Der Erhalt historischer Gemüsesorten

In den vergangenen Jahrzehnten wurden alte Gemüsesorten immer mehr aus unseren Gärten verdrängt. In den letzten rund 100 Jahren hat ein enormer Wandel stattgefunden, dabei gibt es so viele wertvolle Gemüsesorten, denen wir ruhig wieder einen Platz im Garten zugestehen sollten.

Die Pastinake gehörte einst auch zu den fast vergessenen Gemüsesorten © Andrea Tanja - Fotolia.com

Die Pastinake gehörte einst auch zu den fast vergessenen Gemüsesorten © Andrea Tanja – Fotolia.com

Natürlich gibt es von diesen Gemüsesorten inzwischen moderne Züchtungen, doch dabei geraten die alten Nutzpflanzen immer mehr ins Vergessen. Es gibt mittlerweile sogar eine Rote Liste mit den „gefährdeten Nutzpflanzen Deutschlands“.

Gesetze machen es den Saatgutvermehrern schwer

Dabei sind die historischen Gemüsesorten wesentlich widerstandsfähiger, denn sie sind seit jeher optimal an unsere Klimabedingungen angepasst. Neuere Züchtungen können da längst nicht mithalten, deshalb ist der Erhalt der alten Sorten von enormer Wichtigkeit.

Es ist jedoch gar nicht so einfach, das entsprechende Saatgut zu schützen und zur Vermehrung zu nutzen. Gesetze und EU-Richtlinien erschweren die Weitergabe von Saatgut, in Zukunft könnten die Bedingungen sogar noch härter werden.

Die Organisation ProSpecieRara setzt sich in der Schweiz seit langer Zeit für den Erhalt bedrohter Gemüsesorten ein, in Deutschland ist dies seit einem Jahr der Fall. Hobbygärtner können eine so genannte Sorten-Patenschaft übernehmen, damit der Anbau dieser Sorten weiterhin gesichert werden kann.

Sortenbetreuer können dann das Saatgut vieler bedrohter Gemüsesorten gewinnen. Die interessierten Gärtner bekommen von ProSpecieRara ein Starterset, mit dessen Hilfe man die Möglichkeiten der Samengewinnung lernen kann, daran schließt später ein Samenbaukurs an, an dessen Ende man ein Zertifikat erhält.

Saatgutvermehrer haben vor allem häufig finanzielle Schwierigkeiten, denn das Zulassungsverfahren kann sehr kostenintensiv sein. Und die Einschränkungen würden sogar den privaten Tausch von Saatgut erschweren.

Die Pastinake hat es bereits zurück in die Gärten geschafft

Mittlerweile konnte die Organisation bereits mehr als 40 dieser bedrohten Gemüsearten am Kaiserstuhl aussäen, doch man such nach Hobbygärtnern, welche diese Gemüsesorten auch im eigenen Garten vermehren.

Zu den fast vergessenen Gemüsesorten zählen zum Beispiel die Kapuzinererbse, die Melde, die Süßdolde, der Spargelsalat, der Meerkohl, der Schlangenradies, die Haferwurzeln, Herbstrüben, der Palmkohl oder der Knollenziest.

Einen Erfolg beim Wiederauflebenlassen historischer Gemüsesorten konnte man in der Vergangenheit zum Beispiel bei der Pastinake erleben. Diese verschwand im 18. Jahrhundert zunehmend aus den Gärten, erlebte aber vor etwa 20 Jahren ein tolles Revival.

Pastinaken sind viel robuster und pflegeleichter als Möhren, und bringen darüber hinaus auch noch mehr Ertrag. Es wäre doch schön, wenn man weitere fast vergessene Gemüsesorten wieder zurück in die europäischen Gärten bringen könnte.

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