Der Drachenbaum (Dracaena marginata)
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Der Gerandete Drachenbaum (Dracaena marginata) gehört zu den robustesten Zimmerpflanzen: Er braucht einen hellen Platz ohne pralle Mittagssonne, Zimmertemperatur nicht unter 15 °C und nur dann Wasser, wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist. Die meisten Drachenbäume gehen nicht an Vernachlässigung ein, sondern an zu viel Wasser. Wird er zu groß, lässt er sich einfach kappen – und aus dem abgeschnittenen Stück wächst ein neuer.

Steckbrief
| Botanischer Name | Dracaena marginata, heute als Dracaena reflexa var. angustifolia geführt |
| Familie | Spargelgewächse (Asparagaceae) |
| Herkunft | Madagaskar |
| Wuchs | schlanke, verholzte Stämme mit Blattschopf, im Zimmer meist 1–3 m |
| Blätter | schmal, lanzettlich, grün mit rotem Rand; Sorten mit cremefarbenen oder rosa Streifen |
| Standort | hell bis halbschattig, keine pralle Mittagssonne |
| Temperatur | 18–25 °C, nicht dauerhaft unter 15 °C |
| Giftigkeit | schwach giftig, vor allem für Katzen und Hunde |
Kein Baum und keine Palme
Der Drachenbaum sieht mit seinem schlanken Stamm und dem Blattschopf an der Spitze aus wie eine kleine Palme, ist aber keine. Die Gattung Dracaena gehört zu den Spargelgewächsen und ist damit näher mit der Yucca und dem Bogenhanf verwandt als mit Palmen. Der untere Teil des Stamms verkahlt mit der Zeit, weil die älteren Blätter nach und nach abfallen – das ist normal und kein Pflegefehler.
Neben Dracaena marginata gibt es weitere Drachenbäume für das Zimmer, etwa die Duftende Dracaena (Dracaena fragrans) mit breiteren Blättern und die Sorte ‘Compacta’ mit dichten Blattschöpfen. Eine Sonderrolle spielt der Kanarische Drachenbaum (Dracaena draco): Er verträgt kühlere Temperaturen bis etwa 10 °C, braucht volle Sonne und kann im Sommer ins Freie.
Der richtige Standort
Dracaena marginata braucht viel Licht, aber keine pralle Mittagssonne hinter Glas, die zu Verbrennungen führen kann. Ideal ist ein heller Platz ein bis zwei Meter von einem Süd- oder Westfenster entfernt oder direkt an einem Ostfenster. Grünblättrige Pflanzen kommen auch mit Halbschatten zurecht, farbig gestreifte Sorten brauchen mehr Licht, sonst verblassen die Streifen.
Der Drachenbaum wächst zum Licht. Damit er gerade und gleichmäßig wächst, drehen Sie den Topf alle paar Wochen um eine Vierteldrehung. Zugluft und die Nähe kalter Fensterscheiben im Winter verträgt er schlecht.
Gießen: der wichtigste Punkt
Gegossen wird erst, wenn die obersten zwei bis drei Zentimeter der Erde trocken sind. Im Sommer ist das je nach Standort etwa einmal pro Woche, im Winter oft nur alle zwei bis drei Wochen. Gießen Sie dann durchdringend und kippen Sie überschüssiges Wasser nach einer Viertelstunde aus dem Untersetzer oder Übertopf. Stehendes Wasser führt zu Wurzelfäule, die sich an gelben, schlaffen Blättern und einem weichen Stammfuß zeigt.
Der Drachenbaum reagiert empfindlich auf Fluorid und viel Kalk im Gießwasser. Abgestandenes Leitungswasser oder Regenwasser in Zimmertemperatur ist die bessere Wahl. Eine Alternative ist die Hydrokultur, in der sich der Drachenbaum sehr wohlfühlt; wie sie funktioniert, erklärt der Beitrag Hydrokultur: beliebt und pflegeleicht.
Luftfeuchte und braune Blattspitzen
Braune, trockene Blattspitzen sind das häufigste Problem beim Drachenbaum. Die Ursachen sind meist trockene Heizungsluft, zu viel Dünger oder unregelmäßiges Gießen. Erhöhen Sie im Winter die Luftfeuchte, indem Sie die Pflanze gelegentlich mit kalkarmem Wasser besprühen oder den Topf auf eine Schale mit Kies und Wasser stellen, ohne dass der Topfboden im Wasser steht. Braune Spitzen werden nicht wieder grün. Sie können sie mit einer sauberen Schere abschneiden und dabei einen schmalen braunen Rand stehen lassen, damit die Schnittstelle nicht weiter eintrocknet.
Gelbe untere Blätter, die nach und nach abfallen, sind dagegen der normale Blattwechsel. Werden viele Blätter auf einmal gelb, liegt es meist an Staunässe oder Kälte.
Düngen und Umtopfen
Von März bis September erhält der Drachenbaum alle zwei bis vier Wochen einen Flüssigdünger für Grünpflanzen in der auf der Packung angegebenen oder etwas geringeren Dosierung. Im Winter wird nicht gedüngt.
Umgetopft wird alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr, wenn die Wurzeln den Topf ausfüllen oder aus dem Abzugsloch wachsen. Verwenden Sie eine durchlässige Blumenerde, gern mit etwas Blähton oder Perlite gemischt, und einen Topf, der nur wenig größer ist als der alte. Eine Drainageschicht am Topfboden schützt vor Staunässe. Große Exemplare, die sich nicht mehr umtopfen lassen, erhalten jedes Frühjahr eine Schicht frische Erde, nachdem Sie die oberen Zentimeter abgetragen haben.
Drachenbaum zurückschneiden
Wird der Drachenbaum zu hoch oder hat er einen langen, kahlen Stamm, können Sie ihn im Frühjahr kappen. Schneiden Sie den Stamm in der gewünschten Höhe mit einer scharfen Säge oder einem Messer gerade durch. Unterhalb der Schnittstelle treiben meist nach einigen Wochen zwei oder mehr neue Blattschöpfe aus, und die Pflanze wird buschiger. Bei dicken Stämmen können Sie die Schnittfläche mit etwas Baumwachs verschließen, damit sie nicht austrocknet; nötig ist es nicht immer.
Nach dem Schnitt braucht die Pflanze weniger Wasser, weil ihr die Blattmasse fehlt. Gießen Sie deshalb besonders zurückhaltend, bis neue Blätter erscheinen.
Vermehrung: Kopfstecklinge und Stammstücke
Das abgeschnittene Oberteil ist gleich das Material für eine neue Pflanze. Frühjahr und Sommer sind dafür die beste Zeit.
- Kopfsteckling. Den Blattschopf mit 10–15 cm Stamm abschneiden, die untersten Blätter entfernen und in ein Glas Wasser oder in einen Topf mit feuchter Anzuchterde stellen.
- Stammstücke. Den restlichen Stamm in 5–10 cm lange Stücke teilen. Merken Sie sich, wo oben und unten ist – die Stücke bewurzeln nur mit dem unteren Ende in der Erde. Stecken Sie sie einige Zentimeter tief in feuchte Anzuchterde.
- Warm und feucht halten. Bei 22–25 °C, hell und ohne direkte Sonne, unter einer durchsichtigen Haube bilden sich nach einigen Wochen Wurzeln und an den Stammstücken neue Triebe.
Pflanzt man drei Stammstücke unterschiedlicher Länge in einen Topf, entsteht der bekannte mehrstämmige Drachenbaum.
Schädlinge
In trockener Heizungsluft treten vor allem Spinnmilben auf: feine Gespinste und hell gesprenkelte Blätter sind die Anzeichen. Auch Schildläuse, Wollläuse und Thripse kommen vor. Kontrollieren Sie die Blattunterseiten und Blattachseln regelmäßig. Leichten Befall duschen Sie ab oder wischen ihn mit einem feuchten Tuch ab; bei starkem Befall hilft ein zugelassenes Mittel für Zimmerpflanzen aus dem Fachhandel. Höhere Luftfeuchte beugt Spinnmilben vor.
Ist der Drachenbaum giftig?
Der Drachenbaum enthält Saponine und gilt als schwach giftig. Für Menschen ist er kaum gefährlich, Katzen und Hunde können nach dem Anknabbern der Blätter jedoch Erbrechen, Speichelfluss oder Durchfall bekommen. Katzen knabbern besonders gern an den schmalen Blättern. Stellen Sie die Pflanze in Haushalten mit Tieren daher außer Reichweite. Weitere Zimmerpflanzen mit unterschiedlichen Ansprüchen stellen die Beiträge 5 pflegeleichte Pflanzen für Ihr Zuhause und Eine Yucca-Palme richtig pflegen vor.
Häufige Fragen
Wie oft muss man einen Drachenbaum gießen?
Wenn die obersten zwei bis drei Zentimeter der Erde trocken sind – im Sommer meist einmal pro Woche, im Winter alle zwei bis drei Wochen. Nie Wasser im Übertopf stehen lassen.
Warum bekommt mein Drachenbaum braune Spitzen?
Meist wegen trockener Heizungsluft, zu viel Dünger oder unregelmäßigen Gießens. Höhere Luftfeuchte und kalkarmes Wasser helfen.
Kann man einen Drachenbaum kürzen?
Ja. Im Frühjahr den Stamm in der gewünschten Höhe durchschneiden; darunter treiben neue Blattschöpfe aus. Das Oberteil lässt sich als Steckling bewurzeln.
Ist der Drachenbaum giftig für Katzen?
Ja, er ist schwach giftig. Katzen können nach dem Anknabbern mit Erbrechen und Speichelfluss reagieren.



