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Garten-Ratgeber

Grillen auf der Terrasse

Möbel, Grill & Feuervon Kathrin Schendel7 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Der richtige Platz für den Grill
  2. Feuerfester Untergrund, gerade auf Holz
  3. Grillen unter der Terrassenüberdachung
  4. Holzkohle sicher anzünden
  5. Gasgrill: Schlauch, Flasche, Dichtheit
  6. Für den Notfall vorbereitet sein
  7. Rücksicht auf die Nachbarn
  8. Mietwohnung und Eigentümergemeinschaft
  9. Braucht die Terrasse eine Baugenehmigung?
  10. Häufige Fragen

Auf der Terrasse zu grillen ist erlaubt und meist unproblematisch, wenn drei Dinge stimmen: der Grill steht stabil auf einem nicht brennbaren Untergrund mit Abstand zu allem, was Feuer fangen kann, der Rauch zieht nicht in fremde Fenster, und bei Mietwohnungen erlaubt der Vertrag das Grillen. Unter einem Terrassendach kommen Hitze und Qualm als zusätzliche Probleme hinzu. Wer das beachtet, grillt entspannt – und muss den Abend nicht mit dem Nachbarn oder der Feuerwehr verbringen.

Holzkohlegrill mit Steaks und Würstchen, gewendet mit der Grillzange
Holzkohlegrill mit Steaks und Würstchen, gewendet mit der Grillzange

Der richtige Platz für den Grill

Der Grill gehört an eine windgeschützte, ebene Stelle, an der er nicht kippeln kann. Rund um ihn herum braucht es Platz: Sonnenschirm, Markise, Sichtschutzmatten, Hecken, Holzfassaden und Polster sollten deutlich außer Reichweite von Flammen und Funkenflug stehen. Als grobe Orientierung gelten mindestens ein bis zwei Meter zu allem Brennbaren, bei offenem Holzkohlefeuer eher mehr. Achten Sie auch auf die Windrichtung, denn der Rauch folgt ihr und nicht Ihrer Planung.

Schließt an die Terrasse eine Wiese an, stellen Sie den Grill nicht an die Kante. Nach einigen trockenen Wochen genügt ein einzelner Funke im dürren Gras, um einen Brand auszulösen. Gleiches gilt für Hecken aus Nadelgehölzen wie Thuja, die im Sommer sehr gut brennen.

Wichtig ist auch der Weg dorthin: Der Grillplatz sollte so liegen, dass niemand ständig am heißen Gerät vorbei muss. Kinder und Hunde laufen erfahrungsgemäß genau dort entlang, wo es am heißesten ist. Ein fester Platz etwas abseits der Sitzgruppe ist deshalb besser als ein Grill mitten im Geschehen.

Feuerfester Untergrund, gerade auf Holz

Auf Stein- oder Betonplatten, Pflaster oder Fliesen kann der Grill direkt stehen. Heruntertropfendes Fett und herausfallende Glut hinterlassen dort allenfalls Flecken. Liegt auf der Terrasse ein Holz- oder WPC-Belag, braucht der Grill eine nicht brennbare Unterlage, die deutlich größer ist als seine Standfläche. Geeignet sind großformatige Steinplatten, eine Blechwanne oder eine spezielle Funkenschutzmatte. Glut, die aus einem Kugelgrill fällt, brennt sich sonst schnell in die Dielen ein – und WPC verformt sich schon bei deutlich niedrigeren Temperaturen, als man denkt.

Fettflecken auf Naturstein lassen sich vorbeugen, indem Sie unter den Grill eine Auffangschale oder eine alte Steinplatte legen. Wie Sie Flecken später wieder loswerden, erklärt der Beitrag Terrasse richtig reinigen.

Grillen unter der Terrassenüberdachung

Unter einem Dach staut sich Hitze nach oben. Polycarbonat- und Acrylplatten können sich direkt über einem Grill verformen, Glasdächer bekommen einen schmierigen Fettfilm, Holzbalken verrußen. Der Rauch zieht schlecht ab und legt sich an Decke und Wänden nieder. Stellen Sie den Grill deshalb möglichst an den Rand der Überdachung, wo der Rauch frei abziehen kann, und nie direkt unter die Dachfläche.

Am besten eignen sich unter Dächern Gas- und Elektrogrills mit Deckel. Sie erzeugen weniger Rauch, lassen sich sofort abschalten und werfen keine Funken. Holzkohle unter einem Dach ist dagegen heikel, und in geschlossenen oder weitgehend geschlossenen Räumen hat ein Holzkohlegrill nichts zu suchen: Glühende Kohle bildet Kohlenmonoxid, ein geruchloses Gas, das schon in kleinen Mengen lebensgefährlich ist. Das gilt auch für den Wintergarten, das Gartenhaus und ein Zelt – und auch dann, wenn die Kohle scheinbar schon erloschen ist.

Holzkohle sicher anzünden

Die meisten Grillunfälle passieren beim Anzünden. Brennspiritus, Benzin oder andere flüssige Brandbeschleuniger haben am Grill nichts verloren; sie verpuffen explosionsartig, auch in bereits glimmende Kohle gegossen. Sicher sind feste Anzündhilfen und ein Anzündkamin, in dem die Kohle in etwa 20–30 Minuten gleichmäßig durchglüht. Grillgut kommt erst auf den Rost, wenn die Kohle mit einer weißen Ascheschicht überzogen ist.

Was beim Grillen im Frühjahr, bei Kälte und feuchter Kohle anders ist, lesen Sie im Beitrag Angrillen im März. Welcher Grilltyp für Ihre Terrasse passt, vergleicht der Beitrag Welcher Grill ist der richtige?.

Gasgrill: Schlauch, Flasche, Dichtheit

Ein Gasgrill ist auf der Terrasse bequem, verlangt aber etwas Wartung. Prüfen Sie zu Saisonbeginn Schlauch und Anschlüsse: Risse, poröse Stellen und Knicke sind ein Grund, den Schlauch zu tauschen. Einen einfachen Dichtheitstest machen Sie mit Seifenwasser, das Sie bei geöffneter Flasche und geschlossenen Brennern auf die Verbindungen pinseln – bilden sich Blasen, ist die Stelle undicht.

Die Gasflasche steht immer aufrecht, im Freien und nicht in der prallen Sonne. Im Keller oder in einer Garage mit Bodenablauf hat sie nichts verloren, denn Flüssiggas ist schwerer als Luft und sammelt sich am Boden. Nach dem Grillen schließen Sie zuerst das Flaschenventil und lassen die Flammen ausgehen, erst dann die Drehregler.

Für den Notfall vorbereitet sein

Ein Eimer Sand und eine Löschdecke sollten griffbereit neben dem Grill stehen. Ein Eimer Wasser hilft bei Funken im Gras, aber niemals bei brennendem Fett: Wasser verdampft in heißem Fett schlagartig und reißt brennende Tröpfchen mit, die Stichflamme kann mehrere Meter hoch werden. Einen Fettbrand ersticken Sie mit Deckel, Löschdecke oder Sand. Bei einem Gasgrill schließen Sie zuerst das Flaschenventil.

Auch nach dem Grillen ist die Gefahr nicht vorbei. Asche und Kohlereste bleiben viele Stunden heiß. Kippen Sie sie nie in die Mülltonne oder auf den Kompost, sondern lassen Sie sie im Grill oder in einem Metalleimer mit Deckel vollständig auskühlen, am besten bis zum nächsten Tag.

Rücksicht auf die Nachbarn

Ein generelles Grillverbot gibt es in Deutschland nicht, aber auch kein Recht, den Nachbarn einzuräuchern. Gerichte haben sehr unterschiedlich entschieden, wie oft und wie lange gegrillt werden darf; eine bundesweit gültige Zahl gibt es nicht. Entscheidend ist, ob Rauch und Lärm das übliche Maß überschreiten. Praktisch heißt das:

  • Rauch klein halten. Gas und Elektro rauchen weniger als Holzkohle; beim Holzkohlegrill hilft eine Tropfschale, damit kein Fett in die Glut tropft.
  • Windrichtung beachten. Zieht der Rauch direkt auf den Nachbarbalkon, ist ein anderer Platz besser.
  • Vorher Bescheid sagen, vor allem bei größeren Runden, und ab 22 Uhr die Lautstärke herunterfahren – dann beginnt vielerorts die Nachtruhe.
  • Einladen. Der Nachbar, der mitisst, beschwert sich selten.

Mietwohnung und Eigentümergemeinschaft

Wer zur Miete wohnt, sollte in Mietvertrag und Hausordnung nachsehen. Dort kann das Grillen mit Holzkohle eingeschränkt oder auf bestimmte Flächen begrenzt sein; solche Regelungen gelten dann, auch wenn der Nachbar nichts dagegen hat. In einer Eigentümergemeinschaft kann die Gemeinschaft vergleichbare Regeln beschließen. Ein Elektrogrill ist in diesen Fällen oft der Kompromiss, gegen den niemand etwas einwenden kann.

Braucht die Terrasse eine Baugenehmigung?

Viele, die über das Grillen auf der Terrasse nachdenken, planen gerade eine neue Terrasse oder ein Dach darüber. Eine ebenerdige Terrasse ohne Überdachung ist in den meisten Bundesländern genehmigungsfrei. Bei Terrassenüberdachungen, erhöhten Terrassen und gemauerten Grillplätzen hängt es von der jeweiligen Landesbauordnung und dem Bebauungsplan ab; häufig sind kleinere Überdachungen verfahrensfrei, größere nicht, und Abstände zur Grundstücksgrenze gelten trotzdem. Verbindlich Auskunft gibt das örtliche Bauamt. Ausführlich behandelt das der Beitrag Braucht man eine Baugenehmigung für die Terrasse?.

Wer einen festen Grillplatz möchte, kann ihn auch mauern. Wie das geht und worauf dabei zu achten ist, zeigt der Beitrag Gartengrill selber mauern.

Häufige Fragen

Darf man auf der Terrasse mit Holzkohle grillen?

Grundsätzlich ja, solange Rauch und Lärm die Nachbarn nicht unzumutbar belästigen und kein Mietvertrag, keine Hausordnung und kein Beschluss der Eigentümer es einschränkt. Unter einem Dach und in geschlossenen Räumen ist Holzkohle wegen Hitze und Kohlenmonoxid ungeeignet.

Welcher Grill eignet sich für eine überdachte Terrasse?

Am ehesten ein Gas- oder Elektrogrill mit Deckel, aufgestellt am Rand der Überdachung, wo der Rauch abziehen kann. Kunststoffdächer direkt über dem Grill können sich durch die aufsteigende Hitze verformen.

Was lege ich unter den Grill auf einer Holzterrasse?

Eine nicht brennbare Unterlage, die deutlich über die Standfläche hinausreicht: große Steinplatten, eine Blechwanne oder eine Funkenschutzmatte. Sie schützt vor Glut und fängt Fett auf.

Braucht man für eine Terrasse eine Baugenehmigung?

Eine ebenerdige Terrasse ohne Dach meist nicht. Für Überdachungen, erhöhte Terrassen und Anbauten entscheidet die Landesbauordnung, oft abhängig von Größe und Grenzabstand. Fragen Sie im Zweifel vor dem Bau beim Bauamt nach.

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