Der Leberbalsam - Blütenpracht für Terrasse und Beet
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Leberbalsam (Ageratum houstonianum) ist eine einjährige Sommerblume, die von Ende Mai bis zum ersten Frost ununterbrochen blüht, klassisch in Blau, inzwischen auch in Rosa, Violett und Weiß. Er braucht einen sonnigen Platz, gleichmäßig feuchte, durchlässige Erde und darf erst nach den Eisheiligen nach draußen. Die Pflanze gilt als giftig und gehört deshalb nicht in Reichweite von kleinen Kindern und knabbernden Haustieren.

Steckbrief: Leberbalsam
| Botanischer Name | Ageratum houstonianum |
| Familie | Korbblütler (Asteraceae) |
| Herkunft | Mexiko und Mittelamerika |
| Wuchshöhe | Zwergsorten 15–25 cm, Schnittsorten bis etwa 60–80 cm |
| Blütezeit | Ende Mai bis Oktober |
| Blütenfarben | Blau, Violett, Rosa, Weiß |
| Standort | sonnig, verträgt leichten Halbschatten |
| Boden | humos, durchlässig, gleichmäßig feucht |
| Winterhärte | nicht frosthart, wird einjährig kultiviert |
| Giftigkeit | gilt als giftig für Menschen und Tiere |
Herkunft und Aussehen
Leberbalsam stammt aus Mexiko und Mittelamerika und wird bei uns wegen seiner Frostempfindlichkeit einjährig gezogen. Er gehört zu den Korbblütlern, auch wenn man das den Blüten nicht gleich ansieht: Die flauschigen Köpfchen bestehen aus vielen kleinen Röhrenblüten mit langen, fadenförmigen Griffeln, die ihnen das typisch puschelige Aussehen geben. Mehrere Köpfchen stehen in dichten Dolden zusammen. Die Blätter sind herzförmig, leicht behaart und am Rand gekerbt.
Die meisten Sorten im Handel sind niedrige, kompakte Zwergformen für Beeteinfassungen und Balkonkästen. Daneben gibt es höhere Sorten, die sich für Staudenbeete und als Schnittblumen eignen. Blau ist nach wie vor die typische Farbe, dazu kommen Violett, zartes Rosa und reines Weiß.
Standort: Sonne für eine reiche Blüte
Leberbalsam blüht am reichsten in voller Sonne. Mehrere Stunden direkter Sonne am Tag sollten es mindestens sein; im Halbschatten wächst er lockerer und setzt weniger Blüten an. Er verträgt Wärme gut, solange der Boden nicht austrocknet. Starker Wind und Dauerregen können hohe Sorten umwerfen und die Blüten verkleben, die niedrigen Sorten sind da unempfindlicher.
Aussaat und Pflanzung
Wer Leberbalsam selbst zieht, sät ihn im Februar oder März auf der Fensterbank oder im Gewächshaus aus. Die Samen sind Lichtkeimer: Nur andrücken, nicht mit Erde bedecken. Bei etwa 18–20 °C keimen sie nach ein bis zwei Wochen. Die Sämlinge werden pikiert, sobald sie sich greifen lassen, und bis zum Auspflanzen hell und etwas kühler gehalten. Grundsätzliches zur Anzucht steht im Beitrag Aussaat im März.
Ins Freie kommen die Pflanzen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Schon leichte Kälte unter etwa 5 °C lässt sie stocken. Die niedrigen Sorten setzen Sie im Abstand von etwa 20 cm, höhere mit 25–30 cm. Die Erde lockern Sie vor dem Pflanzen gut und mischen etwas reifen Kompost unter. Schwere, nasse Böden mag Leberbalsam nicht; dort hilft grober Sand.
Gießen und Düngen
Leberbalsam braucht gleichmäßige Feuchtigkeit. Trocknet der Ballen aus, welken die Pflanzen schnell und bilden danach für eine Weile weniger Blüten. Staunässe führt dagegen zu Wurzelfäule. Gießen Sie morgens direkt auf die Erde, nicht über Blätter und Blüten, das beugt Pilzkrankheiten vor. In Kübeln und Balkonkästen ist an heißen Tagen tägliches Gießen normal.
Im Beet reicht in der Regel die Kompostgabe beim Pflanzen, ergänzt um etwas organischen Dünger wie Hornspäne. In Töpfen, wo die Nährstoffe schneller aufgebraucht sind, geben Sie etwa alle zwei Wochen einen Flüssigdünger für Blühpflanzen. Zu viel Dünger ist aber kontraproduktiv: Die Pflanzen treiben dann viel Laub und weniger Blüten. Mehr zum richtigen Maß im Beitrag Balkonblumen richtig düngen.
Verblühtes entfernen für neue Blüten
Verwelkte Blütenstände werden bei Leberbalsam braun und unansehnlich. Wer sie regelmäßig abschneidet, verhindert die Samenbildung und regt die Pflanze zu neuen Knospen an. Werden die Pflanzen im Hochsommer lang und unordentlich, hilft ein Rückschnitt um etwa ein Drittel; nach zwei bis drei Wochen blühen sie erneut.
Kombinieren im Beet, auf Balkon und Terrasse
Mit seinen kühlen Blautönen ist Leberbalsam ein dankbarer Partner für warme Farben. Beliebte Kombinationen sind:
- Blau mit Orange: Leberbalsam vor Studentenblumen (Tagetes) oder Ringelblumen – ein kräftiger Kontrast, der schon von Weitem wirkt.
- Blau mit Gelb: zusammen mit gelben Zinnien, Husarenknöpfchen oder Pantoffelblumen.
- Ton in Ton: mit Salbei, Lavendel oder blauen Männertreu für ein ruhiges Bild.
- Weiß und Rosa: mit Silberblatt-Pflanzen, weißen Begonien oder Duftsteinrich für romantische Arrangements.
Die niedrigen Sorten eignen sich als Einfassung für Beete und Wege oder als Lückenfüller zwischen Stauden, die höheren für den Bauerngarten und als Schnittblumen in der Vase. Auf der Terrasse und dem Balkon wirkt Leberbalsam in Schalen und Kästen, die in voller Sonne stehen. Ideen für das Zusammenstellen von Gefäßen finden Sie im Beitrag Auf Balkon oder Terrasse einen Topfgarten anlegen, Anregungen für Beete im Beitrag Tipps zur Gestaltung des Blumenbeets.
Leberbalsam ist giftig
Leberbalsam enthält Stoffe, die bei Verzehr giftig wirken können, und gilt als giftig für Menschen und Haustiere. Kinder sollten die Pflanze nicht in den Mund nehmen, und für Katzen, Hunde, Kaninchen oder Meerschweinchen, die gern an Pflanzen knabbern, ist sie ungeeignet. Bei Hautkontakt ist die Pflanze unproblematisch, empfindliche Menschen können aber auf den Pflanzensaft reagieren; Handschuhe beim Ausputzen schaden nicht. Wer Kleinkinder oder Tiere im Garten hat, findet im Beitrag Vorsicht: giftige Zierpflanzen im Garten eine Übersicht über weitere kritische Pflanzen.
Schädlinge und Krankheiten
Unter Glas und bei trockener Hitze tritt gelegentlich die Weiße Fliege auf, außerdem Blattläuse und Spinnmilben. Gelbtafeln zeigen die Weiße Fliege frühzeitig an. In feuchten Sommern und bei zu dichter Pflanzung können Grauschimmel und Mehltau vorkommen; dann befallene Teile entfernen und künftig weiter pflanzen. Wurzelfäule entsteht durch Staunässe.
Überwintern: lohnt sich das?
Grundsätzlich lässt sich Leberbalsam hell und bei etwa 10–15 °C überwintern, und im Spätsommer geschnittene Stecklinge bewurzeln sich gut. In der Praxis lohnt der Aufwand selten: Überwinterte Pflanzen werden oft lang und anfällig für Schädlinge, und eine neue Aussaat im Frühjahr ist einfacher.
Häufige Fragen
Ist Leberbalsam giftig für Katzen und Hunde?
Ja, Leberbalsam gilt als giftig für Haustiere. Wo Katzen, Hunde oder Nager an Pflanzen knabbern, sollte er nicht in erreichbarer Höhe stehen.
Wann darf Leberbalsam ins Freie?
Nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Er reagiert schon auf kühle Nächte unter etwa 5 °C empfindlich.
Ist Leberbalsam mehrjährig?
In seiner Heimat ja, bei uns nicht, weil er keinen Frost verträgt. Er wird deshalb als Einjährige gezogen und jedes Frühjahr neu gesät oder gekauft.
Warum blüht mein Leberbalsam nicht mehr?
Meist war die Erde zu trocken, der Standort zu schattig oder die verwelkten Blüten wurden nicht entfernt. Ausputzen, gleichmäßig gießen und bei Bedarf um ein Drittel zurückschneiden.



