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Garten-Ratgeber

Der Exzenterschleifer hilft bei der Sanierung der Holzterrasse

Selber bauenvon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wann eine Sanierung fällig ist
  2. Bestandsaufnahme: Dielen und Unterkonstruktion prüfen
  3. Einzelne Dielen austauschen
  4. Vor dem Schleifen: reinigen und vorbereiten
  5. Der Exzenterschleifer: Technik und Schleifpapier
  6. So schleifen Sie die Dielen
  7. Ölen: Schutz für die frisch geschliffene Fläche
  8. Wenn die Sanierung nicht mehr lohnt
  9. Braucht die Holzterrasse eine Baugenehmigung?
  10. Häufige Fragen

Eine vergraute, rissige oder fleckige Holzterrasse muss selten komplett erneuert werden. Meist genügt es, beschädigte Dielen auszutauschen, die Fläche mit dem Exzenterschleifer abzuschleifen und neu zu ölen. Der Exzenterschleifer ist dafür das Werkzeug der Wahl, weil er gleichmäßig abträgt, ohne Riefen zu hinterlassen. Bei großen Flächen lohnt sich ein gemieteter Walzen- oder Bodenschleifer; für die Ränder bleibt der Exzenter trotzdem unverzichtbar.

Wann eine Sanierung fällig ist

Holz im Außenbereich arbeitet ständig. UV-Strahlung baut das Lignin an der Oberfläche ab, das Holz vergraut. Regen wäscht die Fasern aus, es bilden sich feine Risse, aufstehende Fasern und Splitter. Nadelhölzer wie Kiefer und Lärche zeigen das schneller als dichte Harthölzer. Vergrauung allein ist kein Schaden – sie ist eine natürliche Schutzschicht, und viele lassen ihre Terrasse bewusst silbergrau werden.

Handlungsbedarf besteht dagegen, wenn die Oberfläche rau und splittrig wird, Grünbelag und dunkle Flecken sich festsetzen, Dielen sich verziehen oder weich werden. Wie oft eine Überarbeitung nötig ist, hängt von Holzart, Lage und Pflege ab; eine grobe Überarbeitung mit Schleifen alle paar Jahre und ein Ölanstrich je nach Beanspruchung jährlich bis alle zwei Jahre sind übliche Größenordnungen.

Bestandsaufnahme: Dielen und Unterkonstruktion prüfen

Bevor Sie Schleifpapier kaufen, prüfen Sie den Zustand gründlich. Stechen Sie mit einem Schraubendreher an verdächtigen Stellen ins Holz, vor allem an Dielenenden und über den Auflagern. Lässt sich die Spitze leicht eindrücken, ist das Holz morsch und die Diele muss raus.

Wichtiger noch als die Dielen ist die Unterkonstruktion. Heben Sie an zwei oder drei Stellen eine Diele an und sehen Sie sich die Balken an. Sind sie faulig, bringt die schönste Oberfläche nichts. Achten Sie auch auf lockere oder herausstehende Schrauben, rostige Befestigungen und Stellen, an denen Wasser steht. Häufige Ursachen für Fäulnis sind fehlendes Gefälle, zu enge Fugen und Balken, die direkt im Erdreich oder auf dauerfeuchtem Untergrund liegen.

Einzelne Dielen austauschen

Beschädigte Dielen schrauben Sie heraus und ersetzen sie durch neue aus derselben Holzart und Stärke. Nehmen Sie ein Muster mit zum Holzhandel, denn Profile und Maße unterscheiden sich. Befestigen Sie die neuen Dielen mit Edelstahlschrauben, vorgebohrt und mit gleichmäßigem Fugenabstand, meist 5–8 mm. Neue Dielen sehen zunächst deutlich heller aus als der Bestand; durch Schleifen und Ölen der ganzen Fläche gleicht sich der Unterschied an, ganz verschwindet er aber erst mit der Zeit. Wie man Dielen fachgerecht verlegt, lesen Sie im Beitrag Terrassendielen richtig verlegen.

Vor dem Schleifen: reinigen und vorbereiten

  1. Möbel und Pflanzkübel räumen, die Fläche fegen und die Fugen auskratzen.
  2. Gründlich reinigen. Grünbelag und Schmutz entfernen Sie mit Bürste, Wasser und einem Holzreiniger. Gegen Vergrauung gibt es spezielle Entgrauer. Der Hochdruckreiniger ist nur mit Flächenreiniger und geringem Druck zu empfehlen, sonst raut er das Holz auf. Mehr dazu unter Terrasse richtig reinigen.
  3. Trocknen lassen. Geschliffen wird nur vollständig trockenes Holz, nach der Nassreinigung also frühestens nach einigen trockenen Tagen.
  4. Schrauben kontrollieren. Alle Schraubenköpfe müssen versenkt sein. Ein überstehender Kopf zerreißt das Schleifpapier sofort und kann den Schleifteller beschädigen.

Der Exzenterschleifer: Technik und Schleifpapier

Der Exzenterschleifer kombiniert eine Drehung des runden Schleiftellers mit einer kleinen, exzentrischen Schwingbewegung. Dadurch trägt er kräftiger ab als ein Schwingschleifer, hinterlässt aber anders als ein Bandschleifer kaum Kratzspuren. Für Terrassen sind Geräte mit 125 oder 150 mm Tellerdurchmesser üblich; größere Teller schaffen mehr Fläche, sind aber schwerer zu führen. Wichtig ist ein Anschluss für die Absaugung und eine Drehzahlregelung.

Geschliffen wird in mehreren Durchgängen mit zunehmend feinerer Körnung:

DurchgangKörnungZweck
Grobschliff40–60Vergrauung, Flecken, alte Ölschichten, Splitter entfernen
Zwischenschliff80Kratzer des Grobschliffs glätten
Feinschliff100–120glatte, gleichmäßige Oberfläche für das Öl

Feiner als 120 zu schleifen lohnt sich im Außenbereich meist nicht, weil das Öl sonst schlechter eindringt. Wechseln Sie das Papier, sobald es zugesetzt ist; stumpfes Schleifpapier erzeugt Hitze und Glanzstellen.

So schleifen Sie die Dielen

Führen Sie den Schleifer ohne Druck und immer in Bewegung in Längsrichtung der Dielen, also mit der Faser. Das Eigengewicht des Geräts genügt. Bleibt er an einer Stelle stehen, entstehen Mulden. Schleifen Sie Diele für Diele in überlappenden Bahnen und kontrollieren Sie das Ergebnis im Streiflicht.

Bei geriffelten Dielen erreicht der Exzenter nur die Oberkanten der Rillen. Die Rillen selbst reinigen Sie mit einer Messing- oder Nylonbürste. Viele Terrassenbesitzer drehen stark verwitterte Riffeldielen auch einfach um, falls die Rückseite glatt ist. Bei großen Flächen sparen gemietete Walzenschleifer viel Zeit; sie tragen aber schnell zu viel ab und verlangen Übung.

Tragen Sie beim Schleifen eine Staubmaske der Klasse FFP2, Gehörschutz und eine Schutzbrille. Holzstaub reizt die Atemwege, und Stäube von Harthölzern wie Eiche und Buche gelten als krebserzeugend; einige Tropenhölzer können Allergien auslösen. Mit Absaugung arbeiten Sie deutlich staubärmer.

Ölen: Schutz für die frisch geschliffene Fläche

Frisch geschliffenes Holz ist offenporig und vergraut ohne Schutz rasch wieder. Üblich ist ein Terrassenöl für die jeweilige Holzart. Pigmentierte Öle schützen besser vor UV-Strahlung als farblose, reines Leinöl ist eine einfache, natürliche Lösung, trocknet aber langsam. Weitere Hinweise zu Anstrichen finden Sie im Beitrag Holz im Außenbereich: die richtige Imprägnierung.

  1. Wetter abwarten. Mindestens einen trockenen Tag, besser zwei, ohne pralle Mittagssonne und bei Temperaturen über etwa 10 °C.
  2. Staub entfernen. Die Fläche gründlich absaugen oder abfegen.
  3. Dünn auftragen. Öl mit Pinsel, Rolle oder Flächenstreicher in Faserrichtung auftragen, immer über die ganze Dielenlänge, damit keine Ansätze entstehen.
  4. Überschuss abnehmen. Was nach etwa 20–30 Minuten nicht eingezogen ist, mit einem Lappen abnehmen. Zu viel Öl bleibt klebrig und wird fleckig.
  5. Zweiter Anstrich. Nach Herstellerangabe, meist am nächsten Tag.

Achtung, Brandgefahr: Mit Leinöl oder leinölhaltigen Produkten getränkte Lappen können sich beim Trocknen selbst entzünden. Breiten Sie sie flach im Freien zum Trocknen aus oder bewahren Sie sie in einem geschlossenen Metallbehälter mit Wasser auf, bis Sie sie entsorgen.

Wenn die Sanierung nicht mehr lohnt

Sind viele Dielen und die Unterkonstruktion angegriffen, ist ein Neubau oft günstiger als Flickwerk. Dann stellt sich die Materialfrage neu: Heimische Hölzer wie Lärche und Douglasie, thermisch behandeltes Holz, Harthölzer oder WPC-Dielen aus Holzfasern und Kunststoff. WPC wird nicht geölt und vergraut nicht wie Holz; ob und wie es geschliffen werden darf, steht in den Herstellerangaben. Einen Vergleich finden Sie in den Beiträgen Terrassendielen und WPC – ideale Alternative für Terrasse und Balkon.

Egal für welches Material Sie sich entscheiden: Konstruktiver Holzschutz verlängert die Lebensdauer mehr als jedes Öl. Dazu gehören ein Gefälle von etwa 1–2 % vom Haus weg, ausreichende Fugen, eine gut belüftete Unterkonstruktion mit Abstand zum Erdreich und Pads unter den Balken, damit sie nicht im Wasser stehen.

Braucht die Holzterrasse eine Baugenehmigung?

Für das Abschleifen und Ölen oder den Austausch einzelner Dielen brauchen Sie keine Genehmigung, das ist Instandhaltung. Beim Neubau entscheidet die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes. Ebenerdige Terrassen ohne Überdachung sind in der Regel verfahrensfrei; genehmigungspflichtig kann es werden, wenn die Terrasse erhöht gebaut wird, überdacht ist, nah an der Grundstücksgrenze liegt oder ein Bebauungsplan Vorgaben macht. Im Zweifel fragen Sie beim Bauamt nach. Ausführlicher im Beitrag Braucht man eine Baugenehmigung für die Terrasse?.

Häufige Fragen

Welche Körnung für Terrassendielen?

Beginnen Sie je nach Zustand mit Körnung 40–60, gefolgt von 80 und einem Feinschliff mit 100–120. Feiner ist im Außenbereich meist nicht sinnvoll.

Eignet sich ein Exzenterschleifer für die ganze Terrasse?

Für kleine und mittlere Flächen ja. Bei großen Terrassen spart ein gemieteter Walzen- oder Bodenschleifer Zeit, der Exzenter übernimmt dann Ränder und Ecken.

Kann man geriffelte Dielen schleifen?

Nur die Oberkanten. Die Rillen reinigt man mit einer Bürste. Ist die Unterseite glatt, können stark verwitterte Dielen auch umgedreht werden.

Ist eine Holzterrasse genehmigungspflichtig?

Ebenerdige Terrassen ohne Dach sind meist verfahrensfrei. Maßgeblich ist die Landesbauordnung; erhöhte oder überdachte Terrassen und solche an der Grundstücksgrenze können genehmigungspflichtig sein.

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