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Garten-Ratgeber

Mauern als Einfassung für Grundstück und Beete

Gartengestaltungvon Kathrin Schendel6 Min. · 10 Abschnitte
Inhalt10 Abschnitte
  1. Was eine Mauer im Garten leisten kann
  2. Trockenmauer oder gemörtelte Mauer
  3. Das passende Material
  4. Das Fundament – der unsichtbare Teil
  5. Trockenmauer bauen: die wichtigsten Regeln
  6. Die Mauerkrone schützen
  7. Gestaltungsideen
  8. Was das Baurecht sagt
  9. Mauern begrünen
  10. Häufige Fragen

Eine Mauer ist die dauerhafteste Art, ein Grundstück oder ein Beet einzufassen – gut gebaut, hält sie Jahrzehnte. Für niedrige Beeteinfassungen und Hangstufen bis etwa 1 m Höhe genügt eine Trockenmauer auf einem Schotterbett, höhere und frei stehende Mauern brauchen ein frostfreies Fundament und oft eine Genehmigung. Welches Material Sie wählen, entscheidet vor allem der Stil von Haus und Garten.

Alte Ziegelmauer als Grundstückseinfassung mit Spalierbaum und Beet davor
Alte Ziegelmauer als Grundstückseinfassung mit Spalierbaum und Beet davor

Was eine Mauer im Garten leisten kann

Mauern haben je nach Höhe ganz unterschiedliche Aufgaben. Eine niedrige Mauer von 40–50 cm gliedert den Garten, fasst Beete ein und taugt als Sitzkante. Eine hüfthohe Mauer grenzt Terrasse oder Vorgarten ab, ohne den Blick ganz zu versperren. Hohe Mauern ab etwa 1,80 m schützen vor Blicken, Wind und Lärm – bringen aber auch Schatten und rechtliche Fragen mit sich.

Hinzu kommt der ökologische Wert: In den Fugen einer Trockenmauer finden Eidechsen, Blindschleichen, Wildbienen und Käfer Unterschlupf. Eine Mauer aus Naturstein speichert außerdem Wärme und gibt sie abends an die Umgebung ab, was wärmeliebenden Pflanzen davor zugutekommt.

Trockenmauer oder gemörtelte Mauer

Die beiden Bauweisen unterscheiden sich grundlegend:

Trockenmauer
  • ohne Mörtel, Steine halten durch Gewicht und Neigung
  • Fundament aus verdichtetem Schotter genügt
  • Fugen bepflanzbar, Lebensraum für Tiere
  • gut in Eigenleistung bis etwa 1 m Höhe
  • eher breit, braucht Anlauf nach hinten
Gemörtelte Mauer
  • Steine mit Mörtel verbunden, schlanker und höher möglich
  • braucht frostfreies Streifenfundament aus Beton
  • geeignet für Ziegel, Beton- und Kalksandstein, Naturstein
  • kaum Lebensraum, Fugen nicht bepflanzbar
  • bei größeren Höhen Statik nötig

Für Beeteinfassungen, Hochbeete und abgestufte Hänge ist die Trockenmauer meist die bessere Wahl. Für eine schnurgerade, glatte Grundstücksmauer im modernen Stil oder einen gemauerten Grill kommt man um Mörtel nicht herum.

Das passende Material

Bei Naturstein unterscheiden sich die Gesteine in Farbe, Härte und Frostbeständigkeit:

  • Grau: Granit, Gneis und Grauwacke sind hart, frostfest und nahezu unverwüstlich.
  • Schwarz bis dunkelgrau: Basalt wirkt modern und schwer, Schiefer lässt sich in dünne Platten spalten.
  • Rot, gelb, beige: Sandstein und Porphyr bringen Wärme ins Bild. Sandstein ist weicher und nimmt Wasser auf, er sollte frostbeständig ausgewiesen sein.
  • Cremefarben: Kalkstein und Travertin passen gut zu mediterranen Gärten. Mehr dazu im Beitrag über Travertin-Mauersteine für Natursteinmauern.

Neben Naturstein kommen Ziegel (klassisch, warm, gut zu Backsteinhäusern), Betonsteine in Natursteinoptik (gleichmäßig, einfacher zu verlegen) und verputzte Mauern infrage, die sich farbig streichen lassen. Eine Alternative mit ähnlicher Wirkung und weniger Fundamentaufwand sind mit Steinen gefüllte Drahtkörbe, siehe eine Gabionenwand selber bauen. Wählen Sie möglichst Steine aus der Region: Sie passen zur Landschaft und sind im Transport günstiger.

Das Fundament – der unsichtbare Teil

Die meisten Schäden an Gartenmauern gehen auf ein zu schwaches Fundament zurück. Friert Wasser unter der Mauer, hebt es sie an, und Risse oder Ausbauchungen sind die Folge.

Eine Trockenmauer steht auf einem Streifen aus verdichtetem Schotter, je nach Höhe der Mauer und Boden etwa 30–40 cm tief. Die untere Steinreihe wird leicht in den Boden eingelassen. Eine gemörtelte Mauer braucht ein Streifenfundament aus Beton, das bis in frostfreie Tiefe reicht – in weiten Teilen Deutschlands sind das etwa 80 cm, in rauen Lagen mehr. Das Fundament sollte etwas breiter sein als die Mauer selbst.

Trockenmauer bauen: die wichtigsten Regeln

  1. Anlauf einplanen. Die Vorderseite neigt sich nach hinten, üblich sind etwa 10–15 % der Höhe. So lehnt sich die Mauer gegen den Hang und kippt nicht.
  2. Große Steine nach unten. Die schwersten und breitesten Steine bilden die unterste Lage.
  3. Fugen versetzen. Jede Stoßfuge wird von einem Stein der nächsten Lage überdeckt, so wie bei einer Ziegelwand.
  4. Binder einbauen. Etwa jeder vierte bis fünfte Stein wird längs in die Mauer gelegt und verbindet Vorderseite und Hinterfüllung.
  5. Hinterfüllen. Hinter einer Stützmauer kommt eine Schicht aus Schotter oder Kies, damit Wasser abfließen kann und kein Druck entsteht.
  6. Pflanzen gleich mit einsetzen. Wer die Fugen begrünen möchte, setzt die Pflanzen beim Aufschichten ein – nachträglich geht es auch, ist aber mühsamer.

Für Hänge mit größeren Höhenunterschieden sind mehrere niedrige Mauern in Terrassen stabiler als eine hohe. Hinweise dazu gibt der Beitrag Tipps für den Garten am Hang.

Die Mauerkrone schützen

Die Oberseite ist der empfindlichste Teil einer gemörtelten Mauer. Dringt dort Wasser ein, sprengt Frost die Fugen und der Putz platzt ab. Eine Abdeckung aus Natursteinplatten oder Formsteinen, die zu beiden Seiten einige Zentimeter übersteht und leicht geneigt ist, lässt Regen abtropfen. Bei Trockenmauern darf die Krone dagegen offen bleiben und sogar bepflanzt werden: Eine Vertiefung, mit Erde und Splitt gefüllt, wird zum schmalen Beet für Hauswurz oder Thymian.

Gestaltungsideen

  • Farbige Mauern: Verputzte Betonmauern lassen sich streichen. Ein warmes Terrakotta-Rot mit sattem Grün davor wirkt mediterran, Weiß mit Gräsern modern.
  • Farbiger Mörtel: Eine dunkle oder helle Fuge verändert die Wirkung einer Ziegelmauer erstaunlich stark.
  • Durchblicke: Eine Mauer muss nicht blickdicht sein. Pfeiler mit Holz- oder Metallfeldern dazwischen oder ein Fenster in der Mauer lassen Licht durch und wirken weniger abweisend.
  • Mauer am Wasser: Eine halbrunde Mauer rahmt einen Teich, ein eingebauter Wasserspeier lässt Wasser hineinplätschern. Anregungen dazu im Beitrag Brunnen als Blickfang.
  • Sitzmauer: Eine Höhe von etwa 45 cm und eine Tiefe von mindestens 30 cm machen eine Mauer zur Bank.

Was das Baurecht sagt

Mauern an der Grundstücksgrenze gelten als Einfriedung. Ob und ab welcher Höhe eine Genehmigung nötig ist, regeln die Landesbauordnungen und oft zusätzlich der Bebauungsplan der Gemeinde. Niedrige Einfriedungen sind in vielen Ländern verfahrensfrei, bei höheren Mauern ändert sich das. Auch Stützmauern am Hang können ab einer bestimmten Höhe genehmigungspflichtig sein. Fragen Sie vor dem Bau beim Bauamt nach und sprechen Sie mit den Nachbarn. Allgemeines zur Einfriedung steht im Beitrag den Garten einzäunen.

Mauern begrünen

Eine Mauer muss nicht kahl bleiben. In den Fugen von Trockenmauern wachsen Polsterstauden wie Blaukissen, Steinkraut oder Mauerpfeffer, von oben hängen Glockenblumen und Polster-Phlox herab. Welche Pflanzen sich eignen und wie man sie in die Fugen setzt, erklärt der Beitrag Mauern im Garten bepflanzen.

Häufige Fragen

Wie hoch darf eine Trockenmauer ohne Statik werden?

In Eigenleistung sind etwa 1 m üblich und gut beherrschbar. Höhere Stützmauern, besonders an Wegen oder Gebäuden, sollten von Fachleuten geplant werden.

Welcher Mörtel eignet sich für einen gemauerten Grill?

Im Bereich der Feuerstelle ist feuerfester Mörtel nötig, etwa Schamottemörtel, für den Rest genügt frostbeständiger Mauermörtel. Eine Anleitung finden Sie im Beitrag Gartengrill selber mauern.

Brauche ich für eine Gartenmauer eine Baugenehmigung?

Das hängt vom Bundesland, der Höhe und dem Bebauungsplan ab. Niedrige Einfriedungen sind oft genehmigungsfrei, eine verbindliche Auskunft gibt das örtliche Bauamt.

Wie verhindere ich, dass eine Mauer Frostschäden bekommt?

Mit einem Fundament bis in frostfreie Tiefe, einer gut abgedeckten Mauerkrone und bei Stützmauern einer Drainage aus Kies dahinter, damit sich kein Wasser staut.

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