Polsterstauden für wahre Blütenpracht
Inhalt11 Abschnitte
- Was eine Polsterstaude ausmacht
- Die beliebtesten Polsterstauden im Überblick
- Blaukissen, Gänsekresse und Steinkraut: die Frühjahrsklassiker
- Phlox, Steinbrech und Grasnelke
- Standort und Boden
- Polsterstauden richtig pflanzen
- Pflege: gießen, düngen, schneiden
- Winterschutz
- Vermehren durch Teilung und Stecklinge
- Kombinieren mit Zwiebelblumen und Gräsern
- Häufige Fragen
Polsterstauden sind niedrige, ausdauernde Pflanzen, die flache, dichte Kissen bilden und im Frühjahr und Frühsommer oft so üppig blühen, dass das Laub darunter verschwindet. Sie brauchen fast alle Sonne, einen durchlässigen Boden ohne Staunässe und nach der Blüte einen Rückschnitt, sonst kaum etwas. Im Steingarten, auf Mauerkronen, zwischen Trittplatten und an Beeträndern sind sie kaum zu ersetzen.

Was eine Polsterstaude ausmacht
Der Begriff beschreibt keine botanische Gruppe, sondern eine Wuchsform. Polsterstauden wachsen flach und dicht, meist nur 5–20 cm hoch, und breiten sich über kriechende Triebe oder dicht verzweigte Horste in die Breite aus. Viele stammen aus Gebirgen, Felsfluren oder Küstenregionen, wo sie Wind, Sonne und kargen Boden gewohnt sind. Ihre Blätter sind oft klein, behaart, silbrig oder fleischig – alles Anpassungen an Trockenheit.
Viele Polsterstauden bleiben auch im Winter grün oder graugrün und gliedern Beete damit das ganze Jahr. Außerdem sind sie wichtige Nahrungsquellen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, weil die meisten früh im Jahr blühen, wenn noch wenig anderes zu finden ist.
Die beliebtesten Polsterstauden im Überblick
| Pflanze | Blütezeit | Farben | Standort |
| Blaukissen (Aubrieta) | April–Mai | Blau, Violett, Rosa, Weiß | Sonne, kalkhaltig |
| Gänsekresse (Arabis caucasica) | März–Mai | Weiß, Rosa | Sonne |
| Steinkraut (Aurinia saxatilis) | April–Mai | Gelb | Sonne, trocken |
| Schleifenblume (Iberis sempervirens) | April–Mai | Weiß | Sonne |
| Polster-Phlox (Phlox subulata) | April–Juni | Rosa, Violett, Weiß, Blau | Sonne |
| Moos-Steinbrech (Saxifraga-Arendsii-Hybriden) | April–Mai | Weiß, Rosa, Rot | Halbschatten, frisch |
| Grasnelke (Armeria maritima) | Mai–Juli | Rosa, Weiß | Sonne, mager |
| Sonnenröschen (Helianthemum) | Juni–Juli | Gelb, Orange, Rosa, Weiß | volle Sonne, trocken |
| Thymian (Thymus) | Juni–August | Rosa, Violett, Weiß | Sonne, trocken |
| Polster-Glockenblume (Campanula) | Juni–August | Blauviolett, Weiß | Sonne bis Halbschatten |
Dazu kommen Nelken, Hornkraut, Mauerpfeffer und Hauswurz, die ähnlich eingesetzt werden. Wer geschickt kombiniert, hat von März bis August blühende Polster.
Blaukissen, Gänsekresse und Steinkraut: die Frühjahrsklassiker
Das Blaukissen ist die bekannteste Polsterstaude. Es bildet immergrüne, graugrüne Kissen und blüht im April und Mai in Blau-, Violett- und Rosatönen. Auf Mauern und in Steinfugen hängt es malerisch über. Ausführlich stellt es der Beitrag Das Blaukissen vor.
Die Gänsekresse blüht noch etwas früher, meist in reinem Weiß, und passt gut als heller Gegenpol zum Blaukissen. Das Steinkraut mit seinen leuchtend gelben Blütenständen über silbrigem Laub vervollständigt das klassische Dreiergespann. Alle drei gehören zu den Kreuzblütlern, lieben Sonne und eher kalkhaltigen, durchlässigen Boden.
Phlox, Steinbrech und Grasnelke
Der Polster-Phlox bildet dichte Matten aus nadelförmigen Blättern, die im Frühjahr unter einem Blütenteppich verschwinden. Er ist ideal für Mauerkronen und sonnige Böschungen. Der Moos-Steinbrech ist die Ausnahme in der Runde: Er mag es halbschattig und frisch, in praller Sonne verbrennen seine moosartigen Polster. An der Nordseite von Steinen oder unter lichten Gehölzen ist er gut aufgehoben. Die Grasnelke stammt von Küsten und mageren Rasen; ihre kugeligen, rosa Blütenköpfe auf dünnen Stielen erscheinen von Mai bis in den Sommer, besonders auf sandigen Böden.
Standort und Boden
Die meisten Polsterstauden wollen volle Sonne und einen durchlässigen, eher mageren Boden. Staunässe ist ihr größter Feind, vor allem im Winter, wenn die Wurzeln im nassen Boden faulen. Sehr nährstoffreiche Böden sind ebenfalls ungünstig: Die Polster wachsen dann weich und locker, fallen auseinander und blühen weniger.
Viele Arten bevorzugen einen kalkhaltigen Boden, darunter Blaukissen, Steinkraut und Schleifenblume. Auf sauren Böden gedeihen dagegen Grasnelke und Thymian gut. Wie Sie herausfinden, was Ihr Boden mitbringt, erklärt der Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.
Polsterstauden richtig pflanzen
Die beste Pflanzzeit ist das Frühjahr oder der Spätsommer bis Frühherbst. Im Herbst gepflanzte Polster wurzeln bis zum Winter ein und blühen im nächsten Frühjahr schon kräftig.
- Unkraut vollständig entfernen. Das ist der wichtigste Schritt. Wurzelunkräuter wie Quecke, Giersch oder Winde lassen sich später aus dichten Polstern praktisch nicht mehr herausziehen.
- Boden lockern und abmagern. Schwere Erde mit Splitt oder grobem Sand durchlässig machen. Auf nährstoffreichem Gartenboden brauchen Sie keinen Kompost, auf sehr magerem Sand eine dünne Schicht.
- Abstand einplanen. Polsterstauden werden breiter als erwartet. Je nach Art rechnet man mit 20–30 cm Abstand und etwa 9–16 Pflanzen je Quadratmeter.
- Pflanzen und andrücken. So tief setzen wie im Topf, Ballen vorher gut wässern.
- Mit Splitt abdecken. Eine dünne Schicht Splitt oder Kies um die Pflanzen hält den Wurzelhals trocken, unterdrückt Unkraut und wehrt Schnecken ab.
Im Steingarten und in Mauerritzen setzen Sie die Pflanzen so, dass die Wurzeln unter einen Stein reichen: Dort bleibt es kühl und gleichmäßig feucht. Anleitungen dafür stehen in den Beiträgen Einen Steingarten anlegen und Mauern im Garten bepflanzen.
Pflege: gießen, düngen, schneiden
Frisch gepflanzte Polsterstauden gießen Sie in den ersten Wochen regelmäßig. Eingewachsen kommen die meisten Arten mit dem Regen aus. In langen Hitzeperioden können Polster allerdings braun oder gelb werden; dann einmal durchdringend wässern statt täglich wenig.
Gedüngt wird sparsam. Eine dünne Gabe Kompost im Frühjahr genügt, auf nährstoffreichen Böden oft nicht einmal das. Zu viel Dünger macht die Polster weich und weniger winterhart.
Der Rückschnitt nach der Blüte ist die wichtigste Pflegemaßnahme. Schneiden Sie frühjahrsblühende Polster wie Blaukissen, Gänsekresse, Steinkraut und Polster-Phlox nach dem Verblühen um etwa ein Drittel bis die Hälfte zurück. Sie treiben dann dicht nach und verkahlen nicht von innen. Bei Thymian und Sonnenröschen reicht ein leichterer Schnitt, der nicht bis ins alte Holz geht.
Winterschutz
Die meisten Polsterstauden sind gut winterhart. Probleme entstehen eher durch Nässe und durch Kahlfrost, also starke Kälte ohne Schneedecke bei gleichzeitiger Wintersonne. Dann können wintergrüne Arten vertrocknen, weil der gefrorene Boden kein Wasser nachliefert. Eine lockere Abdeckung mit Nadelholzreisig schützt in solchen Phasen. Laub oder Folie gehören dagegen nicht auf Polster: Darunter staut sich Feuchtigkeit, und die Pflanzen faulen oder verpilzen.
Vermehren durch Teilung und Stecklinge
Viele Polsterstauden lassen sich einfach teilen. Stechen Sie im Frühjahr oder Frühherbst ein Stück vom Rand des Polsters mit Wurzeln ab und setzen Sie es an anderer Stelle wieder ein. Arten, die aus einem einzelnen Wurzelstock wachsen, etwa Steinkraut oder Schleifenblume, vermehren Sie besser über Stecklinge: nicht blühende Triebspitzen im Frühsommer schneiden und in ein Sand-Erde-Gemisch stecken. Wildarten lassen sich auch aussäen, bei Sorten fallen die Sämlinge aber oft anders aus.
Kombinieren mit Zwiebelblumen und Gräsern
Polsterstauden sind ideale Partner für kleine Zwiebelblumen wie Wildtulpen, Traubenhyazinthen oder Zwerg-Iris, die durch die Polster hindurchwachsen und gleichzeitig blühen. Ideen dafür finden Sie im Beitrag Frühling im Steingarten. Niedrige Gräser wie Blauschwingel und Solitäre wie Hauswurz bringen Struktur in die Flächen. Für Hänge und Böschungen zeigt der Beitrag Blütenpracht für Hanggärten und Böschungen passende Zusammenstellungen.
Häufige Fragen
Was sind die schönsten Polsterstauden für die Sonne?
Blaukissen, Gänsekresse, Steinkraut, Schleifenblume und Polster-Phlox für das Frühjahr, Grasnelke, Sonnenröschen, Thymian und Polster-Glockenblumen für den Sommer.
Welche Polsterstauden vertragen Schatten?
Moos-Steinbrech und manche Polster-Glockenblumen kommen mit Halbschatten zurecht. Für echten Schatten eignen sich eher flache Bodendecker wie Waldsteinie oder Elfenblume.
Wann schneidet man Polsterstauden zurück?
Direkt nach der Blüte, um etwa ein Drittel bis die Hälfte. So bleiben die Polster dicht und blühen im nächsten Jahr wieder reich.
Wie weit pflanzt man Polsterstauden auseinander?
Meist 20–30 cm, das sind etwa 9–16 Pflanzen je Quadratmeter. Nach zwei Jahren schließen sich die Lücken.



