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Garten-Ratgeber

Die Terrasse richtig reinigen

Terrasse & Balkonvon Kathrin Schendel8 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Warum sich regelmäßiges Reinigen lohnt
  2. Der richtige Zeitpunkt und die Vorbereitung
  3. Holzterrasse reinigen: sanft und in Faserrichtung
  4. Der Hochdruckreiniger: wo er hilft und wo er schadet
  5. Stein- und Betonplatten reinigen
  6. Fugen säubern: Unkraut und Moos ohne Chemie
  7. WPC-Dielen und Kunststoffbeläge reinigen
  8. Hartnäckige Flecken gezielt behandeln
  9. Nach der Reinigung: schützen und vorbeugen
  10. Häufige Fragen

Eine Terrasse reinigen Sie am besten einmal gründlich im Frühjahr und danach nach Bedarf, und zwar immer mit dem mildesten Mittel, das den Schmutz noch löst: erst fegen, dann Wasser und Bürste, erst danach Reiniger oder Maschine. Welche Methode passt, hängt vom Belag ab. Holz verträgt keinen harten Wasserstrahl, Kalkstein keine Säure, und Betonplatten verlieren unter dem Hochdruckreiniger ihre Oberfläche schneller, als man denkt.

Pflastersteine mit Moos und Unkraut in den Fugen
Pflastersteine mit Moos und Unkraut in den Fugen

Warum sich regelmäßiges Reinigen lohnt

Schmutz auf der Terrasse ist mehr als ein Schönheitsfehler. Laub, Blütenstaub und Erde bilden in Fugen und Rillen einen Nährboden, auf dem sich Algen, Moos und Flechten ansiedeln. Grüne Beläge machen Holz, WPC und glatte Steine bei Nässe rutschig, und auf Holz halten sie die Oberfläche dauerhaft feucht – die beste Voraussetzung für Pilze und Fäulnis. Auf Stein sprengen Moos und Unkraut mit der Zeit die Fugen auf, sodass sich Platten lockern.

Wer zweimal im Jahr gründlich reinigt und zwischendurch fegt, braucht selten Chemie oder schweres Gerät. Richtig aufwendig wird es erst, wenn sich Beläge über mehrere Jahre festgesetzt haben.

Der richtige Zeitpunkt und die Vorbereitung

Die Grundreinigung passt ins Frühjahr, sobald keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Wasser, das in Fugen und Poren gefriert, kann Steine abplatzen lassen, und Reiniger wirken bei Kälte ohnehin schlecht. Ein zweiter Durchgang im Herbst, nachdem das Laub gefallen ist, verhindert, dass nasse Blätter den Winter über auf dem Belag liegen und Flecken hinterlassen.

Wählen Sie einen trockenen, bedeckten Tag. In praller Sonne trocknen Reinigungslösungen an, bevor sie wirken, und hinterlassen Schlieren. Räumen Sie Möbel, Kübel und Teppiche weg – unter Pflanzkübeln sammelt sich oft der hartnäckigste Schmutz, und dort entstehen die typischen hellen oder dunklen Ringe. Danach fegen Sie die Fläche gründlich mit einem harten Besen ab.

Holzterrasse reinigen: sanft und in Faserrichtung

Holzdielen werden über den Winter grau und oft grünlich. Das Grau ist keine Verschmutzung, sondern Verwitterung: UV-Licht baut den Holzbestandteil Lignin an der Oberfläche ab, Regen wäscht ihn aus. Der Grünbelag dagegen sind Algen, die in den feinen Rillen sitzen.

  1. Grob vorreinigen. Fegen, Fugen mit einem schmalen Spachtel oder Fugenkratzer freilegen, damit Wasser später abfließen kann.
  2. Nass schrubben. Mit einer Wurzelbürste oder einem harten Schrubber und lauwarmem Wasser arbeiten, immer in Richtung der Holzfaser. Gegen Grünbelag hilft ein Schuss Soda im Wasser oder eine milde Seifenlösung.
  3. Gründlich nachspülen. Reste der Lauge mit klarem Wasser abspülen, sonst bleiben helle Flecken.
  4. Vollständig trocknen lassen. Vor jeder Pflege mit Öl muss das Holz durchgetrocknet sein, je nach Wetter zwei bis drei Tage.

Möchten Sie den ursprünglichen Farbton zurück, gibt es im Fachhandel sogenannte Entgrauer. Sie hellen die Oberfläche chemisch auf; halten Sie sich genau an die Gebrauchsanweisung und schützen Sie angrenzende Pflanzen. Anschließend frischt ein Terrassenöl die Farbe auf und verzögert das erneute Vergrauen. Tief verwitterte oder raue Dielen lassen sich abschleifen – wie das geht, zeigt der Beitrag Der Exzenterschleifer hilft bei der Sanierung der Holzterrasse. Wer dagegen die silbergraue Patina mag, spart sich Entgrauer und Öl: Vergrautes Holz ist nicht weniger haltbar, solange es trocknen kann.

Der Hochdruckreiniger: wo er hilft und wo er schadet

Der Hochdruckreiniger ist schnell, aber grob. Auf Holz reißt der harte Strahl die weichen Frühholzanteile heraus, die Oberfläche wird rau und faserig und nimmt danach umso schneller Schmutz und Wasser auf. Verzichten Sie darauf bei Holzdielen am besten ganz. Wenn es doch sein muss, dann nur mit Flächenreiniger-Aufsatz oder Flachstrahldüse, geringem Druck, großem Abstand und immer längs zur Faser – und rechnen Sie damit, dass Sie danach schleifen müssen.

Auf Betonpflaster und Betonplatten entfernt ein zu starker Strahl die feine Zementschicht an der Oberfläche. Die Steine wirken danach rauer, verschmutzen schneller und sehen fleckig aus. Waschbetonplatten verlieren im schlimmsten Fall Kiesel. Bei Naturstein kommt es auf die Sorte an: Granit und Basalt sind robust, weiche Sandsteine und manche Schiefer vertragen den harten Strahl schlecht.

Grundregel: flacher Strahl statt Punkt- oder Dreckfräse, mindestens eine Handbreit Abstand, erst an einer unauffälligen Stelle ausprobieren. Und bedenken Sie, dass der Strahl auch den Fugensand herausspült. Nach jeder Hochdruckreinigung müssen die Fugen neu verfüllt werden. Mehr zu Düsen, Druck und Abstand erklärt der Beitrag Hochdruckreiniger im Garten richtig einsetzen.

Stein- und Betonplatten reinigen

Für die meisten Steinterrassen genügt Wasser mit einem Schrubber oder einem harten Straßenbesen, bei stärkerer Verschmutzung ergänzt durch einen neutralen oder leicht alkalischen Steinreiniger. Auf kalkhaltigen Steinen – Kalkstein, Marmor, Travertin, Solnhofener Platten, aber auch Betonwerkstein – sind saure Reiniger tabu. Säure löst den Kalk an, die Oberfläche wird stumpf und fleckig. Genau das passiert mit dem oft empfohlenen Essigwasser, und zwar sofort und nicht mehr rückgängig zu machen.

Bei Feinsteinzeug-Platten ist es einfacher: Das Material ist dicht und nimmt kaum Schmutz auf. Warmes Wasser mit etwas Neutralreiniger reicht fast immer, Zementschleier nach dem Verlegen entfernt ein dafür gedachter Reiniger. Grünbeläge auf Stein lassen sich mit einem Algen- und Grünbelagentferner aus dem Fachhandel behandeln. Diese Produkte gelten als Biozide, nicht als Hausmittel: nur nach Anleitung verwenden, nicht in Teich oder Beet ablaufen lassen.

Wer einen empfindlichen oder sehr hochwertigen Naturstein hat, kann die Grundreinigung auch einem Fachbetrieb überlassen. Er arbeitet mit rotierenden Bürsten statt mit freiem Strahl und kann die Fläche anschließend imprägnieren, sodass Schmutz und Fett schlechter eindringen.

Fugen säubern: Unkraut und Moos ohne Chemie

Unkraut in Fugen wird mechanisch entfernt: mit einem Fugenkratzer, einer Fugenbürste mit Drahtborsten oder – bei großen Flächen – mit einer elektrischen Fugenbürste. Ein Abflammgerät tötet oberirdische Teile ab, erreicht aber nicht die Wurzeln und muss mehrmals im Jahr eingesetzt werden.

Chemische Unkrautvernichter sind auf Terrassen, Wegen und Einfahrten verboten. Das gilt nach dem Pflanzenschutzgesetz für jede Anwendung auf befestigten Flächen, weil das Mittel dort nicht versickert, sondern in die Kanalisation und ins Gewässer abgespült wird. Das Verbot erfasst ausdrücklich auch Hausmittel wie Salz oder Essig, die als Unkrautvernichter eingesetzt werden. Bußgelder können empfindlich ausfallen.

Sind die Fugen frei, verfüllen Sie sie neu. Normaler Fugensand ist günstig, lässt aber wieder Samen keimen. Fugensand mit Zusätzen oder fester Fugenmörtel für Pflaster halten dichter; welcher passt, hängt davon ab, ob die Fläche wasserdurchlässig bleiben soll. Mehr Tipps gegen Grün auf festen Flächen finden Sie unter Die Entfernung von Moos im Garten.

WPC-Dielen und Kunststoffbeläge reinigen

WPC braucht keine Ölpflege, aber auch es verschmutzt. Für die regelmäßige Reinigung reichen Wasser, ein weicher bis mittelharter Schrubber und bei Bedarf ein milder Reiniger, den Sie in Längsrichtung der Dielen einarbeiten und gründlich abspülen. Ob ein Hochdruckreiniger erlaubt ist, steht in den Pflegehinweisen des Herstellers; viele erlauben ihn nur mit Abstand und geringem Druck. Wichtig ist bei WPC vor allem, Fett und Rotwein sofort aufzunehmen: Das Material saugt sie über die Holzfasern auf, und alte Fettflecken gehen kaum wieder heraus. Was WPC sonst von Holz unterscheidet, lesen Sie unter WPC als Alternative für Terrasse und Balkon.

Hartnäckige Flecken gezielt behandeln

FleckWas hilftWorauf Sie achten
Grillfett, ÖlSofort mit Küchenpapier aufnehmen, dann warmes Wasser mit Spülmittel oder ein Fettlöser für SteinNie mit Wasser verreiben, bevor das Fett aufgenommen ist
Rost (Möbelfüße, Dünger)Rostentferner für Stein aus dem FachhandelDie meisten sind sauer: nicht auf Kalkstein oder Marmor, vorher testen
Laub- und GerbstofffleckenOft bleichen sie in der Sonne von selbst aus, sonst SteinreinigerNasses Laub nie lange liegen lassen
Ränder unter PflanzkübelnSchrubben mit Wasser, Kalkränder auf säurefestem Stein mit KalklöserKübel künftig auf Füße stellen
Kaugummi, WachsMit Eiswürfeln hart werden lassen und abhebenKeine Lösungsmittel auf WPC

Nach der Reinigung: schützen und vorbeugen

Die beste Reinigung ist die, die Sie nicht machen müssen. Stellen Sie Kübel auf Füße oder Rollen, damit darunter Luft zirkuliert. Fegen Sie Laub und Blüten zeitnah weg, vor allem unter Bäumen, die stark färben. Achten Sie darauf, dass Regenwasser abläuft: Eine Terrasse sollte ein leichtes Gefälle vom Haus weg haben, auf Pfützenstellen siedeln sich Algen zuerst an. Holz dankt es Ihnen, wenn Sie es ein- bis zweimal im Jahr ölen; mehr dazu erklärt Holz im Außenbereich: die richtige Imprägnierung.

Und denken Sie an die Möbel: Auflagen und Polyrattan-Möbel sammeln denselben Grünbelag und Blütenstaub wie der Boden. Wie Sie sie reinigen, ohne das Geflecht zu beschädigen, steht im Beitrag Gartenmöbel aus Polyrattan reinigen und pflegen.

Häufige Fragen

Womit reinige ich eine Holzterrasse am besten?

Mit lauwarmem Wasser, einer harten Bürste und etwas Soda oder milder Seifenlauge, immer in Faserrichtung. Danach gründlich nachspülen und das Holz trocknen lassen, bevor Sie es ölen. Den Hochdruckreiniger lassen Sie bei Holz besser im Keller.

Darf ich Essig zum Reinigen der Terrasse verwenden?

Auf Kalkstein, Marmor, Travertin und Beton greift Essig die Oberfläche an und hinterlässt stumpfe Stellen. Als Mittel gegen Unkraut oder Moos in Fugen ist er auf befestigten Flächen zudem verboten. Setzen Sie besser auf Wasser, Bürste und einen passenden Steinreiniger.

Wie oft sollte man die Terrasse reinigen?

Eine gründliche Reinigung im Frühjahr und eine im Herbst genügen meist. Dazwischen fegen Sie regelmäßig und entfernen Flecken, solange sie frisch sind.

Muss ich die Fugen nach dem Hochdruckreiniger neu verfüllen?

Ja. Der Strahl spült den Fugensand zu großen Teilen heraus. Ohne neue Füllung lockern sich die Platten, und in den offenen Fugen keimt Unkraut schneller als zuvor.

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