Hortensien pflanzen und richtig pflegen
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Hortensien gedeihen am besten im Halbschatten, in lockerem, humosem und leicht saurem Boden, der nie austrocknet und nie nass steht. Wer ihnen diesen Platz gibt, reichlich mit kalkarmem Wasser gießt und die Bauernhortensie im Frühjahr nur zurückhaltend schneidet, hat mit ihr kaum Arbeit. Die meisten Probleme – schlappe Blätter, ausbleibende Blüten, falsche Farbe – gehen auf einen dieser drei Punkte zurück.

Steckbrief: die Garten-Hortensie auf einen Blick
Unter „Hortensie“ versteht man im Garten meist die Bauern- oder Gartenhortensie. Ihre Heimat sind Japan und angrenzende Gebiete Ostasiens, wo sie in feuchten Wäldern und an Gebirgshängen wächst. Neben ihr sind vor allem die Rispen-, die Wald- und die Eichenblatt-Hortensie verbreitet, die sich in Pflege und Schnitt deutlich unterscheiden.
| Botanischer Name | Hydrangea macrophylla (Bauernhortensie), dazu u. a. H. paniculata, H. arborescens, H. quercifolia |
| Wuchshöhe | meist 1–1,5 m, Rispenhortensien bis etwa 2 m und mehr |
| Blütezeit | Juni–September, oft mit schöner Nachblüte im Herbst |
| Standort | halbschattig, geschützt; Rispenhortensien vertragen auch Sonne |
| Boden | humos, locker, gleichmäßig feucht, leicht sauer (etwa pH 5–6) |
| Winterhärte | Pflanze gut winterhart, die Blütenknospen der Bauernhortensie sind jedoch spätfrostempfindlich |
| Giftigkeit | gilt als schwach giftig; Kinder und Haustiere sollten keine Pflanzenteile fressen |
Der richtige Standort
Der Name Hydrangea heißt sinngemäß „Wasserschlürferin“, und das trifft es. Hortensien verdunsten über ihre großen, weichen Blätter viel Wasser. An einem Platz in praller Mittagssonne lassen sie deshalb an heißen Tagen die Blätter hängen, selbst wenn der Boden noch feucht ist. Ideal ist Morgen- oder Abendsonne und über Mittag lichter Schatten, etwa im Schutz größerer Gehölze oder an einer Ost- oder Westseite des Hauses. In tiefem Schatten wachsen sie zwar, blühen aber spärlicher.
Rispenhortensien sind die Ausnahme: Sie kommen mit deutlich mehr Sonne zurecht, solange der Boden nicht austrocknet. Für heiße, sonnige Beete sind sie deshalb die bessere Wahl als die Bauernhortensie.
Ein geschützter Platz hat noch einen zweiten Vorteil. Bauernhortensien legen ihre Blütenknospen schon im Vorjahr an. Kalte Ostwinde und Spätfröste im April oder Mai können diese Knospen zerstören – die Pflanze treibt dann zwar grün aus, blüht aber in diesem Jahr kaum.
Boden und Pflanzung
Hortensien mögen einen lockeren, humosen Boden, der Wasser hält und trotzdem gut abfließen lässt. Kalkreiche, schwere und verdichtete Böden bekommen ihnen schlecht. Der früher genannte pH-Bereich von 3,5 bis 5,5 ist zu niedrig gegriffen: Für die meisten Hortensien genügt ein leicht saurer Boden um pH 5–6, nur für blaue Blüten sollte er darunter liegen.
Gepflanzt wird am besten im Frühjahr nach den stärksten Frösten oder im frühen Herbst, Containerware geht grundsätzlich während der ganzen frostfreien Zeit, verlangt im Sommer aber viel Gießarbeit.
- Boden vorbereiten. Lockern Sie die Pflanzstelle gründlich und entfernen Sie Wurzelunkräuter wie Quecke oder Giersch.
- Pflanzloch ausheben. Es sollte etwa doppelt so breit und tief sein wie der Wurzelballen.
- Erde verbessern. Mischen Sie den Aushub mit reichlich Kompost, Laubhumus oder einer torffreien Rhododendron- bzw. Hortensienerde. Auf schwerem Boden hilft zusätzlich etwas grober Sand. Eine Handvoll Hornspäne sorgt für eine langsam fließende Grundversorgung.
- Ballen wässern. Tauchen Sie den Topfballen so lange in einen Eimer Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
- Einsetzen. Die Hortensie kommt so tief in die Erde, wie sie im Topf stand. Erde andrücken, einen Gießrand formen und kräftig angießen, auch wenn es regnet.
- Mulchen. Eine Schicht aus Laub, Rindenhumus oder Rasenschnitt hält die Feuchtigkeit im Boden.
Als Pflanzabstand rechnen Sie bei Bauernhortensien etwa 80–100 cm, bei großen Rispenhortensien eher 1,2–1,5 m. Wie Sie einen Boden mit zu hohem pH-Wert gezielt nutzen oder umstellen, erklärt der Beitrag Pflanzen für einen sauren Boden.
Gießen: viel, aber ohne Staunässe
Der Wurzelballen soll gleichmäßig feucht sein. In trockenen Sommerwochen brauchen ausgepflanzte Hortensien zwei- bis dreimal pro Woche eine durchdringende Wassergabe, im Kübel an heißen Tagen oft täglich. Gießen Sie morgens oder abends direkt an die Wurzeln, nicht über Blätter und Blüten.
Welke Blätter zeigen nicht immer Durst an. Steht die Pflanze in nasser, luftarmer Erde, fallen die Wurzeln aus und die Blätter hängen genauso – Nachgießen macht es dann schlimmer. Prüfen Sie mit dem Finger, bevor Sie zur Kanne greifen. Hängen die Blätter nur in der Mittagshitze und stehen abends wieder auf, ist das normal.
Wenn möglich, verwenden Sie Regenwasser. Hartes Leitungswasser hebt den pH-Wert mit der Zeit an, was vor allem bei blauen Sorten auffällt. Wie Sie Regenwasser sammeln, lesen Sie unter Regenwasser im Garten sammeln.
Düngen im richtigen Zeitraum
Hortensien sind mittlere bis starke Zehrer. Gedüngt wird vom Austrieb im Frühjahr bis etwa Ende Juli. Geeignet sind spezielle Hortensiendünger oder Dünger für Rhododendren und Azaleen, die wenig Kalk und nicht zu viel Phosphor enthalten. Organisch versorgen Sie Hortensien mit Kompost und Hornspänen im Frühjahr.
Ab August gibt es keinen Dünger mehr. Die Triebe sollen bis zum Winter ausreifen, sonst sind sie frostempfindlich. Kübelpflanzen brauchen regelmäßiger Nachschub als Gartenpflanzen, weil ihre Erde weniger Nährstoffe speichert.
Blaue Blüten: was dahintersteckt
Die Farbe der Bauernhortensie hängt von der Sorte und vom Boden ab. Blau wird sie nur, wenn sie eine rosa oder rote Sorte ist, der Boden sauer ist (etwa pH 4–5) und Aluminium verfügbar ist. Weiße Sorten bleiben weiß, egal was Sie tun. In kalkhaltigem Boden blüht dieselbe Pflanze rosa.
Um eine Hortensie blau zu halten, pflanzen Sie sie in saure Erde, gießen mit Regenwasser und geben im Frühjahr ein Blaumittel auf Basis von Aluminiumsulfat aus dem Fachhandel nach Packungsanweisung. Im Kübel gelingt das leichter als im Gartenboden, weil Sie die Erde vollständig bestimmen. Die Umfärbung braucht Zeit, oft eine ganze Saison, und Mischfarben zwischen Rosa, Violett und Blau sind unterwegs normal. Kaffeesatz allein reicht dafür nicht, auch wenn das oft zu lesen ist – mehr dazu im Beitrag Kaffeesatz als Dünger verwenden.
Schneiden: erst die Art bestimmen
Beim Schnitt entscheidet die Art, ob die Hortensie im Sommer blüht oder nicht.
- Bauernhortensie und Tellerhortensie blühen am Holz des Vorjahres. Schneiden Sie im Frühjahr nur die alten Blütenstände über dem ersten kräftigen Knospenpaar ab sowie erfrorene oder abgestorbene Triebe. Ein starker Rückschnitt kostet die Blüte eines Jahres.
- Rispen- und Waldhortensie blühen am diesjährigen Holz. Sie werden im späten Winter oder zeitigen Frühjahr kräftig zurückgeschnitten, gern auf ein bis zwei Knospenpaare – das fördert große Blüten.
- Eichenblatt-Hortensie blüht ebenfalls am Vorjahresholz und wird kaum geschnitten, anders als manchmal behauptet.
- Remontierende Sorten der Bauernhortensie blühen auch am neuen Holz und verzeihen einen Schnittfehler eher.
Die alten Blütenstände der Bauernhortensie bleiben über den Winter stehen, sie schützen die darunter liegenden Knospen. Alle Einzelheiten erklärt der Beitrag Hortensien schneiden.
Hortensien vermehren
Am zuverlässigsten gelingen Stecklinge im Sommer, etwa von Juni bis August. Schneiden Sie dazu 10–15 cm lange Triebspitzen ohne Blüte, entfernen die unteren Blätter, kürzen die oberen um die Hälfte und stecken sie in feuchte Anzuchterde. Unter einer Folienhaube an einem hellen, schattigen Platz bewurzeln sie meist innerhalb weniger Wochen.
Häufig wird nach dem Vermehren im Februar gefragt. Im späten Winter lassen sich von Rispen- und Bauernhortensien unbelaubte Triebstücke als Steckhölzer schneiden und in Töpfe mit Anzuchterde an einem hellen, kühlen und frostfreien Platz stecken. Das klappt, aber weniger sicher als die Sommerstecklinge. Wie diese Methode allgemein funktioniert, lesen Sie im Beitrag Gehölze durch Steckhölzer vermehren. Eine weitere einfache Möglichkeit sind Absenker: Einen bodennahen Trieb im Sommer herunterbiegen, an der Unterseite leicht anritzen, mit Erde bedecken und erst im nächsten Frühjahr abtrennen.
Hortensien im Kübel und im Winter
Im Kübel brauchen Hortensien ein großes Gefäß mit Abzugsloch, eine Drainageschicht und saure, strukturstabile Erde. Dort trocknen sie schneller aus und brauchen im Winter Schutz: Stellen Sie den Topf an eine geschützte Hauswand, auf Holz oder Styropor und umwickeln Sie ihn mit Vlies oder Jute. Grundsätzliches dazu steht unter Kübelpflanzen pflegen.
Ausgepflanzte Hortensien sind winterhart. In rauen Lagen lohnt es, die Basis mit Laub anzuhäufeln und bei angekündigtem Spätfrost nach dem Austrieb ein Vlies überzulegen. So bleiben die Blütenknospen erhalten.
Häufige Fragen
Kann eine Kletterhortensie blau blühen?
Nein. Die Kletterhortensie (Hydrangea anomala subsp. petiolaris) blüht cremeweiß, ihre Blütenfarbe lässt sich über den Boden nicht verändern. Mehr über diese Art lesen Sie im Beitrag Die Kletterhortensie und ihre Eigenschaften.
Warum blüht meine Hortensie nicht?
Bei Bauernhortensien liegt es fast immer an einem zu starken Rückschnitt im Frühjahr oder an Spätfrost, der die im Vorjahr angelegten Knospen zerstört hat. Seltener sind zu viel Schatten oder zu viel Stickstoffdünger die Ursache.
Wann ist die beste Zeit, Hortensien zu pflanzen?
Frühjahr und früher Herbst. Dann ist es mild, der Boden ist feucht und die Pflanze kann bis zur Sommerhitze oder zum Frost einwurzeln.
Sind Hortensien giftig für Katzen und Hunde?
Sie gelten als schwach giftig. Größere Mengen können bei Tieren Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Da Hortensien bitter schmecken, kommt das selten vor; bei Tieren, die gern an Pflanzen knabbern, sollten Sie trotzdem aufpassen.



