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Garten-Ratgeber

Einen Gartengrill selber mauern

Selber bauenvon Kathrin Schendel5 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Grillform passt?
  2. Der richtige Standort
  3. Material und Werkzeug
  4. Welcher Mörtel für den Grill?
  5. Das Fundament
  6. Bauanleitung Schritt für Schritt
  7. Pflege und Winter
  8. Den Grillplatz gestalten
  9. Häufige Fragen

Ein gemauerter Grill ist ein Projekt für ein bis zwei Wochenenden, bei dem es vor allem auf drei Dinge ankommt: ein tragfähiges, frostsicheres Fundament, feuerfeste Schamottsteine mit Schamottmörtel im Bereich der Glut und normale, frostfeste Steine mit Zementmörtel für den Außenmantel. Wer die Glutschale mit gewöhnlichem Mörtel mauert, hat nach dem ersten Sommer Risse. Richtig gebaut, hält ein gemauerter Grill dagegen jahrzehntelang.

Gemauerter Grill mit lodernden Flammen über der Glut
Gemauerter Grill mit lodernden Flammen über der Glut

Welche Grillform passt?

Gemauerte Grills gibt es in zwei Grundformen. Der offene Mauergrill ist ein U-förmiger Block aus Steinen mit Glutfläche und Auflagen für den Rost, einfach zu bauen und für Einsteiger gut geeignet. Der Grillkamin hat zusätzlich einen Rauchfang mit Schornstein, der den Rauch nach oben ableitet, ist aber deutlich aufwendiger und wird meist als Bausatz aus Betonfertigteilen aufgebaut. Einen Überblick über fertige Modelle gibt der Beitrag Grillkamine für den Garten. Diese Anleitung beschreibt den offenen Mauergrill.

Der richtige Standort

Ein gemauerter Grill ist nicht mehr zu versetzen. Wählen Sie den Platz mit Bedacht:

  • Abstand zu Gebäuden, Hecken, Bäumen und Holzzäunen, damit Funkenflug keinen Schaden anrichtet.
  • Windrichtung beachten: Der Rauch sollte nicht über Terrasse, Sitzplatz oder zum Nachbarn ziehen.
  • Nähe zu Küche und Sitzplatz, aber nicht direkt unter Markisen oder Sonnenschirmen.
  • Fester, ebener Untergrund, am besten mit einer gepflasterten oder gekiesten Fläche rundherum.

Ob und wie oft gegrillt werden darf, regeln Landesrecht, Gemeindesatzungen, Mietverträge und die Rücksicht auf die Nachbarschaft. Ein gemauerter Grill ist baurechtlich meist unproblematisch, bei Grillkaminen mit Schornstein kann das anders aussehen; im Zweifel fragen Sie beim Bauamt nach. Einzelheiten zur Rechtslage fasst der Beitrag Feuer machen im Garten: die rechtliche Lage zusammen.

Material und Werkzeug

FundamentSchotter, Beton, ggf. Baustahlmatte, Schalbretter
Außenmauerwerkfrostfeste Klinker, Vormauerziegel oder Natursteine
GlutbereichSchamottsteine (feuerfeste Steine), Schamottmörtel oder feuerfester Mörtel
Außenmörtelfrostfester Mauermörtel auf Zementbasis
GlutträgerBetonplatte, Stahlbetonsturz oder Schamottplatten als Boden der Feuerstelle
RostauflageEdelstahl- oder Flachstahlwinkel, Gewindestangen oder eingemauerte Stahlstäbe
WerkzeugMaurerkelle, Fugenkelle, Wasserwaage, Richtschnur, Gummihammer, Steinsäge oder Winkelschleifer, Bohrmaschine mit Steinbohrer

Welcher Mörtel für den Grill?

Diese Frage entscheidet über die Haltbarkeit. Im Bereich, der direkt mit Glut und großer Hitze in Berührung kommt, verwenden Sie Schamottsteine und einen feuerfesten Mörtel oder Schamottmörtel. Normaler Zementmörtel verträgt die Temperaturen dort nicht dauerhaft, er wird mürbe und reißt. Für das äußere Mauerwerk, das nur warm wird, genügt dagegen gewöhnlicher frostfester Mauermörtel. Achten Sie darauf, dass Schamottfutter und Außenmauer nicht starr miteinander verbunden sind: Eine schmale Fuge oder ein Dämmstreifen zwischen beiden lässt Platz für die Wärmeausdehnung.

Das Fundament

Legen Sie das Fundament etwa 10 cm größer an als die Grundfläche des Grills. Graben Sie den Boden aus, füllen Sie eine Schicht Schotter ein, verdichten Sie sie und gießen Sie darauf eine Betonplatte von etwa 15 cm Stärke, bei größeren Grills mit einer Stahlmatte bewehrt. Wo der Boden stark friert oder der Grill schwer wird, etwa bei einem Grillkamin, ist ein frostfreies Fundament nötig, das in Deutschland meist rund 80 cm tief reicht. Lassen Sie den Beton einige Tage aushärten, bevor Sie mauern. Allgemeine Grundlagen zum Mauern im Garten finden Sie im Beitrag Mauern als Einfassung für Grundstück und Beete.

Bauanleitung Schritt für Schritt

  1. Grundriss anzeichnen. Übertragen Sie die U-Form mit Kreide auf das Fundament. Übliche Innenmaße für die Glutfläche liegen um 50–60 cm Breite und 40–50 cm Tiefe, abgestimmt auf die Größe Ihres Grillrosts.
  2. Erste Steinreihe setzen. Mörtel auftragen, Steine eindrücken und mit Wasserwaage und Richtschnur ausrichten. Die erste Reihe bestimmt alles Weitere, nehmen Sie sich dafür Zeit.
  3. Im Verband hochmauern. Jede Reihe um eine halbe Steinlänge versetzt setzen (Läuferverband), die Fugen gleichmäßig halten. Die Vorderseite bleibt offen.
  4. Glutträger auflegen. In Arbeitshöhe, meist 60–80 cm, legen Sie Betonplatte oder Stürze als Boden der Feuerstelle auf. Seitlich überstehende Stürze dienen später als Ablage.
  5. Feuerstelle auskleiden. Auf den Glutträger und an die Innenseiten der Glutzone kommen Schamottsteine, gemauert mit Schamottmörtel. Lose verlegte Schamottplatten auf einer dünnen Sandschicht als Boden sind ebenfalls üblich und lassen sich später leicht tauschen.
  6. Rostauflagen einbauen. In zwei bis drei Höhen Stahlstäbe, Winkel oder Gewindestangen in die Fugen einmauern oder in vorgebohrte Steine stecken. So lässt sich der Abstand zur Glut regeln. Messen Sie exakt, damit der Rost gerade liegt.
  7. Abschluss mauern. Die Seitenwände etwas über die oberste Rostauflage hochziehen und mit Abdeckplatten abschließen.
  8. Trocknen lassen. Der Mörtel braucht je nach Wetter ein bis zwei Wochen. Anschließend die ersten zwei, drei Feuer klein halten, damit Restfeuchte langsam entweichen kann.

Pflege und Winter

Nach dem Grillen die Asche entfernen, sobald sie vollständig erkaltet ist, denn nasse Asche greift Mörtel und Stahl an. Im Winter decken Sie den Grill ab oder legen zumindest eine Platte auf die Glutfläche, damit sich kein Wasser in den Fugen sammelt und bei Frost Abplatzungen verursacht. Den Rost nehmen Sie ins Haus. Hinweise zum Winterfestmachen stehen im Beitrag Garten, Grill, Markise und Co. winterfest machen.

Den Grillplatz gestalten

Ein gemauerter Grill wirkt am schönsten, wenn er Teil eines Grillplatzes ist: eine gepflasterte Fläche, eine Arbeitsplatte aus Naturstein daneben, ein Holzlager und ein Sitzplatz mit Abstand zum Rauch. Wer die Seitenwände oder eine angrenzende Mauer bepflanzen möchte, setzt auf hitzeverträgliche Polsterpflanzen wie Thymian, Fetthenne oder Hauswurz in Mauerkronen und Fugen, die von oben über die Kante hängen. Wie das geht, zeigt der Beitrag Mauern im Garten bepflanzen. Weitere Ideen für einen Feuerplatz im Garten finden Sie unter Feuerstelle im Garten.

Häufige Fragen

Welcher Mörtel ist der richtige für einen gemauerten Grill?

Für den Glutbereich ein feuerfester Mörtel oder Schamottmörtel zusammen mit Schamottsteinen, für das äußere Mauerwerk normaler frostfester Mauermörtel.

Welche Steine eignen sich zum Grill mauern?

Innen Schamottsteine, außen frostfeste Klinker, Vormauerziegel oder Naturstein. Porenbeton, Kalksandstein und poröse Natursteine sind für die Glutzone ungeeignet.

Braucht ein gemauerter Grill ein Fundament?

Ja. Mindestens eine Betonplatte auf verdichtetem Schotter; bei schweren Grills und Grillkaminen ein frostfreies Fundament, sonst reißt das Mauerwerk.

Wie hoch sollte ein gemauerter Grill sein?

Die Grillfläche liegt angenehm in etwa 80–90 cm Höhe, ähnlich einer Küchenarbeitsplatte. Die Glutfläche liegt entsprechend darunter, abhängig von der Zahl der Rosthöhen.

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Ein Leserkommentar

  1. Peter

    Also ich hab mich auch daran probiert, einen Gartengrill selber zu bauen, aber letztendlich hab ich erkannt, dass ich dafür einfach zu ungeschickt bin und hol am besten nochmal meine Jungs dafür mit ran beim nächsten mal. Dennoch vielen Dank für die Anleitung, hätte ich Mal vorher lesen sollen!

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