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Garten-Ratgeber

Lavendel beruhigt die Seele

Kräutervon Kathrin Schendel6 Min. · 9 Abschnitte
Inhalt9 Abschnitte
  1. Lavendel im Steckbrief
  2. Warum Lavendel als beruhigend gilt
  3. Lavendeltee, Bad und Duftkissen
  4. Was beim ätherischen Öl zu beachten ist
  5. Lavendel im Garten pflanzen
  6. Richtig schneiden, damit er nicht verholzt
  7. Blüten ernten und trocknen
  8. Echter Lavendel, Lavandin und Schopflavendel
  9. Häufige Fragen

Lavendel gehört zu den ältesten Pflanzen, die zur Beruhigung verwendet werden: als Tee, als Badezusatz, als Duftkissen und in Form des ätherischen Öls. Für Lavendelöl in Arzneimittelqualität gibt es sogar Studien zur Linderung leichter Unruhe, für Tee und Duftsäckchen gilt eher: eine angenehme, traditionelle Anwendung, aber kein Ersatz für eine Behandlung. Das Schöne daran ist, dass Sie den Echten Lavendel problemlos im eigenen Garten ziehen und die Blüten selbst ernten können.

Blühender Lavendel in Nahaufnahme
Blühender Lavendel in Nahaufnahme

Lavendel im Steckbrief

Gemeint ist in diesem Beitrag fast immer der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia). Er ist der Lavendel, der in der Heilpflanzenkunde genutzt wird und der in unserem Klima zuverlässig im Garten überwintert.

Botanischer NameLavandula angustifolia (Echter oder Schmalblättriger Lavendel)
FamilieLippenblütler (Lamiaceae)
WuchsHalbstrauch, je nach Sorte etwa 30–60 cm hoch
BlütezeitJuni bis August
Standortvollsonnig, warm, geschützt
Bodendurchlässig, eher mager, kalkhaltig bis neutral, keine Staunässe
Winterhärteim Garten gut winterhart, Nässe schadet mehr als Kälte
Verwendete TeileBlüten und daraus gewonnenes ätherisches Öl

Die schmalen, graugrünen Blätter und die violetten Blütenähren kennt fast jeder. Botanisch stehen die Blüten in Scheinquirlen, also in kleinen Etagen rund um den Stängel. Im Volksmund heißt der Lavendel regional auch Speik oder Spike, wobei der Spiklavendel (Lavandula latifolia) eigentlich eine eigene Art ist.

Warum Lavendel als beruhigend gilt

Der typische Duft stammt aus dem ätherischen Öl, das in winzigen Drüsen an Blüten und Kelchen sitzt. Hauptbestandteile sind Linalool und Linalylacetat. Beiden Stoffen wird eine entspannende Wirkung zugeschrieben, und Lavendel wird seit Jahrhunderten bei Nervosität, Unruhe und Einschlafproblemen verwendet.

Die europäische Arzneimittelbehörde führt Lavendelblüten als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung leichter Symptome von Stress und Erschöpfung sowie als Einschlafhilfe. „Traditionell“ heißt dabei: Die Anwendung ist über lange Zeit belegt, eine Wirksamkeit im strengen Sinne ist damit aber nicht nachgewiesen. Etwas anders liegt der Fall bei standardisierten Lavendelöl-Kapseln aus der Apotheke. Für sie gibt es klinische Studien bei vorübergehender ängstlicher Unruhe, und sie sind als Arzneimittel zugelassen.

Wichtig ist die Grenze: Anhaltende Schlafstörungen, starke Ängste oder gedrückte Stimmung gehören in ärztliche Hände. Lavendel kann den Feierabend angenehmer machen, eine Diagnose ersetzt er nicht.

Lavendeltee, Bad und Duftkissen

Die häufigsten Hausanwendungen lassen sich mit selbst geernteten Blüten umsetzen:

  • Tee: Etwa ein bis zwei Teelöffel getrocknete Blüten mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und zugedeckt fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Der Geschmack ist kräftig und leicht seifig, viele mischen Lavendel deshalb mit Melisse oder Kamille.
  • Bad: Eine Handvoll Blüten in einem Stoffsäckchen ins warme Badewasser hängen. Ätherisches Öl gehört nie pur ins Wasser, weil es sich nicht löst und auf der Haut brennen kann, sondern nur mit einem Emulgator wie Sahne, Honig oder einem fertigen Badezusatz.
  • Duftkissen: Getrocknete Blüten in ein Leinensäckchen füllen und neben das Kopfkissen oder in den Kleiderschrank legen. Wenn der Duft nachlässt, das Säckchen leicht kneten, dann steigt er wieder auf.

Für den Tee eignen sich nur ungespritzte Blüten aus dem eigenen Garten oder Ware in Lebensmittelqualität. Blüten aus dem Gartencenter-Topf sind oft mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, die nicht für den Verzehr gedacht sind.

Was beim ätherischen Öl zu beachten ist

Lavendelöl gilt als gut verträglich, ist aber ein hochkonzentriertes Naturprodukt. Unverdünnt auf der Haut kann es reizen, bei Menschen mit Allergie gegen Lippenblütler sind Hautausschlag und Juckreiz möglich. Wer Kapseln einnimmt, bemerkt gelegentlich Aufstoßen mit Lavendelgeschmack oder leichte Magenbeschwerden.

In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern sollten Sie die innere Anwendung vorher mit Ärztin, Arzt oder Apotheke besprechen. Für Haustiere gilt besondere Vorsicht: Katzen können ätherische Öle schlecht abbauen, Duftlampen und Diffuser mit Lavendelöl sollten deshalb nicht in Räumen laufen, in denen sich Katzen dauerhaft aufhalten. Die Pflanze im Beet ist dagegen unproblematisch, Katzen meiden ihren Geruch ohnehin meist.

Lavendel im Garten pflanzen

Lavendel stammt aus dem Mittelmeerraum und braucht vor allem zweierlei: volle Sonne und einen Boden, in dem kein Wasser steht. An einem sonnigen Hang, in einem Kies- oder Steingarten, vor einer warmen Mauer oder am Rand eines Rosenbeets fühlt er sich wohl. In schwerem Lehm kümmert er und fault im Winter von der Wurzel her.

Gepflanzt wird am besten im Frühjahr, etwa von April bis Mai, damit die Pflanzen bis zum Winter gut eingewurzelt sind. Als Abstand haben sich 30–40 cm bewährt, für eine niedrige Beeteinfassung genügen 25–30 cm. Schwere Böden verbessern Sie vorher mit reichlich Sand oder feinem Kies. Kompost und Dünger braucht Lavendel kaum: Zu viele Nährstoffe machen ihn weich, anfällig und ärmer an Duft. Anregungen für trockene, sonnige Flächen finden Sie im Beitrag Kiesgarten anlegen.

Im Kübel gedeiht Lavendel ebenfalls, wenn das Gefäß ein Abzugsloch und eine Drainageschicht hat und die Erde mineralisch und durchlässig ist.

Richtig schneiden, damit er nicht verholzt

Ohne Schnitt verkahlt Lavendel von unten und fällt nach einigen Jahren auseinander. Zwei Schnitte im Jahr halten ihn kompakt:

  1. Frühjahrsschnitt. Wenn keine starken Fröste mehr drohen, etwa im März oder April, die Pflanze um ein bis zwei Drittel einkürzen. Dabei immer im beblätterten Bereich bleiben.
  2. Sommerschnitt. Nach der Blüte die verwelkten Blütenstiele und ein kleines Stück Laub abschneiden. Das regt oft eine schwache zweite Blüte an.

Schneiden Sie nie tief ins alte, kahle Holz. Daraus treibt Lavendel nur schlecht oder gar nicht wieder aus. Einen Überblick über passende Scheren gibt der Beitrag Werkzeug zum Schneiden von Gehölzen.

Blüten ernten und trocknen

Den intensivsten Duft haben die Blüten, wenn sich die ersten Knospen an der Ähre gerade geöffnet haben. Ernten Sie an einem trockenen, sonnigen Vormittag, nachdem der Tau abgetrocknet ist. Die Stiele werden in kleinen Bündeln kopfüber an einem schattigen, luftigen Ort aufgehängt. Nach ein bis zwei Wochen lassen sich die Blüten abstreifen. In einem dunklen, gut verschlossenen Glas halten sie ihr Aroma etwa ein Jahr.

Wer mit den Blüten Öle oder Essige ansetzen möchte, findet Hinweise zur hygienischen Herstellung im Beitrag Kräuter- und Gewürzöle selber machen. Dort steht auch, warum frische Pflanzenteile in Öl ein Risiko sind.

Echter Lavendel, Lavandin und Schopflavendel

Im Handel begegnen Ihnen drei Gruppen. Der Echte Lavendel ist der robusteste und der, der für Tee und Heilzwecke genutzt wird. Lavandin (Lavandula × intermedia) ist eine Kreuzung mit dem Speiklavendel, wird größer, liefert mehr Öl und wird vor allem für Duftprodukte angebaut. Er riecht kampferartiger und ist für den Tee weniger geeignet. Der Schopflavendel (Lavandula stoechas) mit seinen auffälligen Hochblättern ist eine hübsche Kübelpflanze, aber nur bedingt winterhart und sollte in rauen Lagen frostfrei überwintern.

Lavendel passt gut in ein Kräuterbeet oder eine Kräuterspirale, dort in den oberen, trockenen Bereich. Mehr über Heil- und Küchenkräuter finden Sie unter Kräuter aus dem eigenen Garten und in der Rubrik Kräuter. Dass schon die Arbeit zwischen duftenden Pflanzen entspannt, beschreibt der Beitrag Entspannung durch Gartenarbeit.

Häufige Fragen

Hilft Lavendel wirklich beim Einschlafen?

Lavendel wird traditionell als Einschlafhilfe verwendet, und viele empfinden den Duft als entspannend. Für Arzneimittel mit standardisiertem Lavendelöl gibt es Studien bei leichter Unruhe. Bei anhaltenden Schlafproblemen sollten Sie die Ursache ärztlich klären lassen.

Kann man Lavendel aus dem Garten als Tee trinken?

Ja, wenn es Echter Lavendel ist und die Pflanze nicht gespritzt wurde. Ein bis zwei Teelöffel getrocknete Blüten je Tasse genügen, der Geschmack ist intensiv.

Ist Lavendel giftig für Katzen oder Hunde?

Die Pflanze im Garten gilt als unproblematisch. Das konzentrierte ätherische Öl dagegen ist besonders für Katzen bedenklich, weil sie es schlecht abbauen können. Verzichten Sie in ihrer Nähe auf Diffuser und Duftöle.

Wann ist die beste Zeit, Lavendel zu ernten?

Kurz nachdem sich die ersten Blüten an der Ähre geöffnet haben, an einem trockenen Vormittag. Dann ist der Gehalt an ätherischem Öl am höchsten.

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2 Leserkommentare

  1. Din

    Mein Balkon wird ja auch neben vielen Kräutern, die unabdingbar für all meine Tees sind, von Lavendel beduftet. Regelmäßig kann ich so, neue Duftschälchen in die Wohnung stellen und Lavendelbeutelchen basteln.

  2. Kathrin

    Ich liebe Lavendel auch total, muss noch ein wenig pflanzen in dieser Saison...der Duft ist einfach herrlich, und die Pflanze so vielseitig einsetzbar :-)

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