Viel Schatten – Tipps für einen Waldgarten

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Ein Garten mit viel Schatten wird am schönsten, wenn Sie ihn nicht gegen, sondern mit den Bäumen gestalten: als Waldgarten mit Kronendach, einer Strauchschicht und einer Krautschicht aus Schattenstauden, Farnen und Frühjahrsblühern. Der Boden bleibt dabei unter einer Laubdecke, wie im Wald. Wichtig sind Pflanzen, die zu Lichtmenge und Boden passen, und eine Pflanzung, die die Wurzeln der Bäume schont.
Was einen Waldgarten ausmacht
Unter großen Bäumen herrscht ein eigenes Klima. Im Sommer ist es dort mehrere Grad kühler und feuchter als auf dem offenen Rasen, der Wind wird gebremst, Lärm und Staub von der Straße gedämpft. Ein Waldgarten nutzt diese Vorzüge und nimmt sich den Laub- und Mischwald zum Vorbild: Mehrere Pflanzenschichten stehen übereinander, der Boden ist ständig bedeckt, und abgefallenes Laub bleibt als Mulch liegen.
Für Gartenbesitzer hat das handfeste Vorteile. Ein schattiger Sitzplatz ist an heißen Tagen Gold wert, Bäume schirmen Blicke ab und schützen das Haus vor Überhitzung. Und ein gut eingewachsener Waldgarten macht vergleichsweise wenig Arbeit, weil kein Rasen gemäht und kaum gegossen werden muss.
Der Begriff Waldgarten wird übrigens auch für ein Konzept aus der Permakultur verwendet, bei dem essbare Bäume, Sträucher und Stauden in Schichten kombiniert werden. Hier geht es um die Zierform im Hausgarten; einige Obststräucher lassen sich aber gut einbinden.
Die Natur als Vorbild nehmen
Den besten Eindruck, was in Ihrem Garten gelingen kann, bekommen Sie bei einem Spaziergang im Wald der Umgebung. Achten Sie darauf, welche Pflanzen unter Buchen, Eichen oder Kiefern wachsen, wo der Boden kahl bleibt und wo sich Farne oder Buschwindröschen ausbreiten. Diese Beobachtung sagt viel über Licht und Boden, die Sie auch zu Hause erwarten können.
Danach geht es an die Bestandsaufnahme: Wo ist tiefer, wo lichter Schatten? Wandert Sonne am Nachmittag über eine Ecke? Tiefer Schatten unter immergrünen Nadelbäumen ist eine andere Aufgabe als lichter Schatten unter Birken, der vielen Stauden genügt. Notieren Sie außerdem, wie trocken es direkt am Stamm ist; unter dichten Kronen fällt dort oft kaum Regen.
Drei Schichten: Bäume, Sträucher, Bodenpflanzen
Ein Waldgarten gliedert sich in drei Ebenen:
- Kronendach: die großen Bäume, die Schatten spenden. Meist sind sie schon da; neu gepflanzt werden sie mit Blick auf ihre Endgröße.
- Strauchschicht: kleinere Bäume und Sträucher, die Halbschatten vertragen, etwa Hartriegel, Haselnuss, Felsenbirne, Fächer-Ahorn, Hortensien, Rhododendren, Azaleen, Skimmien oder Eiben.
- Krautschicht: Stauden, Farne, Gräser, Bodendecker und Zwiebelpflanzen. Hier entscheidet sich die Wirkung, denn Blattformen und Grüntöne tragen den Garten über das Jahr.
Denken Sie an die Giftigkeit: Eibe, Rhododendron, Azalee, Lavendelheide und Maiglöckchen sind giftig, was in Gärten mit kleinen Kindern oder Haustieren zu bedenken ist. Eine Übersicht bietet der Beitrag Vorsicht, giftige Zierpflanzen im Garten.

Den Boden prüfen und verbessern
Waldpflanzen lieben humosen, lockeren, gleichmäßig feuchten und gut durchlässigen Boden. Unter Nadelbäumen und Eichen ist er oft sauer, unter Buchen und Ahorn eher neutral. Eine Bodenprobe klärt den pH-Wert und die Nährstoffe; so wissen Sie, ob Rhododendren und Heidelbeeren gedeihen werden oder ob Sie besser zu Arten greifen, die Kalk vertragen. Hinweise zur Messung stehen im Beitrag Den Boden im Garten richtig verbessern.
Verbessern lässt sich der Boden unter Bäumen am besten von oben: mit Laubkompost, Rindenhumus oder einer Mulchschicht aus gehäckseltem Material. Tragen Sie dagegen keine dicke Schicht neuer Erde auf – mehr als wenige Zentimeter können die flachen Feinwurzeln der Bäume ersticken. Das Laub im Herbst bleibt unter den Sträuchern liegen; nur auf Wegen und dichten Polsterpflanzen wird es entfernt. Wie Sie Laub sinnvoll verwerten, steht in Laub sammeln und im Garten nutzen.
Pflanzen für Schatten und sauren Boden
Wer einen sauren Boden im Schatten hat, kann aus einer Gruppe besonders dankbarer Pflanzen wählen:
| Pflanzengruppe | Beispiele | Hinweis |
| Sträucher | Rhododendron, Azaleen, Skimmie, Lavendelheide (Pieris), Heidelbeere | brauchen humosen, sauren Boden; Rhododendron, Azalee und Pieris giftig |
| Farne | Rippenfarn, Frauenfarn, Wurmfarn | Rippenfarn bleibt wintergrün |
| Stauden | Schaumblüte, Elfenblume, Waldsteinie, Funkien, Astilben, Salomonssiegel | Salomonssiegel giftig |
| Frühjahrsblüher | Buschwindröschen, Schneeglöckchen, Hasenglöckchen, Lungenkraut | blühen, bevor die Bäume austreiben |
| Bodendecker | Kleines Immergrün, Haselwurz, Golderdbeere | schließen den Boden, unterdrücken Unkraut |
Ausführlicher zu Pflanzen für saure Böden finden Sie im Beitrag Pflanzen für einen sauren Boden. Für trockenen Schatten direkt unter der Krone eignen sich Elfenblume, Kaukasus-Vergissmeinnicht, Storchschnabel-Arten wie Geranium macrorrhizum und Efeu besonders gut. Wer Exotisches mag, findet Anregungen unter Exotische Pflanzen für schattige Plätze und Exotische Baumfarne für den Garten.
Richtig unter Bäumen pflanzen
Unterpflanzung ist Handarbeit. Graben Sie nicht die Fläche um, sondern setzen Sie einzelne Pflanzen in kleine Pflanzlöcher zwischen die Wurzeln. Dicke Wurzeln bleiben unverletzt; lieber das Pflanzloch ein Stück versetzen. Kleine Pflanzen wachsen hier besser an als große, weil sie sich leichter zwischen den Wurzeln etablieren. Gießen Sie im ersten Jahr regelmäßig, denn die Bäume sind starke Konkurrenten um Wasser.
Unter Tiefwurzlern wie Eiche oder Kiefer gelingt die Unterpflanzung leichter als unter Flachwurzlern wie Birke, Ahorn oder Fichte, deren dichtes Wurzelwerk direkt unter der Oberfläche liegt. Dort helfen robuste Bodendecker und eine gute Mulchschicht mehr als anspruchsvolle Stauden.
Wege und Sitzplätze im Waldgarten
Ein Waldgarten lebt davon, dass man ihn begehen kann. Geschwungene Pfade aus Rindenmulch oder Holzhäcksel passen am besten und schonen die Wurzeln, weil nicht tief ausgekoffert werden muss. Trittsteine oder eine Holzbank an einer lichten Stelle laden zum Verweilen ein. Lichtakzente gibt es mit hellen Blüten und panaschiertem Laub, die im Schatten förmlich leuchten. Wo es sehr feucht und schattig ist, bietet sich auch ein Moosgarten an.
Baumpflege und Sicherheit
Große Bäume brauchen Aufmerksamkeit. Als Eigentümer tragen Sie die Verkehrssicherungspflicht: Totholz über Wegen, Pilzbefall am Stamm oder Risse können gefährlich werden. Lassen Sie ältere Bäume regelmäßig von einem qualifizierten Baumpfleger kontrollieren, vor allem, wenn sie in der Nähe von Haus, Straße oder Spielplatz stehen. Kronenpflege, Totholzentfernung und Kontrolle der Standsicherheit sind Aufgaben für Fachleute mit entsprechender Ausbildung und Ausrüstung.
Beachten Sie die Rechtslage: Bäume dürfen zwischen dem 1. März und dem 30. September nicht gefällt oder radikal zurückgeschnitten werden (§ 39 Bundesnaturschutzgesetz); schonende Pflegeschnitte sind erlaubt. Viele Städte und Gemeinden haben außerdem eigene Baumschutzsatzungen, die auch im Winter eine Genehmigung für das Fällen verlangen. Erkundigen Sie sich im Zweifel bei der Gemeinde.
Häufige Fragen
Welche Pflanzen wachsen im Schatten auf saurem Boden?
Rhododendron, Azaleen, Skimmien, Heidelbeeren, Farne wie der Rippenfarn, dazu Schaumblüte, Elfenblume, Funkien und Buschwindröschen.
Was wächst unter großen Bäumen, wo es trocken ist?
Elfenblume, Kaukasus-Vergissmeinnicht, Geranium macrorrhizum, Kleines Immergrün und Efeu vertragen trockenen Schatten am besten.
Darf man unter Bäumen Erde auffüllen?
Nur wenige Zentimeter. Dickere Schichten schneiden die Feinwurzeln von der Luft ab und können den Baum schädigen. Besser ist Mulch oder Laubkompost.
Wann darf man Bäume im Garten fällen?
Nach Bundesnaturschutzgesetz nur vom 1. Oktober bis Ende Februar. Zusätzlich können örtliche Baumschutzsatzungen eine Genehmigung verlangen.



