch ist Pflicht. Umgetopft wird im Frühjahr, sobald das Polster den Topf vollständig ausfüllt.
Schneiden und in Form bringen
Der Bubikopf verträgt Schnitt ausgezeichnet. Mit einer Schere lässt er sich zu einer gleichmäßigen Kugel oder einem Kissen formen, ähnlich wie ein Mini-Buchs. Lange, über den Rand hängende Triebe kürzen Sie einfach ein. Braune oder abgestorbene Stellen im Inneren schneiden Sie heraus; sie wachsen von den Rändern schnell wieder zu. Ein kräftiger Rückschnitt im Frühjahr verjüngt ältere, verkahlte Pflanzen.
Vermehren: Teilen genügt
Kaum eine Zimmerpflanze lässt sich so einfach vermehren. Stechen Sie mit einem Messer ein Stück aus dem Polster heraus, samt Wurzeln und etwas Erde, und setzen Sie es in einen neuen Topf. Ebenso gut funktioniert es, einzelne Triebstücke auf feuchte Erde zu legen und leicht anzudrücken; sie bewurzeln sich innerhalb weniger Wochen von selbst. Wichtig ist nur, dass die Erde in dieser Zeit feucht bleibt. Genau diese Wüchsigkeit macht den Bubikopf auch im Garten so durchsetzungsstark.
Kombinieren: Unterpflanzung für Kübel und Schalen
Als Bodendecker in großen Töpfen ist der Bubikopf praktisch: Er deckt die Erde ab, hält sie etwas feuchter und sieht unter hochwachsenden Pflanzen wie Palmen, Ficus oder Zimmerbäumchen hübsch aus. Voraussetzung ist, dass die Hauptpflanze ähnlich viel Wasser verträgt. Unter Kakteen und anderen Trockenkünstlern passt er nicht. Wie man Töpfe sinnvoll aufteilt, beschreibt der Beitrag Kübel richtig bepflanzen.
Der Bubikopf im Garten: winterhart oder nicht?
Draußen verhält sich der Bubikopf wie eine bedingt winterharte Staude. Leichte Fröste übersteht er, stärkere Kälte lässt die oberirdischen Teile erfrieren. In milden Lagen, an geschützten, feuchten Stellen und unter einer Schneedecke treibt er im Frühjahr aus den Wurzeln wieder aus. In rauen Gegenden verschwindet er meist über Winter. Als Zierpflanze für schattige Fugen zwischen Trittsteinen, an Teichrändern oder in feuchten Mauerritzen kann er dort durchaus reizvoll sein.
Wer ihn im Kübel draußen hält, stellt ihn ab Mitte Mai an einen halbschattigen Platz und holt ihn vor dem ersten stärkeren Frost wieder herein. Hell und kühl bei 5–12 °C überwintert er problemlos.
Bubikopf im Rasen bekämpfen
In milden, feuchten Gärten kann der Bubikopf lästig werden. Er kriecht aus Beeten in den Rasen, besonders in schattige, dauerfeuchte und verdichtete Bereiche, und verdrängt dort das Gras. Weil jedes abgerissene Triebstück wieder anwächst, verbreitet ihn der Rasenmäher sogar noch.
- Gründlich ausstechen. Heben Sie die Polster mit einem flachen Spaten oder einer Pflanzkelle samt Wurzeln ab. Sammeln Sie alle Reste sorgfältig ein, auch kleine Triebstücke.
- Nicht auf den Kompost. Die Reste treiben dort weiter. Entsorgen Sie sie über die Biotonne.
- Standort ändern. Der Bubikopf gewinnt nur dort, wo es dem Rasen zu schattig und zu nass ist. Lichten Sie überhängende Gehölze aus, lockern Sie verdichteten Boden und verbessern Sie den Wasserabzug.
- Kahlstellen sofort nachsäen. Offene Erde besiedelt der Bubikopf als Erstes. Wie Sie die Rasenfläche insgesamt dichter bekommen, steht im Beitrag Rasen ohne Unkraut.
- Mehrmals nachkontrollieren. Rechnen Sie damit, im selben Jahr noch zweimal nacharbeiten zu müssen.
Chemische Mittel sind im Hausgarten kaum nötig. Falls Sie doch zu einem Rasenherbizid greifen wollen, dann nur zu einem zugelassenen Mittel aus dem Fachhandel und nach Gebrauchsanweisung. Auf Wegen, Terrassen und anderen befestigten Flächen ist jede Anwendung verboten, auch mit Hausmitteln wie Essig oder Salz. Dort hilft nur Auskratzen. Ähnliche Probleme mit Moos behandelt der Beitrag Die Entfernung von Moos im Garten.
Typische Pflegefehler und ihre Ursachen
- Braune, trockene Stellen: Die Erde war einmal zu trocken, oder die Pflanze stand in der Sonne. Braunes herausschneiden, gleichmäßiger gießen.
- Matschige, graue Triebe: Staunässe. Überschüssiges Wasser abgießen, eventuell in frische Erde umsetzen.
- Lange, dünne Triebe mit großen Lücken: zu dunkel oder zu warm im Winter. Heller stellen und zurückschneiden.
- Feine Gespinste: Spinnmilben bei trockener Heizungsluft. Pflanze abbrausen, Luftfeuchtigkeit erhöhen.
Häufige Fragen
Ist der Bubikopf giftig für Katzen und Hunde?
Nein, der Bubikopf gilt als ungiftig für Menschen und Haustiere. Knabbert eine Katze daran, ist das eher ein Problem für die Pflanze als für das Tier.
Ist der Bubikopf winterhart?
Nur bedingt. Leichten Frost überstehen die Wurzeln, die oberirdischen Teile erfrieren aber bei stärkerer Kälte. In milden, geschützten Lagen treibt er im Frühjahr neu aus, in rauen Gegenden meist nicht.
Wie werde ich den Bubikopf im Garten los?
Ausstechen, alle Triebreste einsammeln und über die Biotonne entsorgen. Dauerhaft hilft nur, den Standort sonniger und trockener zu machen und Lücken im Rasen sofort nachzusäen.
Warum wird mein Bubikopf braun?
Meist war die Erde zwischendurch zu trocken, oder die Pflanze bekam direkte Sonne hinter Glas. Seltener ist Staunässe die Ursache; dann sind die Triebe eher matschig als strohig.



