Gräser für die Bepflanzung rund um den Teich
Inhalt10 Abschnitte
- Die Zonen am Teich: wo welches Gras hingehört
- Gräser für die Sumpf- und Flachwasserzone
- Gräser für den feuchten Uferrand
- Vorsicht: diese Gräser gefährden die Teichfolie
- Die Proportionen: wie hoch darf das Gras sein?
- Gräser am Schwimmteich
- Richtig pflanzen: Zeitpunkt, Substrat, Körbe
- Ziergräser zurückschneiden – auch am Teich
- Pflege über das Jahr
- Häufige Fragen
Gräser sind am Gartenteich die natürlichste Wahl: Sie wiegen sich im Wind, spiegeln sich im Wasser und erinnern an das Schilf, das Gewässer in der Natur säumt. Entscheidend ist, für jede Zone das passende Gras zu wählen – eine Segge für die Sumpfzone, ein Pfeifengras oder Chinaschilf für den feuchten Uferrand – und wuchernde Arten wie echtes Schilf vom Folienteich fernzuhalten. Gepflanzt wird am besten im Frühjahr, geschnitten ebenfalls im Frühjahr, kurz vor dem Neuaustrieb.

Die Zonen am Teich: wo welches Gras hingehört
Ein naturnah angelegter Teich hat mehrere Pflanzzonen, und jede stellt andere Ansprüche. Wer das beachtet, spart sich später viel Arbeit, denn ein Gras am falschen Platz kümmert entweder vor sich hin oder überwuchert alles.
- Uferzone (Feuchtzone): der Streifen außerhalb des Wassers, dessen Boden durch die Nähe zum Teich frisch bis feucht bleibt, aber nicht dauernass ist. Hier stehen klassische Ziergräser wie Chinaschilf, Pfeifengras oder Rasen-Schmiele.
- Sumpfzone: etwa 0–10 cm Wassertiefe, der Boden ist dauernd nass. Das ist das Revier der Seggen, Binsen und des Wollgrases.
- Flachwasserzone: etwa 10–40 cm Wassertiefe. Hier wachsen Teichsimse, Zwerg-Rohrkolben und andere Röhrichtpflanzen.
- Tiefwasserzone: ab etwa 40 cm. Für Gräser ist sie zu tief; hier gehören Seerosen und Unterwasserpflanzen hin.
Die Übergänge sind fließend, und viele Arten vertragen eine gewisse Spanne. Ein Blick auf das Etikett lohnt trotzdem: Steht dort eine empfohlene Wassertiefe, ist die Pflanze für die Sumpf- oder Flachwasserzone gedacht; fehlt sie, gehört das Gras an den Rand. Einen Überblick über die übrigen Pflanzen je Zone gibt der Beitrag über Teichpflanzen.
Gräser für die Sumpf- und Flachwasserzone
In nassem Boden oder flachem Wasser fühlen sich vor allem Sauergräser und Binsen wohl. Bewährt haben sich:
- Hänge-Segge (Carex pendula): bildet große Horste mit überhängenden Blütenähren, meist 60–120 cm hoch, verträgt auch Halbschatten und Schatten. Sie sät sich reichlich aus – im Naturgarten ein Vorteil, im kleinen Teich eher Arbeit.
- Morgenstern-Segge (Carex grayi): etwa 50–70 cm hoch, auffällige, sternförmige Fruchtstände, die sich gut für Trockensträuße eignen.
- Steife Segge ‘Aurea’ (Carex elata): leuchtend goldgelbes Laub, etwa 40–60 cm, ein Farbtupfer am Wasser.
- Flatter-Binse (Juncus effusus): dichte, runde Halme, rund 50–80 cm; die Sorte ‘Spiralis’ mit korkenzieherartig gedrehten Halmen bleibt deutlich niedriger.
- Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium): weiße Wattebäusche im Frühsommer, braucht nährstoffarmen, eher sauren Boden – ideal am Moorbeet neben dem Teich.
- Teichsimse (Schoenoplectus lacustris): aufrechte, binsenartige Halme, die weit über zwei Meter erreichen können. Sie wächst im flachen Wasser und passt nur an größere Teiche.
- Zwerg-Rohrkolben (Typha minima): mit etwa 50–80 cm die zierliche Alternative zu den großen Rohrkolben, mit kleinen, runden Kolben.
Gräser für den feuchten Uferrand
Am Rand, wo der Boden frisch, aber nicht nass ist, kommen die klassischen Ziergräser zum Zug. Sie vertragen keine Dauernässe an den Wurzeln, profitieren aber von der Feuchtigkeit in Teichnähe.
- Pfeifengras (Molinia caerulea), etwa die Sorte ‘Edith Dudszus’ mit dunklen Blütenrispen, ist ein lockeres, natürlich wirkendes Gras, blühend rund 80–100 cm hoch. Im Herbst färbt es goldgelb.
- Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa), zum Beispiel ‘Tauträger’, bildet feine, schleierartige Blütenwolken und verträgt Halbschatten.
- Japanwaldgras (Hakonechloa macra) ‘Aureola’ wird nur etwa 30–40 cm hoch, hat gelb-grün gestreiftes, überhängendes Laub und passt an halbschattige Uferpartien.
- Chinaschilf (Miscanthus sinensis) bringt Höhe ins Bild. ‘Gracillimus’ wächst mit feinem Laub zu einem runden Horst von etwa 1,5–2 m, das Zebraschilf ‘Strictus’ mit quergebänderten Halmen ähnlich hoch.
- Japan-Segge (Carex morrowii) ‘Ice Dance’ ist wintergrün, weiß gerandet und mit etwa 30 cm ein ordentlicher Bodendecker. Sie bildet kurze Ausläufer.
Das Japanische Blutgras (Imperata cylindrica ‘Red Baron’) ist ein Sonderfall: Seine Halme färben sich im Lauf des Sommers leuchtend rot, es wird aber nur etwa 30–40 cm hoch und mag keinen nassen Boden. Setzen Sie es an einen sonnigen, durchlässigen Platz etwas abseits des Wassers und geben Sie ihm im Winter einen leichten Schutz aus Laub oder Reisig, denn es ist nicht in allen Lagen zuverlässig winterhart.
Vorsicht: diese Gräser gefährden die Teichfolie
Einige Arten treiben kräftige, spitze Rhizome, die Teichfolie durchbohren können. Dazu gehören vor allem Schilfrohr (Phragmites australis) und der Breitblättrige Rohrkolben (Typha latifolia). Auch der Wasser-Schwaden (Glyceria maxima) breitet sich stark aus. Im Folienteich haben diese Pflanzen nichts verloren – es sei denn, Sie setzen sie in stabile, geschlossene Pflanzkörbe und kontrollieren regelmäßig, ob Triebe darüber hinauswachsen.
Bambus gehört aus demselben Grund nicht an den Teich, jedenfalls keine Ausläufer bildenden Arten ohne Rhizomsperre. Mehr dazu steht im Beitrag über Bambus im Garten.
Die Proportionen: wie hoch darf das Gras sein?
Gräser wirken nur, wenn die Größe zum Teich passt. Als Faustregel gilt: Die höchsten Gräser sollten nicht höher werden, als der Teich breit ist, und sie gehören an die Rückseite, von der Terrasse oder dem Sitzplatz aus gesehen. So bleibt der Blick aufs Wasser frei, und die Gräser bilden einen Rahmen statt einer Wand.
An einem kleinen Teich von wenigen Quadratmetern genügen niedrige Seggen, Binsen und ein einzelnes mittelhohes Gras als Blickfang. An größeren Teichen und Schwimmteichen dürfen Chinaschilf und Teichsimse in Gruppen stehen. Setzen Sie hohe Gräser außerdem nicht auf die Südseite des Teichs, wenn Sie Sonne auf dem Wasser möchten, und nicht direkt an die Wasserfläche, von der Sie das Spiegelbild genießen wollen.
Für einen geometrisch angelegten, modernen Teich eignen sich Gräser mit klarer Form: das runde Chinaschilf ‘Gracillimus’, straffe Binsen oder die wintergrüne Japan-Segge. Zum naturnahen Teich passen lockere Arten wie Pfeifengras, Rasen-Schmiele und Hänge-Segge, die sich ruhig ein wenig selbst verteilen dürfen.
Gräser am Schwimmteich
Am Schwimmteich übernehmen Pflanzen einen Teil der Wasserreinigung, indem sie Nährstoffe binden. Die Bepflanzung der Regenerationszone folgt denselben Zonen wie beim Gartenteich, allerdings sollte sie großzügiger ausfallen. Bewährt sind Seggen, Binsen, Teichsimse und Zwerg-Rohrkolben; Schilf und großer Rohrkolben sind wegen der Folie auch hier tabu. Was darüber hinaus zu beachten ist, lesen Sie in den Beiträgen Einen Schwimmteich anlegen und Welche Pflanzen für einen Schwimmteich.
Richtig pflanzen: Zeitpunkt, Substrat, Körbe
Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, etwa April bis Mai. Die Gräser wurzeln dann bis zum Winter gut ein. Für Pflanzen in der Sumpf- und Flachwasserzone warten Sie, bis sich das Wasser etwas erwärmt hat – meist ab Mai.
- Substrat wählen. Im Wasser keine Blumenerde verwenden: Sie ist zu nährstoffreich und fördert Algen. Nehmen Sie spezielles Teichsubstrat oder eine Mischung aus Sand und etwas Lehm.
- Pflanzkorb oder Pflanztasche nutzen. Körbe halten die Pflanze an Ort und Stelle, bremsen Ausläufer und machen das spätere Teilen leichter.
- Oberfläche abdecken. Eine Schicht Kies obenauf verhindert, dass Fische das Substrat aufwühlen und das Wasser trüben.
- Auf die Tiefe achten. Stellen Sie den Korb so, dass die Pflanze in der für sie empfohlenen Wassertiefe steht; notfalls mit Steinen unterbauen.
- Uferpflanzen normal setzen. Gräser am Rand kommen in normalen, eher mageren Gartenboden, gut angegossen, mit einem Abstand, der etwa der halben späteren Höhe entspricht.
Tipps zur Pflanzzeit von Gräsern allgemein finden Sie im Beitrag Im April Ziergräser pflanzen.
Ziergräser zurückschneiden – auch am Teich
Die meisten sommergrünen Ziergräser werden im Frühjahr, etwa im März oder April, kurz vor dem Neuaustrieb zurückgeschnitten. Die trockenen Halme bleiben den Winter über stehen: Sie schützen das Herz der Pflanze vor Nässe und Frost, bieten Insekten Unterschlupf und sehen mit Raureif schön aus. Schneiden Sie die Horste dann etwa handbreit über dem Boden ab. Wer zu spät schneidet, erwischt die jungen Halme gleich mit.
Am Teich kommt ein Punkt hinzu: Abgestorbene Halme, die ins Wasser hängen oder hineinfallen, sollten Sie im Herbst entfernen, denn sie zersetzen sich dort und bringen Nährstoffe ins Wasser, die Algen fördern. Das heißt nicht, alles radikal abzuschneiden – kürzen Sie nur, was über dem Wasser hängt.
Wintergrüne Seggen wie die Japan-Segge oder die Hänge-Segge werden nicht radikal geschnitten. Es genügt, im Frühjahr mit den Fingern (Handschuhe tragen, die Blätter sind scharf) die braunen Blätter auszukämmen. Ausführlich erklärt ist das Vorgehen im Beitrag Ziergräser richtig zurückschneiden.
Pflege über das Jahr
Gräser am Teich sind genügsam. Dünger brauchen sie im Wasser gar nicht, am Rand höchstens eine kleine Gabe Kompost im Frühjahr. Nach einigen Jahren verkahlen manche Horste in der Mitte; dann teilen Sie sie im Frühjahr mit dem Spaten und setzen die kräftigen Randstücke neu. Kontrollieren Sie bei Pflanzen in Körben, ob Wurzeln oder Ausläufer über den Korbrand wachsen, und schneiden Sie diese ab, bevor sie auf der Folie Fuß fassen.
Zur Kombination mit blühenden Pflanzen passen Sumpfschwertlilie, Blutweiderich oder Sumpfdotterblume. Ideen dazu liefert der Beitrag Stauden am Gartenteich.
Häufige Fragen
Wann schneidet man Ziergräser am Teich zurück?
Sommergrüne Gräser im März oder April, bevor der Neuaustrieb beginnt, etwa handbreit über dem Boden. Halme, die ins Wasser hängen, entfernen Sie schon im Herbst, damit sie das Wasser nicht mit Nährstoffen belasten. Wintergrüne Seggen werden nur ausgekämmt.
Welche Gräser dürfen nicht an einen Folienteich?
Schilfrohr und Breitblättriger Rohrkolben, weil ihre spitzen Rhizome die Folie durchstoßen können, außerdem Ausläufer bildender Bambus. Wenn überhaupt, dann nur in stabilen Körben und unter regelmäßiger Kontrolle.
Wann ist die beste Zeit, einen Gartenteich zu bepflanzen?
Das Frühjahr, etwa April bis Mai. Wasserpflanzen setzen Sie, sobald das Wasser sich etwas erwärmt hat, meist ab Mai. Dann wurzeln sie bis zum Herbst sicher ein.
Welche Gräser vertragen nasse Füße?
Seggen, Binsen, Wollgras, Teichsimse und Zwerg-Rohrkolben stehen dauerhaft im nassen Boden oder im flachen Wasser. Chinaschilf, Pfeifengras und Blutgras dagegen gehören an den Rand und vertragen keine Staunässe.



