Krankheiten beim Oleander
Inhalt10 Abschnitte
- Vorab: Oleander ist stark giftig
- Oleanderkrebs: die gefürchtetste Krankheit
- Was beim Oleanderkrebs hilft
- Trockenfäule: wenn Triebe plötzlich vertrocknen
- Was bei Trockenfäule hilft
- Blattflecken, Rußtau und andere Probleme
- Keine Krankheit: gelbe Blätter und Blattfall
- Vorbeugen: der gesunde Oleander
- Verwandte Probleme bei anderen Kübelpflanzen
- Häufige Fragen
Die beiden wichtigsten Krankheiten beim Oleander sind der Oleanderkrebs, eine Bakterienkrankheit mit warzigen Wucherungen und schwarzen Knospen, und die Trockenfäule, ein Pilz, der Triebe von der Spitze her vertrocknen lässt. In beiden Fällen hilft vor allem eines: befallene Triebe konsequent bis ins gesunde Holz herausschneiden und die Schere danach desinfizieren. Dazu kommen einige Schädlinge und Pflegefehler, die Krankheiten ähnlich sehen.

Vorab: Oleander ist stark giftig
Oleander (Nerium oleander) enthält in allen Teilen herzwirksame Glykoside und gehört zu den giftigsten Kübelpflanzen überhaupt. Schon kleine Mengen können bei Kindern, Hunden, Katzen, Pferden und Nagern ernste Vergiftungen auslösen. Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe, waschen Sie danach die Hände, und entsorgen Sie das Schnittgut so, dass weder Kinder noch Tiere herankommen. Schnittgut nicht verbrennen, der Rauch reizt. Weitere Pflanzen dieser Art finden Sie unter Vorsicht: giftige Zierpflanzen im Garten.
Oleanderkrebs: die gefürchtetste Krankheit
Der Oleanderkrebs wird durch das Bakterium Pseudomonas savastanoi pv. nerii verursacht. Das Tückische: Die Erreger können lange unbemerkt in der Pflanze leben, bevor Symptome auftreten. Nicht selten kauft man den Oleander bereits infiziert, ohne dass es jemand erkennen konnte.
So erkennen Sie den Oleanderkrebs:
- Blütenknospen verfärben sich schwarz, verkrüppeln und öffnen sich nicht. Oft ist das das erste Anzeichen.
- An Trieben, Blattstielen und Blättern entstehen raue, warzige oder blumenkohlartige Wucherungen, die aufplatzen und sich braun färben.
- Auf Blättern zeigen sich kleine, wässrige, später braune Flecken, die Blätter können sich verformen.
- Bei starkem Befall knicken Triebe an den Wucherungen ab oder sterben ab.
Die Bakterien verbreiten sich mit Spritzwasser, über Wunden und über verschmutzte Schnittwerkzeuge. Feuchte, warme Witterung und Beregnung von oben fördern die Ausbreitung.
Was beim Oleanderkrebs hilft
Heilen lässt sich der Oleanderkrebs nicht, wohl aber in Schach halten. Ein zugelassenes Mittel, das die Bakterien in der Pflanze abtötet, gibt es für den Hausgarten nicht.
- Befallene Triebe großzügig entfernen. Schneiden Sie mindestens 10–20 cm unterhalb der letzten sichtbaren Wucherung, bis ins gesunde Holz. Das Holz muss im Anschnitt hell und ohne braune Verfärbung sein.
- Werkzeug nach jedem Schnitt desinfizieren, etwa mit hochprozentigem Alkohol. Sonst trägt die Schere die Bakterien in den nächsten Trieb.
- Bei trockenem Wetter schneiden, damit die Wunden schnell abtrocknen.
- Nur von unten gießen. Kein Wasser über Blätter und Blüten.
- Schnittgut in den Restmüll, nicht auf den Kompost.
Ist der Oleander durch und durch befallen und treibt fast nur noch kranke Triebe, ist ein Neukauf oft sinnvoller. Eigene Stecklinge von einer befallenen Pflanze sind keine Lösung, denn die Bakterien werden mit vermehrt.
Trockenfäule: wenn Triebe plötzlich vertrocknen
Die Trockenfäule, auch Triebsterben genannt, wird durch den Pilz Ascochyta heterophylla ausgelöst. Typisch ist: Junge Triebe welken und vertrocknen von der Spitze her, obwohl die Erde feucht ist. Die Rinde verfärbt sich dunkelbraun bis schwarz, oft mit einer scharfen Grenze zum gesunden Gewebe. Blätter vergilben, werden braun und bleiben trocken hängen. Später können auch dickere Äste befallen werden.
Bemerkt wird die Krankheit meist nach dem Winter, wenn der Oleander aus dem Quartier kommt. Feuchte, stehende Luft, Kondenswasser und Verletzungen während der Überwinterung sind die häufigsten Auslöser.
Was bei Trockenfäule hilft
Die Chancen stehen hier besser als beim Oleanderkrebs, sofern Sie früh handeln:
- Schneiden Sie die befallenen Triebe bis mindestens 10 cm ins gesunde Holz zurück.
- Desinfizieren Sie die Schere nach jedem Schnitt.
- Stellen Sie den Oleander hell, luftig und regengeschützt.
- Bei wiederholtem, starkem Befall kann ein für Zierpflanzen zugelassenes Fungizid aus dem Fachhandel zum Einsatz kommen, vorbeugend vor dem Einräumen oder nach dem Rückschnitt. Halten Sie sich genau an die Gebrauchsanweisung.
Wundverschlussmittel auf den Schnittstellen sind heute meist nicht mehr üblich; eine glatte, saubere Schnittfläche an trockener Luft heilt am besten.
Blattflecken, Rußtau und andere Probleme
Neben den beiden Hauptkrankheiten treten beim Oleander einige weitere Beschwerden auf:
- Blattfleckenkrankheiten: Runde, braune Flecken, oft mit dunklem Rand, verursacht durch verschiedene Pilze. Befallene Blätter abnehmen, den Standort luftiger wählen, nicht über die Blätter gießen.
- Rußtau: Ein schwarzer, abwischbarer Belag auf Blättern. Er ist kein eigener Krankheitserreger, sondern wächst auf dem Honigtau von Oleander-Blattläusen (leuchtend gelb), Schild- und Wollläusen. Bekämpfen Sie die Läuse, verschwindet auch der Rußtau.
- Spinnmilben: Feine helle Sprenkel und Gespinste, vor allem im warmen Winterquartier. Mehr dazu im Beitrag Tipps zur Bekämpfung von Spinnmilben.
- Grauschimmel: Selten, am ehesten an welken Blüten im feuchten Quartier.
Keine Krankheit: gelbe Blätter und Blattfall
Nicht jedes gelbe Blatt ist ein Alarmzeichen. Oleander wirft im Frühjahr und nach dem Winter regelmäßig einen Teil seiner älteren Blätter ab. Gelbe Blätter in großer Zahl deuten dagegen oft auf Pflegefehler hin: zu wenig Wasser im Sommer (Oleander ist durstig und steht in seiner Heimat an Flussufern), zu wenig Dünger in der Wachstumszeit, ein zu dunkles oder zu warmes Winterquartier oder Staunässe im Kübel. Grundlagen zur Kübelpflege finden Sie unter Kübelpflanzen richtig pflegen.
Vorbeugen: der gesunde Oleander
- Sonnig, warm und luftig stellen, am besten unter einem Dachvorsprung, der vor Dauerregen schützt.
- Morgens und von unten gießen, im Sommer reichlich, im Winter sparsam.
- Hell und kühl überwintern, bei etwa 5–10 °C, und regelmäßig lüften. Ein dunkles, feuchtes Quartier ist die häufigste Ursache für Trockenfäule.
- Beim Kauf genau hinsehen: keine schwarzen Knospen, keine warzigen Stellen an Trieben.
- Werkzeug sauber halten, besonders wenn mehrere Oleander im Haus sind.
Wer seinen Oleander selbst vermehren möchte, findet eine Anleitung im Beitrag Oleander ganz leicht vermehren – dafür aber nur Triebe gesunder Pflanzen verwenden.
Verwandte Probleme bei anderen Kübelpflanzen
Ähnliche Pilzkrankheiten kennt man von anderen Mittelmeerpflanzen. Beim Olivenbaum ist die Augenfleckenkrankheit verbreitet, die sich an runden Flecken mit hellem Hof zeigt; dazu mehr im Beitrag Die Augenfleckenkrankheit beim Olivenbaum. Weitere Ratgeber zu Krankheiten finden Sie unter Krankheiten beim Buchsbaum und Schädliche Pilze im Garten.
Häufige Fragen
Kann man Oleanderkrebs heilen?
Nein, aber eindämmen. Befallene Triebe großzügig herausschneiden, Werkzeug desinfizieren und nicht von oben gießen. Viele Oleander leben so noch lange mit der Krankheit.
Was hilft gegen Trockenfäule beim Oleander?
Befallene Triebe bis mindestens 10 cm ins gesunde Holz zurückschneiden und den Oleander luftig und trocken stellen. Bei wiederholtem Befall kann ein zugelassenes Fungizid vorbeugend eingesetzt werden.
Warum werden die Knospen meines Oleanders schwarz?
Schwarze, verkrüppelte Knospen sind ein typisches Zeichen für Oleanderkrebs. Prüfen Sie auch Triebe und Blätter auf warzige Wucherungen.
Ist Oleander für Hunde und Katzen giftig?
Ja, sehr. Alle Pflanzenteile sind stark giftig. Stellen Sie Oleander so auf, dass Haustiere nicht daran knabbern, und lassen Sie heruntergefallene Blätter nicht liegen.



