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Garten-Ratgeber

Angrillen im März: Darauf ist bei Holzkohle zu achten

Möbel, Grill & Feuervon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Glühende Grillbriketts mit weißer Ascheschicht
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum das Grillen im März eigene Regeln hat
  2. Grillkohle aus dem Vorjahr: erst prüfen, dann verwenden
  3. Holzkohle oder Briketts: was wann besser passt
  4. Gute Grillkohle beim Kauf erkennen
  5. Richtig anzünden ohne Brandbeschleuniger
  6. Den Grill nach dem Winter startklar machen
  7. Gesünder grillen: Fett und Rauch im Griff
  8. Sicherheit und Rücksicht auf die Nachbarn
  9. Häufige Fragen

Angrillen im März klappt, wenn drei Dinge stimmen: trockene Kohle, der passende Brennstoff für die geplante Grilldauer und ein Grill, der den Winter gut überstanden hat. Holzkohle aus dem Vorjahr ist oft feucht und qualmt, gute neue Kohle erkennen Sie an gleichmäßigen Stücken und einem Prüfzeichen nach DIN EN 1860-2. Wer länger als eine Stunde grillen will, greift zu Briketts oder mischt beides.

Glühende Grillbriketts mit weißer Ascheschicht
Glühende Grillbriketts mit weißer Ascheschicht

Warum das Grillen im März eigene Regeln hat

Im Frühjahr ist es draußen oft nur 5 bis 12 °C warm, manchmal windig und feucht. Das merkt man am Grill deutlich: Die Glut kühlt schneller aus, der Grillrost braucht länger, bis er heiß ist, und Wind treibt Funken und Rauch dorthin, wo niemand sie haben will. Planen Sie deshalb mehr Brennstoff ein als im Sommer und suchen Sie einen windgeschützten Platz, der trotzdem gut belüftet ist.

Ein Grill mit Deckel ist in der kühlen Jahreszeit klar im Vorteil. Er hält die Hitze zusammen, spart Kohle und erlaubt indirektes Grillen, bei dem das Grillgut nicht direkt über der Glut liegt. Gerade dickere Stücke garen so gleichmäßiger, ohne außen zu verkohlen. Welche Bauform zu Ihnen passt, erklärt der Beitrag Welcher Grill ist der richtige?.

Grillkohle aus dem Vorjahr: erst prüfen, dann verwenden

In vielen Schuppen und Garagen liegt noch ein angebrochener Sack vom letzten Sommer. Holzkohle ist porös und zieht Feuchtigkeit aus der Luft, besonders wenn sie in einem ungeheizten, feuchten Raum oder gar draußen gelagert wurde. Feuchte Kohle zündet schlecht, brennt ungleichmäßig und qualmt stark. Mit dem Rauch gelangen Ruß und Geruchsstoffe ans Grillgut, was man vor allem beim Grillen mit geschlossenem Deckel schmeckt.

Woran Sie feuchte Kohle erkennen:

  • Die Stücke fühlen sich kühl und klamm an und sind schwerer als gewohnt.
  • Am Sackboden hat sich verklumpter Kohlestaub gesammelt.
  • Die Kohle riecht muffig, im schlimmsten Fall ist Schimmel zu sehen.

Leicht feuchte Kohle können Sie einige Tage an einem warmen, trockenen Ort ausgebreitet nachtrocknen lassen. Verschimmelte Kohle gehört nicht mehr auf den Grill. Lagern Sie angebrochene Säcke künftig verschlossen und trocken, etwa in einer Kunststoffbox mit Deckel.

Holzkohle oder Briketts: was wann besser passt

Holzkohle und Briketts unterscheiden sich vor allem in Anzündzeit, Hitze und Brenndauer. Keine der beiden Varianten ist grundsätzlich besser, es kommt auf den Anlass an.

MerkmalHolzkohleGrillbriketts
Durchglühen im Anzündkaminetwa 15–25 Minutenetwa 25–40 Minuten
Hitzeschnell sehr heißgleichmäßig, etwas milder
Nutzbare Glutrund 45–60 Minutenoft 2–3 Stunden
Gut geeignet fürWürstchen, Steaks, kurzes GrillenGrillabende, indirektes Garen, große Stücke

Für den typischen Nachmittag mit wechselnden Gästen hat sich eine Mischung bewährt: unten eine Schicht Briketts als Grundhitze, darüber etwas Holzkohle für den schnellen Start. Das oft behauptete kräftigere Raucharoma der Holzkohle ist übrigens gering. Den Geschmack prägen vor allem die Röststoffe am Grillgut und das Fett, das in die Glut tropft.

Gute Grillkohle beim Kauf erkennen

Die Qualitätsunterschiede bei Grillkohle sind beträchtlich. Billige Ware besteht oft aus viel Staub und Bruch, zündet schlecht und brennt schnell herunter. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Prüfzeichen nach DIN EN 1860-2. Die Norm legt unter anderem Mindestwerte für den Kohlenstoffanteil fest und schließt bestimmte Zusätze wie Erdöl- oder Kunststoffbestandteile aus. Ein zusätzliches Prüfsiegel zeigt, dass die Ware regelmäßig überprüft wird.
  • Gleichmäßige, faustgroße Stücke. Sehr unterschiedliche Größen verteilen die Hitze ungleich, feiner Bruch fällt durch den Rost.
  • Wenig Staub im Sack. Viel Staub deutet auf grobe Behandlung oder minderwertiges Holz hin.
  • Holzart. Kohle aus Hartholz wie Buche brennt länger und gleichmäßiger als Kohle aus Weichholz.
  • Herkunft. Ein erheblicher Teil der Grillkohle wird importiert, teils aus Tropenholz oder aus Regionen mit Raubbau. Angaben zur Holzart und ein Siegel für nachhaltige Waldwirtschaft schaffen Klarheit. Kohle aus heimischem Holz hat zudem kurze Transportwege.

Gute Kohle hat einen leicht metallischen Glanz und klingt beim Aneinanderschlagen hell. Stumpfe, bröselige Stücke sind ein Warnzeichen.

Richtig anzünden ohne Brandbeschleuniger

Der sicherste und schnellste Weg ist der Anzündkamin: ein Blechzylinder, unten ein oder zwei feste Anzünder, oben die Kohle. Der Kamineffekt saugt Luft von unten an, die Kohle glüht gleichmäßig durch. Sobald die oberen Stücke eine dünne weiße Ascheschicht tragen, schütten Sie die Glut in den Grill.

Spiritus, Benzin oder andere flüssige Brandbeschleuniger haben am Grill nichts verloren. Sie verdampfen schlagartig, und es kann zu Stichflammen und Verpuffungen kommen, die schwere Verbrennungen verursachen. Auch Nachgießen in bereits warme Glut ist lebensgefährlich. Feste Anzündwürfel oder Anzündwolle aus Holzfasern sind die bessere Wahl.

Gegrillt wird erst, wenn die Kohle nicht mehr raucht und gleichmäßig glüht. Wer zu früh auflegt, schmeckt den Anzündrauch mit.

Den Grill nach dem Winter startklar machen

Bevor die erste Glut hineinkommt, lohnt ein kurzer Check. Leeren Sie die Asche vom letzten Mal vollständig aus, denn feuchte Asche bindet Wasser und lässt den Kessel von innen rosten. Prüfen Sie Beine, Räder und Lüftungsschieber auf Rost und Leichtgängigkeit. Den Rost reinigen Sie am einfachsten, indem Sie ihn heiß werden lassen und Rückstände dann mit einer Grillbürste entfernen.

Bei Gasgrills gehören Schlauch und Anschlüsse zur Frühjahrsprobe: Der Schlauch darf nicht spröde oder rissig sein, und an den Verbindungen darf kein Gas austreten. Das prüfen Sie mit Seifenwasser, das sich bei einem Leck zu Bläschen aufwirft. Wie Sie Grill und Zubehör im Herbst einlagern, damit das Frühjahr leichter wird, lesen Sie unter Garten, Grill, Markise und Co. winterfest machen.

Gesünder grillen: Fett und Rauch im Griff

Tropft Fett in die Glut, verbrennt es und steigt als Rauch auf. Dabei können sich polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe bilden, die sich am Grillgut ablagern und als gesundheitlich bedenklich gelten. Die einfachsten Gegenmittel:

  • Mariniertes Fleisch vor dem Auflegen gut abtropfen lassen.
  • Fettreiches Grillgut in Grillschalen legen oder indirekt garen.
  • Verkohlte Stellen großzügig abschneiden, nicht mitessen.
  • Gepökeltes wie Wiener Würstchen oder Kassler nicht grillen, sondern nur erwärmen, weil bei starker Hitze aus dem Pökelsalz bedenkliche Stoffe entstehen können.

Sicherheit und Rücksicht auf die Nachbarn

Holzkohlegrills gehören ins Freie. In geschlossenen Räumen, Zelten oder Wintergärten entsteht Kohlenmonoxid, ein geruchloses Gas, das schon in geringer Konzentration tödlich sein kann. Das gilt auch für Glut, die zum Aufwärmen hereingeholt wird. Stellen Sie den Grill standsicher, mit Abstand zu Hecken, Sonnenschirmen und Holzwänden, und lassen Sie Kinder nicht unbeaufsichtigt in seine Nähe.

Glut und Asche brauchen lange, bis sie wirklich kalt sind. Entsorgen Sie sie erst nach mindestens einem Tag in einem Metalleimer, nie in der Kunststofftonne. Auf Balkon und Terrasse entscheiden Mietvertrag, Eigentümergemeinschaft und die Rücksicht auf die Nachbarn, wie oft und womit gegrillt werden darf. Mehr dazu im Beitrag Grillen auf der Terrasse, und das Gegenstück zum Saisonstart finden Sie unter Das feierliche Abgrillen im Garten.

Häufige Fragen

Kann man alte Grillkohle noch verwenden?

Ja, wenn sie trocken, geruchsneutral und schimmelfrei ist. Leicht feuchte Kohle lässt sich einige Tage ausgebreitet nachtrocknen. Riecht sie muffig oder ist Schimmel zu sehen, sollten Sie sie entsorgen.

Darf man einen Gasgrill auf einer überdachten Terrasse benutzen?

Unter einem offenen Terrassendach ist ein Gasgrill meist unproblematisch, sofern Rauch und Hitze gut abziehen können und genügend Abstand zum Dach bleibt. Beachten Sie die Abstandsangaben in der Bedienungsanleitung. Holzkohle ist unter Dächern heikler, weil Funkenflug und Rauch hinzukommen. Bei Mietwohnungen gelten zusätzlich die Regeln des Mietvertrags.

Wie viel Kohle braucht man zum Angrillen?

Für einen Kugelgrill mittlerer Größe reicht für ein Essen mit wenigen Personen ein voller Anzündkamin. Im März darf es wegen der Kälte etwas mehr sein. Für längere Abende legen Sie Briketts nach, rechtzeitig bevor die Glut nachlässt.

Woran erkennt man, dass die Kohle bereit ist?

Die Stücke sind mit einer dünnen, grauweißen Ascheschicht überzogen, und es steigt kaum noch Rauch auf. Halten Sie die Hand in etwa 10 cm Höhe über den Rost: Wenn Sie es nur zwei bis drei Sekunden aushalten, ist die Hitze hoch.

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