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Garten-Ratgeber

Einen Sonnenschirmständer selber bauen

Selber bauenvon Kathrin Schendel7 Min. · 11 Abschnitte
Inhalt11 Abschnitte
  1. Wie schwer muss ein Schirmständer sein?
  2. Das Rohr: Durchmesser und Länge
  3. Sicher arbeiten mit Beton
  4. Variante 1: Betonblock mit Tragegriffen
  5. Variante 2: Schirmständer aus einem Autoreifen
  6. Variante 3: Pflanzkübel mit integriertem Schirmständer
  7. Variante 4: Holzkiste mit Rollen
  8. Die stabilste Lösung: die Bodenhülse
  9. Typische Fehler
  10. Pflege und Überwinterung
  11. Häufige Fragen

Ein selbst gebauter Sonnenschirmständer ist schnell gemacht: Ein Rohr wird in ein schweres Gewicht eingebunden, meist in Beton, der in einen Eimer, einen Kasten, einen alten Autoreifen oder einen Pflanzkübel gegossen wird. Entscheidend ist das Gewicht. Als Faustregel braucht ein Mittelmastschirm mit 2 m Durchmesser etwa 25 kg, einer mit 3 m schon rund 40–50 kg, und Ampelschirme verlangen ein Vielfaches davon. Wer das beachtet, bekommt einen Ständer, der sicherer steht und besser aussieht als der Kunststoffsockel aus dem Handel.

Sonnenschirm über einer Sitzgruppe im Garten
Sonnenschirm über einer Sitzgruppe im Garten

Wie schwer muss ein Schirmständer sein?

Ein Sonnenschirm wirkt bei Wind wie ein Segel. Je größer der Schirm, desto stärker ist der Hebel am Ständer. Die Hersteller geben für ihre Schirme ein Mindestgewicht an, und daran sollten Sie sich zuerst halten. Wenn keine Angabe vorliegt, helfen diese üblichen Richtwerte:

Schirmtyp und GrößeRichtwert Ständergewicht
Balkonschirm bis etwa 2 m20–25 kg
Mittelmastschirm 2–3 m30–50 kg
Mittelmastschirm über 3 mab etwa 50 kg
Ampelschirmmeist 80 kg und mehr, oft über 100 kg

Beton wiegt etwa 2,3 kg pro Liter. Ein 10-Liter-Eimer voll Beton bringt also rund 23 kg auf die Waage, ein Block von 40 × 40 × 12 cm knapp 45 kg. Mit diesen Werten können Sie die Größe Ihres Gießgefäßes vorab grob berechnen.

Kein Ständer macht einen Schirm sturmfest. Bei aufkommendem Wind und über Nacht wird der Schirm geschlossen und die Schutzhülle übergezogen.

Das Rohr: Durchmesser und Länge

Das Herzstück jedes Schirmständers ist das Standrohr. Messen Sie zuerst den Durchmesser des Schirmstocks; bei Gartenschirmen liegt er häufig zwischen 25 und 50 mm. Das Rohr sollte innen einige Millimeter weiter sein, damit sich der Schirm leicht einstecken und drehen lässt. Das Spiel gleichen Sie mit einer Klemmschraube oder einer Reduzierhülse aus.

Geeignet sind verzinkte Stahlrohre, Edelstahlrohre oder für leichte Schirme auch dickwandige Kunststoff-Abwasserrohre (HT- oder KG-Rohre). Das Rohr sollte mindestens 30–40 cm aus dem Ständer herausragen, damit der Schirm seitlich gut geführt wird, und ein gutes Stück im Beton eingebunden sein. Bohren Sie außerdem ein kleines Loch in den Boden des Rohrs oder lassen Sie es unten offen. So läuft Regenwasser ab und kann im Winter nicht gefrieren und das Rohr sprengen.

Sicher arbeiten mit Beton

Frischer Beton und Zement sind stark alkalisch und können die Haut verätzen. Tragen Sie Schutzhandschuhe, lange Ärmel und eine Schutzbrille, besonders beim Anrühren. Spritzer auf der Haut waschen Sie sofort mit viel Wasser ab. Für einen Schirmständer genügt fertiger Sackbeton, der nur mit Wasser angerührt wird; verwenden Sie einen frostbeständigen Beton, wenn der Ständer draußen überwintert.

Variante 1: Betonblock mit Tragegriffen

Diese Version ist schlicht, schwer und hält praktisch ewig.

  1. Schalung bauen. Ein quadratischer Holzkasten aus Schalbrettern, zum Beispiel 40 × 40 cm innen und 15 cm hoch. Alternativ ein stabiler Eimer oder ein Kunststoff-Pflanzkübel als verlorene Form. Die Innenseiten mit Schalöl oder Speiseöl einstreichen, damit sich der Beton später löst.
  2. Griffe einlegen. Ein dickes Seil aus Kunstfaser zu zwei Schlaufen legen, sodass die Enden seitlich als Griffe aus dem Kasten ragen. Alternativ zwei Metallgriffe.
  3. Beton einfüllen. Eine erste Schicht einfüllen, das Rohr senkrecht in die Mitte stellen und mit einer Wasserwaage ausrichten. Mit Latten an der Schalung fixieren, damit es nicht verrutscht.
  4. Auffüllen und verdichten. Den restlichen Beton einfüllen und dabei immer wieder seitlich an die Schalung klopfen, damit Luftblasen aufsteigen.
  5. Oberfläche gestalten. Die Oberfläche glätten oder Kieselsteine, Glasnuggets oder Fliesenbruch eindrücken.
  6. Aushärten lassen. Den Beton einige Tage feucht halten und abdecken. Nach etwa einer Woche kann er ausgeschalt werden, voll belastbar ist er nach etwa vier Wochen.

Unter den fertigen Block kleben Sie Filz- oder Gummipads, damit er Terrassenplatten und Holzdielen nicht zerkratzt.

Variante 2: Schirmständer aus einem Autoreifen

Ein alter Autoreifen ergibt einen breiten, standfesten Sockel und ist beim Reifenhändler oft umsonst zu bekommen. Legen Sie den Reifen auf eine Folie oder ein Brett, stellen Sie das Rohr mittig hinein und fixieren Sie es mit zwei gekreuzten Latten, die auf dem Reifen aufliegen. Füllen Sie den Innenraum des Reifens mit Beton; die Flanken können Sie vorher mit Bauschaum oder Zeitungspapier ausstopfen, um Beton zu sparen, dann wird der Ständer allerdings leichter.

Wer mag, streicht den Reifen mit einem elastischen Lack für Gummi an, damit er weniger nach Werkstatt aussieht. Ein Nachteil dieser Variante ist das Gewicht: Rollen lässt sich der Reifen zwar gut, heben kann ihn aber kaum jemand allein.

Variante 3: Pflanzkübel mit integriertem Schirmständer

Besonders elegant ist ein großer Pflanzkübel, der gleichzeitig als Schirmständer dient. In den unteren Teil des Kübels gießen Sie eine dicke Schicht Beton, in die das Rohr eingebunden wird; das Rohr ragt oben durch die Erde heraus. Darüber kommt eine Drainageschicht, ein Vlies und Pflanzerde. Bepflanzt wird mit niedrigen, robusten Pflanzen, etwa Kräutern, Gräsern oder Sommerblumen, die den Schirmstock nicht behindern.

Wichtig ist ein Kübel mit Abzugsloch und aus frostfestem Material, denn nasse Erde über Beton friert sonst im Winter fest. Welche Materialien sich eignen, lesen Sie im Beitrag Pflanzkübel im Außenbereich: welches Material ist ideal?.

Variante 4: Holzkiste mit Rollen

Ein schwerer Ständer lässt sich kaum verschieben, wenn die Sonne wandert. Die Lösung ist eine Kiste aus wetterfestem Holz mit Rollen. Bauen Sie eine stabile Kiste, zum Beispiel 50 × 50 cm und 25 cm hoch, aus Lärche, Douglasie oder kesseldruckimprägniertem Holz. In die Mitte der Bodenplatte schrauben Sie ein dickes Holzstück mit einer Bohrung, in der das Rohr steckt, und sichern das Rohr zusätzlich mit schräg gesetzten Schrauben oder einem Rohrflansch.

Unter die Kiste kommen vier feststellbare Schwerlastrollen, deren Tragfähigkeit zum Gesamtgewicht passen muss. Gefüllt wird die Kiste mit Gehwegplatten, Pflastersteinen oder Beton, der Deckel aus Brettern bekommt eine Aussparung für das Rohr. So lässt sich das Gewicht bei Bedarf auch wieder herausnehmen. Hinweise zum Holzschutz finden Sie unter Holz im Außenbereich: die richtige Imprägnierung.

Die stabilste Lösung: die Bodenhülse

Wer seinen Schirm immer am selben Platz aufstellt, kann eine Bodenhülse fest einbetonieren. Dafür wird ein Fundament aus Beton gegossen, bei großen Schirmen deutlich tiefer als breit, und die Hülse bündig mit dem Terrassenbelag eingesetzt. Bei Nichtgebrauch verschließt ein Deckel die Öffnung. Für große Ampelschirme ist eine Bodenverankerung oft die einzige Möglichkeit, ohne riesige Gewichtsplatten auszukommen. Die Maße des Fundaments richten sich nach den Angaben des Schirmherstellers; planen Sie die Hülse am besten gleich beim Bau oder der Umgestaltung der Terrasse mit ein.

Typische Fehler

  • Zu leicht. Der häufigste Fehler. Rechnen Sie das Gewicht vorher aus, statt zu schätzen.
  • Rohr schief einbetoniert. Ein schiefes Rohr lässt den Schirm kippeln und belastet die Mechanik. Ausrichten mit der Wasserwaage in zwei Richtungen.
  • Kein Wasserablauf. Stehendes Wasser im Rohr lässt Stahl rosten und kann bei Frost Schäden verursachen.
  • Sockel zu klein. Ein hoher, schmaler Ständer kippt leichter als ein flacher, breiter mit demselben Gewicht.

Pflege und Überwinterung

Beton- und Reifenständer können draußen bleiben. Holzkisten stellen Sie im Winter unter ein Dach oder decken sie ab. Das Rohr sollten Sie vor dem Winter mit einem Deckel oder Stopfen verschließen. Der Schirm selbst gehört trocken und sauber ins Winterquartier; wie Sie Bezug und Gestell reinigen, lesen Sie unter Tipps und Tricks zur Reinigung von Auflagen und Sonnenschirmen, und was sonst vor dem Winter zu tun ist, im Beitrag Garten, Grill, Markise und Co. winterfest machen.

Häufige Fragen

Wie schwer muss ein Sonnenschirmständer sein?

Das hängt von Schirmgröße und -art ab. Richtwerte: bis 2 m Durchmesser etwa 20–25 kg, 2–3 m etwa 30–50 kg, Ampelschirme meist 80 kg und mehr. Maßgeblich ist die Angabe des Schirmherstellers.

Womit kann man einen Sonnenschirmständer beschweren?

Mit Beton, Gehwegplatten, Pflastersteinen, Sand oder Wasser. Beton bringt am meisten Gewicht auf kleinem Raum, Wasser und Sand sind leichter, aber flexibel.

Welches Rohr eignet sich für einen selbst gebauten Schirmständer?

Ein verzinktes Stahl- oder Edelstahlrohr, für leichte Schirme auch ein dickwandiges Kunststoffrohr. Der Innendurchmesser sollte etwas größer sein als der Schirmstock, das Spiel wird mit einer Klemmschraube ausgeglichen.

Wie lange muss der Beton aushärten?

Ausschalen können Sie nach etwa einer Woche, voll belastbar ist der Ständer nach rund vier Wochen.

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