Feigenbaum pflanzen und pflegen
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Ein Feigenbaum gedeiht in Deutschland, wenn er den wärmsten, geschütztesten Platz im Garten bekommt – idealerweise vor einer sonnigen Süd- oder Südwestwand – und eine robuste, selbstfruchtbare Sorte ist. Gepflanzt wird im Frühjahr nach den letzten Frösten, damit der Baum bis zum Winter gut einwurzelt. In rauen Lagen ist der Kübel die sicherere Wahl, denn dort lässt sich die Feige frostfrei überwintern.

Steckbrief: Echte Feige
| Botanischer Name | Ficus carica |
| Familie | Maulbeergewächse (Moraceae) |
| Wuchs | sommergrüner Strauch oder kleiner Baum, bei uns meist 2–4 m hoch |
| Erntezeit | je nach Sorte und Lage Juli–Oktober |
| Standort | vollsonnig, warm, windgeschützt |
| Boden | durchlässig, humos, auch lehmig oder kalkhaltig; keine Staunässe |
| Winterhärte | robuste Sorten kurzzeitig bis etwa −10 bis −15 °C, junge Pflanzen deutlich weniger |
| Giftigkeit | Milchsaft reizt die Haut und macht sie lichtempfindlich; Blätter für Hunde und Katzen unverträglich |
Die Feige stammt aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien und gehört zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Im Weinbauklima, in Stadtlagen und an geschützten Hauswänden reift sie auch bei uns regelmäßig aus; in kalten Mittelgebirgslagen bleibt sie eine Kübelpflanze.
Warum bei uns nur bestimmte Sorten Früchte tragen
In ihrer Heimat werden viele Feigen von einer winzigen Wespe bestäubt, der Feigengallwespe. Die gibt es in Mitteleuropa nicht. Für den Garten eignen sich deshalb nur selbstfruchtbare Sorten, die ihre Früchte ohne Bestäubung ausbilden. Fast alle im Gartenhandel angebotenen Feigen gehören dazu; achten Sie trotzdem auf den Hinweis auf dem Etikett.
Feigen können in einem Jahr zwei Fruchtgenerationen bilden. Die ersten, sogenannte Sommerfeigen, entstehen aus kleinen Fruchtansätzen, die am vorjährigen Holz überwintern, und reifen im Frühsommer. Die Hauptfrüchte wachsen am diesjährigen Trieb und reifen im Spätsommer und Herbst. In unserem Klima reift oft nur eine der beiden Generationen zuverlässig; welche, hängt von Sorte und Standort ab. Unreife Früchte, die im Herbst noch grün am Baum hängen, fallen meist über Winter ab.
Der richtige Standort
Wärme ist der entscheidende Faktor. Am besten wächst die Feige vor einer Süd- oder Südwestwand, die tagsüber Wärme speichert und nachts abgibt. Ein Dachüberstand schützt vor Winternässe, eine Mauer vor kaltem Ostwind. Freistehend im Garten gelingt der Anbau nur in sehr milden Lagen.
Der Boden sollte durchlässig und humos sein. Feigen kommen mit lehmigen und auch kalkhaltigen Böden gut zurecht; Kalk im Gießwasser ist für sie kein Problem. Schlecht verträgt sie dagegen Staunässe, vor allem im Winter. Auf schweren Böden verbessern Sie das Pflanzloch mit Sand oder Splitt; Hinweise gibt der Beitrag Schweren Gartenboden verbessern.
Feigenbaum pflanzen: Schritt für Schritt
- Zeitpunkt wählen. Gepflanzt wird im Frühjahr, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, in der Regel ab April bis Juni. Die Pflanze hat dann den ganzen Sommer Zeit einzuwurzeln.
- Pflanzloch ausheben. Etwa doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen. Den Aushub mit reifem Kompost mischen.
- Drainage schaffen. Auf verdichteten Böden eine Schicht Kies oder Splitt in die Sohle geben.
- Einsetzen. Den Ballen etwas tiefer setzen als im Topf. Feigen treiben aus der Basis wieder aus, falls der obere Teil im Winter zurückfriert.
- Angießen und mulchen. Kräftig wässern und die Baumscheibe mit Mulch bedecken.
Im ersten Jahr braucht der junge Baum regelmäßig Wasser, besonders in Trockenphasen. Eingewurzelte Feigen im Beet sind später erstaunlich trockenheitsverträglich.
Pflege: Gießen und Düngen
Im Beet gießen Sie eingewachsene Feigen nur in längeren Trockenphasen, dann aber durchdringend. Eine Kompostgabe im Frühjahr genügt meist als Dünger. Zu viel Stickstoff fördert weiche, lange Triebe, die im Winter erfrieren und weniger Früchte tragen.
Im Kübel sieht es anders aus: Große Blätter verdunsten im Sommer viel Wasser, der Ballen darf nicht austrocknen. Von April bis August bekommt die Kübelfeige alle zwei Wochen einen Flüssigdünger für Kübelpflanzen, danach keinen mehr, damit das Holz ausreift.
Feige im Kübel
Die Feige im Kübel ist die richtige Wahl für raue Lagen, Balkon und Terrasse. Wählen Sie ein Gefäß mit Abzugsloch, das anfangs nicht zu groß ist; alle zwei bis drei Jahre wird umgetopft. Als Erde eignet sich eine strukturstabile Kübelpflanzenerde, der Sie etwas Blähton, Lava oder Splitt beimischen.
Im Winter steht die Kübelfeige frostfrei bei etwa 0–8 °C, zum Beispiel in der Garage, im Keller oder im Treppenhaus. Weil sie ihr Laub abwirft, darf das Winterquartier dunkel sein. Gießen Sie nur so viel, dass der Ballen nicht ganz austrocknet. Ab März, wenn sich die Knospen regen, stellen Sie sie heller und gewöhnen sie nach den Eisheiligen Mitte Mai langsam an die Sonne. Allgemeine Hinweise zur Überwinterung finden Sie im Beitrag Kübelpflanzen pflegen.
Winterschutz im Garten
Auch robuste Sorten brauchen vor allem in den ersten Jahren Schutz. Häufeln Sie den Stammfuß im Spätherbst mit Laub oder Mulch an und schützen Sie die Krone bei strengem Frost mit einem atmungsaktiven Vlies oder Schilfmatten. Folie ist ungeeignet, darunter bildet sich Kondenswasser. Entfernen Sie den Schutz an milden Tagen wieder.
Friert die Feige trotzdem zurück, ist das kein Grund zur Sorge. Schneiden Sie abgestorbene Triebe im Frühjahr zurück; aus dem Wurzelhals treibt die Pflanze meist kräftig wieder aus. Die Ernte fällt dann in diesem Jahr kleiner aus oder ganz weg.
Den Feigenbaum schneiden
Feigen brauchen keinen regelmäßigen Formschnitt. Geschnitten wird im zeitigen Frühjahr, wenn keine starken Fröste mehr drohen, meist im März oder April.
- Erfrorenes entfernen: Braune, trockene Triebspitzen bis ins grüne Holz zurückschneiden.
- Auslichten: Zu dicht stehende, nach innen wachsende und sich kreuzende Äste herausnehmen, damit Licht in die Krone fällt.
- Maßvoll kürzen: Zu lange Äste können Sie einkürzen, aber nicht alles. Da die Sommerfeigen am vorjährigen Holz sitzen, kostet ein radikaler Schnitt einen Teil der Ernte.
Der Milchsaft der Feige reizt die Haut und macht sie in Verbindung mit Sonnenlicht empfindlich. Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe und lange Ärmel. Mehr zum passenden Werkzeug lesen Sie unter Werkzeug zum Schneiden von Gehölzen.
Feige am Spalier
An einer Hauswand lässt sich die Feige platzsparend als Fächerspalier ziehen. Befestigen Sie an einer sonnigen Wand waagerechte Drähte oder Latten im Abstand von etwa 30 cm. Nach dem Pflanzen wird der Mitteltrieb über zwei kräftigen Seitentrieben gekappt, die Sie schräg nach links und rechts anbinden. Aus deren Austrieb wählen Sie in den folgenden Jahren weitere Äste und binden sie fächerförmig auf. Die abgestrahlte Wärme der Wand fördert die Reife. Wie Spalierobst grundsätzlich erzogen wird, zeigt der Beitrag Spalierbäume.
Bewährte Sorten
Als robust gelten unter anderem:
- ‘Brown Turkey’: verbreitete, frostharte Sorte mit braunvioletten Früchten.
- ‘Violetta’: kompakt, gilt als besonders winterhart, violette Früchte.
- ‘Dalmatie’: große, grünlich-gelbe Früchte mit rotem Fruchtfleisch.
- ‘Ronde de Bordeaux’: kleinere, dunkle Früchte, reift verhältnismäßig früh.
- ‘Madeleine des Deux Saisons’: helle Früchte, bildet gern zwei Generationen.
Die Winterhärteangaben der Anbieter sind oft optimistisch und gelten für ältere, gut eingewurzelte Pflanzen. Rechnen Sie mit einem Rückfrieren in strengen Wintern.
Ernten und genießen
Reife Feigen geben auf leichten Druck nach, hängen leicht herab und bekommen oft feine Risse in der Haut. Manchmal zeigt sich an der Öffnung ein Tropfen Nektar. Unreife Feigen reifen nach dem Pflücken nicht nach – lassen Sie sie also am Baum. Frische Feigen halten sich nur wenige Tage im Kühlschrank. Wer den mediterranen Eindruck im Garten erweitern möchte, findet Anregungen unter Eine Terrasse im mediterranen Stil und Vorschläge für besondere Kübelpflanzen.
Häufige Fragen
Wann pflanzt man einen Feigenbaum?
Im Frühjahr, sobald keine starken Fröste mehr drohen, meist von April bis Juni. So hat der Baum bis zum Winter Zeit einzuwurzeln. Kübelfeigen können die ganze Saison gepflanzt werden.
Ist ein Feigenbaum winterhart?
Robuste Sorten vertragen als ältere Pflanzen kurzzeitig etwa −10 bis −15 °C. Junge Bäume brauchen Winterschutz. Friert die Feige zurück, treibt sie meist aus der Basis wieder aus.
Warum trägt mein Feigenbaum keine Früchte?
Häufige Gründe sind ein zu schattiger oder kühler Standort, zu viel Stickstoffdünger, ein zu starker Rückschnitt oder eine Sorte, die ohne Bestäubung keine Früchte bildet. Junge Bäume tragen oft erst nach einigen Jahren.
Wie überwintere ich eine Feige im Kübel?
Frostfrei bei etwa 0–8 °C, gern dunkel, da die Feige ihr Laub abwirft. Nur so viel gießen, dass der Ballen nicht ganz austrocknet.



