Eine Terrasse aus Stein oder Holz bauen?
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Ob Stein oder Holz die bessere Wahl für Ihre Terrasse ist, entscheidet vor allem, wie viel Pflege Sie leisten wollen. Stein hält bei richtigem Unterbau Jahrzehnte und braucht wenig mehr als Fegen und gelegentliches Fugensäubern, Holz ist fußwarm und wohnlich, will aber regelmäßig gereinigt und je nach Holzart geölt werden. Für beide gilt: Die Qualität steckt im Unterbau, nicht im Belag.

Die Entscheidung in der Übersicht
| Holz | Stein | |
| Gefühl barfuß | warm, angenehm | kühl bis heiß, je nach Farbe |
| Lebensdauer | je nach Holzart etwa 10 bis über 25 Jahre | mehrere Jahrzehnte |
| Pflege | reinigen, bei Wunsch ölen, Unterkonstruktion prüfen | fegen, Fugen säubern, gelegentlich reinigen |
| Unterbau | Unterkonstruktion mit Luft darunter | verdichteter Schotter und Bettung |
| Heimwerkertauglich | gut | anspruchsvoller, schwere Platten |
| Kosten | stark abhängig von der Holzart | vom einfachen Betonstein bis zum teuren Naturstein |
Holz: gemütlich, aber nicht jedes Holz taugt
Holz gibt einer Terrasse Wärme und passt zu fast jedem Gartenstil. Die üblichen Bedenken – hoher Pflegeaufwand, Fäulnis, Insekten – treffen vor allem auf ungeeignete Holzarten und schlechte Verlegung zu. Wie lange eine Holzterrasse hält, hängt in erster Linie von der Holzart und vom konstruktiven Holzschutz ab, weniger vom Anstrich.
Heimische und europäische Hölzer, die sich bewährt haben:
- Lärche und Douglasie: preiswert und harzreich, vergrauen schnell und halten bei guter Belüftung viele Jahre. Langsam gewachsene Lärche aus nördlichen Regionen gilt als dauerhafter.
- Robinie: eines der dauerhaftesten europäischen Hölzer, eine gute Alternative zu Tropenholz, aber nur in begrenzten Längen und oft mit Drehwuchs erhältlich.
- Eiche: hart und dauerhaft, neigt aber zu Rissen und bildet mit Eisen dunkle Flecken – also nur Edelstahlschrauben verwenden.
- Thermoholz: durch Hitze behandelte Esche oder Kiefer, formstabil und dauerhafter als das Ausgangsholz, dafür etwas spröder.
- Kesseldruckimprägnierte Kiefer: günstig, aber mit kürzerer Lebensdauer; sie muss für den Außeneinsatz ausdrücklich geeignet sein.
Tropenhölzer wie Bangkirai, Ipe oder Cumaru sind sehr dauerhaft. Wer sich dafür entscheidet, sollte auf einen anerkannten Nachweis für nachhaltige Forstwirtschaft achten. Wer die Holzoptik ohne Holzpflege möchte, findet eine Alternative im Beitrag WPC als Alternative für Terrasse und Balkon. Eine Übersicht über Dielenarten gibt der Beitrag Terrassendielen.
Holzpflege: weniger ist oft mehr
Die Regel, eine Holzterrasse müsse alle drei Jahre lasiert werden, stimmt so nicht. Filmbildende Lasuren und Lacke gehören nicht auf Terrassendielen, sie blättern durch Begehen und Witterung ab und sind dann mühsam zu entfernen. Üblich sind zwei Wege: Entweder Sie lassen das Holz silbergrau vergrauen, was der Haltbarkeit dauerhafter Hölzer nicht schadet. Oder Sie ölen es mit einem Terrassenöl, meist einmal im Jahr, damit der Farbton erhalten bleibt.
Wichtiger als jeder Anstrich ist die Reinigung. Laub, Erde und Blütenstaub, die in den Fugen liegen bleiben, halten Feuchtigkeit fest, und dort beginnen Grünbelag und Fäulnis. Einmal im Frühjahr gründlich schrubben, den Rest der Saison regelmäßig fegen. Wie Sie verwitterte Dielen wieder herrichten, lesen Sie im Beitrag Holzterrasse mit dem Exzenterschleifer sanieren.
Stein: langlebig und vielseitig
Ein Steinbelag hält bei richtigem Unterbau mehrere Jahrzehnte. Wer meint, Stein sei pflegefrei, irrt allerdings: In den Fugen keimt Unkraut, im Schatten bildet sich Grünbelag, und helle Steine nehmen Flecken von Rotwein, Fett oder Laub an. Die Auswahl ist riesig:
- Betonplatten und Betonpflaster: günstig, in vielen Farben und Formaten, bei hochwertiger Ware mit Oberflächenschutz.
- Naturstein wie Granit, Basalt, Sandstein, Travertin oder Quarzit: jeder Stein ein Unikat, je nach Gestein sehr hart oder eher weich und saugfähig.
- Feinsteinzeug: frostfest, fleckunempfindlich und farbecht, in Holz- oder Steinoptik erhältlich; meist 2 cm stark für außen.
- Klinker: gebrannter Ton, robust und warm in der Farbe.
Verschiedene Materialien lassen sich kombinieren, etwa eine Einfassung aus Klinker mit Platten aus Beton oder eine Steinterrasse mit einem Holzdeck als Liegefläche.
Der Unterbau für eine Steinterrasse
Die meisten Schäden an Steinterrassen – abgesackte Platten, Pfützen, Kippelsteine – haben ihre Ursache in einem zu dünnen oder schlecht verdichteten Unterbau.
- Fläche abstecken und Höhe festlegen. Die fertige Terrasse sollte ein paar Zentimeter unter der Türschwelle liegen, damit kein Wasser ins Haus läuft.
- Auskoffern. Mutterboden abtragen, je nach Boden und Belastung meist 20–35 cm tief.
- Tragschicht einbauen. Frostsicheren Schotter lagenweise einfüllen und mit der Rüttelplatte verdichten.
- Gefälle anlegen. Etwa 2 % vom Haus weg, also 2 cm auf einen Meter. So läuft Regenwasser zuverlässig ab.
- Bettung abziehen. Eine Lage Splitt von wenigen Zentimetern mit der Richtlatte glatt abziehen.
- Platten verlegen und verfugen. Mit Fugenkreuzen für gleichmäßige Abstände, danach mit Fugensand oder Fugenmörtel schließen.
Wichtig nach dem Hausbau: Warten Sie mit der Terrasse, bis sich die Verfüllung am Haus gesetzt hat. Der Arbeitsraum um den Keller wird mit lockerem Material verfüllt, das sich noch lange setzt. Eine zu früh gebaute Terrasse sinkt zur Hauswand hin ab – und das Wasser läuft dann genau in die falsche Richtung.
Der Unterbau für eine Holzterrasse
Holz darf nie direkt auf dem Boden liegen, es muss von allen Seiten abtrocknen können.
- Untergrund vorbereiten. Boden auskoffern, Schotter einbringen und verdichten, mit Gefälle vom Haus weg.
- Unkrautvlies auslegen. Ein wasserdurchlässiges Vlies hält Wurzeln fern. Gegen Wühlmäuse und Ratten hilft ein darunter verlegtes engmaschiges Drahtgitter.
- Auflager setzen. Gehwegplatten auf Splitt, Punktfundamente oder verstellbare Stelzlager tragen die Unterkonstruktion.
- Unterkonstruktion montieren. Balken aus mindestens ebenso dauerhaftem Holz oder aus Aluminium, im Abstand von etwa 40–60 cm je nach Dielenstärke. Unter die Balken gehören Gummipads, damit sie nicht im Wasser stehen.
- Dielen verlegen. Mit etwa 5–8 mm Fuge, damit Wasser abläuft und das Holz arbeiten kann. Vorbohren und Edelstahlschrauben verwenden oder verdeckte Klammersysteme nutzen.
Die Dielen verlaufen in Gefällerichtung, so läuft Wasser über die Oberfläche ab statt quer in den Fugen zu stehen. Ausführlich beschreibt das der Beitrag Terrassen-Dielen richtig verlegen.
Kosten grob einschätzen
Pauschale Quadratmeterpreise sind wenig verlässlich, weil Material, Unterbau und Eigenleistung stark schwanken. Als grobe Orientierung gilt: Einfache Betonplatten und Lärchen- oder Douglasiendielen gehören zu den günstigen Lösungen, Naturstein, Feinsteinzeug und Harthölzer liegen deutlich darüber. Der Unterbau macht bei beiden Varianten einen erheblichen Teil aus, beim Selbstbau vor allem als Arbeit. Sparen Sie nicht am Unterbau, sondern lieber am Belag – ein einfacher Stein auf gutem Grund hält länger als ein edler auf schlechtem.
Braucht die Terrasse eine Genehmigung?
Eine ebenerdige Terrasse ist in praktisch allen Bundesländern genehmigungsfrei, unabhängig davon, ob sie aus Holz oder Stein besteht. Bei erhöhten Terrassen, Überdachungen oder Dachterrassen können dagegen Genehmigung oder Abstandsflächen ins Spiel kommen; das regeln Landesbauordnung und Bebauungsplan. Alle Einzelheiten stehen im Beitrag Braucht man eine Baugenehmigung für die Terrasse? Wie Sie die fertige Fläche einrichten, lesen Sie unter Terrasse gestalten.
Häufige Fragen
Was ist günstiger, eine Terrasse aus Holz oder aus Stein?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Einfache Betonplatten und Lärchendielen liegen in einem ähnlichen Rahmen. Über die Jahre ist Stein meist günstiger, weil er weniger Pflege braucht und länger hält.
Welches Holz ist für eine Terrasse am besten?
Für lange Haltbarkeit ohne Tropenholz eignen sich Robinie, Eiche und Thermoholz. Lärche und Douglasie sind günstiger und halten bei guter Belüftung ebenfalls viele Jahre.
Wie viel Gefälle braucht eine Terrasse?
Etwa 2 %, also 2 cm pro Meter, immer vom Haus weg. Bei Holzterrassen verlaufen die Dielen in Gefällerichtung.
Muss eine Holzterrasse gestrichen werden?
Nein. Dauerhafte Hölzer dürfen vergrauen, das schadet ihnen nicht. Wer den Farbton erhalten will, ölt einmal im Jahr. Filmbildende Lasuren sind auf Terrassendielen ungeeignet.



