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Garten-Ratgeber

Echte Aloe (Aloe Vera)

Zimmerpflanzenvon Kathrin Schendel6 Min. · 12 Abschnitte
Inhalt12 Abschnitte
  1. Steckbrief
  2. Herkunft und Verwandte
  3. Der richtige Standort
  4. Aloe im Garten?
  5. Gießen: weniger ist mehr
  6. Erde, Topf und Umtopfen
  7. Düngen
  8. Überwintern
  9. Vermehren über Ableger
  10. Das Gel: Nutzung mit Vorsicht
  11. Häufige Probleme
  12. Häufige Fragen

Die Echte Aloe (Aloe vera) ist eine der pflegeleichtesten Zimmerpflanzen: Sie braucht einen hellen, sonnigen Platz, durchlässige Sukkulentenerde und nur wenig Wasser – gegossen wird erst, wenn die Erde fast ganz trocken ist. Im Sommer darf sie auf Balkon oder Terrasse, winterhart ist sie aber nicht und muss rechtzeitig vor dem ersten Frost ins Haus. Ihr Gel wird seit langem für die Hautpflege genutzt, der gelbe Saft unter der Blattschale ist dagegen für Menschen und Haustiere unverträglich.

Blattrosette der Echten Aloe (Aloe vera)
Blattrosette der Echten Aloe (Aloe vera)

Steckbrief

Botanischer NameAloe vera (Syn. Aloe barbadensis)
FamilieGrasbaumgewächse (früher als Aloegewächse geführt)
Wuchsstammlose oder kurzstämmige Rosette, im Topf meist 40–60 cm
Blätterfleischig, graugrün, am Rand mit weichen Zähnen
Blütegelbe Röhrenblüten an hohem Stiel, nur an älteren Pflanzen
Standorthell bis sonnig
Winterhell bei etwa 10–15 °C, nicht unter 5 °C
Giftigkeitgelber Blattsaft abführend, für Katzen und Hunde giftig

Herkunft und Verwandte

Die Echte Aloe stammt vermutlich von der Arabischen Halbinsel und wird seit Jahrtausenden kultiviert, sodass sie heute in vielen warmen Regionen der Welt verwildert wächst, etwa rund ums Mittelmeer und auf den Kanarischen Inseln. Die Gattung Aloe umfasst mehrere Hundert Arten, die meisten davon in Afrika und auf Madagaskar.

Als Zimmerpflanzen werden neben der Echten Aloe auch andere Arten gezogen, etwa die Tigeraloe mit dunkelgrünen, weiß quergestreiften Blättern (früher Aloe variegata, heute Gonialoe variegata) oder kleine, kompakte Arten mit weißen Punkten und Zähnchen. Sie werden ähnlich gepflegt, bleiben aber meist kleiner.

Der richtige Standort

Aloe liebt Licht. Ein Süd- oder Westfenster ist ideal, ein Ostfenster geht auch. An zu dunklen Plätzen werden die Blätter dünn, hellgrün und legen sich flach auseinander, statt aufrecht zu stehen. Direkt hinter Glas kann die Mittagssonne im Hochsommer nach einem dunklen Winter allerdings Verbrennungen verursachen – rötlich-braune Verfärbungen sind ein Warnzeichen.

Von Ende Mai bis September darf die Aloe ins Freie, sobald die Nächte nicht mehr unter etwa 10 °C fallen. Gewöhnen Sie sie über ein bis zwei Wochen an die Sonne, erst im Halbschatten, dann voll sonnig; wie das geht, steht unter Sonnenbrand bei Pflanzen verhindern. Ein Platz unter einem Dachvorsprung schützt vor Dauerregen.

Aloe im Garten?

In Deutschland lässt sich die Echte Aloe nicht dauerhaft auspflanzen, denn sie verträgt keinen Frost. Möglich ist es, den Topf im Sommer in ein Kiesbeet oder einen Steingarten einzusenken, wo er wie ausgepflanzt wirkt, und ihn im Herbst wieder herauszuholen. Direkt ins Beet gesetzt, müsste die Pflanze jedes Jahr ausgegraben werden, was die Wurzeln stört. Wer einen ähnlichen Look dauerhaft im Freien möchte, greift zu winterharten Sukkulenten wie Hauswurz; mehr dazu im Beitrag über die Hauswurz.

Gießen: weniger ist mehr

Als Sukkulente speichert die Aloe Wasser in ihren fleischigen Blättern und kommt mehrere Wochen ohne Gießen aus. Staunässe ist die häufigste Todesursache.

  • Frühjahr bis Herbst: durchdringend gießen, dann warten, bis das Substrat fast vollständig abgetrocknet ist. Je nach Wärme bedeutet das alle ein bis drei Wochen.
  • Winter: nur so viel, dass die Blätter nicht schrumpeln – bei kühlem Stand oft nur einmal im Monat.
  • Nicht in die Rosette gießen. Wasser, das zwischen den Blättern steht, kann Fäulnis verursachen. Gießen Sie auf die Erde oder von unten und schütten Sie überschüssiges Wasser im Untersetzer nach einer Viertelstunde weg.

Schlaffe, weiche und glasige Blätter deuten auf zu viel Wasser hin, dünne, eingerollte Blätter auf zu wenig. Weitere Hinweise zu fauligen Wurzeln gibt der Beitrag Die Wurzelfäule – Vorbeugung und Bekämpfung.

Erde, Topf und Umtopfen

Die Aloe braucht ein durchlässiges, mineralisches Substrat, zum Beispiel Kakteen- oder Sukkulentenerde. Normale Blumenerde mischen Sie zu mindestens einem Drittel mit Sand, Bims oder Blähton. Torfhaltige Mischungen halten zu viel Wasser und sind aus Umweltgründen ohnehin verzichtbar.

Weil die Pflanze mit den Blättern schwer wird, sollte der Topf standfest sein; Ton ist ideal, weil er Feuchtigkeit ableitet. Ein Abzugsloch ist Pflicht. Umgetopft wird im Frühjahr, wenn die Wurzeln den Topf ausfüllen oder Ableger ihn sprengen, meist alle zwei bis drei Jahre.

Düngen

Von April bis September genügt ein Kakteendünger einmal im Monat in der auf der Packung angegebenen Menge. Ein stickstoffreicher Dünger macht die Blätter weich und anfällig. Im Winter wird nicht gedüngt.

Überwintern

Von Oktober bis März legt die Aloe eine Ruhezeit ein. Ideal ist ein heller Platz bei etwa 10–15 °C, etwa ein kühles Schlafzimmer, ein heller Flur oder ein Wintergarten. Temperaturen unter 5 °C verträgt sie nicht lange. An einem warmen Wohnzimmerfenster über der Heizung überlebt sie auch, bildet dort aber bei Lichtmangel lange, weiche Blätter. Ein kühler Winter fördert außerdem die Blüte bei älteren Pflanzen. Ein Umzug in die Wohnung sollte schrittweise erfolgen; Hinweise dazu gibt der Beitrag Sicherer Umzug für Zimmer- und Balkonpflanzen.

Junge Aloe vera im Terrakottatopf
Junge Aloe vera im Terrakottatopf

Vermehren über Ableger

Aloe bildet reichlich Kindel, kleine Rosetten am Fuß der Mutterpflanze. So vermehren Sie sie:

  1. Kindel auswählen. Warten Sie, bis sie etwa handgroß sind und ein paar eigene Wurzeln haben.
  2. Abtrennen. Beim Umtopfen im Frühjahr oder Sommer vorsichtig mit den Fingern oder einem sauberen Messer lösen.
  3. Antrocknen lassen. Legen Sie das Kindel ein bis zwei Tage an einen schattigen Platz, damit die Wunde abtrocknet.
  4. Einpflanzen. In trockenes Sukkulentensubstrat setzen und erst nach einigen Tagen vorsichtig gießen.

Hat eine Pflanze beim Umtopfen Wurzeln verloren, ist das kein Drama: Solange noch ein Teil gesund ist, wächst sie weiter. Einzelne abgeschnittene Blätter bewurzeln sich dagegen kaum und faulen meist.

Das Gel: Nutzung mit Vorsicht

Das klare Gel im Inneren der Blätter wird traditionell zur Pflege gereizter Haut, etwa nach einem Sonnenbrand oder bei kleinen Hautreizungen, verwendet. Wer es von der eigenen Pflanze nutzen möchte, schneidet ein äußeres, älteres Blatt am Ansatz ab und lässt es aufrecht einige Minuten ausbluten. Der gelbe Saft, der dabei austritt, enthält Aloin; er wirkt stark abführend und kann die Haut reizen. Selbst geerntete Blätter sollten Sie nicht innerlich verwenden. Bei Wunden, Verbrennungen oder Hautproblemen gehört eine ärztliche Einschätzung vor jede Selbstbehandlung.

Für Katzen, Hunde und andere Haustiere ist die Aloe giftig. Stellen Sie sie außer Reichweite von Tieren und kleinen Kindern. Einen Überblick über weitere unkomplizierte Pflanzen gibt der Beitrag 5 pflegeleichte Pflanzen für Ihr Zuhause, mehr Zimmerpflanzen finden Sie in der Rubrik Zimmerpflanzen.

Häufige Probleme

  • Braune Blattspitzen: meist Sonnenbrand nach dem Umstellen oder zu trockene Luft über der Heizung.
  • Blätter hängen oder liegen flach: zu wenig Licht oder zu viel Wasser.
  • Weicher, dunkler Stammgrund: Fäulnis durch Staunässe. Gesunde Teile oder Kindel retten und neu einpflanzen.
  • Weiße Watte in den Blattachseln: Wollläuse. Mit einem in Spiritus getauchten Wattestäbchen abtupfen und die Pflanze beobachten.

Häufige Fragen

Wie oft muss man Aloe vera gießen?

Im Sommer etwa alle ein bis drei Wochen, sobald die Erde fast ganz trocken ist, im Winter bei kühlem Stand nur etwa einmal im Monat. Nie in die Rosette gießen und keine Staunässe.

Ist Aloe vera giftig für Katzen?

Ja. Der gelbe Blattsaft enthält Aloin und kann bei Katzen und Hunden Erbrechen und Durchfall auslösen. Stellen Sie die Pflanze außer Reichweite.

Kann Aloe vera im Sommer draußen stehen?

Ja, von Ende Mai bis September an einem sonnigen, regengeschützten Platz. Vorher langsam an die Sonne gewöhnen, im Herbst vor dem ersten Frost ins Haus holen.

Warum blüht meine Aloe vera nicht?

Blüten bildet sie erst ab einem Alter von einigen Jahren und meist nur nach einem hellen, kühlen Winter. In warmen Wohnräumen blüht sie selten.

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