Die Spinnenblume (Cleome)
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Die Spinnenblume (Cleome hassleriana) ist eine einjährige Sommerblume, die 80–150 cm hoch wird und von Juli bis zum ersten Frost blüht. Ihren Namen verdankt sie den langen, weit herausragenden Staubblättern, die an Spinnenbeine erinnern. Sie wird ab März im Haus vorgezogen oder als Jungpflanze gekauft und kommt nach den Eisheiligen Mitte Mai an einen sonnigen, warmen Platz ins Beet.

Steckbrief Spinnenblume
| Botanischer Name | Cleome hassleriana (auch Tarenaya hassleriana), Familie Cleomaceae |
| Herkunft | Südamerika |
| Wuchshöhe | 80–150 cm, kompakte Sorten niedriger |
| Blütezeit | Juli bis zum ersten Frost |
| Blütenfarben | Weiß, Rosa, Violett, Purpur |
| Standort | vollsonnig, warm, windgeschützt |
| Boden | durchlässig, nährstoffreich, gern lehmig-humos |
| Winterhärte | nicht winterhart, wird einjährig gezogen |
Wie die Spinnenblume aussieht
Die Pflanze wächst straff aufrecht, meist unverzweigt oder nur wenig verzweigt, und trägt an der Spitze einen lockeren Blütenstand, der sich den ganzen Sommer über nach oben weiterschiebt. Unten reifen bereits die schmalen, langen Samenschoten, während oben neue Knospen aufgehen. Dadurch wirkt die Pflanze nie verblüht, sondern wächst gewissermaßen mit ihren Blüten in die Höhe.
Die Blätter sind handförmig gefingert und erinnern entfernt an Hanf. Stängel und Blätter sind klebrig behaart und riechen beim Berühren etwas herb. An den Blattansätzen sitzen kleine, spitze Dornen – beim Pflanzen und Ausputzen sind Handschuhe angenehm. Es gibt neuere kompakte Sorten ohne Dornen, die auch kaum Samen bilden und sich damit für Kübel und kleine Gärten eignen.
Standort und Boden
Die Spinnenblume stammt aus warmen Regionen Südamerikas und braucht einen sonnigen, warmen und möglichst windgeschützten Platz. Im Halbschatten wächst sie ebenfalls, bleibt dort aber lockerer und blüht weniger. Wind knickt die hohen Stängel leicht, eine Hauswand, eine Hecke oder höhere Nachbarpflanzen schützen.
An den Boden stellt sie keine hohen Ansprüche. Er sollte durchlässig und nährstoffreich sein; lehmige Böden sind gut geeignet, solange sich keine Staunässe bildet. Arbeiten Sie vor dem Pflanzen reifen Kompost ein, bei schwerem Boden auch etwas Sand. Wie Sie die Erde gezielt aufbessern, erklärt der Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.
Aussaat und Voranzucht
Weil die Pflanze lange bis zur Blüte braucht, lohnt die Voranzucht im Haus. Die Samen keimen oft ungleichmäßig, Geduld gehört dazu.
- Zeitpunkt wählen. Säen Sie von März bis Anfang April. Frühere Aussaaten werden auf der Fensterbank lang und schwach.
- Aussäen. Streuen Sie die Samen auf Anzuchterde und bedecken Sie sie nur hauchdünn, etwa 0,5 cm.
- Warm stellen. Bei etwa 20–25 °C und gleichmäßiger Feuchte keimen die Samen meist innerhalb von zwei bis drei Wochen. Ein Wechsel zwischen warmen Tagen und etwas kühleren Nächten kann die Keimung fördern.
- Pikieren. Sobald die ersten richtigen Blätter erscheinen, setzen Sie die Sämlinge einzeln in kleine Töpfe und stellen sie hell und etwas kühler, bei etwa 16–18 °C.
- Abhärten. Ab Anfang Mai stehen die Jungpflanzen tagsüber draußen und kommen nachts herein, bis sie nach den Eisheiligen ausgepflanzt werden.
Eine Direktsaat ins Beet ist ab Mitte Mai möglich, die Blüte beginnt dann aber erst spät im Sommer. In warmen Gärten sät sich die Spinnenblume manchmal selbst aus; die Sämlinge erscheinen erst, wenn der Boden richtig warm ist, oft im Juni. Grundlagen zur Anzucht finden Sie im Beitrag Aussaat im März.
Pflanzen: Zeitpunkt und Abstand
Ins Beet kommt die Spinnenblume erst nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen und der Boden sich erwärmt hat. Kälte unter etwa 5 °C lässt die jungen Pflanzen stocken. Je nach Sorte pflanzen Sie mit 30–50 cm Abstand; kompakte Sorten stehen enger, hohe brauchen Platz. In Gruppen von fünf oder mehr Pflanzen wirken sie deutlich besser als einzeln.
Die Pflege im Sommer
Die Spinnenblume ist pflegeleicht. Eingewachsene Pflanzen überstehen kurze Trockenphasen gut, in längeren Trockenperioden gießen Sie durchdringend. Zu nasser Boden bekommt ihr schlechter als ein kurzes Austrocknen.
Im Beet reicht in nährstoffreichem Boden die Kompostgabe beim Pflanzen oft aus. Auf mageren Böden und im Kübel geben Sie von Juni bis August etwa alle zwei Wochen einen Flüssigdünger für Blühpflanzen. Zu viel Stickstoff lässt die Pflanzen weich und kippelig werden.
Hohe Sorten an windigen Plätzen brauchen eine Stütze. Ein Stab, an dem Sie den Haupttrieb locker anbinden, genügt. Wer abgeblühte Blütenstände samt Samenschoten abschneidet, verlängert die Blüte und verhindert die Selbstaussaat. Wer im nächsten Jahr eigene Samen möchte, lässt dagegen einige Schoten ausreifen.
Samen ernten und aufbewahren
Die Schoten sind reif, wenn sie sich gelblich bis braun verfärben und leicht aufplatzen. Schneiden Sie sie an einem trockenen Tag ab, lassen Sie sie in einer Papiertüte nachtrocknen und bewahren Sie die kleinen, dunklen Samen kühl und trocken auf. Aus eigenen Samen gezogene Pflanzen fallen in der Farbe oft anders aus als die Mutterpflanze, besonders wenn mehrere Farben nebeneinanderstanden. Einige moderne, sterile Sorten bilden keine keimfähigen Samen und müssen jedes Jahr neu gekauft werden.
Schädlinge und Krankheiten
Die Spinnenblume gilt als robust. Gelegentlich treten Blattläuse an den Triebspitzen auf; verkrüppelte, eingerollte junge Blätter sind ein typisches Zeichen. Ein kräftiger Wasserstrahl oder das Abstreifen genügt meist, Nützlinge wie Marienkäfer erledigen den Rest. Hinweise zu weiteren Mitteln finden Sie im Beitrag Schädlingsbekämpfung im Garten. Schnecken fressen gern an frisch ausgepflanzten Jungpflanzen, ältere Pflanzen sind durch ihre klebrige Behaarung besser geschützt. Bei kalter, nasser Witterung kümmert die Pflanze, das ist aber eine Frage der Wärme, nicht einer Krankheit.
Die Spinnenblume gilt nicht als giftig. Die Dornen und die klebrigen Haare können empfindliche Haut jedoch reizen.
Kombinieren im Beet und im Kübel
Mit ihrer Höhe gehört die Spinnenblume in die Mitte oder in den Hintergrund eines Sommerbeets. Gute Partner sind andere Sonnenanbeter: Zinnien, Schmuckkörbchen (Cosmos), Patagonisches Eisenkraut (Verbena bonariensis), Dahlien, Fackellilien und Ziergräser wie das Lampenputzergras. In einem Bauerngarten passt sie zu Ringelblumen und Rittersporn, siehe Einen Bauerngarten anlegen. Abends und nachts besuchen Nachtfalter die Blüten, tagsüber Hummeln.
Kompakte Sorten eignen sich auch für große Kübel auf der Terrasse. Das Gefäß sollte mindestens 30 cm tief sein, gut abziehen und in voller Sonne stehen. Mehr Anregungen für einjährige Blüher bietet der Beitrag Dahlien – Vielfalt und Farbrausch im Garten, Ideen für die Gestaltung stehen in den Tipps zur Gestaltung eines Blumenbeets.
Häufige Fragen
Ist die Spinnenblume mehrjährig?
Nein. Sie ist nicht winterhart und wird bei uns als einjährige Sommerblume gezogen. In warmen Gärten sät sie sich aber manchmal selbst aus.
Wann sät man Spinnenblumen aus?
Im Haus von März bis Anfang April bei etwa 20–25 °C, direkt ins Beet erst ab Mitte Mai.
Warum keimen meine Cleome-Samen nicht?
Häufig ist es zu kühl, oder die Samen liegen zu tief. Sie brauchen Wärme und nur eine sehr dünne Erdschicht; gelegentlich hilft ein Wechsel zwischen warmen Tagen und kühleren Nächten.
Hat die Spinnenblume Dornen?
Ja, die klassischen Sorten tragen kleine Dornen an den Blattansätzen. Es gibt kompakte Züchtungen ohne Dornen.



