Der Garten im Juni: Die wichtigsten Arbeiten im Überblick
Inhalt10 Abschnitte
- Woran Sie den Juni im Garten erkennen
- Gießen: morgens, gründlich und an der Wurzel
- Unkraut jäten und offene Böden bedecken
- Ziergarten: Verblühtes entfernen und Stauden zurückschneiden
- Hecken: Formschnitt um den Johannistag
- Gemüsegarten: letzte Pflanzungen und erste Ernten
- Obstgarten: Junifruchtfall, Ausdünnen und Erdbeeren
- Kübelpflanzen versorgen und durch Stecklinge vermehren
- Schädlinge rechtzeitig bemerken
- Häufige Fragen
Im Juni ist der Garten auf dem Höhepunkt seines Wachstums, und die Arbeit verlagert sich vom Pflanzen zum Pflegen: gießen, jäten, Verblühtes entfernen und die ersten Ernten einholen. Dazu kommen der Formschnitt der Hecken um den Johannistag, das Ausdünnen der Obstbäume und die letzten Pflanzungen von Tomaten, Kürbis und Co. Die folgende Übersicht zeigt, was in welchem Gartenteil ansteht und was bis Juli warten kann.

Woran Sie den Juni im Garten erkennen
Der Kalender ist nur ein grober Anhaltspunkt. In milden Lagen am Rhein ist der Garten zwei bis drei Wochen weiter als im Mittelgebirge. Verlässlicher sind die Zeichen der Natur: Der Holunder blüht, die ersten Erdbeeren färben sich, und die Böden haben sich in der oberen Schicht auf 15 °C und mehr erwärmt. Ab dann keimen auch wärmebedürftige Kulturen wie Bohnen und Zucchini zügig.
Nach den Eisheiligen Mitte Mai ist Frost in den meisten Regionen kein Thema mehr. Eine Ausnahme ist die Schafskälte, ein Kälterückfall, der mit hoher Regelmäßigkeit etwa zwischen dem 4. und 20. Juni auftritt. Sie bringt selten Frost, aber kühle Nächte um 5 °C, Wind und Regen. Frisch gesetzte Tomaten, Gurken und Kürbisse stellen dann das Wachstum ein. Halten Sie ein Gartenvlies bereit und decken Sie empfindliche Jungpflanzen in kalten Nächten ab.
Gießen: morgens, gründlich und an der Wurzel
Mit den langen Tagen steigt der Wasserbedarf deutlich. Wichtiger als die Häufigkeit ist die Menge: Einmal oder zweimal pro Woche 10–20 Liter je Quadratmeter dringen tief in den Boden ein und erziehen die Pflanzen zu tiefen Wurzeln. Tägliches Anfeuchten der Oberfläche bewirkt das Gegenteil, die Wurzeln bleiben flach, und die Pflanzen leiden bei der ersten Hitzewelle.
Gießen Sie am frühen Morgen. Die Blätter trocknen dann schnell ab, was Pilzkrankheiten vorbeugt, und es verdunstet weniger als am Mittag. Gießen Sie direkt an den Wurzelbereich und möglichst nicht über das Laub, besonders bei Tomaten, Gurken und Rosen. Abgestandenes Regenwasser ist ideal; wie Sie es sammeln, steht im Beitrag Regenwasser im Garten sammeln. Wie oft Ihr Boden tatsächlich Wasser braucht, hängt stark von seiner Art ab – Hinweise dazu gibt der Beitrag Wie oft muss man den Garten wirklich bewässern?.
Unkraut jäten und offene Böden bedecken
Bei Wärme und Feuchtigkeit wächst Unkraut schneller als jede Kulturpflanze. Am wenigsten Arbeit machen Sie sich, wenn Sie regelmäßig flach hacken, solange die Keimlinge noch klein sind. Ein Sprichwort sagt, einmal hacken erspart zweimal gießen: Die gelockerte Oberfläche unterbricht die feinen Kapillaren im Boden, das Wasser verdunstet langsamer.
Offene Flächen zwischen Gemüsereihen und Stauden bedecken Sie am besten mit einer dünnen Mulchschicht. Angetrockneter Rasenschnitt in einer Lage von 2–3 cm eignet sich im Gemüsegarten gut, er hält den Boden feucht und liefert beim Verrotten Stickstoff. Dickere Schichten beginnen zu faulen. Unter Gehölzen und Stauden ist Rindenmulch möglich, im Gemüsebeet dagegen ungünstig, weil er dem Boden beim Zersetzen Stickstoff entzieht. Mehr dazu im Beitrag Rindenmulch im Garten richtig verwenden.
Ziergarten: Verblühtes entfernen und Stauden zurückschneiden
Viele Frühsommerstauden sind im Juni verblüht. Schneiden Sie sie eine Handbreit über dem Boden zurück, dann treiben sie neu aus und blühen im Spätsommer ein zweites Mal. Das klappt zuverlässig bei Rittersporn, Katzenminze, Storchschnabel, Frauenmantel, Lupine, Steppensalbei und Feinstrahl. Nach dem Schnitt freuen sich die Stauden über etwas Kompost und eine kräftige Wassergabe.
Bei Sommerblumen in Beet und Kasten entfernen Sie Verblühtes laufend, damit die Pflanzen keine Kraft in die Samenbildung stecken. Das Laub der Frühjahrszwiebeln wie Tulpen und Narzissen lassen Sie dagegen stehen, bis es gelb ist und sich leicht abziehen lässt. Erst dann hat die Zwiebel ihre Reserven für das nächste Jahr eingelagert.
Rosen verlangen im Juni besondere Aufmerksamkeit: Nach der ersten Blüte werden öfterblühende Sorten ausgeputzt, gedüngt und auf Blattkrankheiten kontrolliert. Wie das im Einzelnen geht, erklärt der Beitrag Rosenpflege im Sommer.
Hecken: Formschnitt um den Johannistag
Um den Johannistag am 24. Juni schließen die meisten Heckenpflanzen ihren ersten Austrieb ab und legen eine kurze Wachstumspause ein. Das ist der klassische Termin für den Formschnitt von Hainbuche, Liguster, Eibe oder Thuja. Das Bundesnaturschutzgesetz erlaubt in dieser Zeit schonende Form- und Pflegeschnitte, aber keinen radikalen Rückschnitt, und brütende Vögel dürfen nicht gestört werden. Was genau erlaubt ist und wie Sie vorgehen, lesen Sie im Beitrag Hecken schneiden im Juni.
Gemüsegarten: letzte Pflanzungen und erste Ernten
Im Gemüsebeet geht es im Juni um drei Dinge. Erstens setzen Sie die letzten wärmeliebenden Jungpflanzen: Tomaten, Paprika, Gurken, Zucchini und Kürbisse, die noch auf der Fensterbank stehen, sollten bis Mitte Juni ins Beet. Zweitens füllen Sie abgeerntete Lücken sofort wieder, denn ein Beet, das nach dem Frühsalat brachliegt, verschenkt ein halbes Gartenjahr. Welche Kulturen im Juni noch gesät und gepflanzt werden, zeigt ausführlich der Beitrag Was kann man im Juni säen und pflanzen?.
Drittens wird geerntet: Radieschen, Salate, Kohlrabi, Frühkartoffeln und die ersten Zucchini. Beim Spargel und beim Rhabarber gilt der Johannistag als traditionelles Ende der Ernte. Danach brauchen die Pflanzen den Rest des Sommers, um Kraft für das nächste Jahr zu sammeln. Rhabarber sollte zudem im Hochsommer wegen des steigenden Oxalsäuregehalts ohnehin nicht mehr geerntet werden.
Tomaten beginnen jetzt stark zu wachsen. Binden Sie sie an Stäben oder Schnüren an und brechen Sie bei Stabtomaten die Seitentriebe in den Blattachseln aus, solange sie noch klein sind. Das Ausgeizen begleitet Sie dann den ganzen Sommer; mehr dazu im Beitrag Der Garten im Juli.
Obstgarten: Junifruchtfall, Ausdünnen und Erdbeeren
Im Juni werfen Apfel- und Birnbäume einen Teil ihrer jungen Früchte ab. Dieser Junifruchtfall ist natürlich und kein Grund zur Sorge, der Baum reguliert damit seine Last. Hängen danach immer noch sehr viele Früchte, lohnt es sich, von Hand nachzuhelfen: Lassen Sie je Fruchtbüschel ein bis zwei Früchte stehen, etwa alle 15–20 cm eine. Die verbleibenden Äpfel werden größer und aromatischer, und der Baum neigt weniger dazu, nur jedes zweite Jahr zu tragen.
Erdbeeren reifen jetzt. Eine Unterlage aus Stroh hält die Früchte sauber und trocken und senkt das Risiko für Grauschimmel. Ernten Sie am besten morgens, wenn die Früchte kühl sind. Süßkirschen und frühe Sauerkirschen schützen Sie bei Bedarf mit einem Netz vor Vögeln. Johannis- und Stachelbeeren brauchen bei Trockenheit Wasser, damit die Beeren nicht klein bleiben. Die Obstarbeiten des Folgemonats, vom Sommerschnitt bis zur Beerenpflege, beschreibt der Beitrag Wichtige Arbeiten im Obstgarten im Juli.
Kübelpflanzen versorgen und durch Stecklinge vermehren
Kübelpflanzen haben nur wenig Erde und damit wenig Reserven. An heißen Tagen brauchen große Pflanzen wie Oleander, Engelstrompete oder Zitrus täglich Wasser, manchmal zweimal. Da mit jedem Gießen Nährstoffe ausgewaschen werden, düngen Sie Starkzehrer von Frühjahr bis August einmal pro Woche mit einem Flüssigdünger. Neu gekaufte Pflanzen, die im Gewächshaus standen, gewöhnen Sie ein bis zwei Wochen im Halbschatten an die Sonne, sonst bekommen die Blätter Sonnenbrand. Mehr dazu im Beitrag Kübelpflanzen pflegen.
Der Juni ist auch ein guter Monat, um Kübelpflanzen zu vermehren. Schneiden Sie 8–12 cm lange, nicht blühende Triebspitzen, entfernen Sie die unteren Blätter und stecken Sie sie in ein feuchtes Gemisch aus Anzuchterde und Sand. Eine durchsichtige Haube oder ein Gefrierbeutel hält die Luftfeuchtigkeit hoch. Täglich kurz lüften, damit nichts schimmelt. Wie das beim Oleander besonders einfach gelingt, zeigt der Beitrag Oleander ganz leicht vermehren. Achtung: Oleander und Engelstrompete sind in allen Teilen giftig, tragen Sie beim Schneiden Handschuhe.
Schädlinge rechtzeitig bemerken
Mit der Wärme vermehren sich Blattläuse rasant, vor allem an jungen Trieben von Rosen, Bohnen und Obstgehölzen. In den meisten Fällen reicht ein kräftiger Wasserstrahl, und nach zwei bis drei Wochen übernehmen Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen den Rest. Wie Sie hartnäckigen Befall behandeln, erklärt der Beitrag Blattläuse an Rosen bekämpfen. Schnecken sind nach Regennächten besonders aktiv; sammeln Sie sie in den Abendstunden ab oder schützen Sie Gemüsebeete mit einem Schneckenzaun.
Beim Buchsbaum lohnt ein Blick ins Innere der Pflanze: Gespinste und abgefressene Blätter deuten auf den Buchsbaumzünsler hin, der im Juni oft seine zweite Raupengeneration bildet. Frühes Absammeln und Ausschneiden befallener Triebe hält den Schaden klein.
Häufige Fragen
Was muss man im Juni im Garten machen?
Die wichtigsten Arbeiten sind gründliches Gießen, Unkraut jäten, verblühte Stauden zurückschneiden, Rosen ausputzen und düngen, Hecken um den 24. Juni in Form schneiden, Obstbäume ausdünnen und abgeerntete Beete sofort neu bepflanzen.
Wann ist die Schafskälte?
Die Schafskälte ist ein Kälterückfall, der meist zwischen dem 4. und 20. Juni eintritt. Sie bringt kühle Nächte und Regen, aber nur selten Frost. Ein Vlies über empfindlichen Jungpflanzen reicht in der Regel als Schutz.
Darf man im Juni die Hecke schneiden?
Ja, schonende Form- und Pflegeschnitte sind erlaubt, sofern keine Vögel in der Hecke brüten. Verboten ist bis Ende September ein radikaler Rückschnitt oder das Absägen auf den Stock.
Bis wann erntet man Spargel und Rhabarber?
Traditionell bis zum Johannistag am 24. Juni. Danach sollen sich die Pflanzen erholen, damit sie im nächsten Frühjahr wieder kräftig austreiben.



